Vodafone und Telekom beschleunigen 5G-Ausbau | handy.de
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Vodafone und Telekom beschleunigen 5G-Ausbau

Neue Antennen und Tricks bei verwendeten Frequenzen für höheren Durchsatz

Dynamic Spectrum Sharing – das ist der Name des neuen Tricks, der jetzt im Vodafone- und Telekom-Netz deutschlandweit ausgerollt wird. Sinn und Zweck: Die Bündelung von 4G- und 5G-Ressourcen, um einerseits schnellere Downloads zu ermöglichen, andererseits aber auch eine größere Reichweite zur Verfügung stellen zu können. Gleichzeitig nutzt die Technik alte nicht mehr benötigte Frequenzen (Beispielsweise das GSM-Netz aus der ersten Mobilfunkgeneration) und strahlt hier im 5G-Standard aus.

Die Ziele von Vodafone sind schon länger bekannt: Bis 2021 sollen rund 20 Millionen Menschen in Deutschland 5G nutzen. Dass das nicht mit den bisherigen 20 Teststandorten klappt, ist klar. Auch der Ausbau der neuen Frequenzen auf 3,7 GHz wird lange dauern – die Übertragungswege zwischen Antenne und Smartphone dürfen nicht zu groß sein, um eine hohe Datenrate zu garantieren.

Deswegen wird mit DSS (Dynamic Spectrum Sharing) nun auf anderen Frequenzen gefunkt, die wahlweise brach lagen oder nur noch im Standby aktiv waren. Beide Anbieter nutzen alte Frequenzen aus einem Spektrum um die 700 Megahertz. Übertragungsgeschwindigkeit: Bis 200 Megabit pro Sekunde – beim vorherigen Standard waren maximal 42 Mbit/s möglich.

5G: So funktioniert DSS

Auch die Telekom startet ab heute mit DSS. Die genutzte Frequenz liegt beim rosa Riesen bei 2,1 Gigahertz. Damit ist die Datenübertragungsrate höher als bei Vodafone, dafür ist die Reichweite etwas schlechter. Die Telekom möchte bis Ende des Jahres weitere Funkbänder für DSS freigeben.

Frequenzen neu belegt: Gehen jetzt alte Handys nicht mehr?

Wenn in allen Funkbändern jetzt Frequenzen für 5G geopfert werden, können alte Smartphones noch weiterhin das Mobilfunknetz nutzen? Die Antwort lautet vorläufig ja. Bisher wurde aus jedem der Übertragungstechnologien und deren Frequenzen nur einzelne kleine Bänder an DSS „geopfert“. Das hat nur geringe Auswirkungen auf das Netz, da es sowieso nur noch sehr wenige Nutzer von GSM, UMTS und 3G gibt. Die Frequenz-Neuzuordnung ist also vorerst für Liebhaber des Nokia 3310 kein Problem.

Kritisch wird es wahrscheinlich in ein paar Jahren, wenn 5G in 90% aller in Deutschland genutzten Smartphones verbaut ist. Dann fällt der Bedarf nach alten Technologien und umso mehr Megahertz-Blöcke stehen für DSS zur Verfügung. Deswegen: Auch mit 10 Jahre alten Handys bist Du noch für eine gute Zeit fit im Mobilfunknetz unterwegs.

Die wichtigsten Mobilfunk-Frequenzen im Überblick

  • 700 MHz: LTE Band 28, zusätzlich 5G Band N28 (DSS)
  • 800 MHz: LTE Band 20
  • 900 MHz: GSM, LTE Band 8
  • 1500 MHz: LTE Band 32
  • 1800 MHz: GSM, LTE Band 3
  • 2100 MHz: UMTS, zusätzlich LTE Band 1 und 5G (DSS)
  • 2600 MHz: LTE Band 7
  • 3,4-3,7 GHz: 5G Band N78
  • 26+ GHz: Mögliche offene Frequenzen für 5G

Offenbar will der Staat auch 5G abhören. Wie genau das aussehen könnte, beantwortet nun eine Kleine Anfrage eines Linken-Politikers an das Bundesinnenministerium.