Vivo Nex Ultimate im Test: Die Zukunft erreicht Europa | handy.de
Testbericht

Vivo Nex Ultimate im Test: Die Zukunft erreicht Europa

Das futuristische Handy, über das alle sprechen

Die Kamera: Starke Performance mit AI-Funktionen

Auf der Rückseite des Vivo Nex Ultimate kommt eine Dual-Kamera mit 12 + 5 Megapixeln zum

Einsatz. Auf dem Datenblatt macht sich besonders die vierachsige optische Bildstabilisierung sehr gut. Ebenso die f/1.8-Blende katapultiert die Kamera in den Oberklasse-Bereich. Wie bereits erwähnt, sorgt zudem der Snapdragon 845 für die KI-fähigkeit der Dual-Kamera. Leider kommt das Google-Lens-Pendant ausschließlich in Chinesisch und ist hierzulande nicht zu gebrauchen. Dafür funktioniert es immerhin einwandfrei – vielleicht liefert der Hersteller auch aufgrund der hohen Nachfrage hier in Europa noch via Software-Update nach.

Die Ergebnisse der Kamera sind beeindruckend. Das Vivo Nex Ultimate bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten und Modi. Beispielsweise einen Pro-Modus, Panorama oder AI-Filter. Zudem können Aufnahmen in HDR erstellt werden und eine Porträt-Funktion bringt das Handy ebenfalls mit. Der Bokeh-Effekt wirkt auf den Ergebnissen sehr gut und sauber – so manches Android-Smartphone könnte sich davon eine Scheibe abschneiden. Auch bei Dämmerung oder schlechten Lichtverhältnissen können sich die Ergebnisse durchaus sehen lassen. Während der Kontrast der Fotos gestochen scharf rüberkommt, sind die Farben etwas zu intensiv berechnet. Aber auch hier haben wir schon eine krassere Farbintensität erlebt, beispielsweise bei der Dual-Kamera des Honor 10.

Quelle: Julia Froolyks / handy.de

Beam me up, Scotty: Die verrückte Frontkamera

Ein absolutes Highlight ist die 8-Megapixel-Frontkamera des Vivo Nex Ultimate. Die Linse hat der Hersteller auf einem kleinen Podest innerhalb des Gehäuses verschwinden lassen. Ein Motor fährt sie bei Bedarf heraus. Dabei lassen sich drei unterschiedliche Geräusche für diesen Vorgang innerhalb der Kamera-App einstellen. Doch auch ohne softwareseitige klangliche Unterstützung hört sich das Motorengeräusch schon ziemlich cool und sehr nerdy an.

Vivo Nex Ultimate im Test Quelle: Julia Froolyks / handy.de

Die Ergebnisse der Frontkamera sind in Ordnung. Wer die Selfie-Kamera korrekt einstellt, erhält Fotos, bei denen nicht das ganze Gesicht wie glattgebügelt erscheint. Doch es scheint, als sei die Kamera-Software eher auf das Gegenteil ausgelegt: Mit vielen Einstellungsmöglichkeiten kann das Gesicht noch nach Belieben verschlankt, die Augen vergrößert und die Nase verkleinert werden – genau so mag es der chinesische Markt ja. Während des Tests kamen wir ins Staunen, denn die virtuelle Schönheits-OP hat das Vivo Nex Ultimate perfektioniert. Die Frontkamera ist eine sehr lustige Spielerei und macht wirklich Spaß. Echte Studio-Bilder sind aber leider nicht möglich. Zu erwähnen sei auf jeden Fall noch der sehr gute Sicherheitsaspekt: Sollte eine App unbemerkt die Frontkamera aktivieren wollen, würden Nutzer das durch das Herausfahren sofort bemerken.

Die Dual-Kamera des Vivo Nex Ultimate gefiel uns im Test sehr gut. Der Bokeh-Effekt ist sauber und sieht sehr professionell aus und auch bei schlechten Lichtbedingungen kommt es erst spät zum Bildrauschen. Die Frontkamera ist ein Highlight in Sachen Spielerei und Sicherheit. Aber einen echten Foto-Mehrwert bringt sie nicht.

Akku: Kleine Schummelei in Sachen Kapazität

Der Akkutest des Vivo Nex Ultimate verlief unauffällig. Standardisiert durchlief das Gerät den achtstündigen Intensiv-Test, der zu je 30 Minuten folgende Disziplinen umfasst:

  • Telefonieren
  • Surfen im Chrome-Browser
  • Surfen in sozialen Netzwerken
  • Streamen von Musik innerhalb der Radio.de-App
  • Streamen von HD-Videos auf YouTube
  • Fotografieren
  • Spielen eines 3D-Games (in diesem Fall Hearthstone)

Always-On lässt sich regulieren

Beim Kontrollieren der Akku-Kapazität innerhalb der Einstellungen-App fiel zunächst auf, dass Vivo hier anscheinend im Datenblatt 100 mAh unter den Tisch fallen lässt. Sprich: Das Nex Ultimate verfügt laut Angaben im Gerät über eine Akku-Kapazität von 3.900 mAh. Im Datenblatt

schreibt Vivo jedoch 4.000 mAh. Nichtsdestotrotz zeigt sich das Smartphone mit einer durchschnittlichen Ausdauer. Nach einer Nutzungsdauer von acht Stunden inkl. Aktivierung von WLAN und mit aktivierter SIM-Karte zeigte das Handy eine solide Restladung von 60 Prozent an. Darauf folgte die 16-stündige Standby-Phase, in der das Smartphone zwar unberührt blieb, alle Verbindungsmöglichkeiten und Benachrichtigungen jedoch aktiviert blieben. Auch das Always-On-Display zeigte bis 00:00 Uhr Uhrzeit, Wetter-Infos und Akku-Stand an.

Das zog merklich am Akku: Nach einer gesamten Nutzungsdauer von 24 Stunden zeigte das Vivo Nex Ultimate eine Restladung von 48 Prozent an und verlor damit in 16 Stunden Standby-Zeit stolze zwölf Prozent. Die Funktion trägt den liebevoll übersetzten Namen „Immer-an-Uhr“ und lässt sich in den Einstellungen abschalten. Auch ein Zeitraum für das Feature lässt sich hier einstellen. Voreingestellt ist 08:00 Uhr bis 00:00 Uhr.

Leider verfügt Funtouch OS nicht über detaillierte Akku-Informationen, weshalb wir an dieser Stelle auf Beleg-Screenshots verzichten müssen.

Die maximale Kapazität von 3.900 mAh klingt zunächst nicht nach viel! Doch aufgrund der High-End-Komponenten, die viel Strom verbrauchen, darunter das riesige Display, weist das Vivo Nex Ultimate ein richtig gutes Energie-Management auf. Die Ausdauer ist zufriedenstellend. Wer noch mehr rausholen will, sollte auf die Always-On-Funktion verzichten.

Fazit – Soll ich’s wirklich machen oder lass ich’s lieber sein: Jein

Das Vivo Nex Ultimate ist ein richtig tolles High-End-Smartphone, keine Frage. Das Funtouch OS 4.0, basierend auf Android 8.1 und mit Sicherheitspatch aus Juni, ist sehr ausgeklügelt aufbereitet und sogar in sehr gutes Deutsch übersetzt. Hier und da wird dennoch deutlich, dass das Smartphone für den chinesischen Markt konzipiert wurde. Viele vorinstallierte Apps sind darauf ausgelegt, ebenso der smarte Assistent Jovi, dem Vivo eine eigene Taste spendiert hat. Für das Gerät spricht das futuristische hochwertige Design. Smartphone-Fans werden sich sofort in das Gerät verlieben. Die Dual-Kamera liefert richtig gut ab und das Display lädt zum stundenlangen Ansehen ein.

Leider ist die Gesprächsqualität beim Telefonieren ein absolutes No-Go. Allein beim Gedanken an wichtige Business-Calls macht sich ein Gefühl von Fremdschämen breit. Zudem lassen sich viele Apps nur über Umwege installieren für jemanden, der sich das Handy bei Tradingshenzen bestellt, ist das aber sicherlich kein Hindernis. Otto-Normal-Verbraucher werden daran jedoch verzweifeln. Der Preis von 667 Euro bzw. 687 Euro Euro ist zwar gerechtfertigt und im Vergleich zu aktuellen Flaggschiffen auch deutlich günstiger. Der Mangel in der Gesprächsqualität und der eher unausgereifte Fingerabdrucksensor sind allerdings ein sehr großes Argument gegen die Anschaffung.

Alternativen

So richtig vergleichbar ist das Vivo Nex Ultimate nicht. Rein aus technischem Aspekt lohnt sich der Blick auf das Honor 10, das vor allem durch sein Design ein echter Eyecatcher ist. Das Display kommt zwar „nur“ auf 5,84 Zoll, dafür löst es ebenso kristallklar auf wie das sAMOLED-Display des Vivo Nex Ultimate. Der Kirin 970 von HiSilicon leistet in dem günstigen Flaggschiff ebenfalls gute Arbeit, wie der Test eindrücklich belegt:

Das Honor 10 ist da. Es besticht auch durch eine smarte Dual-Kamera und natürlich ein aufregendes Design. Wir haben das Honor 10 ausführlich getestet und verraten, warum das Smartphone unbedingt Geduld erfordert, bis es zum perfekten Handy wird.

Wer ansonsten bewusst auf der Suche nach einem Import-Gerät ist, sollte sich im Portfolio von Xiaomi umsehen. So bietet beispielsweise das Xiaomi Mi 8 ebenfalls einen Fingerabdrucksensor unter dem Display und eine Dual-Kamera auf der Rückseite. Das Xiaomi Mi 8 kostet dabei nur knapp 200 Euro.

In Shenzhen wurde heute offiziell das Xiaomi Mi 8, das High-End-Smartphone des chinesischen Herstellers, vorgestellt. Es bietet einen schnellen Prozessor, einmalige Funktionen und ist nicht besonders teuer.