Sonos Beam im Test: Soundbar mit Alexa und AirPlay 2 überzeugt | handy.de
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Sonos Beam im Test: Soundbar mit Alexa und AirPlay 2 überzeugt

Einrichtung, Klang und smarte Features im Check

Ohne Künstliche Intelligenz ist alles doof. Das denkt sich auch Audio-Spezialist Sonos und schickt seinen zweiten Lautsprecher mit Amazon Alexa ins Rennen. Mit der smarten Sprachassistenz hebt sich die Soundbar Sonos Beam aus der Masse der TV-Lautsprecher heraus. Der Clou: Dadurch kannst Du Fernseher und Soundbar mittels Alexa-Sprachbefehl gleichzeitig einschalten. Außerdem versteht die Sonos Beam AirPlay 2. Daher empfängt sie Musik direkt vom iPhone und verträgt sich mit Multiroom-Lautsprechern anderer Hersteller. Eine Top-Ausstattung, die hohe Erwartungen weckt. Wie schlägt sich das 450 Euro teure Audio-System in unserem Test?

Flacher Riegel mit fettem Klang

Wie beim Lautsprecher Sonos One setzt der Hersteller bei der Sonos Beam auf ein elegantes Design mit abgerundeten Ecken. Nichts unterbricht die ebenmäßigen Flächen, da die Sensor-Tasten direkt im Gehäuseoberfläche eingelassen sind. Auf der TV-Bank oder an der Wand unter dem Fernseher sollte für Sonos Beam überall ein Plätzchen frei sein. Denn mit 65 Zentimetern Breite gehört das Modell zu den Winzlingen unter den Soundbars. Im Vergleich zur Sonos Playbar ist sie sogar satte 25 Zentimeter kürzer.

Sonos Beam Test DesignQuelle: Berti Kolbow-Lehradt / handy.de
Der Stoffbezug und die abgerundeten Ecken der kompakten Soundbar Sonos Beam sehen äußerst schick aus.

Sonos Beam Sensor-TastenQuelle: Berti Kolbow-Lehradt / handy.de
Mit Sensor-Tasten lässt sich die Lautstärke verändern, zwischen Play und Pause wählen und Sonos ein- oder ausschalten.

Trotz der kompakten Maße verbreitet Sonos Beam im Test einen überraschend kraftvollen Klang. Müssen sie nur einen kleinen Raum beschallen, brauchen die vier Tieftöner und der Hochtöner des Sonos-Neuzugangs sich nicht vor der Hardware der Playbar oder der noch größeren Playbase verstecken.

Bauartbedingt gelingt der Sonos Beam zwar keine ganz so breite Stereo-Bühne und erwartungsgemäß entfaltet sich auch der Bass nicht ganz so voluminös wie bei den größeren Sonos-Verwandten. Dennoch ist es beachtlich, welche Klangstärke das filigrane Kraftpaket an den Tag legt.

Per App lassen sich Bass und Höhen zusätzlich tunen. Uns beeindruckt im Test die Klarheit, mit der die Dialoge rüberkommen, wenn wir die Sprachverbesserung aktiveren. Diese Funktion wussten wir schon bei der Sonos Playbase zu schätzen

Weil die Soundbar sich als Teil des Sonos-Systems mit weiteren Lautsprechern zusammenschalten lässt, können wir den Klangeindruck im Test nochmals erheblich verbessern. Im Zusammenspiel mit zwei Sonos Play 1 als Rear-Speaker fungiert die Sonos Beam als starkes Fundament für ein Heimkino-System.

Wählerische HDMI-Verbindung

Wie alle aktuellen Sonos-Lautsprecher lässt sich die Sonos Beam im Test sehr einfach mit der App Sonos Controller einrichten. Weil wir ein iPhone dafür verwenden, können wir mit dessen Mikrofon auch den Klang der Sonos Beam an die räumlichen Gegebenheit anpassen. Das ist zwar schnell erledigt, aber nicht mehr ganz zeitgemäß. Denn dem Apple HomePod und Google Home Max gelingt es bereits ganz automatisch, den Klang mithilfe der integrierten Mikrofone zu optimieren.

‎Sonos S1 Controller
‎Sonos S1 Controller
Entwickler: Sonos, Inc.
Preis: Kostenlos

Sonos S1 Controller
Sonos S1 Controller
Entwickler: Sonos, Inc
Preis: Kostenlos

Erstmals lässt sich ein TV-Lautsprecher von Sonos per HDMI-Strippe statt nur per optischem Kabel mit der Glotze verbinden. Das hat einen guten Grund. Denn dadurch kann Sonos Beam auf die HDMI-CEC-Softwareschnittstelle moderner TV-Geräte zugreifen und diese fernbedienen. Voraussetzung ist ein HDMI-ARC-Steckplatz am Fernseher, der per Rückkanal Audio- und Steuersignale in die Gegenrichtung schicken kann.

Sonos Beam HDMIQuelle: Berti Kolbow-Lehradt / handy.de
Erstmals lässt sich ein TV-Lautsprecher von Sonos per HDMI verbinden.

Sonos Beam HDMI-ARCQuelle: Berti Kolbow-Lehradt / handy.de
Wichtig ist, den HDMI-ARC-Anschluss zu wählen, sonst können wir den TV nicht per Alexa steuern.

Eigentlich eine erprobte Steuertechnik, erweist sich die Kontaktaufnahme in unserem Test als hakelig. Mit einem Samsung-TV aus dem Modelljahr 2018 will die Sonos Beam per HDMI-ARC partout keine brauchbare Verbindung eingehen. Weder Ton noch Steuersignale fließen hindurch. Hingegen mit einem Samsung-TV aus 2013 klappt das Zusammenspiel einwandfrei. Nachvollziehen können wir dieses wählerische Verhalten selbst unter Zuzug eines Sonos-Technikers nicht.

Sonos Beam als TV-Fernbedienung

Ist die Verbindung via HDMI-ARC aber erst einmal erfolgreich hergestellt, gelingt uns endlich das futuristische Kunststück, die Soundbar und das Fernsehgerät mittels Alexa-Sprachbefehl einzuschalten. Den entsprechenden Zugriff auf unser Amazon-Konto haben wir der Soundbar zuvor per Sonos-App gestattet.

Sonos Beam Amazon AlexaQuelle: Berti Kolbow-Lehradt / handy.de
Um Alexa an der Sonos Beam zu nutzen, verknüpfen wir das Amazon-Konto in der Sonos-App.

Die Zaubershow ist allerdings schnell zu Ende. Denn mehr als Einschalten, Ausschalten und Lautstärke verändern beherrscht Alexa auf der Sonos Beam im Normalfall nicht. Nicht einmal den TV-Kanal können wir in unserem Setup per Sprache wählen, weil das Signal ein externer Receiver zuspielt, den die Sonos Beam nicht anwählt. In diesem Fall ist eine Universalfernbedienung zum Anfassen im Vorteil.

Mehr ist nur möglich, wenn neben der Alexa-Software auch Amazon-Hardware zum Einsatz kommt. Denn steckt ein Fire-TV-Stick im Fernseher, lassen sich ein Live-TV-Kanal oder eine Serie bei einem Streaming-Dienst an der Sonos Beam aufrufen. Mangels Fire TV haben wir das in unserem Test nicht ausprobiert.

Sonos Beam AlexaQuelle: Berti Kolbow-Lehradt / handy.de
Wollen wir Alexa nicht mithören lassen, können wir Amazons Sprachassistenz per Sensor-Taste auf der Sonos Beam deaktivieren.

Wem übrigens Alexas ständiges Lauschen im Wohnzimmer nicht ganz geheuer ist, kann ihre Mikrofone mit einer Sensor-Taste an der Sonos Beam einfach ausschalten.

Sonos Beam mit Alexa und AirPlay 2 als Musikanlage

Natürlich können wir Alexa auf der Sonos Beam mehr als nur TV-Befehle zurufen. Die Sprachassistentin ist so schlau wie auf einem Amazon Echo oder jeden anderen Alexa-Lautsprecher. Als reine Auskunftei ist die 450 Euro teure Sonos Beam aber zu schade. Sie klingt so fantastisch, dass sie auch ohne TV-Verbindung als hochwertige Musikanlage taugt. Immerhin bietet Sonos Beam deutlich mehr Power als Sonos One, ein weiterer Lautsprecher des Herstellers, der auf Alexa hört.

Zwar lässt sich über die Sonos-App die gewaltige Anzahl von 70 Diensten fürs Audio-Streaming aufrufen. Aber auf Alexa-Sprachbefehle hören deutlich weniger Accounts. In Spotify, Deezer, TuneIn, Amazon Music und Audible können wir uns an der Sonos Beam mündlich einklinken, um Titel, Künstler oder Playlisten abzurufen. Für andere Dienste, wie beispielsweise Apple Music, bleibt der Griff zum Smartphone unentbehrlich.

Sonos Beam Test AirPlay 2 Multiroom-Streaming Quelle: Berti Kolbow-Lehradt / handy.de
Weil die Soundbar Sonos Beam AirPlay 2 versteht, können wir Musik direkt vom iPhone oder iPad streamen – sogar im Multiroom-Modus kombiniert mit einem Apple HomePod.

Ein Trostpflaster für Apple-Nutzer ist AirPlay 2. Weil die Sonos Beam dieses Audio-Protokoll verwendet, lässt sich Musik vom iPhone und iPad direkt auf der Soundbar abspielen. Der Umweg über die Sonos-App ist dafür nicht mehr nötig. Ein weiterer Vorteil: AirPlay 2 ermöglicht auch Multiroom-Streaming auf Lautsprechern verschiedener Hersteller. Den gleichen Song von Apple Music parallel auf der Sonos Beam in einem Raum und dem Apple HomePod in einem anderen abzuspielen, ist im Test dadurch ein Leichtes. Prima!

Test-Fazit: Smartes Kraftpaket wächst klanglich über sich hinaus

Die Sonos Beam ist eine schön kompakte Soundbar, die den Klang vieler TV-Geräte stark verbessert. Kaum zu glauben, wie viel Power in dem kleinen Gehäuse steckt. Selbst jenseits des Einsatzes als TV-Lautsprecher können wir die Musikleistung der Sonos Beam empfehlen. In unserem Test begeistert das Audio-System mit kraftvollem und detailreichem Sound auf bekannt hohem Sonos-Niveau.

Smarte Features wie die geniale Sonos-App, Alexa-Sprachbefehle und AirPlay 2 bieten im Alltag praktische Vorteile. Die TV-Fernsteuerung per Alexa möchten wir allerdings nicht zu hoch hängen. Im Normallfall ist sie dem Komfort einer Universalfernbedienung unterlegen. Nur im Verbund mit einem Fire TV bietet die Sprachsteuerung einen wirklichen Mehrwert.

In Schwarz oder Weiß ist die Sonos Beam für 450 Euro bei Amazon* und anderen Händlern erhältlich. Das ist ein fairer Deal, der sich insbesondere in kleineren und mittleren Räumen auszahlt. Denn dafür sind die Playbar und Playbase von Sonos fast schon zu überdimensioniert. Außerdem kosten sie 350 Euro mehr und können nicht mit eingebauter Alexa aufwarten. Sie lassen sich allerdings mit einem externen Alexa-Lautsprecher per Sprache steuern, beispielsweise mit einem unauffällig platzierten Echo Dot. Dabei gilt: Ist ein Sonos-Lautsprecher mit Alexa verknüpft, lassen sich auch alle anderen Sonos-Lautsprecher im Haushalt damit steuern.

Die Sonos Beam ist als Soundbar mit Alexa nicht konkurrenzlos. Wer sich nicht für das Sonos-System interessiert und weniger ausgeben möchte, findet in der Polk Audio Command Bar eine Alternative. Sie kostet nur 300 Euro und kommt mit einem externen Subwoofer, braucht aber deutlich mehr Platz.

Manchmal möchte man das lustige Video oder die schönen Urlaubsfotos gerne auf einem großen Bildschirm zeigen. Wie Du die Inhalte Deines Smartphones über AirPlay, Miracast und Co. an den Fernseher überträgst, erklären wir Dir in diesem Artikel.

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