Wasserdichte Smartphones: IP-Zertifizierungen erklärt | handy.de
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Wasserdichte Smartphones: Das bedeuten die IP-Zertifizierungen

IP67, IP68 und Co. im Vergleich

Es ist schnell passiert: Das umgekippte Wasserglas entleert sich auf dem neuen iPhone, der unerwartete Regenschauer kommt genau dann, während man das neue Huawei-Smartphone benutzt oder noch schlimmer: Das teure Smartphone fällt ins Waschbecken, den See oder Pool. Anschließend setzt bei vielen Smartphone-Nutzern eine kurze Schockstarre ein, die schnell in Panik umschwenkt. Da es mittlerweile viele wasserdichte Smartphones auf den Markt gibt, gibt es oftmals keinen Grund mehr zur Panik. Dennoch kommt es auf die richtige IP-Zertifizierung an.

Denn es gibt es wichtige Unterschiede innerhalb der einzelnen Schutzklassen. Je nachdem, wie die Ziffern der IP-Schutzklasse aufgebaut sind, ist das Smartphone besser oder schlechter geschützt. Was die IP-Zertifizierung genau aussagt und was die einzelnen Ziffern bedeuten, erklären wir Dir in diesem Artikel.

IP-Zertifizierung: Das bedeuten die Kennzahlen

Besitzt ein Smartphone eine IP-Zertifizierung, so ist es auf eine bestimmte Art und Weise gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Flüssigkeiten geschützt. Dabei steht “IP“ für “International Protection Mark“ und wird vergeben von der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (kurz: IEC).

Leichter Regen macht den allermeisten modernen Handys nichts mehr aus.

Doch wie stark dieser Schutz gegen das Eindringen ist, hängt von den beiden Kennzahlen ab, die auf das IP folgen. Einerseits steht die erste Ziffer immer für den Schutz vor dem Eindringen von Fremdkörpern wie Sand oder Staub. Auf der anderen Seite sagt die zweite Ziffer aus, wie es um den Schutz vor eindringenden Flüssigkeiten wie Wasser steht. Kurzum gilt die einfache Grundregel: Je höher die Zahl, umso besser ist der Schutz.

Außerdem muss ein weiterer, wichtiger Hinweis beachtet werden. Denn der Schutz gegen Wasser gilt nur für Süßwasser. Aufgrund des hohen Salzgehalts ist ein Bad im salzigen Meerwasser auch für ein Gerät mit IP-Zertifizierung sehr gefährlich. Abgesehen von der eindringenden Flüssigkeit kann Salz sämtliche Bauteile und Platinen im Smartphone angreifen und sie im Zweifel gänzlich zerstören. Wasserdichte Handys sind also nicht in jedem Gewässer wirklich „wasserfest“.

Sei es das Schwimmbad, das Meer, eine Pfütze, starker Regen oder gar die Toilette: Smartphones kommen ungern mit Flüssigkeiten in Kontakt. Diese Tipps helfen, wenn Dein Handy ins Wasser gefallen ist und wie Du das Smartphone trocknen kannst.

Im Folgenden kannst Du überprüfen, was die IP-Zertifizierung Deines wasserfesten Smartphones aussagt. Auch wenn es kompliziert erscheint, kannst Du die einzelnen Nummern der IP-Zertifizierung schnell entziffern:

Die 1. Kennziffer: Schutz gegen Fremdkörper und Berührung nach DIN EN 60529

0 Kein Schutz
1 Geschützt gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 50 mm & Schutz gegen den Zugang mit dem Handrücken
2 Geschützt gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 12,5 mm & Schutz gegen den Zugang mit einem Finger
3 Geschützt gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 2,5 mm & Schutz gegen den Zugang mit einem Werkzeug
4 Geschützt gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 1 mm & Schutz gegen den Zugang mit einem Draht
5 Geschützt gegen Staub in nicht schädigender Menge & vollständiger Schutz gegen Berührung
6 Staubdicht & vollständiger Schutz gegen Berührung

Die 2. Kennziffer: Schutz gegen Flüssigkeit nach DIN EN 60529

0  Kein Schutz
1 Schutz gegen Tropfwasser
2 Schutz gegen fallendes Tropfwasser (bei bis zu 15° Neigung)
3 Schutz gegen fallendes Sprühwasser (bis 60° gegen die Senkrechte)
4 Schutz gegen allseitiges Spritzwasser
5 Schutz gegen allseitiges Strahlwasser
6 Schutz gegen allseitiges starkes Strahlwasser
7 Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen (30 Minuten lang in bis zu einem Meter tiefes Wasser)
8 Schutz gegen dauerndes Untertauchen in 1,5 Meter Tiefe
9 Schutz gegen Wasser bei Hochdruck- oder Dampfreinigung

Was ist nun der Unterschied zwischen IP67 und IP68?

In unserem Alltag begegnen uns immer wieder wasserdichte Smartphones, die über eine IP67- oder eine IP68-Zertifizierung verfügen. Doch welche IP-Zertifizierung ist nun besser? Entsprechend der obigen Tabellen ist die Höhe der Zahl entscheidend. So sind beide Varianten vollständig gegen Staub geschützt. Das signalisiert uns einerseits die erste Kennziffer, in diesem Fall die 6. Entscheidend ist die zweite Kennziffer: So sind wasserdichte Handys mit einer IP67-Zertifizierung “nur“ gegen zeitweiliges Untertauchen (maximal 30 Minuten in bis zu einem Meter tiefem Wasser) geschützt. Ein Handy mit einer IP68-Zertifizierung ist gegen dauerhaftes Untertauchen bis 1,5 Meter Tiefe geschützt.

Im Alltag aber auch im Urlaub lauern viele Gefahren für das Smartphone. Schnee, Sand, ein Lagerfeuer und Co. können dem Handy ganz schön zusetzen. Wie Du Dein Smartphone sicher durch den Alltag und Extrem-Urlaub bringst, verraten wir Dir hier.