Apple: Verkaufsverbot für iPhones tritt in Kraft | handy.de
Apple

Apple: Verkaufsverbot für iPhones tritt in Kraft

Apple geht in Berufung

Der Patentstreit zwischen Apple und Qualcomm dauerte einige Monate an. Apple soll mit Geschäftsgeheimnissen von Qualcomm Modems von Konkurrent Intel verbessert und damit anschließend Qualcomm unter Preisdruck gesetzt haben. Im November 2017 gab es die erste Klage, im September 2018 wurde sie erweitert. Schlussendlich hat Apple den Patentstreit verloren. Das Verkaufsverbot für einige iPhone-Modelle greift ab sofort in deutschen Apple Stores.

Update vom 04. Januar 2018

iPhone 7 und iPhone 8 nicht mehr in Deutschland erhältlich

Dem Chiphersteller Qualcomm ist es nach monatelanger Verhandlungen gelungen, vor dem Landgericht München ein Verkaufsverbot im Zusammenhang mit einem Patentstreit gegen Apple zu erwirken. Nun tritt das Urteil vom 20. Dezember 2018 in Kraft: Apple darf das iPhone 7, iPhone 8 und iPhone X hierzulande nicht mehr über die Ladentheken seiner Apple Stores verkaufen. Letzteres hatte der Hersteller mit der Vorstellung der neuen iPhone Xs-Modelle jedoch zuvor eingestellt. Diese jüngsten Geräte sind von dem Verkaufsverbot jedoch nicht betroffen. Die betroffenen Geräte verstoßen laut Qualcomm gegen Patente des Chip-Herstellers. Dabei handelt es sich um Techniken, die durch einen angepassten Stromverbauch der Telekommunikationschips dafür sorgen, dass der Akku des Smartphones länger hält.

Nach Auffassung des iPhone-Konzerns greift das Verkaufsverbot lediglich in den 15 Apple Stores in Deutschland. Das iPhone 7 und iPhone 8 sollen so weiterhin bei Mobilfunk-Betreibern erhältlich bleiben, wie Apple nach dem Urteil mitteilte. Dennoch fordert Qualcomm auch hier einen Verkaufsstop. Die betroffenen Geräte müssten bei allen Einzelhändlern hierzulande eingezogen werden. Zudem muss Apple eine bislang nicht festgelegte Schadensersatz-Summe an Qualcomm zahlen.

Hinweise verschwinden von der Apple-Webseite

Auf der deutschen Webseite von Apple sind mittlerweile die Informationen zum iPhone 7 und iPhone 8 verschwunden, was bedeutet, dass das Verbot auch für den Online-Store greift. Nach dem Urteil kündigte der iPhone-Konzern aus Cupertino jedoch Berufung an. Für Qualcomm jedoch ist dies der erste Erfolg gegen Apple im Rechtsstreit, der derzeit weltweit ausgetragen wird.

Update vom 20. Dezember 2018

Apple muss iPhone 7 und 8 aus den Läden nehmen

Das Urteil des Landgerichts München gegen Apple, das heute ergangen ist, ist eindeutig: Der Smartphone-Riese verstößt gegen ein Qualcomm-Patent. Apple will aber gegen das Urteil des Münchner Landgerichts in Berufung gehen. Apple soll einen bestimmten Chip in einer ganzen Reihe von iPhone-Modellen eingebaut haben. Dies verstößt gegen das Qualcomm-Patent.

Nun hat Apple bestätigt, dass die betroffenen iPhone-Modelle nicht mehr in den deutschen Läden erhältlich sein sollen. Das bedeutet, dass das iPhone 7 und das iPhone 8 nicht mehr in den 15 offiziellen Apple Stores verkauft werden sollen.

Zumindest gilt diese Aussage, solange das Berufungsverfahren noch läuft. Ob der Verkauf auch im Online-Store von Apple vorerst eingestampft werden soll, ist hierbei allerdings nicht bekannt.

Apple-Verkaufsstopp gilt nicht für Vertriebspartner

Das heißt jedoch nicht, dass es nirgendwo mehr ein iPhone 7 oder 8 zu kaufen gibt. Bei den Vertriebspartnern und angeschlossenen Netzbetreibern gibt es die beiden Modelle weiterhin ganz normal zu kaufen. Es sieht derzeit so aus, als würde Qualcomm durchaus daran interessiert sein, ein Verkaufsverbot gegen Apple zu erlassen. Das würde den US-Chiphersteller allerdings rund 670 Millionen Euro an Sicherheitsleistung an Apple kosten.

Update vom 26. September 2018

Qualcomm: Apple ist nicht nur unlauter, sondern auch kriminell

Im Zuge der Ermittlungen Qualcomms wegen der bestehenden Apple-Klage seien aber noch weit gravierendere Erkenntnisse ans Tageslicht gekommen. So habe Apple nicht nur gegen die Lizenzbedingungen für die Software verstoßen, sondern sie darüber hinaus dafür verwendet, schlechtere Modems von Konkurrent Intel zu verbessern.

Grund für die Apple-Klage: Die Intel-Modems in den neuen iPhonesQuelle: handy.de
Stein des Anstoßes: Die Intel-Modems in den neuen iPhones

Das dadurch verbesserte Produkt habe Apple dann wiederum genutzt, um den Preis der Qualcomm-Modems zu drücken. Ziel dabei sei aber nach Angaben Qualcomms von Anfang an gewesen, zu Konkurrent Intel zu wechseln. Das sei aber erst durch die mit illegalen Mitteln herbeigerufene Verbesserung der Intel-Chips möglich gewesen. Zusammengefasst wirft Qualcomm nichts weniger als Wirtschaftsspionage und (erneut) unlauteres Verhalten vor.

Apple bestreitet erneut Qualcomms Vorwürfe

In einem Statement, dass der Website ArsTechnica vorliegt, bestreitet der iPhone-Hersteller die  Vorwürfe der erweiterten Apple-Klage. Qualcomm erhebe erneut Anschuldigungen, ohne dafür Beweise vorlegen zu können, so Apple. Auch in den neuen Unterlagen, die Qualcomm beim Gericht in San Diego eingereicht habe, befänden sich keinerlei Beweise.

Seit 2011 dauert der Patentstreit zwischen Apple und Samsung. Apple wirft dem Konkurrenten vor, das iPhone-Design gestohlen zu haben. Nach zahlreichen Prozessen haben sich die Hersteller nun überraschend außergerichtlich geeinigt.

Tatsächlich verwendet Apple in seinen neuen Modellen iPhone XS, XS Max und iPhone XR nur noch Modems von Intel. Seit dem iPhone 7 verbaute Apple regional unterschiedliche Modems von Qualcomm und von Intel, davor ausschließlich von Qualcomm. Ob die neuen Vorwürfe nur Zeichen gekränkter Eitelkeit sind oder ob daran tatsächlich etwas dran ist, wird jetzt das Gericht klären müssen.

Am Anfang waren es nur Lizenzverstöße

Ursprünglich ging es in der Apple-Klage unter anderem darum, dass sich Apple angeblich nicht an eine Abmachung gehalten habe, die die Nutzung einer Qualcomm-Software hätte regeln sollen. Die Software sollte der Optimierung von zugekauften Modems für iPads und iPhones dienen.

Nach Angaben von Qualcomm hätte Apple dem Chiphersteller vertraglich geregelt Einsicht darüber geben müssen, wie Apple das Programm bei der Optimierung genau einsetzt. Apple habe diese Einsicht aber bislang verwehrt, so Qualcomm. Außerdem habe Apple entgegen der Vereinbarung keine Liste mit Personen vorgelegt, die Zugriff auf die Software hatten.

Quelle Winfuture heise
Via Caschy's Blog
Kommentare
Mit der Nutzung unserer Kommentarfunktion (Disqus) willigst Du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von Dir angegebener, personenbezogener Daten zu.