Spotify: Standort soll Missbrauch des Familientarifs aufdecken | handy.de
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Spotify: Nutzer-Standort soll Missbrauch des Familientarifs aufdecken

Tarif "Premium Family" wird wohl immer öfter ausgenutzt

Spotify Premium Family ist die Lösung für Familien, wenn es darum geht, für möglichst wenig Geld Millionen von Titel ohne Werbung streamen zu können. Denn während ein einzelner Premium-Account monatlich 9,99 Euro kostet, verlangt der Anbieter für bis zu sechs Familienmitglieder lediglich insgesamt 14,99 Euro. Doch die Familienoption wird offenbar häufig ausgenutzt.

Streaming über Spotify ist einfach und günstig

Früher musste man Musik-CDs oder – noch früher – Schallplatten kaufen. Mit besserer Technik konnten sich Nutzer dann später Musik-Kassetten mit Lieblingsliedern zusammenstellen und irgendwann Musik-CDs zu MP3-Sammlungen rippen. Heute ist das noch einfacher, das Zauberwort heißt Streaming.

Spotify-UpdateQuelle: ©Kaspars Grinvalds - stock.adobe.com

So bekommt der Musikliebhaber bei Spotify für knapp zehn Euro monatlich Millionen von Songs zur Verfügung gestellt. Kopieren, Rippen oder sonstige zeitaufwändige und oft illegale Aktivitäten entfallen. Doch auch wenn für zehn Euro nicht einmal eine einzige CD oder – inzwischen wieder aktuell – Schallplatte zu bekommen sind, ist dieser Betrag offenbar immer mehr Nutzern dennoch zu viel.

Premium Family ab 2,50 Euro pro Monat

Der Tarif Premium Family bietet sogar bis zu sechs Familienmitgliedern einen werbefreien Tarif für insgesamt 14,99 Euro monatlich an. Umgerechnet sind das gerade einmal 2,50 Euro pro Person. Einzige Voraussetzung dafür: Die Familienmitglieder müssen alle „die gleiche Anschrift haben“. Bislang wurde das aber nicht wirklich überprüft, stattdessen reichte es, einfach die gleiche Adresse wie der Account-Halter anzugeben. Entsprechend wurden offenbar die fünf anderen Zugänge im Freundeskreis weitergegeben und Spotify entgeht eine Menge Geld.

Dagegen will der Streaming-Dienst jetzt offenbar vorgehen. Medien aus den USA, aber auch aus Deutschland berichten, dass einige Spotify-Nutzer per E-Mail angeschrieben worden seien. Darin hieß es, dass sie ihre postalische Anschrift bestätigen müssten, da ihnen sonst ihr Zugang gesperrt werden könne. Während diese Absicherung Spotifys grundsätzlich durchaus nachvollziehbar erscheint, schießt Spotify aber mit der weiteren Vorgehensweise über das Ziel hinaus.

Standortfreigabe ohne Einschränkung?

Denn der Streaming-Anbieter fordert für die erneute Bestätigung eine Standortfreigabe, um die Aussage des Nutzers verifizieren zu können. Zwar heißt es, dass Spotify die Standortdaten nur für die Bestätigung des Standortes verwendet. Was nach der einmaligen Bestätigung damit geschieht, verschweigt der Anbieter jedoch. Theoretisch wäre es daher auch denkbar, dass Spotify dauerhaft die GPS-Daten der Nutzer mit den entsprechenden Konten verbindet, um so Rückschlüsse auf den tatsächlichen Wohnort zu ziehen.

Der Musik-Streaming-Dienst Spotify hat das Offline-Limit erhöht. Nutzer können mit Spotify Premium nun bis zu 10.000 Songs herunterladen und auch dann abspielen, wenn keine Internet-Verbindung vorhanden ist.

Einige Medien bemängeln darüber hinaus, dass es ja auch sein könne, dass erwachsene Kinder bereits ausgezogen und in einer anderen Stadt leben könnten. Auch eine in Trennung lebende Familie mit unterschiedlichen Wohnorten könne dann entgegen dem Familien-Gedanken nicht mehr vom Family-Abo profitieren. Trotz des Namens des Abos dürfte das aber wegen der Voraussetzung der gleichen Wohnanschrift von Spotify nie anders gedacht gewesen sein. In dieser Beziehung handelt Spotify wie der Deutsche Staat bei der Rundfunkgebühr. Auch die muss jeder Haushalt zahlen – nicht jede Familie.