Sony Xperia XZ2 im Test: So leistungsstark und hübsch kann Sony sein
Testbericht

Sony Xperia XZ2 im Test: So leistungsstark und hübsch kann Sony sein

Neues Glas-Design hat aber auch seine Tücken

Das Sony Xperia XZ2 löst das Xperia XZ1 bereits nach einem halben Jahr als aktuelles Top-Smartphone ab. Vorgestellt wurde die XZ2-Familie, zu der auch das Xperia XZ2 Compact und Premium gehören, im Rahmen des MWC Ende Februar in Barcelona. Trotz des schnellen Generationenwechsels gibt es beim Sony Xperia XZ2 einige Neuerungen. Dazu zählt nicht nur ein überarbeitetes Design, sondern auch ein neues Display-Format sowie aktuelle Technik und Software. Kann sich Sony mit seinem Smartphone damit einen Platz in der oberen Liga ergattern? Wir haben das Xperia XZ2 durch den Test geschickt und beantworten Dir die Frage in diesem Beitrag.

Design mit Rundungen

Wohl am auffälligsten ist der neue Look, in dem sich das Xperia XZ2 zeigt. Bislang waren die Sony-Smartphones vor allem für ihr kantiges Gehäuse bekannt. Beim XZ2 ist alles etwas weicher geworden. Die Rückseite ist gewölbt und die Ecken sowie Seitenränder wurden abgerundet. Somit liegt das neue Sony-Exemplar deutlich besser in der Hand als bisherige Modelle.

Xperia XZ2 in der HandQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Fullview-Display macht das Xperia XZ2 vergleichsweise kompakt.

Die Rundungen sind aber auch die Ursache für ein nerviges Problem: Das Xperia XZ2 bleibt auf kaum einer Oberfläche sicher liegen. Durch die gewölbte Glasrückseite rutscht das Smartphone auf glatten Oberflächen ständig weg. Nur geringfügig besser wird es, wenn wir das Smartphone auf die Displayseite legen. Diese ist zwar durch Gorilla Glass 5 einigermaßen gut vor Kratzern und Brüchen geschützt, da das Displayglas aber ebenfalls zu den Seiten leicht abgerundet ist, flutscht es auch hier weg. Während unseres Tests ist das Xperia XZ2 daher einige Male vom Tisch gefallen. Immerhin: Die Verarbeitung scheint robust, denn Schäden hat das Handy dadurch nicht genommen.

Wasserfest und gut verarbeitet

Eher lila statt rosa: Sony Xperia XZ2Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Sony Xperia XZ2 in Ash Pink

Generell ist das Sony Xperia XZ2 sehr gut verarbeitet. Spalten oder Lücken – ob nun deutlich sichtbar oder eher unauffällig – fanden wir nicht. Anders als beim Xperia XZ2 Compact gibt es somit kaum eine Möglichkeit für Staub oder Schmutz, der sich am Gerät festsetzen könnte. Einzig der Lautsprecher unter dem Display sitzt in einer kleinen Glas-Spalte – diese ist aber gewollt und Teil des Designs. Die gute Verarbeitung ist notwendig, da das Sony-Smartphone nach IP65/68 vor Staub und Wasser geschützt ist. Ein kurzes Bad in klarem und bis zu 1,5 Meter tiefem Wasser (ohne Zusätze) macht dem Xperia XZ2 somit nichts aus.

Während der Rahmen wie bei früheren Generationen weiterhin aus Aluminium gefertigt ist, besteht die Rückseite nun aus Glas. Die Oberfläche unseres Testgerätes in Ash Pink spiegelt allerdings sehr stark und zieht Fingerabdrücke und Schlieren nahezu magisch an. Wenn hier nicht regelmäßig poliert wird, wirkt das Smartphone schnell etwas schmuddelig. Dieses Problem muss sich das Sony Xperia XZ2 jedoch mit vielen anderen Smartphones teilen, deren Gehäuse ebenfalls aus Glas besteht.

Teils schwierige Positionierung der Tasten

Insgesamt wirkt das Design harmonisch. Auf der Rückseite sind die Kamera, der LED-Blitz und der Fingerabdrucksensor symmetrisch in einer Linie angeordnet. Das bringt eine gewisse Ruhe ins Design. Die Buttons befinden sich allesamt am rechten Rand des Xperia XZ2 und sind mit einem recht großen Abstand zueinander angeordnet. Von oben nach unten finden sich hier die Lautstärkewippe, der Power-Button und die beliebte separate Kamera-Taste, für die Sony bekannt ist.

Tasten des Xperia XZ2Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die drei Tasten auf der rechten Seite.

Während der mittig am Rand platzierte Power-Button im einhändigen Betrieb noch gut erreichbar ist, sitzt die Lautstärkewippe unserer Meinung nach etwas zu hoch. Vor allem die Lauter-Taste ist nur zu erreichen, wenn wir das Smartphone relativ weit oben fassen. Sehr tief sitzt hingegen die Kamera-Taste, was aber nicht schlimm ist. Beim Fotografieren wird das Gerät zumeist im Querformat gehalten, wofür die Position des Buttons ideal ist.

Als sehr störend stellte sich im Test auch die Positionierung des Fingerabdrucksensors auf der Rückseite heraus. Dieser sitzt selbst für kleine Hände deutlich zu tief. Um ihn zu erreichen, müssen wir die Hand stark verbiegen. Hinzu kommt, dass sich der Sensor fast genauso anfühlt wie die Kamera. Statt auf den Fingerabdrucksensor haben wir somit ständig auf die Kamera-Linse gefasst. Vor dem Fotografieren muss die Linse dadurch immer erst gereinigt werden.

Sonstige Anschlüsse

Die Kamera des Xperia XZ2 Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die Kamera und der Fingerabdrucksensor beim Xperia XZ2.

Abgesehen von dem SIM-Karten-Slot am oberen Rand des Gerätes, der sich ohne spezielles Werkzeug öffnen lässt, und dem USB-C-Port am unteren Rand gibt es keine weiteren Zugänge. Auf eine Klinkenbuchse hat Sony verzichtet. Möchtest Du Kopfhörer am Xperia XZ2 anschließen, ist dies entweder per Bluetooth oder über den USB-C-Port möglich. Einen Adpater USB-C-auf-Klinke liefert Sony mit.

Das Design des Sony Xperia XZ2 weiß zu gefallen. Die insgesamt weicheren Übergänge wirken modern und schmeicheln der Hand. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Spalten oder unsaubere Kanten gibt es nicht. Zudem ist das Xperia XZ2 nach IP65/68 vor Wasser geschützt. Lediglich die gewölbte Glasoberfläche sorgt im Test für Probleme. Zum einen ist sie anfällig für Fingerabdrücke, zum anderen gibt sie dem Xperia XZ2 wenig Halt. Das Smartphone rutscht auf glatten Oberflächen häufig weg. Die Tasten sind zum Teil schwer zu erreichen. Das gleiche gilt für den Fingerabdrucksensor, der viel zu tief sitzt.

Display im 18:9-Format, aber ohne Notch

Erstmals gibt es bei der XZ2-Familie ein Fullview-Display im aktuellen 18:9-Format. Dadurch konnte Sony die Diagonale auf 5,7 Zoll vergrößern, ohne gleichzeitig auch das Gehäuse vergrößern zu müssen. Eine Notch gibt es nicht. Vielmehr lässt der Hersteller ober- und unterhalb des Touchscreens einen schmalen Rand – ähnlich wie beim Huawei Mate 10 Pro. Dem langgezogenen Display entsprechend fällt auch die Auflösung aus. Diese beträgt beim Sony Xperia XZ2 1.080 x 2.160, also Full-HD+. Im Verhältnis zur Displaydiagonale ergibt sich somit eine Pixeldichte von durchschnittlichen 424 ppi. Das reicht für eine pixelfreie Darstellung selbst beim Hineinzoomen in einen Text. Auch die Blickwinkelstabilität ist hoch. Die Helligkeit des Displays gibt Sony mit 700 cd/m² an. Das ist ausreichend, um den Bildschirm auch bei hellem Sonnenlicht gut ablesen zu können.

Xperia XZ2 im TestQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Xperia XZ2 mit 5,7 Zoll großem Display und Android 8.0 Oreo

Sony verwendet beim Xperia XZ2 ein Triluminos LC-Display samt X-Reality Engine. Die X-Reality-Funktion ist standardmäßig aktiviert. Sie erkennt Bildinhalte wie Gesichter, Landschaften sowie Tiere und kann die Anzeige von Fotos und Videos dadurch verbessern. In den Einstellungen unter Display kannst Du die Funktion auf Wunsch deaktivieren. In den Standard-Einstellungen stellt das Display des Xperia XZ2 Farben kräftig, aber natürlich dar. Auch ein professioneller Modus und ein superlebendiger Modus werden angeboten, bei dem Farben entweder etwas blasser, oder aber deutlich kräftiger und kontrastreicher angezeigt werden.

Display-Einstellung beim Xperia XZ2Quelle: Rita Deutschbein/ handy.de
Farbdarstellung lässt sich beim Xperia XZ2 anpassen.

Dynamisches Bild dank HDR

Das LC-Display ist zudem HDR-fähig. Du kannst sowohl HDR-Videos auf YouTube abspielen, als auch eigene Filme mit bis zu 4K-Auflösung mit der Kamera aufnehmen und wiedergeben. HDR steht für High Dynamic Range und stellt Inhalte nicht nur dynamischer dar, sondern bietet auch mehr Helligkeitsinformationen als herkömmliche Inhalte. Somit sind sowohl bei sehr dunklen, aber auch bei hellen Sequenzen mehr Details sichtbar. Mit dem Sony Xperia XZ2 können auch Medien ohne HDR verbessert werden. Hierbei wird der Kontrast angepasst und die Farben zum Teil verstärkt. Das Ergebnis ist ein etwas aufgewertetes Bild, wobei sich die Änderungen im Vergleich zum Original aber in Grenzen halten.

Das Triluminos-Display mit LCD-Technologie überzeugt durch eine farbstarke Darstellung, die dennoch natürlich wirkt, sowie eine hohe Displayhelligkeit. An die hohen Kontraste eines OLED-Screens kommt der Bildschirm des Xperia XZ2 zwar nicht heran, doch lässt sich der Kontrast dank HDR-Upscaling zusätzlich nach oben regulieren. Auch das neue 18:9-Format, das Sony erstmals in dieser Generation verwendet, gefällt. Immerhin bietet es Dir mehr Platz für Darstellungen, ohne den Nachteil eines größeren Gehäuses.

Jedes Smartphone besitzt heute ein hochauflösendes Display. Die Touchscreens in einer Größe zwischen 4 und 6 Zoll sind aber alle bei Weitem nicht gleich. Wir erklären die wichtigsten Unterschiede zwischen OLED-, Retina-, IPS- und LCD-Displays.