Sony Xperia XZ3 Test: Schön, schnell und doch mit Aber | handy.de
Testbericht

Sony Xperia XZ3 im Test: Schön, schnell und doch mit Aber

Design, System und Leistung gefallen - die Kamera dafür weniger

Alle Specs des Xperia XZ3 zusammengefasst

Sony Xperia XZ3
Display 6 Zoll, HDR, 18:9, OLED

Corning Gorilla Glass 5

Auflösung 1.440 x 2.880 Pixel (QHD+)
Prozessor Qualcomm Snapdragon 845 mit 2,8 / 1,8 GHz

Octa-Core 64 Bit

RAM 4 GB
Speicher 64 GB

erweiterbar bis 512 GB; Hybrid-Slot bei Dual-SIM

Hauptkamera 19 MP Motion Eye-Kamera

Auslösen per Side-Sense inkl. intelligenter Kamera-Start;

separate Kamera-Taste

Aufnahme-Modi Auto, Pro, Bokeh, AR-Effekt, Kreativer Effekt, HDR, Super-Slow-Motion, 3D-Scan
Frontkamera 13 MP, Display-Blitz
Akku 3.330 mAh, USB C, Quick Charge 4.0, Wireless Charging
Software Android 9.0 Pie
Sicherheit Fingerabdrucksensor (hinten), PIN, Muster, Passwort
Drahtlos Bluetooth 5.0, NFC, GPS, Glonass, Beidou, Galileo
WLAN WLAN a/b/g/n/ac (2,4 GHz + 5 GHz)
Mobilfunk GPRS/EDGE, UMTS/HSPA+, LTE Cat.18 (bis 1,2 GBit/s)

VoLTE, Wifi Calling

IP-Zertifizierung IP65/68
Sonstiges keine Klinkenbuchse, Stereo-Lautsprecher, Side-Sense mit berührungsempfindlicher Seite
Maße & Gewicht 158 x 73 x 9,9 mm / 195 Gramm
Farben Schwarz, Silber, Grün, Rot
UVP ab 799 Euro
Marktstart Oktober 2018

Technische Ausstattung des Sony Xperia XZ3

Technisch hat sich beim Xperia XZ3 im Vergleich zum Vorgänger auf den ersten Blick wenig geändert. Wieder sorgt ein Snapdragon 845 zusammen mit 4 GB Arbeitsspeicher für den Antrieb. Viele andere Oberklasse-Smartphones bieten da mittlerweile 6 GB oder gar 8 GB RAM. Zumindest hat Sony aber die Taktrate des Octa-Core-Chips nach oben geschraubt. Ein Cluster taktet nun mit bis zu 2,8 GHz, das andere mit bis zu 1,8 GHz. Für die Grafik sorgt erneut die Adreno 630-GPU.

Auch die Kapazität des Speichers ist mit 64 GB gleich geblieben und bleibt damit hinter vielen anderen Oberklasse-Konkurrenten zurück, die mittlerweile nahezu standardmäßig auf 128 GB setzen. Allerdings lassen sich im Xperia XZ3 nun immerhin Micro-SD-Karten mit bis zu 512 GB einlegen und der Speicher so erweitern.

Mit dem Xperia XZ2 schickt Sony in diesem Frühjahr sein 2018er Oberklasse-Smartphone ins Rennen. Im Vergleich zu früheren Generationen wurden Design und Ausstattung angepasst. Doch reicht das, um zu punkten? Wir haben das Xperia XZ2 im Test geprüft.

Das Xperia XZ3 im Benchmark

Da die technische Basis abgesehen von der Erhöhung der Taktrate nahezu gleich geblieben ist, sind auch die Ergebnisse im Benchmark-Test sehr ähnlich. Im Test von AnTuTu kommt das Xperia XZ3 auf sehr gute 284.770 Punkte. Hier zeigt sich, dass der Chip und der Speicher gut aufeinander abgestimmt sind. Der im Vergleich leicht höhere Score ist wohl der höheren Taktrate der Cluster geschuldet.

Noch ähnlicher sind die Ergebnisse in den Benchmarks von Geekbench und 3DMark. Hier sind die Abweichungen beim Sony Xperia XZ3 zum Xperia XZ2 sehr gering und im Gesamtergebnis bei beiden Smartphones gut. Sowohl bei grafischen Anwendungen als auch bei klassischen Smartphone-Aufgaben überzeugt das Gerät im Xperia XZ3 Test durch schnelle Reaktionszeiten und eine gute Darstellung.

In der Liste findest Du die Benchmark-Ergebnisse weiterer Smartphones, die mit dem Snapdragon 845 ausgestattet sind. Momentan wird sie vom OnePlus 6T angeführt, das wie das Xperia XZ3 bereits zum Start mit Android 9 Pie läuft. Dieses Modell hat mit 8 GB allerdings doppelt so viel Arbeitsspeicher als das Sony-Smartphone, was die besseren Ergebnisse erklärt.

Die Werte im Vergleich

AnTuTu Geekbench 3DMark Sling Shot Extreme
Sony Xperia XZ3 284.770 Single-Core: 2.314

Multi-Core: 8.720

OpenGL: 4.411

Vulkan: 3.490

Sony Xperia XZ2 263.381 Single-Core: 2.416

Multi-Core: 8.363

OpenGL: 4.657

Vulkan: 3.491

OnePlus 6T 298.840 Single-Core: 2.396

Multi-Core: 9.077

OpenGL: 4.693

Vulkan: 3.868

HTC U12+ 255.718 Single-Core: 2.387

Multi-Core: 8.523

OpenGL: 3.606

Vulkan: 2.981

LG G7 ThinQ 236.278 Single-Core: 2.371

Multi-Core: 7.476

OpenGL: 4.189

Vulkan: 3.086

Abgesehen von der höheren Taktrate der Kerne ist die technische Basis des Sony Xperia XZ3 die gleiche, die wir auch im Xperia XZ2 finden. Sowohl Prozessor als auch Speicher sind aber weiterhin sehr gut aufeinander abgestimmt, was für schnelle Reaktionszeiten und eine gute grafische Darstellung sorgt. Auch die Ergebnisse in den Benchmark-Tests sind gut und übertreffen dank der höheren Taktung sogar die des Vorgängers ein wenig. Geschlagen wird das Xperia XZ3 hier nur vom OnePlus 6T, das allerdings auch einen doppelt so großen Arbeitsspeicher besitzt.

Farbgalerie mit den verschiedenen Ausführungen des Xperia XZ3Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Telefonie und Internet

Sony bietet das Xperia XZ3 wahlweise als Single-SIM- oder als Dual-SIM-Version an. Wir haben die Dual-SIM-Ausführung getestet. Bei dieser setzt der Hersteller auf einen Hybrid-Slot. Nutzer müssen sich also zwischen der Verwendung einer zweiten Nano-SIM oder einer Speicherkarte entscheiden. Dabei wird auf beiden SIM-Slots LTE unterstützt, sodass die Karten nicht manuell gewechselt werden müssen. Auch Telefonate über VoLTE bzw. Wifi Calling lassen sich über beide SIM-Karten führen.

Die Qualität der Sprachübertragung während Anrufen ist hervorragend. Wir hörten unseren Gesprächspartner stets klar und deutlich – auch dann, wenn es auf der Straße einmal lauter zuging. Hier kommen die Filter zum Einsatz, die laute Umgebungsgeräusche etwas minimieren.

Im Vergleich zum XZ2 unverändert geblieben sind die (Internet-)Verbindungsmöglichkeiten. Das Sony Xperia XZ3 unterstützt nicht nur WLAN ac im 2,4- und 5-GHz-Band, sondern auch LTE Cat.18 mit bis zu 1,2 GBit/s im Downstream. Allerdings sind derartige Datenraten in Deutschland aktuell noch gar nicht möglich. Vodafone erlaubt mit bis zu 500 MBit/s im Downstream derzeit die schnellsten Bandbreiten in seinem Netz. Auch Bluetooth 5.0, NFC und die klassischen Navigations-Technologien wie GPS, Glonass, Galileo und Beidou unterstützt das neue Smartphone.

Eine klare und ausreichend laute Tonübertragung macht das Telefonieren mit dem Sony Xperia XZ3 so angenehm. Auf Wunsch lässt sich auch eine zweite SIM-Karte betreiben. Sogar VoLTE und Wifi Calling stehen Dir zur Verfügung. Dank LTE Cat.18 und WLAN ac bist Du auch schnell im Internet unterwegs, auch wenn die maximal möglichen Datenraten von 1,2 GBit/s über LTE von unseren Netzen nicht unterstützt werden.

Software – Zum Start mit Android 9 Pie

Ersteinrichtung des Xperia XZ3: Apps zum DownloadQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Apps, die bei der Ersteinrichtung des Xperia XZ3 zum Download angeboten werden.

Das Sony Xperia XZ3 ist eines der wenigen Smartphones, das bereits zum Start mit Android 9 Pie läuft. Somit steht Dir Googles aktuelles Betriebssystem zur Verfügung. Der Sicherheitspatch von November macht die Software-Ausstattung perfekt – hier gibt es nichts zu meckern. Bei der Ersteinrichtung des Gerätes musst Du allerdings beachten, dass Dir sehr viele Apps zur Installation angeboten werden. Darunter befinden sich auch viele eher unnötige Anwendungen, die den Speicher zumüllen. Immerhin kannst Du die Installation dieser Apps aber verweigern und Dich auf die Basis-Ausstattung konzentrieren.

Zu dieser gehören allerdings auch Apps von Drittanbietern – darunter beispielsweise Netflix und Facebook. Deinstallieren lassen sich diese Anwendungen nicht, lediglich deaktivieren. Das gibt leider Minus-Punkte im Xperia XZ3 Test. Trotz der neuen Android-Version zeigt sich die hauseigene Oberfläche in Sony-typischem Look. Sie ist intuitiv zu handhaben, sodass sich auch nicht Sony-Kenner schnell zurecht finden werden.

 

Bedienung über Displayrand dank Side-Sense

Side-Sense beim Xperia XZ3Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Side-Sense vereinfacht Einhand-Betrieb

Bei Android 9 Pie steht die Gestensteuerung hoch im Kurs. Sony hat für das Xperia XZ3 seine ganz eigene neue Bedienmethode entwickelt. Sie nennt sich Seitensensor, oder Side-Sense. Tippst Du zweimal kurz hintereinander auf den gebogenen Part des Displays, öffnet sich eine Schnellansicht der Apps im Miniatur-Format. Sie soll die Einhandbedienung vereinfachen, da mit dem Daumen alle kürzlich genutzten Apps erreichbar sind. Auch Einstellungen wie Bluetooth oder die WLAN-Netzwerke werden hier angezeigt.

Im Xperia XZ3 Test konnten wir den Seitensensor recht einfach öffnen und schließen – der Displaybereich erkannte unsere Tipp-Gesten zuverlässig und schnell. Hilfreich ist dabei auch, dass sich Side-Sense sowohl auf der linken Seite für Linkshänder als auch auf der rechten Seite für Rechtshänder öffnen lässt.

Über die Side-Sense-Funktion lassen sich Apps oder Anwendungen wie die Kamera einhändig nur mit kurzem Tippen starten. Eine ähnliche Bedienung über den Displayrand ermöglicht auch Samsung bei seinem Edge-Display. Bei Sony müssen Nutzer allerdings auf die bekannten Paneele verzichten.

Tief sitzender Fingerabdrucksensor

Was im Test des Sony Xperia XZ2 bereits für Ärger gesorgt hat, findet sich leider auch im Xperia XZ3 Test. Denn wieder hat Sony den rückseitigen Fingerabdrucksensor zu tief platziert. Dadurch müssen Nutzer den Finger beim Auflegen unschön einknicken, was nicht besonders bequem ist. Erschwerend hinzu kommt die gleiche runde Form der Kamera und des Sensors. Dadurch werden beide schnell verwechselt. Immerhin reagierte der Fingerabdrucksensor im Sony Xperia XZ3 Test aber zuverlässig und schnell auf unsere Eingaben. Auch das Speichern eines Fingerabdruckes ist weniger langwierig als bei anderen Smartphones. Dafür müssen Nutzer weiterhin auf das Entsperren per Gesicht verzichten. Denn Face Unlock unterstützt das Xperia XZ3 nicht.

Android 9 Pie, der Sicherheitspatch von November und das neue Side-Sense. Die Software hat einige Highlights zu bieten, die im Xperia XZ3 Test für Bonuspunkte gesorgt haben. Kombiniert mit einer intuitiven Oberfläche gibt es eigentlich kaum etwas zu meckern. Wenn da nicht die nicht deinstallierbaren Drittanbieter-Apps von Facebook und Netflix wären, die den Eindruck etwas trüben. Auch die zu tiefe Position des Fingerabdrucksensors sorgte im Test für Ärger. Statt auf den Sensor tippten wir leider häufig auf die Kameralinse – unschön.

Xperia XZ3 in Weiß auf TastaturAudio und Multimedia

Das Sony Xperia XZ3 bringt erneut Stereo-Lautsprecher und das bereits bekannte Dynamic Vibration System mit. Hierbei unterstützt ein rhythmisches Vibrieren besonders basshaltige Musiksequenzen. Auf eine Klinkenbuchse müssen Nutzer allerdings verzichten. Somit lassen sich Kopfhörer beim XZ3 nur über Bluetooth, den USB-C-Port oder den mitgelieferten Adapter USB-C-auf-Klinke anschließen. Auch ein Headset mit USB-C-Anschluss liegt dem Lieferumfang bei.

Dadurch, dass der untere Lautsprecher zwischen der Displayfront und dem Gehäuserahmen sitzt, strahlt er eher nach vorne ab und wird auch dann nicht verdeckt, wenn das Xperia XZ3 im Querformat in beiden Händen gehalten wird. So kann sich der Ton ungehindert verteilen. Der zweite Lautsprecher wird über die Hörmuschel realisiert. Anders als bei vielen anderen Smartphones ist die Tonausgabe hier aber ausreichend laut und vor allem klar. Das verstärkt den insgesamt guten Stereo-Sound.

In den Einstellungen lässt sich die Tonausgabe über viele kleine Stellschrauben individuell anpassen. Wer es brummig mag, schaltet bei basslastiger Musik das Dynamic Vibration System hinzu. Das Gehäuse des Smartphones fängt dann an rhythmisch zu vibrieren. Außerdem finden sich Optionen wie DSEE HX, ClearAudio+, Soundeffekte und Dynamik-Normalisierung. DSEE HX verbessert die Qualität von komprimierten Musikdateien. Die Dynamik-Normalisierung gleicht eventuelle Lautstärkeunterschiede zwischen verschiedenen Musiktiteln aus und über die Soundeffekte kannst Du per Equalizer passende Musik-Einstellungen für diverse Genres wie Rock, Pop, Jazz, oder Soul festlegen.

Im Bereich Audio kann das Sony Xperia XZ3 im Test überraschen. Für ein so kleines Gerät ist der Klang verblüffend gut. Das liegt an den Stereo-Lautsprechern, die nicht nur ausreichend laut sind, sondern auch diverse Anpassungen der Tonausgabe erlauben. Leider müssen Nutzer aber auf eine Klinkenbuchse verzichten.