Sony Xperia XZ3 Test: Schön, schnell und doch mit Aber | handy.de
Testbericht

Sony Xperia XZ3 im Test: Schön, schnell und doch mit Aber

Design, System und Leistung gefallen - die Kamera dafür weniger

Auf der IFA 2018 hat Sony seine neuesten Produkte vorgestellt. Im Mobile-Bereich stand dabei das Sony Xperia XZ3 im Fokus – das neue Flaggschiff, das das Xperia XZ2 ablöst. Viel Zeit hat der Hersteller seinem Vorgänger als Top-Modell nicht gelassen. Nur ein halbes Jahr nach dessen Vorstellung gibt es mit dem Xperia XZ3 bereits das nächste Oberklasse-Modell. Dabei zeigt sich das neue Smartphone im Test nicht nur in einem etwas anderen Look, auch im Inneren hat Sony einige Änderungen vorgenommen. Welche das genau sind und ob das Sony Xperia XZ3 überzeugen kann, erfährst Du in unserem Testbericht.

Design und Verarbeitung

Sony Xperia XZ3: Größer und „runder“ als frühere Modelle

Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist das Sony Xperia XZ3 wieder ein Stück gewachsen. Und zwar auf eine Display-Diagonale von satten 6 Zoll. Das zeigt sich auch in der Höhe des Gehäuses, das jetzt mit 158 x 73 x 9,9 mm genau 5 mm mehr nach oben ragt als beim Xperia XZ2. Dafür ist das neue Sony-Smartphone ein gutes Stück schlanker und mit 195 Gramm auch etwas leichter geworden. In kleinen Händen wirkt das Smartphone allerdings recht groß. Der Betrieb mit nur einer Hand ist nicht möglich. Dafür schmiegt sich das Xperia XZ3 durch die abgerundeten Kanten nahezu in die Handfläche.

Optisch zeigt sich die größte Veränderung aber im Display selbst. Denn das ist beim Xperia XZ3 zu den Seiten hin leicht gebogen. Dadurch verstärkt sich der randlose Look des Fullview-Designs. Generell wirkt das Design durch seine abgerundeten Kanten und Ecken deutlich sanfter als zuvor. Die geschwungene Glasrückseite macht das Smartphone allerdings sehr rutschig. Auf einer glatten Fläche kann es durchaus passieren, dass das Gerät wegrutscht und im schlimmsten Fall vom Tisch fällt. Das war schon beim Vorgänger ein Problem und ist uns auch im Xperia XZ3 Test passiert. Immerhin ist das Smartphone aber solide genug gefertigt, um kleinere Stürze ohne Schaden zu überstehen. Weder das Display ist gebrochen, noch war das Gehäuse nach dem Sturz beschädigt. Dazu trägt auch Gorilla Glass 5 bei, das sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite als Schutzglas zum Einsatz kommt.

Anordnung von Tasten und Sensoren

Die Tasten beim Sony Xperia XZ3 sind allesamt auf der rechten Seite angeordnet. Dort befindet sich zu oberst die Lautstärkewippe gefolgt von dem Power-Button direkt in der Mitte der Längsseite. Etwas weiter darunter ist die Kamera-Taste untergekommen – eine Besonderheit von Sony, die der Hersteller bereits seit vielen Smartphone-Generationen beibehalten hat. Abgesehen von der etwas tiefen Platzierung des Power-Buttons, sind die Tasten allesamt recht gut erreichbar. Der Druckpunkt ist knackig, was die Bedienung weiter vereinfacht.

Auf eine Klinkenbuchse verzichtet Sony auch beim Xperia XZ3. Stattdessen setzt der Hersteller wie schon beim Vorgänger einzig auf einen USB-C-Port. Der Lautsprecher ist wieder im Übergang zwischen dem Rahmen und dem Display untergekommen. Das war schon beim Xperia XZ2 so und stellte sich im Alltag als durchaus praktisch heraus, da er dann mehr nach vorne abstrahlt als bei einer Positionierung am Rand.

Schade ist jedoch die ebenfalls beibehaltene Position des rückseitigen Fingerabdrucksensors. Dieser ist unserer Meinung nach deutlich zu niedrig angesetzt. Statt auf den Sensor fassten wir im Xperia XZ3 Test daher häufig auf die Kamera-Linse, die dadurch beschmutzt wird. Um den Sensor zu erreichen, mussten wir unseren Finger deutlich knicken. Das ist nicht intuitiv und dazu noch unbequem. Die Problematik hatten wir bereits beim Sony Xperia XZ2 bemängelt – schade, dass Sony hier nicht nachgebessert und den Fingerabdrucksensor etwas anders positioniert hat.

Geschützt nach IP68/65, aber eine Spalte sorgt für Ärger

Die Verarbeitung des Xperia XZ3 ist wie erwähnt gut, wirft aber an der ein oder anderen Stelle Fragen auf. So erkennen wir im Xperia XZ3 Test eine deutliche Spalte beim Übergang von der geschwungenen Rückseite zum seitlichen Rand. Oberhalb des USB-C-Ports ist diese Spalte sogar so deutlich, dass ein Fingernagel dazwischen passt. Bei längerer Nutzung können sich hier Staub oder andere Schmutzpartikel ablagern. Problematisch ist das deshalb, da das Sony Xperia XZ3 nach IP65/68 eigentlich vor Wasser und Staub geschützt ist und daher unter Umständen auch mal mehr Staub und Sand ausgesetzt werden könnte als andere Geräte. Die feinen Partikel dann wieder aus der Spalte zu entfernen, wird mühselig.

Der USB-C-Port und die relativ große Spalte beim Xperia XZ3Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Hier ist die besagte Spalte oberhalb des USB-C-Ports gut zu erkennen.

Das Design des Sony Xperia XZ3 ist insgesamt etwas runder. Der Hersteller hat sich endgültig von dem lange typischen kantigen Look verabschiedet. Durch die rundere Formgebung liegt das Smartphone trotz seiner nochmal gewachsenen Größe gut in der Hand. Die Tastenanordnung ist zum Vorgänger gleich geblieben. Das gilt leider auch für die Position des Fingerabdrucksensors, die leider weiterhin zu tief ist. Positiv ist der Schutz vor Wasser und Staub nach IP68/65. Damit einher geht die allgemein sorgfältige und solide Verarbeitung. Einzig ein deutlicher Spalt am Übergang von der Rückseite zum Gehäuserand stört den Eindruck. Hier können Schmutzpartikel nur allzu leicht hängen bleiben.

Mit dem Xperia XZ3 hat Sony innerhalb von nur einem Jahr das mittlerweile dritte Oberklasse-Smartphone der XZ-Reihe vorgestellt. Es folgt dem Xperia XZ2 und dem Xperia XZ1. Doch worin unterscheiden sich die Geräte? Wir haben den Vergleich gemacht.

Display: Der Wechsel auf die OLED-Technologie

Das Display des Sony Xperia XZ3 hat eine Besonderheit. Sony setzt hier nicht mehr auf die LCD-Technologie, sondern verwendet ein OLED-Display mit Bravia TV-Technologie. Die Diagonale wurde von 5,7 Zoll beim XZ2 auf glatte 6 Zoll beim XZ3 erhöht. Auch die Auflösung wurde nach oben angepasst und beträgt nun 1.440 x 2.880 Pixel und somit QHD+. Was die Erhöhung der Pixel ausmacht, erkennst Du ganz gut an der Pixeldichte. Beim Sony Xperia XZ2 beträgt diese noch 424 ppi, während der Wert beim Xperia XZ3 bei satten 537 ppi liegt. Zusammen mit der hohen Displayhelligkeit trägt die Pixeldichte dazu bei, dass sich der Bildschirm sehr gut ablesen lässt. Die stabilen Blickwinkel tun ihr Weiteres.

Ein Aber gibt es dann aber doch: Bei der automatischen Helligkeit regulierte das Xperia XZ3 im Test die Displayhelligkeit ab und zu etwas zu stark nach unten. Der Bildschirm erscheint dann selbst in dunklen Räumen zu dunkel. Wer dieses Problem vermeiden möchte, muss die manuelle Einstellung der Displayhelligkeit wählen.

Gebogenes Display des Xperia XZ3Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Keine Notch, dafür gebogenes OLED

Gleich geblieben ist im Vergleich zum Vorgänger das 18:9-Format. Eine Notch suchst Du beim Xperia XZ3 vergebens. Der Bildschirm reicht somit nicht ganz an den oberen und unteren Rand heran und lässt jeweils einen schmalen Balken. Im Betrieb macht das aber gar nichts aus. Vielmehr freuen wir uns über die nun endlich eingesetzte OLED-Technologie. Denn sie ermöglicht unter anderem den Betrieb im Always-on-Modus. Ohne den Bildschirm vollständig aktivieren zu müssen erhalten Nutzer somit Informationen wie die Uhrzeit, das Wetter oder über eingegangene Nachrichten. Da dabei nur die Pixel beleuchtet werden, die für die Schriftdarstellung notwendig sind, wird Strom gespart. Ein weiterer Vorteil von OLED sind die klaren Farben und die hohen Kontraste, die das Ablesen des Displays im Xperia XZ3 Test deutlich angenehmer machen.

Beim Sony Xperia XZ3 heißt es nun OLED statt LCD. Damit einher geht ein Anstieg der Displaydiagonale auf 6 Zoll und der Auflösung auf nun QHD+. Somit zeigen sich beim neuen Sony-Smartphone gleich drei Verbesserungen im Bereich Display. Durch den OLED-Screen lässt sich nun auch eine Always-on-Anzeige aktivieren und Strom sparen. Einziges Manko: Das Display reguliert die Helligkeit bei der automatischen Anpassung manchmal etwas zu stark herunter.

Alle Specs des Xperia XZ3 zusammengefasst

Sony Xperia XZ3
Display 6 Zoll, HDR, 18:9, OLED

Corning Gorilla Glass 5

Auflösung 1.440 x 2.880 Pixel (QHD+)
Prozessor Qualcomm Snapdragon 845 mit 2,8 / 1,8 GHz

Octa-Core 64 Bit

RAM 4 GB
Speicher 64 GB

erweiterbar bis 512 GB; Hybrid-Slot bei Dual-SIM

Hauptkamera 19 MP Motion Eye-Kamera

Auslösen per Side-Sense inkl. intelligenter Kamera-Start;

separate Kamera-Taste

Aufnahme-Modi Auto, Pro, Bokeh, AR-Effekt, Kreativer Effekt, HDR, Super-Slow-Motion, 3D-Scan
Frontkamera 13 MP, Display-Blitz
Akku 3.330 mAh, USB C, Quick Charge 4.0, Wireless Charging
Software Android 9.0 Pie
Sicherheit Fingerabdrucksensor (hinten), PIN, Muster, Passwort
Drahtlos Bluetooth 5.0, NFC, GPS, Glonass, Beidou, Galileo
WLAN WLAN a/b/g/n/ac (2,4 GHz + 5 GHz)
Mobilfunk GPRS/EDGE, UMTS/HSPA+, LTE Cat.18 (bis 1,2 GBit/s)

VoLTE, Wifi Calling

IP-Zertifizierung IP65/68
Sonstiges keine Klinkenbuchse, Stereo-Lautsprecher, Side-Sense mit berührungsempfindlicher Seite
Maße & Gewicht 158 x 73 x 9,9 mm / 195 Gramm
Farben Schwarz, Silber, Grün, Rot
UVP ab 799 Euro
Marktstart Oktober 2018

Technische Ausstattung des Sony Xperia XZ3

Technisch hat sich beim Xperia XZ3 im Vergleich zum Vorgänger auf den ersten Blick wenig geändert. Wieder sorgt ein Snapdragon 845 zusammen mit 4 GB Arbeitsspeicher für den Antrieb. Viele andere Oberklasse-Smartphones bieten da mittlerweile 6 GB oder gar 8 GB RAM. Zumindest hat Sony aber die Taktrate des Octa-Core-Chips nach oben geschraubt. Ein Cluster taktet nun mit bis zu 2,8 GHz, das andere mit bis zu 1,8 GHz. Für die Grafik sorgt erneut die Adreno 630-GPU.

Auch die Kapazität des Speichers ist mit 64 GB gleich geblieben und bleibt damit hinter vielen anderen Oberklasse-Konkurrenten zurück, die mittlerweile nahezu standardmäßig auf 128 GB setzen. Allerdings lassen sich im Xperia XZ3 nun immerhin Micro-SD-Karten mit bis zu 512 GB einlegen und der Speicher so erweitern.

Mit dem Xperia XZ2 schickt Sony in diesem Frühjahr sein 2018er Oberklasse-Smartphone ins Rennen. Im Vergleich zu früheren Generationen wurden Design und Ausstattung angepasst. Doch reicht das, um zu punkten? Wir haben das Xperia XZ2 im Test geprüft.

Das Xperia XZ3 im Benchmark

Da die technische Basis abgesehen von der Erhöhung der Taktrate nahezu gleich geblieben ist, sind auch die Ergebnisse im Benchmark-Test sehr ähnlich. Im Test von AnTuTu kommt das Xperia XZ3 auf sehr gute 284.770 Punkte. Hier zeigt sich, dass der Chip und der Speicher gut aufeinander abgestimmt sind. Der im Vergleich leicht höhere Score ist wohl der höheren Taktrate der Cluster geschuldet.

Noch ähnlicher sind die Ergebnisse in den Benchmarks von Geekbench und 3DMark. Hier sind die Abweichungen beim Sony Xperia XZ3 zum Xperia XZ2 sehr gering und im Gesamtergebnis bei beiden Smartphones gut. Sowohl bei grafischen Anwendungen als auch bei klassischen Smartphone-Aufgaben überzeugt das Gerät im Xperia XZ3 Test durch schnelle Reaktionszeiten und eine gute Darstellung.

In der Liste findest Du die Benchmark-Ergebnisse weiterer Smartphones, die mit dem Snapdragon 845 ausgestattet sind. Momentan wird sie vom OnePlus 6T angeführt, das wie das Xperia XZ3 bereits zum Start mit Android 9 Pie läuft. Dieses Modell hat mit 8 GB allerdings doppelt so viel Arbeitsspeicher als das Sony-Smartphone, was die besseren Ergebnisse erklärt.

Die Werte im Vergleich

AnTuTu Geekbench 3DMark Sling Shot Extreme
Sony Xperia XZ3 284.770 Single-Core: 2.314

Multi-Core: 8.720

OpenGL: 4.411

Vulkan: 3.490

Sony Xperia XZ2 263.381 Single-Core: 2.416

Multi-Core: 8.363

OpenGL: 4.657

Vulkan: 3.491

OnePlus 6T 298.840 Single-Core: 2.396

Multi-Core: 9.077

OpenGL: 4.693

Vulkan: 3.868

HTC U12+ 255.718 Single-Core: 2.387

Multi-Core: 8.523

OpenGL: 3.606

Vulkan: 2.981

LG G7 ThinQ 236.278 Single-Core: 2.371

Multi-Core: 7.476

OpenGL: 4.189

Vulkan: 3.086

Abgesehen von der höheren Taktrate der Kerne ist die technische Basis des Sony Xperia XZ3 die gleiche, die wir auch im Xperia XZ2 finden. Sowohl Prozessor als auch Speicher sind aber weiterhin sehr gut aufeinander abgestimmt, was für schnelle Reaktionszeiten und eine gute grafische Darstellung sorgt. Auch die Ergebnisse in den Benchmark-Tests sind gut und übertreffen dank der höheren Taktung sogar die des Vorgängers ein wenig. Geschlagen wird das Xperia XZ3 hier nur vom OnePlus 6T, das allerdings auch einen doppelt so großen Arbeitsspeicher besitzt.

Farbgalerie mit den verschiedenen Ausführungen des Xperia XZ3Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Telefonie und Internet

Sony bietet das Xperia XZ3 wahlweise als Single-SIM- oder als Dual-SIM-Version an. Wir haben die Dual-SIM-Ausführung getestet. Bei dieser setzt der Hersteller auf einen Hybrid-Slot. Nutzer müssen sich also zwischen der Verwendung einer zweiten Nano-SIM oder einer Speicherkarte entscheiden. Dabei wird auf beiden SIM-Slots LTE unterstützt, sodass die Karten nicht manuell gewechselt werden müssen. Auch Telefonate über VoLTE bzw. Wifi Calling lassen sich über beide SIM-Karten führen.

Die Qualität der Sprachübertragung während Anrufen ist hervorragend. Wir hörten unseren Gesprächspartner stets klar und deutlich – auch dann, wenn es auf der Straße einmal lauter zuging. Hier kommen die Filter zum Einsatz, die laute Umgebungsgeräusche etwas minimieren.

Im Vergleich zum XZ2 unverändert geblieben sind die (Internet-)Verbindungsmöglichkeiten. Das Sony Xperia XZ3 unterstützt nicht nur WLAN ac im 2,4- und 5-GHz-Band, sondern auch LTE Cat.18 mit bis zu 1,2 GBit/s im Downstream. Allerdings sind derartige Datenraten in Deutschland aktuell noch gar nicht möglich. Vodafone erlaubt mit bis zu 500 MBit/s im Downstream derzeit die schnellsten Bandbreiten in seinem Netz. Auch Bluetooth 5.0, NFC und die klassischen Navigations-Technologien wie GPS, Glonass, Galileo und Beidou unterstützt das neue Smartphone.

Eine klare und ausreichend laute Tonübertragung macht das Telefonieren mit dem Sony Xperia XZ3 so angenehm. Auf Wunsch lässt sich auch eine zweite SIM-Karte betreiben. Sogar VoLTE und Wifi Calling stehen Dir zur Verfügung. Dank LTE Cat.18 und WLAN ac bist Du auch schnell im Internet unterwegs, auch wenn die maximal möglichen Datenraten von 1,2 GBit/s über LTE von unseren Netzen nicht unterstützt werden.

Software – Zum Start mit Android 9 Pie

Ersteinrichtung des Xperia XZ3: Apps zum DownloadQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Apps, die bei der Ersteinrichtung des Xperia XZ3 zum Download angeboten werden.

Das Sony Xperia XZ3 ist eines der wenigen Smartphones, das bereits zum Start mit Android 9 Pie läuft. Somit steht Dir Googles aktuelles Betriebssystem zur Verfügung. Der Sicherheitspatch von November macht die Software-Ausstattung perfekt – hier gibt es nichts zu meckern. Bei der Ersteinrichtung des Gerätes musst Du allerdings beachten, dass Dir sehr viele Apps zur Installation angeboten werden. Darunter befinden sich auch viele eher unnötige Anwendungen, die den Speicher zumüllen. Immerhin kannst Du die Installation dieser Apps aber verweigern und Dich auf die Basis-Ausstattung konzentrieren.

Zu dieser gehören allerdings auch Apps von Drittanbietern – darunter beispielsweise Netflix und Facebook. Deinstallieren lassen sich diese Anwendungen nicht, lediglich deaktivieren. Das gibt leider Minus-Punkte im Xperia XZ3 Test. Trotz der neuen Android-Version zeigt sich die hauseigene Oberfläche in Sony-typischem Look. Sie ist intuitiv zu handhaben, sodass sich auch nicht Sony-Kenner schnell zurecht finden werden.

 

Bedienung über Displayrand dank Side-Sense

Side-Sense beim Xperia XZ3Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Side-Sense vereinfacht Einhand-Betrieb

Bei Android 9 Pie steht die Gestensteuerung hoch im Kurs. Sony hat für das Xperia XZ3 seine ganz eigene neue Bedienmethode entwickelt. Sie nennt sich Seitensensor, oder Side-Sense. Tippst Du zweimal kurz hintereinander auf den gebogenen Part des Displays, öffnet sich eine Schnellansicht der Apps im Miniatur-Format. Sie soll die Einhandbedienung vereinfachen, da mit dem Daumen alle kürzlich genutzten Apps erreichbar sind. Auch Einstellungen wie Bluetooth oder die WLAN-Netzwerke werden hier angezeigt.

Im Xperia XZ3 Test konnten wir den Seitensensor recht einfach öffnen und schließen – der Displaybereich erkannte unsere Tipp-Gesten zuverlässig und schnell. Hilfreich ist dabei auch, dass sich Side-Sense sowohl auf der linken Seite für Linkshänder als auch auf der rechten Seite für Rechtshänder öffnen lässt.

Über die Side-Sense-Funktion lassen sich Apps oder Anwendungen wie die Kamera einhändig nur mit kurzem Tippen starten. Eine ähnliche Bedienung über den Displayrand ermöglicht auch Samsung bei seinem Edge-Display. Bei Sony müssen Nutzer allerdings auf die bekannten Paneele verzichten.

Tief sitzender Fingerabdrucksensor

Was im Test des Sony Xperia XZ2 bereits für Ärger gesorgt hat, findet sich leider auch im Xperia XZ3 Test. Denn wieder hat Sony den rückseitigen Fingerabdrucksensor zu tief platziert. Dadurch müssen Nutzer den Finger beim Auflegen unschön einknicken, was nicht besonders bequem ist. Erschwerend hinzu kommt die gleiche runde Form der Kamera und des Sensors. Dadurch werden beide schnell verwechselt. Immerhin reagierte der Fingerabdrucksensor im Sony Xperia XZ3 Test aber zuverlässig und schnell auf unsere Eingaben. Auch das Speichern eines Fingerabdruckes ist weniger langwierig als bei anderen Smartphones. Dafür müssen Nutzer weiterhin auf das Entsperren per Gesicht verzichten. Denn Face Unlock unterstützt das Xperia XZ3 nicht.

Android 9 Pie, der Sicherheitspatch von November und das neue Side-Sense. Die Software hat einige Highlights zu bieten, die im Xperia XZ3 Test für Bonuspunkte gesorgt haben. Kombiniert mit einer intuitiven Oberfläche gibt es eigentlich kaum etwas zu meckern. Wenn da nicht die nicht deinstallierbaren Drittanbieter-Apps von Facebook und Netflix wären, die den Eindruck etwas trüben. Auch die zu tiefe Position des Fingerabdrucksensors sorgte im Test für Ärger. Statt auf den Sensor tippten wir leider häufig auf die Kameralinse – unschön.

Xperia XZ3 in Weiß auf TastaturQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Audio und Multimedia

Das Sony Xperia XZ3 bringt erneut Stereo-Lautsprecher und das bereits bekannte Dynamic Vibration System mit. Hierbei unterstützt ein rhythmisches Vibrieren besonders basshaltige Musiksequenzen. Auf eine Klinkenbuchse müssen Nutzer allerdings verzichten. Somit lassen sich Kopfhörer beim XZ3 nur über Bluetooth, den USB-C-Port oder den mitgelieferten Adapter USB-C-auf-Klinke anschließen. Auch ein Headset mit USB-C-Anschluss liegt dem Lieferumfang bei.

Dadurch, dass der untere Lautsprecher zwischen der Displayfront und dem Gehäuserahmen sitzt, strahlt er eher nach vorne ab und wird auch dann nicht verdeckt, wenn das Xperia XZ3 im Querformat in beiden Händen gehalten wird. So kann sich der Ton ungehindert verteilen. Der zweite Lautsprecher wird über die Hörmuschel realisiert. Anders als bei vielen anderen Smartphones ist die Tonausgabe hier aber ausreichend laut und vor allem klar. Das verstärkt den insgesamt guten Stereo-Sound.

In den Einstellungen lässt sich die Tonausgabe über viele kleine Stellschrauben individuell anpassen. Wer es brummig mag, schaltet bei basslastiger Musik das Dynamic Vibration System hinzu. Das Gehäuse des Smartphones fängt dann an rhythmisch zu vibrieren. Außerdem finden sich Optionen wie DSEE HX, ClearAudio+, Soundeffekte und Dynamik-Normalisierung. DSEE HX verbessert die Qualität von komprimierten Musikdateien. Die Dynamik-Normalisierung gleicht eventuelle Lautstärkeunterschiede zwischen verschiedenen Musiktiteln aus und über die Soundeffekte kannst Du per Equalizer passende Musik-Einstellungen für diverse Genres wie Rock, Pop, Jazz, oder Soul festlegen.

Im Bereich Audio kann das Sony Xperia XZ3 im Test überraschen. Für ein so kleines Gerät ist der Klang verblüffend gut. Das liegt an den Stereo-Lautsprechern, die nicht nur ausreichend laut sind, sondern auch diverse Anpassungen der Tonausgabe erlauben. Leider müssen Nutzer aber auf eine Klinkenbuchse verzichten.

Bekannte Kamera mit neuen Funktionen

Bei der Kamera gibt es auf den ersten Blick wenig Neues. Sony setzt weiterhin auf eine Single-Sensor-Lösung mit 19 Megapixel. Zusätzliche Tiefeninformationen oder einen echter Bokeh gibt es somit nicht. Dafür ist die Motion-Eye-Technologie wieder dabei. Sie soll dem Smartphone dabei helfen, bei schlechteren Lichtverhältnissen scharfe Bilder und Videos aufzunehmen. Allerdings ist die f/2.0-Blende des Xperia XZ3 nicht so lichtstark wie die Blenden, auf die andere Hersteller mittlerweile setzen. Auch werden Bilder nur elektronisch, nicht aber optisch stabilisiert. Im Bereich Video gibt es die bekannte Super Slow Motion-Aufnahme mit bis zu 960 Bildern pro Sekunde in Full HD und auch reguläre 4K-Videos sind möglich.

Neu ist die überarbeitete Bedienbarkeit der Kamera. Zum einen dient die neue Side-Sense-Funktion als Auslöser. Sie ist somit eine Alternative zur weiterhin vorhandenen separaten Kamera-Taste. Zum anderen lässt sich die Kamera aber auch über den neuen, intelligenten Kamerastart aktivieren. Hierfür reicht es, das Xperia XZ3 aus der Tasche zu nehmen und im Querformat zu halten – die Kamera startet dann automatisch. Auch hat Sony die Kamera-App überarbeitet und möchte so die verschiedenen Funktionen und Einstellungen noch schneller zugänglich machen. Im Xperia XZ3 Test konnten wir allerdings nicht schneller auf die verschiedenen Modi etc. zugreifen. Im Gegenteil. Wählen wir in der Kamera-App einen Modus aus, dauerte es eine kurze Zeit, bis die Seite mit den Unterpunkten geladen wurde. Ein schneller Schnappschuss ist daher nicht möglich.

Eindruck der Fotoqualität

Generell löst die Kamera allerdings recht zügig aus. Allerdings sind wir vom Automatik-Modus nicht ganz überzeugt. Zu oft werden Bilder eher blass und verwaschen dargestellt, was sich negativ auf das Gesamtergebnis auswirkt. In den Fällen, in denen die Hauptkamera die Motive im richtigen Licht eingefangen hat, zeigen sich aber erstaunlich kräftige Farben. Auf dieses Ergebnis konnten wir uns im Xperia XZ3 Test aber eben nicht verlassen – schade. Hinzu kommt die fehlende optische Bildstabilisierung. In einigen Fällen waren Motive daher eher unscharf.

Traktor mit dem Xperia XZ3 aufgenommenQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Satte Farben und gute Bildschärfe. Hier hat der Automatikmodus gut funktioniert.

Apfel mit dem Xperia XZ3 aufgenommenQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Gute Lichtverhältnisse, Schärfe und viele Details. Auch diese Aufnahme ist gut gelungen

Xperia XZ3 Aufnahme bei TageslichtQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Aufnahme im Automatikmodus wirkt verwaschen.

Aufnahme bei Tageslicht mit dem Xperia XZ3Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Auch dieses Foto ist insgesamt zu blass und im Detail eher unscharf.

Besser: Die Frontkamera

Deutlich besser hat uns da die Frontkamera gefallen. Hier ist Sony zu einer Frontkamera mit 13 Megapixel zurückgekehrt, die es bereits beim Xperia XZ1 gegeben hat. Selfies können mithilfe des 3D Creators in einen 3D-Scan des eigenen Gesichts umgewandelt werden. Und die so eingescannten Köpfe und Objekte lassen sich animieren und als bewegte Bilder beispielsweise im Chat teilen.

Aufnahme Frontkamera Sony Xperia XZ3Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Selfie mit der Frontkamera des Xperia XZ3, ein leichtes Bokeh wurde zugeschaltet.

Aber auch ohne diese Spielerei können die Portrait-Ergebnisse überzeugen. Selbst an einem trüben Tag schafft die Frontkamera klare und scharfe Aufnahmen, die natürliche Farben und Kontraste zeigen. Ein künstliches Bokeh kann aktiviert und somit der Hintergrund unscharf dargestellt werden. Auch lässt sich das Gesicht per Schieberegler weichzeichnen und schlanker darstellen. Die Augen können hingegen optisch vergrößert werden, was dann allerdings wenig natürlich wirkt.

Während die Frontkamera im Xperia XZ3 Test durch natürliche Fotos überzeugen kann, hinterlässt die Hauptkamera einen eher gemäßigten Eindruck. Es gibt nur einen Sensor, zusätzliche Tiefeninformationen fehlen also. Zudem ist die f/2.0-Blende eher mittelmäßig und es fehlt der optische Bildstabilisator (OIS). Im Automatik-Modus werden Bilder meist zu blass und im schlimmsten Fall etwas unscharf dargestellt. Das kennen wir von Sony besser.

Xperia XZ3 im Akkutest

Die Kapazität des Akkus hat Sony beim Xperia XZ3 erhöht – auf jetzt 3.330 mAh. Immerhin muss die Batterie auch ein leicht gewachsenes Display mit Strom versorgen. Dementsprechend haben wir im Akkutest keine auffallend gesteigerte Laufzeit erwartet. Unser Akkutest besteht wie immer aus zwei Segmenten: einer achtstündigen Intensiv-Nutzung und einer 16-stündigen Standby-Phase, während der das Smartphone überwiegend ruht. Die Intensiv-Nutzung umfasst jeweils 30 Minuten:

  • Internet-Nutzung über den vorinstallierten Browser, in diesem Fall Chrome
  • Telefonat über 3G
  • Spielen von Mario Run
  • Streamen eines HD-Videos bei maximaler Displayhelligkeit
  • Streamen von Musik
  • Surfen in sozialen Netzwerken wie Facebook
  • Nutzung der Kamera

Wie bei allen anderen Testgeräten haben wir auch im Sony Xperia XZ3 Test die automatische Displayhelligkeit sowie Pushnachrichten aktiviert und eine Verbindung zum WLAN-Netzwerk hergestellt. Zudem waren während des Akkutests zwei SIM-Karten jeweils im Netz von o2 und der Telekom aktiv.

Die Ergebnisse im Akkutest

Innerhalb der ersten acht Stunden sank die Akkuladung des Sony Xperia XZ3 von ehemals 100 auf 44 Prozent. Besonders das Display (15 Prozent) und das Video-Streaming über Netflix (11 Prozent) wirkten sich dabei auf die Akkuladung aus. Schon beim Xperia XZ2 war das Display der Part, der am meisten Energie verbraucht hat – mit 29 Prozent allerdings fast das Doppelte als beim hier getesteten Xperia XZ3. Dementsprechend stand beim Vorgänger mit nur 36 Prozent auch ein nochmal schlechterer Wert auf der Akkuanzeige.

Akkulaufzeit des Xperia XZ3 nach 8hQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die Akkuladung nach 8 Stunden Intensiv-Nutzung….

Den acht Stunden Intensiv-Nutzung folgt eine 16-stündige Standby-Phase. Hierbei ruht das Smartphone überwiegend, ist aber weiterhin in den Funknetzen aktiv. In dieser Zeit sank die Akkuladung um nochmals 11 Prozentpunkte, erreichte also einen Endwert von 33 Prozent. Somit ist immer noch genug Ladung übrig, um das Sony Xperia XZ3 für ein paar zusätzliche Stunden mit Strom zu versorgen. Durch den Tag schaffte es das Smartphone im Xperia XZ3 Test allemal.

Akkulaufzeit des Xperia XZ3 nach 24hQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
….und nach weiteren 16 Stunden Standby.

Aufladen lässt sich die Batterie dank Quick Charge 4.0 besonders schnell. Auch das kabellose Aufladen ist dank Qi-Unterstützung möglich. Eine entsprechende Ladematte müssen Käufer allerdings separat besorgen.

Im Akkutest überzeugt das Sony Xperia XZ3 durch solide Werte. Volle 24 Stunden hält das Smartphone trotz teils intensiver Nutzung ohne Steckdose durch. Die übrige Akkuladung reicht sogar aus, um das Xperia XZ3 noch einige weitere Stunden nutzen zu können. Geladen werden kann der 3.330-mAh-Akku dank Quick Charge 4.0 nicht nur besonders schnell, sondern sogar kabellos.

Das Fazit unseres Sony Xperia XZ3 Test

Das Sony Xperia XZ3 ist ein neuer Vertreter im Bereich der Oberklasse-Smartphones. Das Design ist etwas runder und somit unserer Meinung nach ansprechender geworden, wobei die Glasoberfläche aber weiterhin sehr rutschig ist. Testsiegel Sony Xperia XZ3Fairerweise müssen wir auch sagen, dass zumindest die reinen Daten hinter denen vieler Konkurrenzmodelle zurückbleiben. Das Xperia XZ3 hat mit dem Snapdragon 845 zwar einen aktuellen und leistungsstarken Prozessor, die Speicherausstattung ist aber eher gering. Trotzdem kommt das Smartphone auf eine sehr solide Performance, die nur wenig Wünsche offen lässt. Begeistern kann das Smartphone auch durch das aktuelle Android-System und die neue Side-Sense-Bedienung. Darüber hinaus sorgen die Stereo-Lautsprecher für einen erstaunlich guten Klang.

Abstriche gibt es hingegen bei der weiterhin zu niedrigen Position des Fingerabdrucksensors sowie bei der Kamera. Nur ein einzelner Sensor, eine nur mäßige Blende und die fehlende optische Bildstabilisierung lassen das Xperia XZ3 in diesem Bereich hinter die Konkurrenz zurückfallen. Besser schneidet die Frontkamera ab, die auch bei schummerigem Licht gute und vor allem natürlich aussehende Selfies einfängt.

Pro

  • schickes, runderes Design
  • Android 9 Pie ab Werk, aktuelles Sicherheitspatch
  • Side-Sense-Bedienung
  • gute Stereo-Lautsprecher
  • wasserfest nach IP68/65

Contra

  • sehr rutschig
  • einige gröbere Spalten am Gehäuse
  • nicht deinstallierbare Apps vorinstalliert
  • Fingerabdrucksensor zu tief
  • keine Klinkenbuchse
  • nur mäßige Foto-Qualität

Alternativen

Sony bietet das Xperia XZ3 für eine unverbindliche Preisempfehlung von 799 Euro an. Ebenso teuer war der Vorgänger zum Start und im Vergleich zu der meist um die 1.000 Euro teuren Oberklasse-Konkurrenz ist die UVP sogar richtig gut. Viele Online-Händler verkaufen das Sony Xperia XZ3 sogar schon zu Preisen ab 700 Euro. Bei Amazon* kostet das von uns getestete Modell aktuell 759 Euro und ist somit günstiger als die UVP.

Wer nach einer Alternative sucht, hat recht viele Modelle zur Auswahl. Erwähnenswert wäre etwa das OnePlus 6T – ebenfalls mit Snapdragon 845 und Android 9 Pie, dafür aber mit mehr Speicher und RAM für gerade einmal 579 Euro. Wer eine besonders gute Kamera sucht, wird bei Huawei fündig. Hier bietet sich neben dem Huawei P20 Pro für 618 Euro auch das neue Mate 20 Pro für teurere 999 Euro an. Eine besondere Bedienung nicht nur über die Seiten-Paneele sondern auch mit einem Stylus erlaubt das Samsung Galaxy Note 9, das bei Amazon aktuell für 792 Euro zu haben ist. Oder Du schaust Dir einfach den sehr ähnlichen und direkten Vorgänger des Xperia XZ3 an. Das Sony Xperia XZ2 bekommst Du bei Amazon bereits für 480 Euro.

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