Huawei Mate 20 lite im Test: Günstiges KI-Phablet | handy.de
Testbericht

Huawei Mate 20 lite im Test: Günstiges KI-Phablet

Neues Mittelklasse-Phablet ab 7. September erhältlich

Huawei hat zur IFA 2018 den “kleineren“ Bruder des Mate 20 Pro, das Huawei Mate 20 Lite vorgestellt. „Klein“ ist an dieser Stelle allerdings der falsche Ausdruck, denn mit 6,3 Zoll fällt das neue Mittelklasse-Smartphone von Huawei sehr groß aus. Wir konnten das Huawei Mate 20 lite testen und verraten Dir im folgenden Testbericht, wie sich der Nachfolger des Huawei Mate 10 lite im Alltag geschlagen hat und welche Highlights es zum Preis von rund 400 Euro ab dem 7. September bietet.

Design und Verarbeitung

Die Zeiten in denen Mittelklasse-Geräte in Sachen Design und Verarbeitung den Flaggschiffen noch deutlich hinterherhinkten, sind längst vorbei. Insbesondere Huawei schafft es immer wieder erneut, ein sehr interessantes Gespann aus Preis und Leistung zu schnüren. So auch beim neuen Huawei Mate 20 lite. Auch wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wissen, mit welchen besonderen Design-Highlights der große und teurere Bruder, das Huawei Mate 20 Pro aufwartet, so weiß das Mate 20 lite in sehr vielen Dingen schon jetzt zu überzeugen. Wie sehr viele Huawei-Modelle aus dem Jahr 2018 kommt auch das Mate 20 lite im Notch-Design und nahezu rahmenlos daher. Von der Vorderseite erinnert es ein wenig an das Huawei P20 Lite. Nur im unteren Bereich fällt der Rahmen beim Mate 20 lite noch etwas schmaler aus, da auf den Huawei-Schriftzug verzichtet wurde.

Hochwertige Rückseite aus Glas

Anders als noch beim Mate 10 lite, setzt Huawei beim Nachfolger bei der Rückseite nun auf Glas anstatt auf mattes Metall. Zu dieser führt ein edel anmutender Metall-Rahmen, der im gleichen Farbschema wie die jeweilige Rückseite daherkommt. Einen ähnlichen Rahmen findet man auch beim P20 Pro, nur das dieser in der blauen Variante in einem Edelstahl-Ton aufwartet.  Vom Aufbau her ist die Rückseite jedoch sehr ähnlich wie im Vorjahr gestaltet. Die Dual-Kamera ist erneut mittig und vertikal und der Fingerabdruckscanner direkt darunter platziert. Beim Mate 10 lite waren die Linsen jedoch noch in einem Rahmen zu einer Einheit zusammengefasst. Etwas anders sieht es beim 20er-Modell aus. Hier ragen die zwei Linsen mit schickem, blauen Rahmen einzeln aus dem Gehäuse hervor. Solche hervorstehenden Linsen hat man erstmals 2014 beim iPhone 6 gesehen – damals noch mit vielen kritischen Tönen begleitet, die sich ein bündig abschließendes Design gewünscht hätten.

Mittlerweile gibt es viele Smartphones, dessen Kameralinsen deutlich aus dem Gehäuse hervorstehen. Der Endnutzer hat sich schlicht weg an das Design gewöhnt. Glatt und eben auf dem Tisch liegt das Mate 20 lite dadurch jedoch nicht. Der LED-Blitz sitzt nun links neben den Linsen. Das gesamte Konstrukt aus Dual-Kamera, Fingerabdruckscanner und Dual-Lens-Schriftzug besitzt eine zarte farbliche Umrandung, der feine weiße Streifen besitzt. So viel zur Anordung, die nicht immer ganz durchdacht ist.

Fingerabdruckscanner: Etwas zu hochgegriffen

Für ein Smartphone mit solchen Maßen wie das Mate 20 lite, ist das Fingerabdruckscanner etwas zu weit oben platziert. Greift man das Gerät ganz normal, landet der Zeigefinger nicht intuitiv auf dem Sensor. Frauen-Hände müssen in jedem Fall umgreifen und auch kleinere Männer-Hände werden den Sensor nicht immer direkt ertasten. Die Stelle, an der der Dual-Lens-Schriftzug die Rückseite verziert, wäre für normal große Hände wohl perfekt für den Fingerabdruckscanner gewesen. Wer Probleme mit der Position hat, sollte eventuell auf die Entsperrung per Gesicht setzen, auch wenn diese nicht ganz so sicher ist.

Neu: USB Typ C an Bord

Bereits beim Huawei Mate 10 lite haben sich einige Interessenten gefragt, warum Huawei hier noch den alten Micro-USB-Anschluss verbaut. Beim neuen Modell ist nun endlich der modernere und komfortablere USB Typ C-Anschluss mit an Bord. Viele dürfte zudem auch freuen, dass das Gerät weiterhin einen klassischen Kopfhöreranschluss besitzt.

Quelle: Katharina Schell / handy.de
Anders als noch das Mate 10 lite, besitzt das Mate 20 lite einen USB Typ C-Anschluss

Display: Groß und mit Notch

Natürlich besitzt auch das Huawei Mate 20 lite eine Display-Notch. Die kleine Aussparung am oberen Display vergrößert das Display im Vergleich zum Vorjahresmodell, sodass dieses nun satte 6,3 Zoll groß ist. Wem die Notch nicht zusagt, kann sie ausblenden. Die Pixeldichte ist mit 409 ppi ausreichend hoch, sodass das Full-HD+-Display hinsichtlich der Auflösung für die meisten Nutzer mehr als zufriedenstellend ist. Bei der verbauten LCD-Technik muss man im Vergleich zur Oberklasse ein paar kleinere Abstriche machen, zum Beispiel bei der Blickwinkelstabilität. Diese bewegt sich aber dennoch auf einem guten Niveau.

Quelle: Katharina Schell / handy.de

Technische Daten: Mehr Power für die Mitteklasse

Mehr Leistung und Power und vor allem erstmalige künstliche Intelligenz, bringt der neue Kirin 710 Mittelklasse-Prozessor mit. Vier der acht Kerne takten mit bis zu 2,2 GHz und die anderen vier mit bis zu 1,7 GHz. Gleichzeitig sorgt der 4 GB große Arbeitsspeicher dafür, dass auch Multi-Tasking-Aufgaben kein Problem darstellen. In den Test-Tagen der Redaktion kam es zu keinen Verzögerungen, alle Apps öffneten sich sehr schnell. Lediglich beim Streamen von Serien oder Videos auf Netflix und YouTube kam es immer mal wieder zu Abbrüchen, während alle anderen Geräte im WLAN (ver. Laptops und Smartphones) mit keinen Verbindungsproblemen zu kämpfen hatten. Woran dies genau lag, ließ sich nicht nachvollziehen, denn eigentlich bietet das Mate 20 lite den WLAN-Standards a/b/g/n/ac und 5-GHz-Unterstützung alle notwendigen Voraussetzungen. Nach einigen Versuchen war dann ein unterbrechungsfreies Streaming auch möglich.

Nicht möglich mit unserem Testgerät war jedoch das Durchführen eines AnTuTu-Benchmark-Test

und der Geekbench 4-Tests. Für die Testgeräte, die den Redaktionen vorab zur Verfügung gestellt wurden, waren diese Benchmark-Tests noch nicht freigeschaltet. Wir werden daher entsprechende Werte sobald wie möglich nachliefern.

Auf das neuste Android 9.0 Pie müssen Käufer dieses Mittelklasse-Modells allerdings noch verzichten. Dieses wird wohl – als erstes Huawei-Gerät 2018 –  dem Mate 20 Pro im Herbst (vorerst) vorbehalten bleiben. Vorinstalliert ist Android 8.1 Oreo mit der Benutzeroberfläche EMUI 8.2, die eine angenehme Bedienbarkeit ermöglicht.

Das Gerät kann wahlweise als Dual-SIM-Handy oder mit erweiterbaren Speicher genutzt werden. Wählt man als Nutzer die Dual-SIM-Variante, so muss man mit dem 64 GB großen Speicher auskommen. Ohne zweite SIM-Karte ist das Mate 20 lite um bis zu 256 GB erweiterbar.

Alle technischen Daten in der Übersicht

Huawei Mate 20 lite
Display 6,3 Zoll LCD-Display, 409 ppi
Auflösung 1.080 x 2.340 Pixel
Prozessor Huawei Kirin 710, Octa-Core

(4x 2,2 GHz (A73) + 4 x 1,7 GHz (A53))

RAM 4 GB
Speicher 64 GB (erweiterbar per Micro-SD-Karte um bis zu 256 GB)
Hauptkamera Dual-Kamera

20 + 2 Megapixel, f/1.8-Blende

Frontkamera Dual-Kamera mit KI

24 + 2 Megapixel, f/2.0-Blende

Akku Lithium-Polymer

3.750 mAh, Quick Charge

Software Android 8.1 / EMUI 8.2
Sicherheit Fingerabdrucksensor, PIN, Passwort, Face Unlock
Drahtlos Bluetooth 4.2, NFC
WLAN 802.11 a/g/b/n/ac, 2,4 GHz / 5 GHz
Mobilfunk  

4G: B1/B3/B7/B8/B20

3G: B1/B2/B4/B5/B8

2G: B2/B3/B5/B8

 

IP-Zertifizierung Nein
Sonstiges Display-Notch, Fingerabdrucksensor auf der Rückseite
Maße & Gewicht 75,3 x 158,3 x 7,6 mm (H x B x T), 172 Gramm
Farben Schwarz, Blau, Gold
UVP 399,00 Euro
Marktpreis
Marktstart 07. September 2018

Kamera: Viel KI und China-Filter

In unserem Vorab-Test konnten wir uns auch einen ersten Eindruck der vier Kameras machen. Richtig gelesen, denn das Mate 20 lite besitzt erneut 4 Kameralinsen – auf jeder Seite jeweils zwei. Die lichtdurchlässigere Dual-Kamera befindet sich auf der Rückseite. 20 und 2 Megapixel und eine f/1.8-Blende bietet die Dual-Kamera dort, während die Dual-Kamera auf der Front 24 und 2 Megapixel mit einer f/2.0-Blende besitzt.

Huawei Mate 20 lite im TestQuelle: Katharina Schell / handy.de
Huawei Mate 20 lite im TestQuelle: Katharina Schell / handy.de

Im Test konnte die KI-gestützte Kamera in vielen Situationen überzeugen. Verschiedenste Szenarien wurden automatisch erkannt und entsprechend belichtet und an den Kontrasten gedreht. So wirkten Landschafts-, aber auch Nahaufnahmen nochmal um einiges lebendiger. Wem die Aufnahmen zu kontrastreich sind, kann die AI-Kamera deaktivieren. Grundsätzlich gefiel uns das Ergebnis in den meisten Fällen aber sehr

Die Frontkamera ist eine Spielwiese für alle Instagramer und Snapchater. Dank diverser Filter ist für jeden, der sich an solchen Spielereien erfreut, etwas dabei. Wer von verrückten Hintergründen oder Katzenohren eher wenig hält, kann auf dezentere Einstellungen zurückgreifen, die das eigene Selfie zum Beispiel in ein Studio-Licht rücken. Dank der zwei Linsen sind zudem auch mit der Frontkamera schöne Portraits mit Bokeh-Effekt möglich.

Akku: Sorgenfrei durch den Tag

Im Vorfeld hatten wir bereits die Zeit, das Mate 20 lite durch unseren anspruchsvollen handy.de-Akkutest laufen zu lassen. Nicht jeder Nutzer wird jeden Tag seinem Gerät so viel abverlangen, aber dennoch ist es gut zu wissen, wie sich das jeweilige Smartphone im Extrem-Test schlägt und das Mate 20 lite schlägt sich mehr als gut – doch dazu später mehr.

Für den Akkutest nehmen wir bei allen Geräten die folgenden Einstellungen vor: Das Gerät ist die meiste Zeit mit einem WLAN-Netz verbunden, lediglich für die Foto-Session greift es auf mobile Daten zurück, Bluetooth, GPS und Push-Benachrichtigungen sind aktiv und der Tester ist mit den wichtigsten sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram und Twitter) verbunden. Die Displayhelligkeit steht auf automatisch. Bevor der Test startet, wird das Testgerät auf 100 Prozent geladen. Dann startet die achtstündige Intensiv-Phase, in dem das Gerät getestet wird und außerdem die folgenden Disziplinen zu je 30 Minuten beinhaltet:

  • Fotografieren
  • Im Internet surfen
  • In sozialen Netzwerken surfen und chatten
  • Musik-Streaming
  • HD-Video streamen
  • Telefonieren
  • 3D-Game spielen

Nach 8 Stunden standen noch stolze 63 Prozent auf der Akku-Anzeige, nach weiteren 16 Stunden im Standby noch 57 Prozent. Damit zählt das Mate 20 lite hinsichtlich des Akkus, zu den drei besten Smartphones, die wir bisher getestet haben. Bei einer normalen Nutzung schaffst Du es mit dem Mate 20 Pro also locker über den Tag und auch ein weiterer Tag stellt kein Problem dar. Geladen wird der 3.750 mAh per Schnelladefunktion mittels des USB Typ C-Anschluss. Induktives Laden wird jedoch nicht unterstützt. Dennoch kann man sich in Sachen Akku auf das Mate 20 lite absolut verlassen.

Preis: Pre-Order-Aktion mit gratis Amazon Echo

Noch ist das Huawei Mate 20 lite noch nicht im Handel erhältlich, aber bereits ab heute (31.08.2018) vorbestellbar. Im Rahmen einer sehr großzügigen Pre-Order-Aktion gibt es für die Vorbesteller einen Amazon Echo (2. Generation) im Wert von 99 Euro gratis. Die Aktion läuft vom 31.08.-06.09.2018. Das Huawei Mate 20 lite selbst kostet 399 Euro und ist ab dem 7. September 2018 erhältlich.

Fazit: Keine Sorgen beim Kauf

In den Tagen, in denen wir das Huawei Mate 20 lite testen durften, hinterließ es insgesamt einen sehr guten Eindruck. Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 399 Euro gibt es eigentlich kaum etwas, das wir an dem sehr leistungsstarken Mittelklasse-Smartphone auszusetzen hatten. Tatsächlich war es der zu hoch positionierte Fingerabdruckscanner, der uns in der Benutzung am meisten gestört hat. Neben der guten AI-Kamera, war es auch der sehr ausdauernde Akku, der uns in den Test-Tagen wirklich positiv in Erinnerung geblieben ist. Im Vergleich zum Vorjahr hat Huawei das Lite-Modell der Mate-Serie vor allem deutlich intelligenter und auch etwas schneller gemacht und Kleinigkeiten wie den Ladeanschluss (USB Typ C) verbessert.

Wer Interesse an dem Huawei Mate 20 lite hat, wird es ab dem 7. September zu einem Preis von rund 400 Euro kaufen können.

Hinweis: Im Vergleich zu unseren anderen Testberichten, besitzt das Huawei Mate 20 lite noch kein finales Testsiegel. Da wir noch keine Benchmark-Tests durchführen konnten, mussten wir von einem finalen Siegel vorerst absehen. Das Siegel reichen wir schnellstmöglich nach.

Alternativen

Huawei Mate 10 lite

Wer Fan der Mate-Serie ist, aber nicht mehr kein Oberklasse-Preis bezahlen möchte, ist auch mit dem nun fast ein Jahr alten Mate 10 lite gut beraten. Es besitzt zwar keinen KI-Prozessor und Kamera sowie kein NFC und kein USB Typ C-Anschluss, aber ebenfalls bereits 4 GB RAM, eine hohe Display-Auflösung und auch zwei Dual-Kameras. Es ist zudem 0,4 Zoll kleiner. Alle Unterschiede zwischen dem Mate 20 lite und dem Mate 10 lite haben wir Dir nochmal in einem separaten Vergleichsartikel zusammengefasst.

Das neue Huawei Mate 20 lite kommt moderner, leistungsstärker und intelligenter als sein Vorgänger. Wie sich das Mate 10 lite und Mate 20 lite im Detail unterscheiden, zeigt der direkte Vergleich.

Honor 10

Einen leistungsstärken Prozessor und Kamera gibt es beim Honor 10 sogar für gut 50 Euro weniger. Die UVP für das Honor 10 der Huawei-Tochter Honor liegt zwar ebenfalls bei 399 Euro, der Marktpreis liegt mittlerweile aber unter 350 Euro*. Hinsichtlich der gesamten Ausstattung ist das Honor 10 gleich oder teilweise sogar etwas besser ausgestattet. Es besitzt ebenfalls eine Display-Notch, ist allerdings mit 5,84 Zoll etwas kleiner als das Mate 20 lite mit 6,3 Zoll.