Smartphone im Winter: 5 Tipps gegen den Kälte-Tod | handy.de
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Smartphone im Winter: 5 Tipps gegen den Kälte-Tod

Mit diesen Tipps bringst Du Dein Handy sicher durch den Winter

Wie nahezu jedes Gerät haben auch Smartphones eine Wohlfühltemperatur, bei der sie besonders gut arbeiten. Eine zu heiße oder zu kalte Umgebung setzt den Geräten zu – insbesondere den empfindlichen Akkus und Displays. Gerade im Winter muss Dein Smartphone zum Teil hohe Minusgrade und starke Schwankungen zwischen den Temperaturen im Innenbereich und denen im Außenbereich aushalten. Die Folge ist, dass Dein Smartphone-Akku schneller leer wird oder der Touchscreen Deines Handys womöglich nicht mehr so gut reagiert. Damit das nicht passiert, kannst Du vorbeugen. Ob iPhone oder Android-Handy: Wir zeigen Dir einige einfache Tricks, mit denen Du Dein Smartphone im Winter fit halten kannst.

Akku und Touchscreen: Darum setzt ihnen Kälte zu

In den meisten Smartphones wie dem iPhone 11 und Samsung Galaxy S10 kommen die sogenannten Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz, die am besten im Temperaturbereich um 20 Grad Celsius arbeiten. Denn dann können die Ionen leicht durch die sich im Akku befindende, dickflüssige Substanz, dem Elektrolyt, vom Minus- zum Plus-Pol wandern. Je kälter es wird, desto zäher wird die Substanz und desto schwerer fällt es den Lithium-Ionen, das Elektrolyt zu durchdringen. Im schlimmsten Fall kommt die Stromversorgung vollständig zum Erliegen, wenn das Smartphone im Winter zu kalt wird. Durch den höheren Innenwiderstand steigt außerdem die benötigte Energie, um Energie abgeben zu können – ein Lose-Lose-Szenario für den Akku.

Soll ich meinen Handy-Akku komplett leeren und dann auch 100 Prozent laden, oder ihn eher weniger belasten? Was ist mit Kälte und Wärme? Wie sich all diese Faktoren auf die Lebensdauer Deines Handyakkus auswirken.

Auch Touchscreens reagieren empfindlich auf Kälte. Besonders anfällig sind IPS- und TFT-Displays, denn in diesen Varianten kommen sogenannte Flüssigkristalle zum Einsatz, die bei zu frostigen Temperaturen einfrieren können. Je mehr die Temperaturen sinken, desto träger reagieren die Bildschirme auf Eingaben. Zu große Krafteinwirkungen im kalten Zustand können die Kristallstruktur noch mehr zerstören.

In OLED- bzw. AMOLED-Displays, wie sie beispielsweise in Smartphones von Apple, Huawei oder Samsung zum Einsatz kommen, werden hingegen organische Leuchtdioden verbaut, die widerstandsfähiger sind. Sie halten bei niedrigen Außentemperaturen somit etwas länger durch, können in einer zu kalten Umgebung aber ebenfalls Ausfallerscheinungen zeigen.

Diese Betriebstemperatur empfehlen die Hersteller

  • Apple: Temperaturbereich zwischen 0 ºC und 35 ºC
  • HTC: Temperaturbereich zwischen 0 ºC und 40 ºC
  • Huawei: Betrieb zwischen 0 ºC und 35 ºC, Lagerung bei -20 ºC bis 45 ºC (ausgeschaltet)
  • LG: Temperaturbereich zwischen -20 ºC und 50 ºC
  • Motorola: Nicht in „extremer Hitze oder Kälte“ verwenden
  • Nokia: Batterietemperatur zwischen 15 ºC und 25 ºC
  • OnePlus: Temperaturbereich zwischen 0 ºC und 35 ºC
  • Samsung: Betrieb zwischen 0 ºC und 35 ºC, Lagerung bei -20 ºC bis 50 ºC (ausgeschaltet)
  • Sony: Nicht in „extremer Hitze oder Kälte“ verwenden

Tipp 1: Packe Dein Smartphone im Winter warm ein

Smartphone im WinterQuelle: ©gDariusz - stock.adobe.com
Die Handysocke: Nicht besonders hübsch, aber bei Minus-Temperaturen empfehlenswert.

Fallen die Temperaturen, ziehen wir uns warm an, um nicht zu frieren. Das Gleiche kannst Du auch mit Deinem Smartphone im Winter tun. Hältst Du Dich in der kalten Jahreszeit längere Zeit im Freien auf, achte darauf, Dein Telefon mit einer wärmenden Hülle vor den kalten Temperaturen zu schützen. Das kann eine einfache Handy-Socke sein, oder aber Du besorgst Dir eine Hülle in einem Geschäft – beispielsweise aus Wolle oder Neopren.

Zudem ist es hilfreich, wenn Du Dein Smartphone im Winter nah am Körper trägst. Durch Deine Körperwärme kühlt Dein Handy nicht so schnell aus und Du profitierst von einer stabileren Akkulaufzeit. Zum Telefonieren kannst Du beispielsweise auf ein Headset zurückgreifen, um Dein Smartphone im Winter nicht unnötig lange an der kalten Luft zu nutzen.

Tipp 2: Vermeide zu schnelle Temperaturwechsel

Sobald Du mit Deinem Smartphone im Winter wieder in einen warmen Innenraum kommst, wird es kritisch. Durch den Kalt-Warm-Wechsel kann sich Kondenswasser bilden. Dein Smartphone gerät also sprichwörtlich ins Schwitzen. Durch das Kondenswasser können Schäden am Gerät auftreten und es kann zu Kurzschlüssen kommen. Um das zu vermeiden, solltest Du Dein Smartphone möglich sanft an die neue Temperatur gewöhnen – indem Du es beispielsweise eine Weile in Deiner Tasche lässt, bevor Du es im warmen Raum nutzt.

Bist Du Dir unsicher, schalte Dein Smartphone im Winter besser ab, bevor Du wieder ins Warme kommst, und warte mindestens eine halbe Stunde, bevor Du es wieder einschaltest. Dann haben sich die empfindlichen Bauteile in Deinem Handy an die neuen Temperaturen gewöhnt und können normal arbeiten.

Auch im Urlaub darf das Smartphone nicht fehlen. Vor der Reise solltest Du allerdings einige Dinge beachten, damit Du Dein Handy im Ausland wie gewohnt und natürlich auch sicher nutzen kannst. Wir geben Dir die wichtigsten Tipps.

Tipp 3: Eis und Schnee – Vorsicht vor „verstecktem“ Wasser

Nicht nur Kondenswasser kann Deinem Smartphone im Winter schaden, auch Schnee stellt eine Gefahr dar. Denn Schnee ist nichts anderes als gefrorenes Wasser. Dringt es ins Innere Deines Smartphones ein, können Kontakte korrodieren, was zu Ausfällen führen kann. Macht sich das Schmelzwasser unter Deinem Smartphone-Display breit, kommt es hingegen zu Problemen bei der Ablesbarkeit. Im schlimmsten Fall funktioniert Dein Bildschirm nach einem Wasserschaden gar nicht mehr.

Smartphone im WinterQuelle: © flucas - stock.adobe.com
Wenn der Schnee schmilzt, kann das Wasser Deinem Handy böse zusetzen.

Sollte Dein Smartphone im Winter mit Schnee in Berührung kommen, trockne es vorsichtig ab und lege es möglichst mit den Anschlüssen nach unten auf eine saugfähige Unterlage. Das Schmelzwasser kann dann besser abfließen. Hat Dein Handy einen wechselbaren Akku, nimm ihn heraus und trockne ihn ebenfalls vorsichtig ab. Baue Dein Smartphone erst dann wieder zusammen, wenn alle Bauteile komplett wasserfrei sind.

Wichtig ist, dass Du Dein feuchtes Smartphone niemals schüttelst. Durch die ruckartige Bewegung kann das Wasser tiefer ins Innere gelangen. Auch das Trocknen mit einem Fön, auf einer angestellten Heizung oder gar im Ofen solltest Du tunlichst vermeiden. Wie Du ein betroffenes Handy am besten wieder trocknest, haben wir Dir in diesem Ratgeber zusammengefasst:

Sei es das Schwimmbad, das Meer, eine Pfütze, starker Regen oder gar die Toilette: Smartphones kommen ungern mit Flüssigkeiten in Kontakt. Diese Tipps helfen, wenn Dein Handy ins Wasser gefallen ist und wie Du das Smartphone trocknen kannst.

Tipp 4: Nutze Dein Smartphone im Winter nicht zu intensiv

Belaste Dein Smartphone in kalter Umgebung nicht zu sehr. Du kannst Deinen Akku  schonen, indem Du versuchst, den Stromverbrauch Deines Smartphones zu reduzieren. Vermeide dafür stromintensive Aufgaben, indem Du beispielsweise die Displayhelligkeit herunter regulierst und ohne Blitz fotografierst. Auch auf das Herunterladen und die Installation von Updates solltest Du bei eisigen Temperaturen verzichten.

Vor allem längere Belastungen schlagen aber richtig auf die Laufzeit des Akkus. Eine Runde Pokemon Go im Winter ist ein wahrer Akku-Quäler, wenn das Gerät selbst schon die kalte Umgebungstemperatur erreicht hat. Halte es dauerhaft mindestens auf Hosentaschen-Temperatur.

Tipp 5: Touchscreen-Handschuhe helfen bei der Bedienung

Smartphone im WinterQuelle: © romaset - stock.adobe.com

Im Winter tragen wir oftmals Handschuhe. Doch mit ihnen lässt sich der Touchscreen Deines Handys nicht bedienen, da die Fasern im Gewebe nicht leitfähig sind. Daher gibt es mittlerweile eine große Auswahl an speziellen Touchscreen-Handschuhen. Hier sind die Fingerkuppen aus eingewebten leitfähigen Fasern gefertigt. Du kannst Dein Smartphone im Winter über den Touchscreen somit bedienen, ohne Deine Handschuhe ausziehen zu müssen und kalte Finger zu bekommen.

Je dünner die Handschuhe sind, desto einfacher bleibt die Bedienung. Dank neuartiger Materialien sind aber selbst dünne Handschuhe inzwischen schön warm, solange sie nicht nass werden.

Tipp 6: Nicht in Kälte laden

Dein Handyakku ist platt und Du kommst nach Hause. Und direkt soll es weiter gehen: Also Handy ans Ladekabel und los? Im Idealfall nein. Akkus bei niedrigen Temperaturen zu laden, ist eine sehr schlechte Idee. Deswegen haben Elektroautos bei ihren Akkus sogar Heizungen eingebaut, um die Zellchemie der Lithium-Ionen-Akkus zu schonen. Der Ladevorgang startet erst, wenn die Akkus eine Temperatur von 10-15 Grad erreicht haben.

Bei niedrigeren Temperaturen zu laden, kannst Du zwar tun. Allerdings wird die Zellchemie bei solchen Bedingungen mit der Zeit unwiderruflich zerstört. Die Leistungsfähigkeit sinkt bei jedem dieser Vorgänge und erholt sich danach nie wieder.

Handy im Sommer: Weitere Tipps und Tricks

Aber nicht nur im Winter, auch im Sommer leidet Dein Handy. Dann sind es allerdings die hohen Temperaturen und Gefahren durch Sand und Wasser am Strand, auf die Du achten solltest. Wie Du Dein Smartphone sicher durch den heißen Sommer bekommst, erfährst Du hier:

Sommer, Sonne, Hitze - was toll klingt, kann Smartphones und Tablets arg zusetzen. Im schlimmsten Fall versagen sie ihren Dienst sogar komplett. Wir geben Dir Tipps, wie Du Dein Handy im Sommer vor dem Hitze-Tod bewahrst.