Wiko View 2 Pro im Test: Viel Display zum kleinen Preis | handy.de

Wiko View 2 Pro im Test: Viel Display zum kleinen Preis

Premium-Feeling zum Mittelklasse-Preis

Zum Mobile World Congress stellte Wiko insgesamt acht neue Handys vor – eines davon das Wiko View 2 Pro. Es überzeugt mit der Optik eines High-End-Smartphones, bietet eine Dualkamera und kommt mit Notch daher – trotzdem ist der Preis relativ gering. Was der Franzose wirklich kann, liest Du hier im Test.

Design und Verarbeitung: Hochwertig, aber rutschig

Der Hersteller Wiko kommt aus Frankreich – das präsentiert die Firma auch auf der Rückseite des Handys, die, wie der Rest des Gerätes, sehr hochwertig verarbeitet ist. Es gibt keine Fertigungsungenauigkeiten, keine Kanten und ein fieses Knarzen wirst Du bei der Benutzung des Handys auch nicht feststellen müssen.

Die Rückseite aus Glas ist sehr edel.

Sowohl Vorder- als auch Rückseite des Smartphones bestehen komplett aus Glas. Auf der Front findet sich hinter fast jeder Stelle des Glases das große Display. Es ist an den Seiten und am oberen Ende fast randlos, nur die Frontkamera sticht mittig hervor. Die Rückseite besteht aus speziell beschichtetem Glas, das besondere Reflektionen erlaubt – ganz ähnlich zum Twilight-Effekt beim Huawei P20 Pro. Der Effekt sieht vor allem in schattigen Lichtverhältnissen gut aus und ist interessanter als eine schnöde einfarbige Plastik- oder Aluminiumrückseite. Unser Testgerät hat die Farbe Anthrazit, als zweite Option gibt es ein goldenes Modell.

Fingerabdrücke werden vom Wiko View 2 Pro magisch angezogen. Dieses Problem hat aber jedes Handy mit Glasrückseite

Einerseits sieht das Glas für ein Mittelklasse-Smartphone verdammt gut aus – andererseits hat das auch zwei Nebenwirkungen: Das Gerät ist relativ rutschig und muss desöfteren nachgegriffen werden, damit es nicht aus der Hand fällt. Sind Deine Finger generell etwas griffiger, passiert das nicht. Allerdings gibt es dann ein Fingerabdruck-Kunstwerk auf der Rückseite. Glücklicherweise reicht es, das Glas mit Stoff abzuwischen. Danach sieht das Glas so aus wie vorher.

Der Rahmen besteht aus gebürstetem Aluminium. Er fühlt sich stabil an und ist dunkel gehalten. An den Seiten zum Display und der Rückseite ist die Kante angeschliffen, sodass die silberne Grundfarbe des Aluminiums einen Kontrast setzt.

Maße und Anschlüsse

Das Smartphone wiegt 164 Gramm. Damit gehört es nicht zu den Leichtgewichten, ist aber noch nicht zu schwer. Zum Vergleich: Das iPhone X ist etwas kleiner und wiegt dennoch stolze zehn Gramm mehr. Die Ausmaße von 153 x 72,6 x 8,3 mm sind für die gebotene Displaydiagonale gut.

Auf der Unterseite findet sich der Micro-USB-Anschluss, ein Lautsprecher und ein Mikrofon.

Das Wiko View 2 kommt mit einem Klinkenanschluss auf der Oberseite daher. Du kannst also wie gewohnt Kopfhörer anschließen. Solltest Du vorher ein Handy mit Micro-USB-Anschluss besessen haben, musst Du dich auch hier nicht umgewöhnen: Wiko verbaut statt dem eigentlich inzwischen geläufigen USB Typ-C-Anschluss noch eine Micro-USB-Buchse, die dann auch noch um 180 Grad verdreht eingesetzt ist. Schade, denn der USB Typ-C-Anschluss hat sich mittlerweile auch in der Mittelklasse sehr etabliert. Als Wiko View 2 Pro-Nutzer muss man also weiter genau hinsehen, wie das Kabel richtig herum eingeführt wird.

Das Fingerabdruck-Lesegerät ist mittig auf der Rückseite platziert worden. Der Sensor liegt etwas höher, sodass kleinere Hände vor der Bedienung des runden Pads unter Umständen umgreifen müssen. Leider ist das Lesegerät nicht besonders schnell und genau: Immer wieder muss der Finger erneut aufgelegt werden. Nach fünf fehlgeschlagenen Versuchen wartet dann die PIN-Eingabe. Das passiert leider viel zu häufig.

Display: Preis-Leistung grandios

Der Kaufgrund für das Wiko View 2 Pro schlechthin wird das Display sein. In der Preisklasse des Handys hat kaum ein Gerät so einen großen Screen. Dieser misst von Ecke zu Ecke 6,0 Zoll. Das Displayverhältnis liegt bei 19:9, damit schließt sich Wiko den großen Vorbildern an. Das neue Seitenverhältnis sorgt für ein besseres Haltegefühl, während das Display trotzdem vergleichsweise groß ist.

Das View 2 Pro verbaut einen LCD-Bildschirm, um den Preis günstig zu halten. Darunter leidet der Kontrast, der Betrachtungswinkel und die Farbwiedergabe. Das Display ist eher in der Mittelklasse einzuordnen. Vor allem bei der Anzeige von Benachrichtigungen in einer Art Always-On-Display fällt das auf: Der eigentlich schwarze Hintergrund schimmert und erscheint grau. OLED-Bildschirme kommen mit solchen Kontrasten besser zurecht, weil die einzelnen Pixel beleuchtet werden. Bei der normalen LCD-Technik, die auch beim Wiko zum Einsatz kommt, wird der ganze Screen hintergrundbeleuchtet.

OLED, IPS, Retina: So unterscheiden sich die Displayarten

Die Auflösung des Displays liegt bei 1.528 x 720 Pixeln – für die Preisklasse ist das noch gerade eben vertretbar. Vergleichbare Handys verbauen inzwischen Full-HD-Panels, also mit einer Auflösung von mindestens 1.920 x 1.080 Pixeln. Negativ fällt die geringe Pixelanzahl aber kaum auf. Aus der normalen Betrachtungsentfernung sind keine einzelne Bildpunkte zu erkennen.

Einen kleinen Knackpunkt gibt es bei der Auflösung dann aber doch: Video-Anwendungen wie YouTube erlauben kein Streaming von Full-HD-Videos, maximal kommen 720p an. An sich wäre das kein Problem, hätte die YouTube-App nicht eine Skalierungsanpassung auf das neue, breitere Bildschirmformat. Dadurch wird näher an das Video heran gezoomt und es bildet sich bei qualitativ nicht so hochwertigen Videos ein Pixelbrei.

Notch: Nicht breit, aber tief

Das Wiko View 2 Pro gehört zu den günstigsten Smartphones mit einer sogenannten Notch. Die Aussparung bzw. Kerbe im Display beheimatet die Frontkamera. Somit kannst Du ganz normale Selfies aufnehmen.

Allerdings fällt die Notch auch negativ auf: Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Notch zwar recht schmal. Es ist nur eine Kamera eingebaut, kein Entfernungsmesser, Helligkeitssensor oder Lautsprecher. Aber: Wiko hat sich dafür entschieden, einen sehr tiefen breiten schwarzen Rand um die Linse zu platzieren. Dadurch geht die Notch sehr tief, was manche Apps nicht besonders schön erscheinen lässt.

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