Google sperrt Huawei: Das passiert jetzt mit deinem Huawei-Handy| Update 22
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USA vs. Huawei: Noch immer große Sicherheitsbedenken in Europa und US | Update 23

Gibt es weiterhin Android-Updates - und was passiert sonst rund um Huawei?

Donald Trump macht ernst: Der Handelskrieg zwischen den USA und China nimmt neue Ausmaße an. Nachdem Apple seit Ende letzten Jahres keine iPhones mehr im Reich der Mitte verkaufen darf, trifft es nun Huawei. Der Smartphone-Hersteller ist nicht nur einer der größten Handyproduzenten, sondern verkauft auch Telekommunikationstechnik -- hier heißt es seitens der USA, dass ein Spionageverdacht bestehe. Aber was passiert jetzt mit deinem Huawei-Handy? Wir haben alle aktuellen Infos gesammelt.

Update 23 vom 17. Februar:

Münchener Sicherheitskonferenz: Misstrauen weiterhin groß

Nach wie vor sieht sich Huawei zahlreichen Vorwürfen konfrontiert. Nach den Diskussionen 2019, ob Deutschland 5G-Hardware vom chinesischen Unternehmen verbauen würde, geht die Causa Huawei wie gewohnt weiter. Neuester Anlass, um über Huawei zu sprechen, ist die Münchener Sicherheitskonferenz -- hier trifft sich das Who is Who der globalen Sicherheitsdienste, sowohl staatlicher als auch privater Natur.

Ehrengast war unter anderem Mike Pompeo. Der Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika betonte immer wieder die Überlegenheit der USA, zusätzlich plädierte er gegen den weiteren Einsatz von Huawei-Geräten im kompletten Land. Noch immer seien die Sicherheitsrisiken zu hoch, das würde sich auch in Zukunft nicht ändern.

Bei der Diskussion über den Einsatz von Huawei rückt gleichzeitig die technische Komponente immer weiter aus dem Fokus. Vielmehr geht es um Chinas Regierung, die Unterdrückung von freier Meinung und den daraus resultierenden Zuständen im Land -- völlig unabhängig von der eigentlichen Bedrohungslage, nämlich der Spionage Chinas in der Netzinfrastruktur Europas oder der USA.

Wang Yi, seines Zeichens Außenminister von China, findet gegenüber den USA klare Worte. Seines Empfindens nach handele es sich klar um eine Schmutzkampagne. Während sich die US-Politik mit Huawei und China streitet, fehlt es noch immer an unabhängigen Überprüfungen der Hard- und Software von Huawei, die den Anschuldigungen Fakten gegenübersetzen und den Diskurs final zu Grabe tragen könnten.

Update vom 03. Dezember: 

Huawei kann Handys jetzt komplett ohne US-Hilfe bauen

Mikro-Prozessor smd chip

Noch vor einem halben Jahr waren in Huawei-Handys viele Komponenten verbaut, die aus den USA geliefert bzw. von US-Firmen produziert wurden. Nach dem Handelsstreit darf Huawei nun offiziell von keinem US-Händler mehr Einzelteile beziehen. Deswegen hat der Konzern nun umgesattelt und setzt auf Technik, die auch trotz Handelsstreit verbaut werden kann. Klarer Gewinner: China.

So berichtet das Wall Street Journal von ein paar Einzelteilen, die in den letzten Wochen komplett ausgetauscht wurden. Zu den größten Verlierern zählen die US-Hersteller ON Semiconductor, Broadcom, Qorvo und Cirrus. Du hast zwar wahrscheinlich noch nie etwas über diese Unternehmen gehört, aber die Bauteile sind essentiell und kommen in den allermeisten Smartphones vor.

Inzwischen wurden viele Teile, die ursprünglich aus den USA kamen, ausgetauscht -- durch Hersteller aus China und Japan. Die Chips kommen nun von MediaTek (Hersteller von günstigen chinesischen ARM-Prozessoren), HiSilicon (eine direkte Huawei-Tochter), Murata (Sensoren aus Japan) und NXP (Niederlande, vom Handelskrieg nicht betroffen).

China ist damit mehr oder weniger das einzige Land, welches komplett mit eigenen Ressourcen Handys in Serienfertigung produzieren kann. Hersteller in den USA, Indien und Europa müssen Technik weiterhin aus China oder den USA zukaufen, nur das Geschäft in China ist nun autark.

Jetzt hapert es nur noch an der Software

Zum ersten „echten“ China-Handy wird wohl das Huawei Mate 30. Wir erinnern uns: Das Gerät wurde im Oktober in Deutschland vorgestellt, ist aber bis heute wegen des fehlenden Google Play Stores und weiteren Restriktionen nicht käuflich erwerbbar. Immerhin konnte Huawei nun die Hardware-Probleme in Angriff nehmen.

Die Umstellung der Fertigung auf alternative Prozessoren und andere Mikrochips ist übrigens eine sehr große Aufgabe: Die automatisierten Fertigungs-Prozesse sind sehr fein aufeinander abgestimmt, schon die kleinste Veränderung kann zum Produktionsstau führen. Direkt eine große Anzahl an Bauteilen innerhalb einer Handy-Generation zu ändern, muss für Huawei ein komplizierter Prozess gewesen sein.

Mit der neuen Hardware und der kompletten Entkopplung von westlichen oder östlichen Märkten braucht Huawei nun nur noch ein Betriebssystem, welches mindestens mit Android gleichziehen kann. Bis es so weit ist, dauert es aber noch ein ganzes Weilchen. Solange bleibt es wohl bei der Installation einer „entspeckten“ Android-Version ohne Play Store und weitere Google-Dienste.

Um das Huawei Mate 30 (Pro) fit für Google Maps, den Play Store, Google Drive und Co. zu machen, sind nur wenige Schritte vonnöten. Wir zeigen Dir, wie es am schnellsten geht.

Update vom 12. November:

Bekommt Huawei bald wieder Android- und Windows-Lizenzen?

Das US-Außenministerium ist sich sicher, dass sich die Lage zwischen China und den Vereinten Staaten von Amerika in nächster Zeit entspannen werden. Das könnte den Weg für eine weitere Kooperation ebnen und Huawei endlich die erneute Verwendung von Software aus Amerika erlauben. Das könnte konkret die erneute „Freigabe“ der Android-Lizenz inklusive des Google Play Store ermöglichen, der im Rahmen des Handelskriegs vorerst nicht auf dem Huawei Mate 30 Pro vorinstalliert ist.

Konkret heißt es vom Handelsminister Wilbur Ross, dass eine Einigung wahrscheinlicher werde. Noch diesen Monat könnte es zu Fortschritten kommen, die die Lizenzen wieder freigibt und den Handel mit US-Firmen für Huawei erlaubt. Auch Donald Trump meldet sich und zeigt Bereitschaft, eine entsprechende Vereinbarung mit der chinesischen Regierung jederzeit unterschreiben zu wollen.

Die Lizenzen würden zukünftigen Geräten zugute kommen, die ja -- entgegen erster Annahmen -- nicht mit dem ursprünglich vermuteten ARK bzw. Harmony OS erschienen, sondern auf ein Android ohne Play Store setzten. Eine nachträgliche LIzenzvergabe an Telefone wie das Mate 30 Pro erscheinen schwierig, neue Smartphones ab Ende des Handelskriegs könnten jedoch wieder mit „normalem“ Android verkauft werden.

Die Regelung zählt übrigens nicht exklusiv für Smartphones: Huawei stellt nebenbei auch Laptops, Industrie-Hardware und Funk-Equipment her. Der Deal erlaubt auch den Handel mit Einzelteilen, wie beispielsweise Intel-Prozessoren für Laptops -- dafür gibt es derzeit quasi keine Alternative. Auch Windows-Lizenzen könnten zukünftig wieder vorinstalliert auf Huawei-Laptops vorinstalliert sein.

Update vom 23. Oktober:

Huawei-Handys: Verkaufsrekord trotz US-Sanktionen

Mehr als 200 Millionen Handys konnte Huawei offenbar dieses Jahr bisher absetzen. Den Wert von 200 Millionen Smartphones erreichte die Firma, obwohl ab Juni die US-Sanktionen der Macht Huaweis in den USA und Europa stark schadete. Trotzdem erreichte der Konzern diesen Absatz schneller als im Vorjahr -- ganze zwei Monate. Daran werden vor allem das Huawei P20 Pro und Mate 20 „schuld“ sein, die sich wie geschnitten Brot verkauften. Aber auch Mittelklasse-Smartphones und die Honor-Gerätesparte wurde (zumindest bis zum Handelsstreit) immer beliebter.

Die Frage ist: Kann Huawei diesem Wachstumstrend weiter gerecht werden, wenn zukünftige Workarounds für Huawei-Handys, um den Play Store wieder nutzen zu können, nicht mehr funktionieren?

Wir erinnern uns: Das neue Huawei Mate 30 Pro lässt sich nachträglich über Fremd-Apps zu einem vollwertigen Android-Handy mit Google-Diensten aufrüsten. Dieser Umweg wird jedoch nicht immer funktionieren. Zusätzlich ist der Prozess -- selbst, wenn er nur 15 Minuten dauert -- für viele Endnutzer schlichtweg zu schwierig und gefährlich. Deswegen wird Huawei in Europa und dem amerikanischen Raum zwingend weniger Geräte absetzen.

Um das Huawei Mate 30 (Pro) fit für Google Maps, den Play Store, Google Drive und Co. zu machen, sind nur wenige Schritte vonnöten. Wir zeigen Dir, wie es am schnellsten geht.

Update vom 11. Oktober:

Huawei könnte zukünftig wieder Android nutzen

Jetzt doch wieder Android für Huawei-Geräte? In China regt sich Hoffnung, dass das mobile Betriebssystem von Google vielleicht in Zukunft doch genutzt werden kann. Die Trump-Regierung plant, die Handels-Einschränkungen ein wenig aufzulockern. Die New York Times spricht von „nonsensitive goods“, die in Zukunft wieder zwischen Huawei und US-Unternehmen gehandelt werden dürfen.

Das heißt: Bauteile wie Prozessoren, Akkus etc. können in Zukunft wieder eingekauft werden. Aber: Von Android selbst ist in dem Bericht keine Rede, da es sich vor allem auch um ein Softwareprodukt handelt. Der Handelskrieg selbst wirkt sich wirtschaftlich eher auf Käufe und Verkäufe als auf Software aus, dementsprechend ist die Priorität von Android in dem Gesamt-Handelsstreit auf politischer Ebene nicht besonders groß.

So oder so: Google und Huawei würden von der Wiederzulassung sehr profitieren. Das Huawei P30 Pro wurde im September vorgestellt, muss aber weltweit ohne Google-Services auskommen. Das heißt: In ganz Europa und den USA ist das Gerät mehr oder weniger nutzlos, weil Google Maps, Gmail und alle anderen Google-Dienste inklusive des Google Play Stores nicht installiert sind. Nur im asiatischen Markt, wo der Suchmaschinenriese keine so große Rolle spielt, kann Huawei seine Stellung halten.

Allerdings stellt sich die Frage, ob Huawei jetzt überhaupt noch zu Android zurückkehren möchte. Immerhin wurde das Vertrauen zu den Kunden schon genügend getestet und kaum jemand ist sich sicher, welches Huawei-Handy man jetzt noch vertrauensvoll kaufen kann, damit es weiterhin Updates bekommt. Zwar gibt es die Info-Seite zukunftsversprechen.de, sie führt aber leider auch nicht alle Details zu den neuesten Geräten ohne den vorinstallierten Play Store auf.

Update vom 14. September

So könnte sich Huawei aus der Krise mogeln

Offiziell darf Huawei nicht an die USA verkaufen oder Produkte aus den USA erwerben. Aber anscheinend hat die chinesische Firma eine Lösung parat: Wenn sie einfach die Lizenzen für entsprechende Software verkaufen, dürfte theoretisch auch die 5G-Technik von Huawei in den USA genutzt werden -- und das, obwohl es dort so einige Sicherheitsbedenken gibt.

Wenn eine nicht-chinesische Firma die Rechte über die Erfindungen von Huawei zugeschrieben bekommt, könnten US-Unternehmen theoretisch bei dort einkaufen -- und zwar ohne Konsequenzen. Auch Huawei könnte sich die Lizenz vom externen Unternehmen „mieten“ und die Technik wie eine eigene nutzen. Nur wäre der US-Markt auch komplett erschlossen.

In einem Interview mit dem Economist wird konkret die 5G-Technologie angesprochen, bei der Huawei neben Nokia Networks und Ericsson einer der drei größten Player ist. Weil allerdings die nationale Sicherheit der USA durch Huawei bedroht wäre, darf die Funktechnik in Amerika nicht installiert werden.

Update vom 30. August: 

Huawei Mate 30 Pro muss ohne Google-Apps auskommen

Huawei Mate 30 im Leak.

Was ein herber Schlag: Nach dem Ganzen hin und her waren wir davon ausgegangen, dass Huawei insgesamt ein halbes Jahr lang Google-Software nutzen kann, als wäre nichts passiert. Allerdings zieht Google für das neue Huawei Mate 30 Pro die Softwarelizenz bereits jetzt zurück. Das heißt: Das Mate 30 wird zwar mit Android ausgeliefert, aber alle Google-Anwendungen fehlen. Von Haus aus sind diese beliebten Programme also nicht verfügbar:

  • Google Play Store
  • Google Maps
  • Google Mail
  • Google Drive
  • Google Assistant
  • Google Pay

Das Mate 30 Pro ist offiziell noch nicht einmal erhältlich. Es soll erst am 18. September vorgestellt werden, aber mit dieser Nachricht im Vorfeld wird es für Huawei brenzlig. Durch die ungewollte Änderung wird Huawei es gerade im westlichen Markt und den USA sehr schwierig haben, Geräte an die Kunden zu verkaufen. Aber: Theoretisch dauert das manuelle Installieren der Google-Anwendungen weniger als 15 Minuten. Wer also ein wenig Erfahrung hat und einer einfachen Anleitung folgen kann, kann das Mate 30 Pro „ganz normal“ nutzen.

Vielleicht wird das P30 Pro dann das perfekte Gerät für Schnäppchenjäger: Das Handy wird sicher günstiger sein als vergleichbare Top-Handys, die direkt mit Google-Diensten daher kommen. Ein paar Minuten Handarbeit könnten sich also für mehrere hundert Euro Ersparnis durchaus lohnen.

Bekommt das Mate 30 Pro Android-Updates?

Auch hier trickst Huawei ein bisschen: Anscheinend wird auf dem Huawei Mate 30 Pro eine spezielle Version von Android laufen, die zwar auch direkt von Google kommt. Die Chinesen greifen auf AOSP zurück, eine spezielle Version, die im Kern von Google mit dem Open-Source-Gedanken im Kopf gepflegt wird. Jeder kann diese Grundversion von Android nutzen, da Open-Source-Software von Handelskriegen etc. nicht betroffen ist. Für diese Android-Version gibt es auch häufige Updates, das P30 Pro wird also auch nicht ungeschützt auf den Markt „geschmissen“. Ob das Huawei Zukunftsversprechen allerdings auch beim Mate 30 Pro gilt, wissen wir nicht.

Update vom 09. August:

Jetzt offiziell: Huawei-Betriebssystem heißt Harmony OS

Nach monatelangen Diskussionen und zahlreichen Gerüchten ist es offiziell: Huawei Harmony OS wird in Zukunft der Android-Ersatz werden. Das kündigte das Unternehmen bei der eigenen Entwicklerkonferenz Huawei Developer Conference 2019 an. Das OS soll die Basis für Smartphones, aber auch smarte andere Geräte bieten. Der Kern von Harmony OS ist Open Source -- das heißt, jeder kann auf der Basis des Betriebssystems etwas eigenes aufbauen und beispielsweise eine eigene optische Oberfläche entwickeln.

Sollten die Gerüchte stimmen, soll das erste Handy mit Harmony OS noch dieses Jahr auf dem Markt erscheinen. Dabei handelt es sich um ein Mittelklasse-Gerät -- High-End-Smartphones mit dem neuen OS auszustatten, wäre gefährlich, wenn sich Kunden bei ihrem 1000-Euro-Investment über noch nicht final ausgereifte Software beschweren. Ein Smartphone um die 300 Euro ist ideal für Entwickler und Enthusiasten, die das neue Huawei-Betriebssystem erst einmal ausprobieren wollen.

Hat Harmony OS eine Chance gegen Android?

Um es kurz zu fassen: Ja. Das Betriebssystem ist von Grund auf neu konzipiert worden und ist in einigen Szenarien laut eigenen Aussagen bis zu 60% schneller. Das liegt daran, dass Huawei die neuesten technischen Standards der Programmierwelt mitnutzt. Android basiert im Kern auf einer mehreren Jahre alten Software, die immer wieder partiell Updates erhielt. Huawei nimmt neue Standards mit, beispielsweise eine deterministische Programmierung: Dadurch können Aufgaben in Echtzeit bearbeitet werden, anstatt in Blöcken abgearbeitet zu werden. Dieses kurze Video erklärt, wie das in etwa funktionieren soll:

Andererseits hat Huawei mit einem sehr großen Problem zu kämpfen: Der Marktanteil liegt bei 0%, der Markt ist mit Android und iOS komplett gesättigt. Ereilt das Betriebssystem also das gleiche Schicksal wie Windows Phone? Wohl kaum -- denn Harmony OS ist kompatibel mit Android-Apps. Die großen Unternehmen müssen ihre Apps also einfach nur neu im Huawei-App-Store einreichen und schon kann jeder Harmony OS-Nutzer auch die gewohnten Android-Anwendungen nutzen.

Spannende Zeiten für mobile Betriebssysteme -- das wäre die Chance, ein nicht-amerikanisches Betriebssystem zu etablieren. Davon würde nicht nur Asien profitieren, sondern auch Länder, die unter US-Repressionen leiden. Auch hier in Europa würde ein wenig Wettbewerb nicht schaden -- und Nutzer hätten die Wahl, ob sie (Achtung, Ironie) lieber den US-Geheimdienst oder den chinesischen Staat als potenziellen Mithörer dabei hätten.

 

Update vom 31. Juli:

Huawei: Dieses andere Betriebssystem könnte zum Einsatz kommen

Wer soll da noch durchblicken: Statt Android wollte Huawei anscheinend erst Hongmeng OS als Ersatz nutzen. Dann änderte sich der Name für den europäischen Namen zu Ark OS, aber auch Harmony steht im Gespräch Dann heißt es, dass diese Systeme nur für Wearables und Smart Home-Geräte gedacht seien. Und nun könnte es Fuchsia sein -- ein noch anderes mobiles Betriebssystem, welches tatsächlich von Google kommt.

Seit rund 2016 arbeitet Google an dem Android-Ersatz. Die neue Software soll Kindheitsfehler von Android ausbessern und von Grund auf deutlich effizienter arbeiten. Das OS besteht aus vier einzelnen „Teilen“: Einem Kernel, der die grundlegenden Bestandteile des Handys miteinander verknüpft, und weiteren Teilen, die quasi Schicht für Schicht ein Betriebssystem formen.

Angeblich ist Huawei derzeit mit der aktiven Entwicklung der untersten Schicht beschäftigt: Der Kernel hört auf den Namen Zircon und soll eine universelle Plattform bieten, um Smartphones generell gleich ansteuern zu können.

Allerdings stellt sich das gleiche Problem wie vorher: Fuchsia als US-Produkt fällt theoretisch unter das Embargo, auch wenn es sich derzeit Stück für Stück lockert. Ein Rückfall zu den „alten“ Verhältnissen zwischen den USA und Huawei im Mai wäre für die chinesische Firma tödlich, sollte Fuchsia der Android-Ersatz werden.

Update vom 19. Juli:

Marktforschung: 35 Prozent weniger Huawei-Handys verkauft

Kantar Wordpanel ist in der Welt der Smartphone-Analysten ein geachteter Name: Das Unternehmen befasst sich seit Jahren mit Trends in der Mobilfunkindustrie und hat einen relativ genauen Überblick darüber, was in der Welt der Smartphones so passiert. Unter anderem veröffentlicht Kantar monatlich Verkaufsstatistiken.

Nun sind die Smartphone-Verkaufszahlen für den Juni 2019 veröffentlicht worden: In den EU-Ländern Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien hatte Huawei bisher einen Verkaufsanteil von 25,4 Prozent. Allerding ging diese Zahl durch den Huawei-USA-Konflikt gewaltig nach unten. Nach Kantar sind nur 16,4 Prozent aller neu verkauften Geräte von Huawei gewesen.

Des einen Leid‘ ist des anderen Freud‘: Die Hersteller Samsung, Xiaomi und Apple gewannen durch den Verkaufsrückgang mehrere Prozentpunkte und konnten im Vergleich zum Vormonat mehr Geräte absetzen.

Update vom 14. Juli:

Huawei-Betriebssystem könnte statt Ark OS auch Harmony heißen

Wieder neuer Stoff für Spekulationen: Bisher dachten wir, dass Huaweis eigenes Betriebssystem unter dem Namen Hongmeng OS entwickelt und in China vertrieben wird. Für alle anderen Märkte wurde bisher vermutet, dass Ark OS Android ersetzen sollte. Nun gibt es aber noch einmal neue Infos: Am 12. Juli hat Huawei offenbar beim Patentamt in München ein weiteres Betriebssystem angemeldet.

Dieses hört auf den Namen Harmony. Der Name ist in Deutschland nicht ganz unbelegt: Logitech bot mit den Harmony-Fernbedienungen eine Möglichkeit, jeden Fernseher, Receiver, DVD-Player etc. mit einer einzigen Fernbedienung zu steuern. Dementsprechend ist der Begriff (zumindest unter Personen, die diese Technik nutzten) erst einmal positiv belegt.

Huawei könnte mit dem Betriebssystem auch durchaus dreigleisig fahren: Der asiatische Markt bleibt bei Hongmeng, der amerikanische Raum bekommt Ark OS und in Europa ist das Betriebssystem unter Umständen mit dem Begriff Harmony verknüpft.

Huawei betont weiterhin, dass das eigene Betriebssystem -- heißt es nun Hongmeng, Ark OS oder Harmony -- deutlich schneller als Android sei und trotzdem mit allen Apps für das Google-Betriebssystem umgehen könne.

Update vom 03. Juli:

Huawei will Android-Betriebssystem weiter nutzen

In Berlin wurde für mehr Klarheit in der jetzigen Huawei-USA-Situation gesorgt: Der Westeuropa-Chef Walter Ji verriet beim Deutschlandstart des Mate20 X 5G, dass Huawei im Android-Ökosystem bleiben wolle. Die Smartphones sollen -- wie vor dem Handelskrieg geplant -- ganz normal weiter erscheinen.

Huaweis Zukunftsversprechen an jetzige und zukünftige Kunden.Quelle: Huawei
Huaweis Zukunftsversprechen an jetzige und zukünftige Kunden.

Ji schwieg wiederum über Ark OS: Das selbst entwickelte Huawei-Betriebssystem soll in den kommenden Monaten und Jahren vielleicht Android auf allen Endgeräten ersetzen. Zuerst auf dem chinesischen / asiatischen Markt unter dem Namen HongMeng OS, später dann weltweit unter Ark OS. Dass Huawei nun plötzlich die Entwicklung eingestellt hat, wäre höchst unwahrscheinlich. Dafür wurde zu viel Geld in das Huawei-OS und bereits registrierte Wortmarken etc. investiert.

Für Europa heißt es aber: In den nächsten Jahren wird Android in den nächsten Jahren auf jeden Fall Standard bleiben. Ark OS kann sich mit dem Release etwas mehr Zeit lassen und Konsumenten in Deutschland oder der EU haben eine „Planungssicherheit“ in Sachen Smartphone-OS.

Google sperrt Huawei: Updates aus dem Juni -- Geht alles weiter wie bisher?

Update vom 30. Juni:

USA und Huawei einigen sich: Geht alles weiter wie bisher?

honor 20 lite
Das Honor 20 Lite wird nun endlich verkauft.

Vorbei ist das Chaos! Seit gestern ist klar: Die USA und Huawei wollen sich wieder vertragen. Donald Trump traf in China den chinesischen Staatschef Xi Jinping, beide Parteien konnten sich offenbar einigen. Trump verriet nicht nur, dass er weitere Strafzölle vermeiden werde, sondern gestand Huawei auch zu, wieder bzw. weiterhin mit den USA handeln zu dürfen.

Das heißt im Rückschluss auch: Honor als Huawei-Tochter erhält die gleichen Rechte und wird in Zukunft auch wieder völlig normal arbeiten können. Das Honor 20, welches im Mai vorgestellt wurde, erscheint nun (zeitnah) auch endlich in Deutschland*.

Durch den Rückzieher der USA verliert ein Großteil der bisherigen Berichterstattung ihre Relevanz. Huawei wird weiterhin:

  • Handys mit US-Bauteilen produzieren
  • Handys in den USA verkaufen
  • Laptops mit Windows anbieten
  • Smartphones mit Android ausliefern
  • Updates für „US-Software“ ausspielen
  • Alle Sanktionen sind seitens der USA aufgehoben -- Produzenten können aber trotzdem frei entscheiden, ob sie Technik an Huawei verkaufen.

Trotzdem wird Huawei mit Sicherheit ihr eigenes Handy-OS Hongmeng respektive Ark OS weiterentwickeln: Obwohl Huawei erst einmal Android weiter nutzen darf, möchte sich das Unternehmen mit Sicherheit unabhängiger von US-Software machen. Ark OS ist schon jetzt auf den chinesischen Markt mit mehr als einer Milliarde potenzieller Kunden optimiert -- ein paar Millionen US-Amerikaner dürften Huawei also erstmal nicht stören. Dazu kommt: Das Huawei-Betriebssystem wird in den kommenden Monaten nicht nur auf den asiatischen Markt zugeschnitten, sondern global verfügbar sein. Deswegen wurden für das OS bereits weltweit Markennamen geschützt.

Update vom 27. Juni:

Diese Honor-Handys bekommen das Android Q-Update

Endlich erhalten wir auch konkrete Infos zu den Updates der Honor-Smartphones. Nachdem insgesamt 17 Huawei-Smartphones Android Q erhalten werden, gibt sich Honor noch etwas geschlossen. Eine Update-Garantie gibt es erst einmal nur für diese drei Geräte:

  • Honor 20
  • Honor 20 Lite
  • Honor 20 Pro

Honor äußert sich nicht klar zur Honor 10-Serie, die das Update vielleicht noch bekommen könnte. Auch das View 20 wird nicht explizit erwähnt -- wir denken trotzdem, dass auch hier noch einmal neue Software zum Update angeboten wird.

Update vom 25. Juni:

Diese Huawei-Handys erhalten EMUI 9.1

Langsam legen sich die zahlreichen Gerüchte rund um Huawei und Google. Jetzt steht auch fest: EMUI, die Huawei-eigene Oberfläche für Android, wird Dir als Huawei-Kunde auch erhalten bleiben. Insgesamt 24 Huawei-Handys bekommen das Update.

Die neue Version bringt neue Sicherheitspatches und soll die Handys für Spiele noch schneller machen. Der GPU Turbo schließt Hintergrundanwendungen und stellt sicher, dass alle Spiele flüssig auf den Handys laufen. Dazu gibt es einige Verbesserungen für die Bedienung. Für Foto-Freunde dürfte besonders interessant sein, dass die Kamera neue Szenenerkennungsfunktionen auf KI-Basis bietet. Das Update wird bereits ab Ende Juni auf den Geräten herunterladbar sein. Zu den Geräten zählen:

  • Huawei P20 lite (Juni 2019)
  • Huawei P smart (Juni 2019)
  • Huawei Mate 20 X / RS (Juli 2019)
  • Huawei Mate 20 (Juli 2019)
  • Huawei Mate 20 Pro (Juli 2019)
  • Huawei P20 (Juli 2019)
  • Huawei P20 Pro (Juli 2019)
  • Huawei Mate 10 (Juli 2019)
  • Huawei Mate 10 Pro (Juli 2019)
  • Huawei P smart+ (Juli 2019)
  • Huawei P30 lite (August 2019)
  • Huawei P smart 2019 (August 2019)
  • Huawei P smart + 2019 (August 2019)
  • Huawei Y5 2019 (August 2019)
  • Huawei P10 (August 2019)
  • Huawei P10 Plus (August 2019)
  • Huawei Mate 9 (August 2019)
  • Huawei Mate 20 lite (August 2019)
  • Huawei Y6 2019 (September 2019)

Für einige Smartphones ist das Update auf EMUI 9.1 wahrscheinlich das letzte Mal, dass es neue Software gibt -- etwa das Huawei Mate 9. Wir wissen allerdings von 17 Huawei-Handys bereits, dass sie Android 10 Q erhalten. Scrolle dafür einfach ein Stückchen bis zum Update vom 22. Juni runter.

Huawei-Laptops: Windows Updates bleiben wie gewohnt

MateBook X Pro vorgestelltQuelle: Huawei
Auf dem MWC 2018 hat Huawei das MateBook X Pro vorgestellt.

Auch Microsoft war zum Anfang des Handelsembargos unsicher, ob und in welcher Form Huawei-Laptops in Zukunft Updates erhalten würden. Nun gibt es ein klares Statement: Neben den Sicherheitsupdates gibt es wohl auch Software-Aktualisierungen, also zum Beispiel den nächsten Versionssprung oder generelle App-Aktualisierungen im Microsoft Store.

Seitens Microsoft heißt es, dass man die Auflagen der US-Regierung genau geprüft habe. Die Softwareschmiede aus Redmond, Washington kommt zu dem Schluss, dass Updates trotz Handelsembargo kein Problem darstellen sollten.

Für Huawei ist trotzdem nicht alles im Grünen: Neue Laptops dürfen wie gehabt kein Windows als Betriebssystem installiert haben. Hier muss sich der Konzern aus China zeitnah um eine Lösung bemühen.

Auch Intel spielt weiter mit Huawei mit

Prozessorhersteller Intel will ebenfalls keinen Clinch mit Huawei. Der Konzern nimmt immerhin seit Jahren die Chips von Intel für ihre Laptops ab und konnte sich inzwischen sowohl im Mittelklasse- als auch High-End-Segment spezialisieren. Vom Konzern gibt es in Zukunft wie gehabt Treiber-Updates und neue Funktionen.

Update vom 22. Juni:

Huawei P20, P30 usw. erhalten Android Q Software-Update

Endlich haben wir Gewissheit: Direkt vom Hersteller kommt eine offizielle Liste von Huawei-Handys, die das Android Q-Update erhalten werden. Tatsächlich will Huawei in Summe 17 Handys mit dem Update versorgen, welches im August erscheint. Genaueres zum Erscheinungsdatum von Android Q auf Huawei-Handys gab es noch nicht. Das sind alle Smartphones, für die Huawei das Update zur neuen Android-Version verspricht:

  • Huawei P30 Pro
  • Huawei P30
  • Huawei Mate 20
  • Huawei Mate 20 Pro
  • Huawei PORSCHE DESIGN Mate 20 RS
  • Huawei P30 lite
  • Huawei P smart 2019
  • Huawei P smart+ 2019
  • Huawei P smart Z
  • Huawei Mate 20 X
  • Huawei Mate 20 X (5G)
  • Huawei P20 Pro
  • Huawei P20
  • Huawei Mate 10 Pro
  • Huawei PORSCHE DESIGN Mate 10
  • Huawei Mate 10
  • Huawei Mate 20 Lite

Wir haben den Abschnitt „Wie lange bekommen Huawei-Handys noch Android-Updates von Google?“ den Änderungen entsprechend angepasst.

Update vom 16. Juni:

Huawei Deutschland äußert sich zu Fragen

Huawei antwortet: Die größten Missverständnisse werden nun aufgeklärt.
Huawei antwortet: Die größten Missverständnisse werden nun aufgeklärt.

Auf huaweiantwortet.de erklärt der deutsche Ableger von Huawei seit ein paar Tagen die häufigsten Fragen der Deutschen. Dem Handyanbieter wurden in den letzten Wochen viele Stolpersteine in den Weg gelegt, Falschinformationen geisterten quer durchs Internet. Um diese Missverständnisse auszumerzen, befasst die Internetseite sich nun mit den sieben meistgestellten Fragen und antwortet darauf:

    • Bald müssen HUAWEI Nutzer auf Apps wie WhatsApp, Facebook oder Instagram verzichten. (Kurzantwort: Nein)
    • Wer sein HUAWEI Smartphone oder Tablet zurücksetzt, verliert den Zugang zu Android Services und Google Apps. (Kurzantwort: Nein)
    • Bald gibt es keine Updates mehr für HUAWEI Smartphones. (Kurzantwort: Doch, und zwar sowohl Sicherheits- als auch Softwareupdates)
    • Android wird auf HUAWEI Smartphones automatisch deinstalliert.(Kurzantwort: Nein)
    • Die aktuelle Situation beeinflusst die Garantie von HUAWEI Geräten. (Kurzantwort: Nein)
    • Smartphones von HUAWEI taugen bald nur noch zum Telefonieren. (Kurzantwort: Alles läuft weiter wie bisher)
    • HUAWEI verkauft bald keine Smartphones mehr. (Kurzantwort: Doch, wie gewohnt)

Also: Weiter geht vieles wie bisher. Solltest Du bereits ein Huawei-Handy besitzen, kannst du es in den nächsten Jahren wie gewohnt mit Android nutzen. Nur neue Geräte könnten nicht so viel Glück haben und müssen vielleicht aufs neue Huawei-Betriebssystem Ark OS wechseln.

Update vom 14. Juni:

Hongmeng OS wird ausführlich getestet

Auf die ersten Gerüchte folgt nun eine konkrete Aussage seitens Huawei: Ein Manager des Konzerns berichtete in Mexiko, dass Hongmeng OS nun schon auf rund einer Million Smartphones läuft. Das Huawei-Betriebssystem wurde an erste externe Tester verteilt, die nun Feedback geben sollen. Offenbar soll die chinesische Version des Android-Ersatzes noch dieses Jahr auf den Markt kommen. Sonst könnte für Huawei die Luft knapp werden: Android darf offiziell ab August / September nicht mehr auf neuen Huawei-Geräten installiert sein.

Alle Details zu Hongmeng OS beziehungsweise Ark OS haben wir in diesem Sammelartikel zusammengefasst -- etwa die internationale Verfügbarkeit, erste Screenshots und viele weitere tagesaktuelle Informationen:

Erst bekannt als HongMeng OS, könnte die Android-Alternative von Huawei international auf den Namen Ark OS getauft werden. Das verrät ein Eintrag beim Deutschen Deutschen Patent- und Markenamt. Außerdem gibt es erste Screenshots.

Huawei verlangt 1 Milliarde Dollar von US-Netzanbieter Verizon

Verizon nutzt Huawei-Patente und soll deswegen 1 Milliarde Dollar zahlen.Quelle: thanongsak @ Adobe Stock
Verizon nutzt Huawei-Patente und soll deswegen 1 Milliarde Dollar zahlen.

Einst sollte Huawei das 5G-Netz von Verizon aufbauen. Dann gab es Sanktionen. Und nun? Möchte Huawei Geld für die Nutzung einiger ihrer Patente erhalten. Was bisher einvernehmlich lief, wird nun zu einem Machtspiel. Ohne die Patente könnte Verizon die Mobilfunkdienste nicht wie gewohnt anbieten. Insgesamt geht es um 230 Patente, die vor allem im Hintergrund für die Infrastruktur wichtig sind. Auch weitere Firmen aus den vereinigten Staaten von Amerika haben laut mehreren US-Quellen eine Rechnung erhalten.

Sollte Verizon die Rechnung nicht bezahlen oder keine Einigung erzielen können, wäre ein langwieriges Gerichtsverfahren die Folge. Ein Verzicht auf alle Patente ist schlichtweg nicht möglich -- diese Geschichte könnte sich in den nächsten Wochen also zu einem zusätzlichen Brennpunkt entwickeln.

Update vom 12. Juni:

US-Handelskrieg: Keine neuen Huawei-Laptops mehr?!

Nach neuesten Informationen hat der Smartphone-Riese Huawei die Produzenten der eigenen Laptops angewiesen, die Herstellung der Geräte zu stoppen. In dem Interview ist die Rede von einem kompletten Produktionsstop -- selbst besonders erfolgreiche Modelle sollen also nicht mehr gebaut werden.

Angeblich liegt der Grund dafür bei den einzelnen Komponenten: Durch den Handelskrieg mit den USA dürfen US-Amerikanische Unternehmen keine Komponenten mehr an Huawei liefern. Davon betroffen sind beispielsweise Intel und AMD als Prozessor-Hersteller, aber auch Synaptics, eine Firma, die Touchscreen-Controller herstellt. Zwar lassen sich prinzipiell auch Laptops mit Nicht-US-Bauteilen produzieren. Die Umstellung an der Fertigungsstraße und allen Maschinen ist allerdings sehr aufwändig, weswegen so ein Wechsel nicht von jetzt auf gleich geschieht. Welche Firmen Huawei nicht mehr beliefern und das öffentlich machten, kannst Du hier nachlesen.

Huaweis Matebooks hatten sich in den letzten Jahren als Top-Geräte auf dem Markt etabliert und überraschten unter anderem mit einer Pop-Up-Kamera, die sich aus der Tastatur heraus hob.

Update vom 11.Juni:

Offenbar starker Absatzverlust von Huawei-Handys

Huawei-Aktienkurs: Abstiegstrend seit US-Sanktionen.

Niemand will mehr Huawei: Offenbar sind die Deutschen Käufer von der aktuellen Situation so eingeschüchtert, dass sie sich gegen einen Kauf eines neuen Huawei-Handys entscheiden. Das ist absolut verständlich: Immer noch nicht geklärt ist, ob die aktuellen Geräte für zwei Jahre Software-Updates bekommen.

Trotzdem ist so viel sicher: Alle derzeit mit Android verkauften Geräte funktionieren wie gewohnt weiter und können Apps aller Art beziehen. Nur neue Funktions-Updates wird es seitens Huawei nicht unbedingt geben.

Die Gesellschaft für Konsumforschung, kurz GfK, hat ermittelt, dass sich der Marktanteil in Sachen Einkauf von rund 21 Prozent auf lediglich 6 Prozent reduziert habe. Die Zahlen decken sich mehr oder weniger mit denen von Media Markt, der Händler spricht von einer Reduktion der Verkäufe um rund die Hälfte.

Gleichzeitig sinken die Preise von Huawei-Smartphones gerade stark: Das Huawei P30 Pro erlebte im Rahmen der Huawei-US-Affäre einen Preisfall von derzeit ca. 60 Euro. Das Smartphone gibt es nun ab 679 Euro, bei Amazon* sind es noch 761 Euro.

Huawei App Gallery: Huawei sucht nach Entwicklern

Inzwischen wendet sich Huawei direkt an Entwickler, um die eigene App-Plattform beliebter zu machen. Schon jetzt ist die App auf mehr als 300 Millionen Geräten installiert und hat dementsprechend auch eine größere Marktmacht. Die App Gallery soll den Google Play Store beim selbst entwickelten Betriebssystem ersetzen.

Derzeit kann der alternative Huawei App Store immerhin 270 Millionen monatliche Nutzer verzeichnen. Das Potenzial als Alternative ist also durchaus gegeben. Huawei verspricht auch eine hundertprozentige Kompatibilität mit allen Geräten, die „in Zukunft“ auf den Markt kommen sollen.

Whatsapp, Facebook und Co. auf Huawei-Handys: Keine Vorinstallation mehr

Zwar nur ein kleiner Einschnitt, aber trotzdem bemerkenswert: Auf Huawei-Handys mit EMUI als installierte Oberfläche sind Facebook, Whatsapp, Instagram und viele weitere Apps aus den USA vorinstalliert. Das soll so bei kommenden Geräten aber nicht mehr der Fall sein. Das möchte die Nachrichtenagentur Reuters direkt von Facebook erfahren haben, die auch Instagram und Whatsapp besitzen.

Selbst ohne vorinstallierte Apps kannst Du bei jedem aktuellen Huawei-Gerät einfach in den Play Store gehen und die Anwendung so laden. Positiv gesehen: Du kannst Dir noch genauer aussuchen, welche Apps Du wirklich brauchst und was nichts auf dem Handy zu suchen hat -- Stichwort Bloatware.

Update vom 03.06.:

Huawei stellt weniger Handys her

Als Konsequenz zum aktuellen Drama verringert Huawei offenbar die Ziele: Verschiedene Zulieferer sollen in Zukunft nicht mehr so viele Smartphones von Huawei wie bisher herstellen. Damit zieht die Firma Konsequenzen durch die indirekte Rufschädigung, die das Unternehmen im Rahmen des Handelskrieges erfuhr. Immer weniger Menschen wollen sich ein Huawei-Handy kaufen, weil die Gefahr besteht, in Zukunft keine Updates mehr zu bekommen.

Offenbar soll Foxconn, Hersteller von iPhones und Smartphones vieler anderer Smartphone-Firmen, ein paar Produktionslinien abgestellt haben. Die Informationen sollen von einer vertraulichen Quelle stammen, eine Verifizierung ist dementsprechend schwierig. Logisch wäre der Schritt aber so oder so: Huawei wird mit enormen Einbußen zu kämpfen haben. Dazu kommt das Handelsembargo. Wichtige Bauteile werden in Zukunft also immer häufiger fehlen. Deswegen ist jetzt ein gezielter Ressourceneinsatz wichtiger als je zuvor.

SD Association, Wi-Fi Alliance und Bluetooth wollen weiter mit Huawei kooperieren

Neben all‘ den schlechten Nachrichten um Huawei gibt es immerhin ein paar Konstanten: Die Konsortien, die die Standards für SD-Karten, WLAN, Bluetooth und Halbleiterdesigns festlegen, wollen weiterhin mit Huawei zusammenarbeiten. Warum sie die Chinesen an Bord lassen, ist recht einfach zu erklären. Huawei ist einer der Marktführer in Sachen Funktechnik und kennt sich dementsprechend hervorragend mit dem Thema und neuesten Entwicklungen aus. Auch bei der Entwicklung von (micro)SD-Karten war Huawei in Vergangenheit involviert. Offenbar war Huawei aber zumindest im SD-Konsortium niemals ausgeschlossen. Hier heißt es konkret:

Huaweis Mitgliedschaft wurde nie annulliert, sie wurde temporär angepasst[…]
SD Association

Eine Auflistung aller wichtigen Handelspartner, die die Kooperation mit Huawei aufgekündigt haben, haben wir hier für Dich zusammengetragen.

Weitere Updates und zusätzliche Infos auf der nächsten Seite:

Google Sperrt Huawei: Updates aus dem Mai

Update vom 31.05.:

Huawei Mate 20 Pro: Android Q-Updates bestätigt?

Das Huawei Mate 20 Pro ist wieder im Android Q-Betaprogramm aufgeonmmen.

Kurz nach der hastigen Bekanntmachung zur Trennung von Android und Huawei entfernte Google auf der Internetseite für Software-Entwickler alle Huawei-Geräte. Nun wurde das Huawei Mate 20 Pro erneut aufgenommen: Developer dürfen auf dem Mate 20 Pro auch in Zukunft Android 10.0 Q installieren. Dieses Umschwenken könnte bedeuten, dass jedes Mate 20 Pro weiterhin Updates bekommen könnte -- allerdings müssen wir uns für diese Prognose echt weit aus dem Fenster lehnen. Bei all den Ereignissen ist eine genaue Vorhersage schlicht unmöglich. Wir halten diesen Artikel allerdings immer auf dem neuesten Stand -- sollte sich etwas ändern, erfährst Du es hier.

Erst bekannt als HongMeng OS, könnte die Android-Alternative von Huawei international auf den Namen Ark OS getauft werden. Das verrät ein Eintrag beim Deutschen Deutschen Patent- und Markenamt. Außerdem gibt es erste Screenshots.

Telekom: Intern keine Huawei-Smartphones mehr

Eigentlich hieß es von den drei großen Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefonica (Eplus / O2), dass Huawei-Smartphones wie gehabt weiter vertrieben werden sollen. Eine interne Notiz informiert Mitarbeiter der Telekom derzeit allerdings darüber, dass Huawei-Handys „im Sinne des Investitionsschutzes“ idealerweise nicht erworben werden sollten. Ob das in Zukunft auch so an Vertragskunden kommuniziert wird? Diese Info ist ein erster Schritt zur möglichen Verbannung von Huawei aus Telekom-Verträgen -- aber warten wir erst einmal ab, was in den nächsten Tagen und Wochen noch passiert.

China: Huawei-Verteidigung über seltene Erden

Seltene Erden werden zu großen Teilen in China gefördert. (Symbolfoto)

Nachdem sich der Huawei-Chef gegen Sanktionen von Apple einsetzte (siehe Update vom 27.05.), will China offenbar dennoch Handelsboykotte einführen. Konkret ist die Rede von seltenen Erden: Diese werden benötigt, um Mobilprozessoren zu bauen. Dazu gehören unter anderem Neodym (für Magneten aller Art) und einige Lanthanoide, die in der LED-Produktion benötigt werden und derzeit noch alternativlos sind.

China möchte den Zugang der USA zu den natürlichen Ressourcen Chinas möglichst gering halten. Noch gibt es keine konkreten Verbote, allerdings stiegen die Aktien- und Handelskurse für seltene Erden bereits deutlich. Wirkliche Alternativen zur Beschaffung von seltenen Erden gibt es für die Vereinigten Staaten von Amerika übrigens nicht wirklich, für einige Stoffe ist China sogar ausschließlicher Lieferant.

Update vom 27.05.:

Huawei-Chef in Interview in emotionalem Interview: Keine Rache an Apple

Nach zahlreichen gegenseitigen Beschuldigungen und unklarer Lage äußerte sich Ren Zhenghei, seines Zeichens CEO von Huawei, gegenüber Bloomberg. Konkret geht es unter anderem darum, ob er sich über einen chinesischen Geltungsschlag gegenüber Apple freuen würde. Immerhin sei das einer der möglichen nächsten Schritte im Handelskrieg zwischen den beiden Nationen. Zhenghei schlägt aber ruhige Töne an. Er wünscht sich keinen Konflikt mit Apple, immerhin habe er viel von Steve Jobs und seinem Vermächtnis gelernt:

Apple is my teacher, it’s in the lead. As a student, why go against my teacher? Never.
Ren Zhenghei, CEO Huawei

Gleichzeitig spricht er aber auch von der politischen Gefahr, die die angespannte Lage derzeit hat. Wenn Apple alle Produktionsstätten in China schließen müsste, gäbe es am Ende dieses Jahres kein neues iPhone -- die Geräte werden zwar „Designed in California“, allerdings auch „Made in China“. auch Macbooks, iMacs oder Apple Watches wären technisch nicht realisierbar.

Klar wird auch: Niemand ist so wirklich glücklich mit der derzeitigen Lösung. Nicht nur Huawei verliert viel Geld und Geschäftspartner, auch amerikanische Unternehmen verlieren Millionen durch die Konsequenzen. Ein weiteres Hochschaukeln des Handelskrieges sollte im Idealfall auch vermieden werden.

Das sagen die Experten zum Huawei-Boykott

Die deutsche Tech-Szene ist natürlich nicht untätig und zieht ihre eigenen Schlüsse. Die größen Tech-Youtuber haben sich zu einem gemeinsamen Video zusammengefunden und beurteilen die Situation aus ihrer Sicht. Mit dabei sind Felixba, iKnowReview, Swagtab, Technikfreund und Owngalaxy:

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Das könnte Huaweis neues Betriebssystem werden

Nach und nach kristallisiert sich immer mehr heraus, wie Huawei in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten agieren wird. Das Huawei-Betriebssystem, welches derzeit entwickelt wird, trägt offenbar den Namen HongMeng OS (wir sprachen bisher vom ‚Project Z‘). Es ist schon seit Monaten in der Entwicklung, wird nun aber offenbar noch schneller programmiert. Eine Veröffentlichung gegen Ende dieses Jahres sei wohl möglich -- allerdings ist damit zu rechnen, dass die Software erst einmal für den chinesischen Markt optimiert ist. Nicht gerade gut für unseren westlichen Markt.

Eine weitere herbe Niederlage muss Huawei von ARM entgegennehmen: Auch diese (eigentlich britisch-japanische) Firma unterstützt das Handelsembargo der USA. ARM zertifiziert und verteilt die „Baupläne“ für alle mobilen Prozessoren -- seien sie nun von Qualcomm, Mediatek oder HiSilicon. Letzteres Unternehmen gehört zu Huawei und stellt die Kirin-Prozessoren her. Ohne die Lizenz dürfte Huawei diese Chips also nicht mehr produzieren und müsste eine eigene Hardwarearchitektur entwickeln.

Doch: Bis man so etwas wie einen Prozessor baut, vergehen Monate, wenn nicht gar Jahre. Die Prozessorgenerationen bauen aufeinander auf und werden nie völlig neu gestaltet. Dementsprechend kompliziert könnte es für Huawei werden, die Kirin-Prozessoren weiterhin zu nutzen. Es könnte sein, dass kommende Huawei-Smartphones in Zukunft mit Mediatek-Prozessoren ausgeliefert werden müssen.

Die Huawei App Gallery könnte den Google Play Store in Zukunft auf Huawei-Smartphones ersetzen.

Schon etwas länger gibt es in China die sogenannte „Huawei App Gallery“. Das ist ein Appmarkt, der auf den asiatischen Markt zugeschnitten ist. Hier landen viele Apps -- auch außerhalb des Google Play Store. Eine Weiterentwicklung dieser Software soll wohl beim neuen Huawei-Betriebssystem zum Einsatz kommen.

 

Erst bekannt als HongMeng OS, könnte die Android-Alternative von Huawei international auf den Namen Ark OS getauft werden. Das verrät ein Eintrag beim Deutschen Deutschen Patent- und Markenamt. Außerdem gibt es erste Screenshots.

Huawei spricht von eigenem Software-Ecosystem

In einem auf allen Social-Media-Kanälen geteilten Update spricht Huawei darüber, wie sie mit der Android-Sperre umgehen. Zuerst einmal gibt es -- wie wir schon wissen -- eine Garantie auf die Sicherheitsupdates. Huawei wird das P20 Pro, P30 Pro und alle weiteren aktuellen Geräte weiterhin vor Viren und anderer schädlicher Software schützen.

Jedoch gibt es auch einen Hinweis darauf, wie Huawei weiter verfahren könnte:

Wir werden weiter daran arbeiten, ein sicheres und zukunftsfähiges Software-Ecosystem zu entwickeln, um die bestmögliche Nutzererfahrung weltweit zu bieten.
Huawei-Stellungnahme

Wenn sich das nicht nach einer Eigenentwicklung anhört! Huawei-Chef Ren Zhengfei sprach schon vor Monaten in Interviews davon, eine eigene Android-Alternative zu entwickeln. Und nach aktuellen Berichten scheint es ganz so, als dass das Betriebssystem noch dieses Jahr auf Huawei- und Honor-Smartphones verfügbar sein wird. Das „Huawei-OS“ soll aber nicht nur eigene Anwendungen unterstützen, sondern vollen Support zu allen bisher veröffentlichten Android-Apps bieten.

Sicher ist also: Ein komplett neues System muss Huawei nicht aufbauen. Hätte es keine App-Grundlage gegeben, wäre die chinesische Firma genauso schlimm dran wie Windows Phone: Ohne Anwendungen kamen keine Nutzer, ohne Nutzer keine weiteren Anwendungen. Wann und wie genau die neue Software aussehen wird, weiß außer Huawei niemand: Bisher gab es noch keine Leaks zu Funktionsumfang oder Optik. Wir werden das Thema aber weiterhin aufmerksam verfolgen und dich über jede Neuigkeit informieren.

Liebe Fans, in den letzten Tagen haben sich News zum Thema Android verbreitet. Seitens unserer Community sind wir auf…

Gepostet von Huawei Mobile am Dienstag, 21. Mai 2019

Noch mehr Details zum Huawei-Boykott findest Du auf den nächsten zwei Seiten. Wie lange gibt es noch Updates, darf ich das Handy zurückgeben und was kann Huawei jetzt eigentlich machen?

Wie lange bekommen Huawei-Handys noch Android-Updates von Google? (Stand: 22. Juni)

Am Anfang des Huawei-Konfliktes mit den USA war es klar: Google darf als US-Firma bald nicht mehr mit Huawei kooperieren. Tagelang war nicht sicher, ob neue Android-Versionen jemals auf bereits erschienenen Handys installiert werden. Seit dem 20. Juni scheinen sich Huawei und Google aber mit der US-Regierung geeinigt zu haben. Huawei veröffentlichte ein Statement, dass es wie gewohnt weiterhin sowohl Sicherheits- als auch Funktionsupdates geben werde. Es gibt sogar eine erste Auflistung, die Huawei-Handys nennt, die die nächste große Android-Version erhalten sollen: Android Q. Das ist die vollständige Liste:

  • P30 Pro
  • P30
  • Mate 20
  • Mate 20 Pro
  • PORSCHE DESIGN Mate 20 RS
  • P30 lite
  • P smart 2019
  • P smart+ 2019
  • P smart Z
  • Mate 20 X
  • Mate 20 X (5G)
  • P20 Pro
  • P20
  • Mate 10 Pro
  • PORSCHE DESIGN Mate 10
  • Mate 10
  • Mate 20 Lite

Nicht genannte Smartphones könnten zum Teil auch weiterhin unterstützt werden. Weitere Details von Huawei erwarten wir in wenigen Wochen, wenn der Release von Android Q bevor steht.

Die neueste Version von Android hört auf den Namen Android 10. Nach Android 9.0 Pie soll die zehnte Version von Android noch performanter und schonender für den Akku werden. Wir haben alle Smartphones für das Android-Update gesammelt.

Lassen sich Apps weiterhin herunterladen? (Stand: 22. Juni)

Bereits verkaufte Huawei-Handys können den Google Play Store auch weiterhin ganz normal nutzen. Nur zukünftig produzierte Huawei-Handys (also nicht die, die Du noch normal bei Amazon, MediaMarkt und Co. kaufen kannst) sollen keinen Zugriff mehr bekommen. Ebenfalls betroffen ist wohl Honor: Die Firma produziert Mittelklasse-Geräte und gehört zu 100 Prozent zu Huawei. Deswegen wird es auch hier zu Problemen kommen, etwa bei der neu vorgestellten Honor 20-Serie. Nach aktuelleren Infos kann das Honor 20 und Honor 20 Pro dennoch ganz normal auf dem deutschen / europäischen Markt erscheinen.

Geld zurück für Huawei-Besitzer?

Mit all den Konsequenzen bleibt die Frage: Was kannst Du jetzt eigentlich tun? Immerhin leidest Du direkt unter den Sanktionen und kannst Dein Gerät in ein paar Monaten vielleicht nicht mehr richtig nutzen. Nach ein paar Android-Sicherheitsupdates und vielleicht noch einem Update auf Android 9.0 Pie ist Schicht im Schacht -- Huawei darf und kann nicht mehr liefern.

Im Internet kursieren jede Menge Gerüchte, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zwischen „Ja, du bekommst dein Geld zurück“ bis „Keine Chance“ ist in Deutschland jedes Statement dabei. Statt in einer solchen Situation halbgare Tips zu veröffentlichen, lassen wir lieber einen echten Profi dran. Christian Solmecke erklärt in diesem Video umfangreich, inwiefern Du Dein Huawei-Smartphone wieder umtauschen könntest:

Durch Klick auf das Video willigst Du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von Dir angegebener, personenbezogener Daten durch YouTube zu.

Also, in der Kurzfassung:

  • Huawei und Google versprechen nicht, dass ihre Software funktioniert.
  • Huawei muss sicherstellen, dass die Geräte im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung zwei Jahre lang ordnungsgemäß funktionieren.

Diese Gewährleistung wird Huawei erfüllen können. Android wird weiterhin funktionieren, wenn auch ohne Software-Updates und Sicherheits-Patches. Der Play Store kann weiterhin eingesetzt werden, um Anwendungen herunterzuladen.

Du hast ein neues Android-Smartphone von Huawei, Nokia, Samsung und Co. und möchtest Deine alten Daten darauf übertragen? In diesem Ratgeber erfährst Du, wie der Umzug von Android zu Android reibungslos und schnell funktioniert.

Aber was macht Huawei nach dem Boykott eigentlich genau und auf welche Bauteile aus den USA muss das Huawei-Handy jetzt verzichten? Das findest Du auf der nächsten Seite heraus.

Google sperrt Huawei: Jetzt noch neue Huawei-Handys kaufen?

Die Antwort auf diese Frage ist noch schwer abzuschätzen: Die Sanktionen sind erst ein paar Tage alt. Wir empfehlen dir erst einmal, kein Huawei-Smartphone zu kaufen. Noch gibt es zu viele Unbekannte, um die Lage komplett einzuschätzen. So könnte es weiter gehen:

Huawei P30 Pro vorgestelltQuelle: Julia Froolyks / handy.de
Das aktuelle Flaggschiff: Huawei P30 Pro.

Im Rahmen der Unsicherheit im Markt wird der Preis von Huawei-Handys in den nächsten Tagen und Wochen wahrscheinlich sinken. Immerhin verkaufen die Händler sonst Geräte, die keine Updates zur Verfügung stellen. Schon jetzt kennen viele Menschen die Konsequenzen und werden sich kein neues Chinahandy mehr kaufen. Insofern wird es für Händler sowieso schwerer, die Handys zu verkaufen.

Wie alle Android-Smartphones lassen sich auch Huawei-Geräte „flashen“ -- das heißt, dass sich eigene Android-Versionen aufspielen lassen. Sogenannte Custom ROMs wie Lineage lassen sich theoretisch auch weiterhin auf Huawei-Smartphones wie dem P30 Pro installieren. Diese angepasste Android-Version hat alle nötigen Google-Dienste installiert und bekommt regelmäßige Software-Updates. Allerdings musst du dich für die Installation gut mit Software auskennen und gehst dabei ein Risiko ein -- die Herstellergarantie entfällt und es besteht die Möglichkeit, dass das Gerät nachher nicht mehr wie gewünscht funktioniert. Mehr Infos dazu hier:

Wir zeigen Dir, wie Du bei Deinem Huawei- oder Honor-Handy eine eigene Android-Version aufspielst. So kann Dir die Google-Sperre nichts mehr anhaben!

Diese Firmen liefern nicht mehr an Huawei (Stand 12.06)

Hinweis 30. Juni: Die Sanktionen seitens der USA sind aufgehoben worden -- alle unten genannten Hersteller dürfen (und werden) in Zukunft wieder mit Huawei kooperieren.

Die Huawei-Affäre nimmt immer neue Ausmaße an: Immer mehr amerikanische Unternehmen kündigten an, nicht mehr mit Huawei zu kooperieren. Dies geschieht auf Forderung von Donald Trump, der einen Handelskrieg gegen China führt. Darunter leiden aber auch die Firmen, die jetzt nicht mehr mit dem chinesischen Telekommunikationsriesen kooperieren dürfen -- alleine Google verliert dutzende Millionen Kunden, das ist nicht im Interesse des Konzerns. Inzwischen haben sich schon viele Firmen dazu geäußert. Diese Unternehmen beenden die Zusammenarbeit mit Huawei ganz oder zumindest teilweise:

  • Google (Android, Play Store, Maps, YouTube etc.)
  • arm (verkauft Prozessor-Layouts)
  • Panasonic (Zwar japanisch, trotzdem im Handelsstreit )
  • Broadcom (Funktechnologie, etwa WLAN- und Mobilfunkchips)
  • STMicroelectronics (Spezialchips für Touchscreens uvm.)
  • Qualcomm (Prozessor-Hersteller, „Snapdragon“)
  • Microsoft (Windows für Huawei-Laptops)
  • Intel (Prozessor-Hersteller Laptops)
  • AMD (Prozessor-Hersteller Laptops)
  • Infeneon (Mikrochips)
  • Panasonic (Kommunikationslösungen)
  • Vodafone (Bisher nur in Japan)
  • EE (Mobilfunkanbieter in Großbritannien)

Andererseits sind die vier Konsortien hinter den Standards Bluetooth, WLAN, SD-Karten und Prozessoren Huawei gegenüber positiv gestimmt: Nach einer anfänglichen Prüfung wollen sie zukünftig weiterhin mit Huawei zusammen arbeiten. Auch zukünftig darf der chinesische Telekommunikationsriese also an Standards mitentwickeln.

5G-Ausbau: Wegen Huawei-Boykott in Gefahr?

Vodafone plant Start von 5GQuelle: jamesteohart @ stock.adobe.com
Huawei wird in vielen Ländern keine 5G-Infrastruktur ausbauen können oder dürfen.

Von dem Handelskrieg zwischen den USA und China bzw. Huawei ist natürlich nicht nur der Smartphonemarkt betroffen. Huawei gehört zu den drei größten Herstellern für 5G-Technologie. Das Telekommunikationsunternehmen baut viele der Antennen und Infrastruktur, die letzten Endes das Internet an Dein Handy funken. Huawei hatte schon im Vorfeld Probleme mit den USA, ihre Technik dort vertreiben zu können. Die USA hat einen Spionageverdacht und wirft Huawei vor, zu spionieren. Daraus entstand die ganze Situation.

Neben Huawei gibt es eigentlich nur zwei ernstzunehmende Ausrüster für 5G-Technik: Nokia und Ericsson (Ja, das Ericsson von Sony Ericsson). Beide Anbieter sind durchaus auf die Bedürfnisse der nächsten Jahre vorbereitet -- aber ein Wegfall von Huawei wird wahrscheinlich für deutliche Verzögerungen im Ausbau sorgen. Zum einen sind viele Länder verängstigt und wollen die Internet-Infrastruktur nicht an Huawei „abgeben“. Zum anderen werden Huawei in ein paar Monaten wahrscheinlich Bauteile fehlen, die der Konzern derzeit aus den USA oder zumindest von einem US-Unternehmen bezieht.

2G, 3G, 4G, LTE und 5G: Über all diese Mobilfunkstandards stolpert man im Alltag oft. Doch wie unterscheiden sie sich eigentlich? Mit diesem Vergleichsartikel erklären wir Dir die unterschiedlichen Verbindungsarten.

In den USA sind Nokia und Ericsson bereits dabei, das 5G-Netzwerk auszubauen. Hier in Europa läuft es etwas schleppender, Huawei hatte sich in Deutschland für den Ausbau beworben. Auf Bedenken der USA wurde Huawei von deutschen Telekommunikationsanbietern extensiv überprüft -- die chinesische Firma bot dem deutschen Staat sogar ein Antispionageabkommen an. Eigentlich dürfte Huawei hier jetzt weiter ausbauen -- es bleibt aber abzuwarten, wie sich die Situation nach den aktuellsten Vorkommnissen weiterentwickelt.

Was macht Huawei jetzt?

Neben dem Verbot, Android als Betriebssystem zu nutzen, darf Huawei in Zukunft auch keine weiteren Produkte aus den USA beziehen. Die Laptop-Sparte von Huawei muss auf Intel-Prozessoren verzichten, auch Windows 10 wird nicht mehr auf den Notebooks vorinstalliert sein. Smartphones bekommen keine Prozessoren von Qualcomm mehr, Chips von STMicroelectronics sind ebenfalls tabu.

Huawei Mate X im Hands-On

Dennoch ist sich Huawei-Chef Ren Zhengfei sicher, dass Huawei die Krise überstehen kann. Schon seit einigen Jahren stellt Huawei mit den Kirin-Prozessoren eigene Chips für die Handys vor, die den Chips aus den USA um nichts nachstehen. Offenbar arbeitet das Unternehmen schon länger an einem eigenen Betriebssystem.

Wahrscheinlich wird Huawei aber nicht das komplette System wechseln -- dafür ist die Software zu sehr auf den chinesischen Markt optimiert. Das Android Open Source Project (AOSP) ist die Grundlage von Googles Betriebssystem Android, auf dem dann Google-Services wie der Play Store und Gmail etc. installiert werden. Durch die Open-Source-Lizenz kann Huawei die Software so benutzen, wie sie es möchten. Die US-Gesetzgebung hat keine Autorität über Open Source-Software.

Trotzdem müsste Huawei dann auf die hunderttausende Apps im Play Store verzichten. Hier muss eine Alternativlösung her. Wie genau diese aussiehen wird, kann bisher niemand sagen.

Quelle Digitimes CNBC