Wiko View 2 Pro im Test: Viel Display zum kleinen Preis | handy.de
Testbericht

Wiko View 2 Pro im Test: Viel Display zum kleinen Preis

Premium-Feeling zum Mittelklasse-Preis

Wiko View 2 Pro: Technische Daten

Wiko View 2 Pro
Display 6,0 Zoll, LED-Panel, mit Notch
Auflösung 1.528×720 Pixel
Prozessor Qualcomm Snapdragon 450, 8x 1,8 GHz
RAM 4 GB
Speicher 64 GB, erweiterbar mit Micro-SD um 128 GB
Kamera Dual, 16 MP f/1.75, Zweitkamera: Weitwinkel 120°
Frontkamera 16 MP, f/2.0
Akku 3.000 mAh, nicht wechselbar
Software Android 8.0
IP-Zertifizierung Keine
Entsperrmethoden Fingerabdruck, PIN, Passwort, Android-Gesichtserkennung
Maße & Gewicht 153 x 72 x 8,3 mm, 164 Gramm
Farben Anthrazit, Gold
UVP 299,00 Euro
Marktstart Juni 2018

Leistung: Flüssige Mittelklasse

Im Wiko View 2 Pro steckt ein Rechenkern von Qualcomm. Der Snapdragon 450 bietet acht Kerne. Vier davon kümmern sich um Hintergrundaufgaben, die restlichen vier sind für Spiele und anspruchsvolle Anwendungen zuständig. Der Ende 2017 vorgestellte Prozessor rechnet mit bis zu 1,8 Gigahertz und bietet einen Adreno 506-Grafikchip, der selbst mit aktuellen Spielen klar kommt. Durch das aktuelle Fertigungsverfahren und deutlich kleinere Transistoren soll der Prozessor im Vergleich zum Snapdragon 435 rund vier Stunden mehr Akkulaufzeit bieten. Der 435-Chip kommt im Wiko View 2 zum Einsatz.

Dem Prozessor stehen vier Gigabyte RAM zur Seite, um genügend Anwendungen im Hintergrund laufen lassen zu können. Apps lassen sich im Multitasking-Menü in der Regel direkt wieder öffnen, nur bei großen Spielen ist ein Neustart der App nötig.

Tatsächlich hat der Snapdragon 450 keine Probleme, selbst aktuelle 3D-Spiele anständig zu beschleunigen. Auf dem Handy läuft beispielsweise Playerunknowns Battlegrounds in den niedrigsten Einstellungen mit rund 30 Bildern pro Sekunde. Ältere Titel wie Temple Run stellen keine Probleme dar, das Spiel läuft im Vollbild-Modus (die Notch wird auch vom Spiel genutzt) mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde.

Speicher: Genug Platz für Apps

Das Wiko View  2 Pro ist standardmäßig mit einem Flash-Speicher ausgestattet, der 64 Gigabyte fasst. Direkt nach dem Start des Handys stehen Dir rund 55 Gigabyte zur Verfügung. Der Rest wird für das Betriebssystem und die Formatierung des Flash-Speichers benötigt.

Dir reichen 55 Gigabyte nicht? Kein Problem, der SIM-Kartenslot kann anstelle einer zweiten SIM-Karte auch eine Micro-SD-Karte fassen. Diese darf bis zu 128 GB groß sein.

Wiko View 2 Pro im Benchmark-Test

AnTuTu-Score des View 2 Pro.

In normalen Benchmarks kann das Wiko View 2 Pro ausreichende Ergebnisse erzielen und ungefähr auf Augenhöhe mit dem Moto G6. Es wird deutlich, dass der Prozessor vor allem auf geringeren Energieverbrauch getrimmt wurde. Und, wie gerade schon geschildert: Spiele laufen trotzdem flüssig.

  • AnTuTu-Benchmark: 70.322 Punkte
  • Geekbench 4 Single-Core: 769
  • Geekbench 4 Multi-Core: 3869

Telefonie: Laut, aber undefiniert

Das Wiko View 2 Pro hat zwei Lautsprecher: Einer befindet sich an der Ohrmuschel und ein weiterer am unteren Ende neben dem Micro-USB-Port. Beide Lautsprecher sind vergleichsweise laut. Aber: Es fehlt an Brillanz. Obwohl alle Telefonate mit der Sprachverbesserung HD Voice geführt wurden, blieben Stimmdetails aus.

Störgeräusche konnte das Wiko recht gut filtern. Ein im Hintergrund laufender Ventilator wurde kaum erfasst, sodass der Gesprächspartner das gesprochene Wort gut verstehen konnte. Auch bei der Freisprech-Funktion funktionierte die Filterung gut: Es entstand kein Hall und das Gespräch konnte ohne Probleme geführt werden.

Wiko verbaut – wie in der Mittelklasse üblich – auch noch eine Kopfhörer-Buchse. Die Qualität der Musik ist per Kopfhörer gut. Der Stereo-Effekt kommt gut zur Geltung und ein Grundrauschen lässt sich selbst an einer externen Anlage nicht feststellen.

Internet: Fix unterwegs dank LTE

Der neue Prozessor bringt Funktionen in das Wiko, die in der Mittelklasse bisher kaum vertreten sind: Der LTE-Speed wurde auf bis zu 300 Megabit pro Sekunde im Download erhöht, 150 Mbit/s können hochgeladen werden. Viele Geräte in der gleichen Preisspanne sind durch ein älteres Modem nicht nur langsamer, sondern bei der Kommunikation mit dem Funkmasten auch weniger effizient.

Wiko als französischer Hersteller bietet die Kommunikation über alle in Europa genutzten Funkbänder. Smartphones aus China verzichten häufig auf das LTE-Band 20, weil es im asiatischen Raum nicht genutzt wird. In Deutschland ist Band 20 aber die wichtigste LTE-Frequenz. Deswegen ist es schön, dass Wiko sich für die entsprechende Frequenz entschieden hat. Du solltest mit dem View 2 Pro also an fast jeder Ecke LTE empfangen können – zumindest wenn dies Deine Netzabdeckung vom Mobilfunkanbieter zulässt.

Das Smartphone verbindet sich flott mit dem Mobilfunknetz, nach einem Neustart steht der Datentransfer innerhalb weniger Sekunden. Auch der Transport in der Hosentasche ist kein Problem: Die Antennen liegen so, dass auch beim halb verdeckten Handy alle Funkwellen versendet und empfangen werden können.

Doppelte SIM-Karten

Du kannst mit dem Wiko View 2 Pro zwei SIM-Karten nutzen: Beide SIMs müssen im Nano-Formfaktor zugeschnitten sein. Für die Karten lassen sich spezielle Funktionen zuweisen: Jeweils eine der zwei Karten kann im Internet surfen, telefonieren und SMS versenden. Möchtest Du eine Micro-SD-Karte nutzen, fällt einer der beiden Slots weg.

Welche SIM-Karte benötige ich für mein Handy?

WLAN: 5 GHz fehlt

Schade eigentlich: Nutzt Du zuhause ein 5 GHz-WLAN, wird das Wiko sich damit nicht verbinden können. Das Handy findet nur drahtlose Netzwerke auf der normalen 2,4 GHz-Frequenz. Im Alltag ist das meist nicht schlimm, weil die meisten WLAN-Router sowohl mit 2,4 als auch 5 Gigahertz senden. Trotzdem wäre eine Verbindung mit den neueren Funknetzen schön gewesen.

Ganz schnelle Verbindungen schafft das Wiko im WLAN nicht: In einem WLAN-Netz mit 150 Megabit Down- und 20 Megabit Upstream erreicht das Wiko lediglich 20 Megabit im Download und 4 Megabit im Upload. Ein Surface Pro 4 und ein Xiaomi Mi 5 schaffen aus der gleichen Entfernung 45 Megabit Down- und 6 Megabit Upload.

Software: Aktuelles Android, einige Sonderfunktionen

Das Wiko View 2 Pro wird mit Android 8.0 ausgeliefert. Bisher (Juni 2018) gibt es noch keine neueren Updates, für Android 8.1 gibt es noch keinen Update-Termin. Trotzdem kommen schon fleißig Sicherheitsupdates auf das Smartphone, die neuesten Virendefinitionen sind monatlich als Over The Air-Update installierbar.

Als Custom ROM kommt eine Lösung zum Einsatz, die allerdings keinen klingenden Eigennamen trägt. Das Stock-Android wurde optisch an ein paar Stellen verändert. Vor allem bei der Notch fällt das auf: Die Benachrichtigungsleiste wurde speziell auf die tiefe Notch angepasst. Auch hier gibt es noch keine Updates.

Für die Nutzer des Wiko View 2 Pro gibt es Sonderfunktionen, die die Bedienung etwas erleichtern. Das Display kann durch ein Doppeltippen zum Leben erweckt werden. So musst Du nicht immer den Ein-Aus-Knopf drücken oder das Handy sogar anheben, um das Fingerabdruck-Lesegerät zu betätigen. Außerdem kannst Du die Notch durch einen kleinen versteckten Button in der Navigationsleiste aktivieren oder deaktivieren. In den meisten Anwendungen sieht der aktive Modus am besten aus, manche nicht angepasste Apps sollten aber im deaktivierten Zustand starten.

Das Handy ist komplett frei von sogenannter Bloatware: Es gibt keine Apps, die vom Hersteller ohne Grund installiert wurden. Neben den Google-Anwendungen findet sich nur die App „WiLine“ auf dem Telefon. Diese wird benötigt, um spezielle Hüllen zur Annahme von Telefonaten zu konfigurieren.

Sensoren: Fingerabdruck klappt (theoretisch)

Das Wiko View 2 Pro hat aufgrund der großen Bildschirmdiagonale keinen Fingerabdruckscanner mehr auf der Vorderseite. Stattdessen landete der Sensor mittig auf der Rückseite. Die Positionierung ist gut, vielleicht hätte der ungefähr ein Zentimeter große Kreis etwas weiter unten verbaut werden können.

Der Fingerabdrucksensor des Wiko View 2 Pro ist etwas träge.

Die Reaktionszeit des Fingerprint-Sensors lässt jedoch Platz für Wünsche: Während viele High-End-Smartphones innerhalb eines Sekundenbruchteils den Fingerabdruck analysieren und das Handy entsperren, braucht das View 2 Pro dafür eine klar merkliche Reaktionszeit. Unter 0,3 Sekunden ließ sich das Wiko nicht einmal entsperren. Und nein, weder waren die Fingerkuppen nass noch anderweitig verklebt und somit unlesbar.

Zusätzlich dazu erkennt das Wiko häufig Finger einfach nicht. Teils ist das Problem so groß, dass fünf Anmeldeversuche fehlschlagen. Daraufhin lässt sich das Gerät nur per Code reaktivieren. Vor allem bei häufiger Nutzung stört die Ungenauigkeit sehr.

Das Gerät lässt sich mit der normalen Android-Gesichtserkennung entsperren. Diese ist jedoch wegen eines fehlenden Infrarot-Lichtes nachts nicht nutzbar. Außerdem lässt sich die „Face Unlock“-Funktion bei Android-Smartphones durchaus durch ein einfaches Foto austricksen. Dies gelang uns z.B. schon mit dem Huawei P20 Pro und dem P20.