Sony Xperia XZ3 Test: Schön, schnell und doch mit Aber | handy.de
Testbericht

Sony Xperia XZ3 im Test: Schön, schnell und doch mit Aber

Design, System und Leistung gefallen - die Kamera dafür weniger

Bekannte Kamera mit neuen Funktionen

Bei der Kamera gibt es auf den ersten Blick wenig Neues. Sony setzt weiterhin auf eine Single-Sensor-Lösung mit 19 Megapixel. Zusätzliche Tiefeninformationen oder einen echter Bokeh gibt es somit nicht. Dafür ist die Motion-Eye-Technologie wieder dabei. Sie soll dem Smartphone dabei helfen, bei schlechteren Lichtverhältnissen scharfe Bilder und Videos aufzunehmen. Allerdings ist die f/2.0-Blende des Xperia XZ3 nicht so lichtstark wie die Blenden, auf die andere Hersteller mittlerweile setzen. Auch werden Bilder nur elektronisch, nicht aber optisch stabilisiert. Im Bereich Video gibt es die bekannte Super Slow Motion-Aufnahme mit bis zu 960 Bildern pro Sekunde in Full HD und auch reguläre 4K-Videos sind möglich.

Neu ist die überarbeitete Bedienbarkeit der Kamera. Zum einen dient die neue Side-Sense-Funktion als Auslöser. Sie ist somit eine Alternative zur weiterhin vorhandenen separaten Kamera-Taste. Zum anderen lässt sich die Kamera aber auch über den neuen, intelligenten Kamerastart aktivieren. Hierfür reicht es, das Xperia XZ3 aus der Tasche zu nehmen und im Querformat zu halten – die Kamera startet dann automatisch. Auch hat Sony die Kamera-App überarbeitet und möchte so die verschiedenen Funktionen und Einstellungen noch schneller zugänglich machen. Im Xperia XZ3 Test konnten wir allerdings nicht schneller auf die verschiedenen Modi etc. zugreifen. Im Gegenteil. Wählen wir in der Kamera-App einen Modus aus, dauerte es eine kurze Zeit, bis die Seite mit den Unterpunkten geladen wurde. Ein schneller Schnappschuss ist daher nicht möglich.

Eindruck der Fotoqualität

Generell löst die Kamera allerdings recht zügig aus. Allerdings sind wir vom Automatik-Modus nicht ganz überzeugt. Zu oft werden Bilder eher blass und verwaschen dargestellt, was sich negativ auf das Gesamtergebnis auswirkt. In den Fällen, in denen die Hauptkamera die Motive im richtigen Licht eingefangen hat, zeigen sich aber erstaunlich kräftige Farben. Auf dieses Ergebnis konnten wir uns im Xperia XZ3 Test aber eben nicht verlassen – schade. Hinzu kommt die fehlende optische Bildstabilisierung. In einigen Fällen waren Motive daher eher unscharf.

Traktor mit dem Xperia XZ3 aufgenommenQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Satte Farben und gute Bildschärfe. Hier hat der Automatikmodus gut funktioniert.

Apfel mit dem Xperia XZ3 aufgenommenQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Gute Lichtverhältnisse, Schärfe und viele Details. Auch diese Aufnahme ist gut gelungen

Xperia XZ3 Aufnahme bei TageslichtQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Aufnahme im Automatikmodus wirkt verwaschen.

Aufnahme bei Tageslicht mit dem Xperia XZ3Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Auch dieses Foto ist insgesamt zu blass und im Detail eher unscharf.

Besser: Die Frontkamera

Deutlich besser hat uns da die Frontkamera gefallen. Hier ist Sony zu einer Frontkamera mit 13 Megapixel zurückgekehrt, die es bereits beim Xperia XZ1 gegeben hat. Selfies können mithilfe des 3D Creators in einen 3D-Scan des eigenen Gesichts umgewandelt werden. Und die so eingescannten Köpfe und Objekte lassen sich animieren und als bewegte Bilder beispielsweise im Chat teilen.

Aufnahme Frontkamera Sony Xperia XZ3Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Selfie mit der Frontkamera des Xperia XZ3, ein leichtes Bokeh wurde zugeschaltet.

Aber auch ohne diese Spielerei können die Portrait-Ergebnisse überzeugen. Selbst an einem trüben Tag schafft die Frontkamera klare und scharfe Aufnahmen, die natürliche Farben und Kontraste zeigen. Ein künstliches Bokeh kann aktiviert und somit der Hintergrund unscharf dargestellt werden. Auch lässt sich das Gesicht per Schieberegler weichzeichnen und schlanker darstellen. Die Augen können hingegen optisch vergrößert werden, was dann allerdings wenig natürlich wirkt.

Während die Frontkamera im Xperia XZ3 Test durch natürliche Fotos überzeugen kann, hinterlässt die Hauptkamera einen eher gemäßigten Eindruck. Es gibt nur einen Sensor, zusätzliche Tiefeninformationen fehlen also. Zudem ist die f/2.0-Blende eher mittelmäßig und es fehlt der optische Bildstabilisator (OIS). Im Automatik-Modus werden Bilder meist zu blass und im schlimmsten Fall etwas unscharf dargestellt. Das kennen wir von Sony besser.

Xperia XZ3 im Akkutest

Die Kapazität des Akkus hat Sony beim Xperia XZ3 erhöht – auf jetzt 3.330 mAh. Immerhin muss die Batterie auch ein leicht gewachsenes Display mit Strom versorgen. Dementsprechend haben wir im Akkutest keine auffallend gesteigerte Laufzeit erwartet. Unser Akkutest besteht wie immer aus zwei Segmenten: einer achtstündigen Intensiv-Nutzung und einer 16-stündigen Standby-Phase, während der das Smartphone überwiegend ruht. Die Intensiv-Nutzung umfasst jeweils 30 Minuten:

  • Internet-Nutzung über den vorinstallierten Browser, in diesem Fall Chrome
  • Telefonat über 3G
  • Spielen von Mario Run
  • Streamen eines HD-Videos bei maximaler Displayhelligkeit
  • Streamen von Musik
  • Surfen in sozialen Netzwerken wie Facebook
  • Nutzung der Kamera

Wie bei allen anderen Testgeräten haben wir auch im Sony Xperia XZ3 Test die automatische Displayhelligkeit sowie Pushnachrichten aktiviert und eine Verbindung zum WLAN-Netzwerk hergestellt. Zudem waren während des Akkutests zwei SIM-Karten jeweils im Netz von o2 und der Telekom aktiv.

Die Ergebnisse im Akkutest

Innerhalb der ersten acht Stunden sank die Akkuladung des Sony Xperia XZ3 von ehemals 100 auf 44 Prozent. Besonders das Display (15 Prozent) und das Video-Streaming über Netflix (11 Prozent) wirkten sich dabei auf die Akkuladung aus. Schon beim Xperia XZ2 war das Display der Part, der am meisten Energie verbraucht hat – mit 29 Prozent allerdings fast das Doppelte als beim hier getesteten Xperia XZ3. Dementsprechend stand beim Vorgänger mit nur 36 Prozent auch ein nochmal schlechterer Wert auf der Akkuanzeige.

Akkulaufzeit des Xperia XZ3 nach 8hQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die Akkuladung nach 8 Stunden Intensiv-Nutzung….

Den acht Stunden Intensiv-Nutzung folgt eine 16-stündige Standby-Phase. Hierbei ruht das Smartphone überwiegend, ist aber weiterhin in den Funknetzen aktiv. In dieser Zeit sank die Akkuladung um nochmals 11 Prozentpunkte, erreichte also einen Endwert von 33 Prozent. Somit ist immer noch genug Ladung übrig, um das Sony Xperia XZ3 für ein paar zusätzliche Stunden mit Strom zu versorgen. Durch den Tag schaffte es das Smartphone im Xperia XZ3 Test allemal.

Akkulaufzeit des Xperia XZ3 nach 24hQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
….und nach weiteren 16 Stunden Standby.

Aufladen lässt sich die Batterie dank Quick Charge 4.0 besonders schnell. Auch das kabellose Aufladen ist dank Qi-Unterstützung möglich. Eine entsprechende Ladematte müssen Käufer allerdings separat besorgen.

Im Akkutest überzeugt das Sony Xperia XZ3 durch solide Werte. Volle 24 Stunden hält das Smartphone trotz teils intensiver Nutzung ohne Steckdose durch. Die übrige Akkuladung reicht sogar aus, um das Xperia XZ3 noch einige weitere Stunden nutzen zu können. Geladen werden kann der 3.330-mAh-Akku dank Quick Charge 4.0 nicht nur besonders schnell, sondern sogar kabellos.

Das Fazit unseres Sony Xperia XZ3 Test

Das Sony Xperia XZ3 ist ein neuer Vertreter im Bereich der Oberklasse-Smartphones. Das Design ist etwas runder und somit unserer Meinung nach ansprechender geworden, wobei die Glasoberfläche aber weiterhin sehr rutschig ist.

Fairerweise müssen wir auch sagen, dass zumindest die reinen Daten hinter denen vieler Konkurrenzmodelle zurückbleiben. Das Xperia XZ3 hat mit dem Snapdragon 845 zwar einen aktuellen und leistungsstarken Prozessor, die Speicherausstattung ist aber eher gering. Trotzdem kommt das Smartphone auf eine sehr solide Performance, die nur wenig Wünsche offen lässt. Begeistern kann das Smartphone auch durch das aktuelle Android-System und die neue Side-Sense-Bedienung. Darüber hinaus sorgen die Stereo-Lautsprecher für einen erstaunlich guten Klang.

Abstriche gibt es hingegen bei der weiterhin zu niedrigen Position des Fingerabdrucksensors sowie bei der Kamera. Nur ein einzelner Sensor, eine nur mäßige Blende und die fehlende optische Bildstabilisierung lassen das Xperia XZ3 in diesem Bereich hinter die Konkurrenz zurückfallen. Besser schneidet die Frontkamera ab, die auch bei schummerigem Licht gute und vor allem natürlich aussehende Selfies einfängt.

Pro

  • schickes, runderes Design
  • Android 9 Pie ab Werk, aktuelles Sicherheitspatch
  • Side-Sense-Bedienung
  • gute Stereo-Lautsprecher
  • wasserfest nach IP68/65

Contra

  • sehr rutschig
  • einige gröbere Spalten am Gehäuse
  • nicht deinstallierbare Apps vorinstalliert
  • Fingerabdrucksensor zu tief
  • keine Klinkenbuchse
  • nur mäßige Foto-Qualität

Alternativen

Sony bietet das Xperia XZ3 für eine unverbindliche Preisempfehlung von 799 Euro an. Ebenso teuer war der Vorgänger zum Start und im Vergleich zu der meist um die 1.000 Euro teuren Oberklasse-Konkurrenz ist die UVP sogar richtig gut. Viele Online-Händler verkaufen das Sony Xperia XZ3 sogar schon zu Preisen ab 700 Euro. Bei Amazon* kostet das von uns getestete Modell aktuell 759 Euro und ist somit günstiger als die UVP.

Wer nach einer Alternative sucht, hat recht viele Modelle zur Auswahl. Erwähnenswert wäre etwa das OnePlus 6T – ebenfalls mit Snapdragon 845 und Android 9 Pie, dafür aber mit mehr Speicher und RAM für gerade einmal 579 Euro. Wer eine besonders gute Kamera sucht, wird bei Huawei fündig. Hier bietet sich neben dem Huawei P20 Pro für 618 Euro auch das neue Mate 20 Pro für teurere 999 Euro an. Eine besondere Bedienung nicht nur über die Seiten-Paneele sondern auch mit einem Stylus erlaubt das Samsung Galaxy Note 9, das bei Amazon aktuell für 792 Euro zu haben ist. Oder Du schaust Dir einfach den sehr ähnlichen und direkten Vorgänger des Xperia XZ3 an. Das Sony Xperia XZ2 bekommst Du bei Amazon bereits für 480 Euro.

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