Android: Alle News & Infos im Überblick | handy.de

Android: Das Betriebssystem für die Massen

Fast 2,7 Milliarden aktive Android-Smartphones gibt es im Jahr 2018 weltweit – das bedeutet, dass mehr als jeder dritte Mensch auf der Erde ein Smartphone mit Google-Betriebssystem verwendet. Nicht schlecht für ein System, das gerade einmal 10 Jahre alt ist.

So hat die Android-Ära begonnen

Ursprünglich wurde Android von der Open Handset Alliance als Smartphone-Betriebssystem entwickelt. In dieser Gemeinschaft versammelten sich im Jahr 2007 insgesamt 34 Hersteller und Netzbetreiber, um dem damals neuen Apple iPhone und dessen auf Touch-Bedienung ausgelegten Betriebssystem gemeinsam etwas entgegen setzen zu können. Denn das Apple-Handy zeigte, wie ein modernes Smartphone auszusehen hat – vom proprietären, geschlossenen System mal abgesehen. Inzwischen kommt Android auch in zahlreichen anderen Geräten wie Fernsehern, Autos, Tablets und Uhren zum Einsatz.

Happy Birthday: Android wird 10 Jahre alt

Ziel war es, ein freies Betriebssystem zu entwickeln, dass die an der Entwicklung beteiligten Unternehmen kostenlos nutzen sollten. Android baut auf einer Software des Unternehmens Android von Andy Rubin auf, das Google im Jahr 2005 aufgekauft hatte. Die weitestgehend unbekannte Firma hatte ursprünglich eine Software zur Steuerung von Kameras entwickeln wollen und setzte dafür stark auf ortsbezogene Dienste. Sie basierte überwiegend auf Open-Source-Komponenten wie dem Linux-Kernel, Java, der C-Standard-Bibliothek Bionic, sowie einigen Bibliotheken und Daemons des GNU-Projekts.

Seit dem 21. Oktober 2008 ist Android frei verfügbar. Am 22. Oktober 2008 kam das HTC Dream unter dem Namen T-Mobile G1 in den USA und später auch in Europa auf den Markt. Die ursprüngliche Fokussierung auf Standortdienste sorgte dafür, dass schon dieses erste Android-Smartphone auf GPS und zugreifen und über entsprechende Software wie Google Maps auch sinnvoll nutzen konnte.

Die Nutzeroberfläche (UI)

Ein wichtiges Element von Android ist der auf Wunsch mehrseitige Launcher oder auch Startbildschirm, auf dem Verknüpfungen, Ordner und Widgets abgelegt werden. Widgets sind meist interaktive Verknüpfungen, die Informationen zu Apps anzeigen und oftmals direkten Zugriff auf wichtige Funktionen erlauben. Ein Beispiel dafür ist der Musikplayer, dessen rudimentäre Bedienung (nächstes Lied, vorheriges Lied, Start/Stopp) direkt über das Widget möglich ist. Er zeigt zudem das gespielte Lied an.

Android 8 Update: Diese Smartphones erhalten Oreo

Am oberen Rand des Startbildschirms befindet sich die Benachrichtigungsleiste, in der Grundinformationen wie Akkustand, Netzverbindung und Uhrzeit dauerhaft eingeblendet werden. Außerdem dürfen Apps dort Benachrichtigungen aller Art in Form eines kleinen Benachrichtigungssysmbols bereitstellen. Zum Lesen der Benachrichtigung kann der Nutzer die Leiste mit dem Finger nach unten ziehen. Dann sind dort verkürzte Zusammenfassungen der Apps in Textform zu lesen. Ein Klick auf die Nachricht führt zur jeweiligen App. Zudem befinden sich hier Schnellzugriffe auf diverse wichtige Funktionen des Android-Smartphones, etwa WLAN, Bluetooth, den Flugmodus oder die Display-Helligkeit.

Am unteren Rand des Startbildschirms befindet sich das App-Dock mit normalerweise fünf festgelegten Apps, die auch dann an dieser Stelle verharren, wenn sich der Launcher über mehrere Bildschirme erstreckt. Bestandteil des App-Docks ist normalerweise der App-Drawer, also ein Menü mit allen installierten Apps in alphabetischer Reihenfolge.

Der Schlüssel zum Erfolg: Apps

Einen großen Beitrag zum Erfolg von Android trägt der Play Store bei. Darin befinden sich inzwischen (Stand 2018) knapp 2,85 Millionen Applikationen, also kleine, speziell für die Nutzung auf Android-Geräten angepasste Programme. Diese werden von Google auf Viren und auch Inhalt überprüft, sodass Nutzer sie ohne Sicherheitsbedenken herunterladen können. Neben kostenpflichtigen Apps, für deren Kauf eine Bezahlmethode wie Kreditkarte oder Paypal im Play Store hinterlegt sein muss, gibt es auch kostenlose Apps. Geld verdienen Entwickler der Apps dann entweder durch Einblendung von Werbung oder sogenannte In-App-Käufe, bei denen die Nutzer echtes Geld für virtuelle Inhalte oder die Freischaltungen bestimmter Funktionen direkt in der App bezahlen müssen.

Life is Strange: Before the Storm für iOS und Android erschienen

Neben dem Play Store gibt es weitere Möglichkeiten, Apps zu beziehen. Dazu gehören weitere große Anbieter alternativer App Stores wie etwa Amazon, außerdem sind Nutzer in der Lage, sogenannte APK-Dateien manuell zu installieren. Dies birgt aber ein erhöhtes Sicherheitsrisiko, darum ist dieser Weg ab Werk versperrt, kann aber leicht umgangen werden. Für noch tiefere Eingriffe in Android ist ein sogenannter Root-Zugriff nötig, mit dessen Hilfe auch die Kernfunktionen angepasst werden können. Das ist oftmals für sogenannte Custom-ROMs nötig, die Nutzern meist kostenlos von privaten Entwicklern zur Verfügung gestellt werden.

Immer wichtiger: Sicherheit

Ein großer Vorteil von Android ist die Anpassbarkeit. Die meisten der aufgezählten Elemente lassen sich nach eigenem Wunsch verändern, sogar das Anpassen des kompletten Launchers ist per Drittanbieter-Apps möglich und auch die grafische Darstellung lässt sich auf diesem Wege oder bei vielen Herstellern über sogenannte Designs komplett verändern. Zum Abgrenzen von der Konkurrenz verwenden daher viele größere Hersteller eigene User Interfaces (UI) mit zusätzlichen Funktionen und angepasster grafischer Darstellung, während Google bei seinen eigenen Modellen das sogenannte Vanilla-Android, also unverändertes Android, einsetzen.

Die Anpassbarkeit bietet im Gegenzug auch potentielle Einfalltore für Sicherheitsprobleme. Ab 2010 brachte Google eigene Smartphones und Tablets unter der Bezeichnung „Nexus“, seit 2016 unter dem Namen „Pixel“ auf den Markt. Sie erhielten ab 2015 regelmäßige Sicherheits-Patches über einen Zeitraum von drei Jahren. Andere Hersteller entscheiden selbst, ob sie diese Patches für ihre Android-Smartphones anpassen und ausliefern wollen. Inzwischen machen das allerdings alle Anbieter mehr oder weniger regelmäßig.