Smart Home mit dem Smartphone steuern: Intelligent wohnen für Einsteiger | handy.de
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Smart Home mit dem Smartphone steuern: Intelligent wohnen für Einsteiger

So dirigierst Du Dein Smart Home mit Finger und Stimme

„Nur Kaffee kochen kann es noch nicht“, frotzelt mancher, wenn er die aktuelle Leistungsfähigkeit von Smartphones scherzhaft zugespitzt kommentiert. Was aber wäre eigentlich, wenn Smartphones inzwischen auch den unverzichtbaren Koffeintrunk zubereiten könnten? Tatsächlich genügt ein Fingerdruck auf den Touchscreen oder ein Sprachkommando ins Smartphone-Mikro, und Dein Zuhause tanzt nach Deiner Pfeife. Denn viele Geräte lassen sich inzwischen mit so wenig Aufwand und Geld vernetzen, dass das Smart Home endlich keine Zukunftsmusik mehr ist. Wie und was Du im Smart Home mit dem Smartphone steuern kannst, erklären wir Dir hier.

Diese Möglichkeiten bietet Dir das Smartphone im Smart Home

Frage: Wieso muss Denn jetzt eigentlich auch das Wohnen komplett vernetzt sein? Antwort: Weil es das Leben um einiges bequemer machen und die Wohnqualität dadurch erheblich erhöhen kann!

Installierst Du WLAN-fähige LED-Glühbirnen, kannst Du per Smartphone-Befehl Dein Wohnzimmer beispielsweise in das warme Licht einer Tropendämmerung tauchen. Vernetzte Kameras zeigen Dir auf dem Smartphone-Display an, dass Deine Liebsten sicher zuhause eingetroffen sind oder wenn jemand Ungebetenes sich Deinem Heim nähert. Und schusselige Zeitgenossen können die Standortdaten ihres Smartphones dafür verwenden, alle Geräte automatisch abzuschalten, wenn der letzte Bewohner das Haus verlassen hat. Ebenfalls praktisch: Dank smarter Steckdosen kannst Du Geräte fernsteuern, in denen ab Werk keine Funkverbindung eingebaut ist – Ventilatoren zum Beispiel.

Smarter Rasenmäher AL-KO RobolinhoQuelle: AL-KO
Warum den Rasen nicht einmal per App mähen lassen?

Das sind nur einige der Möglichkeiten, wie Du das Smart Home mit dem Smartphone steuern kannst. Selbst Technik-Enthusiasten sind überrascht, was sie inzwischen mit ihrem Smartphone bedienen können. Hier eine Auswahl an gängigen, smarten Produktkategorien, die Du per Finger oder Stimme dirigieren kannst.

  • Glühbirnen, Lichterketten, Lampen
  • Soundsysteme und Funklautsprecher
  • Sicherheitskameras und Alarmsysteme
  • Türschlösser und Türklingeln
  • Gartenbewässerungsanlagen
  • Rasenmäher
  • Kaffeemaschinen
  • Rauchmelder
  • Heizungsthermostate
  • Innen- und Außenthermometer
  • Schalter für Licht und andere Aktionen
  • Steckdosen (und dadurch viele weitere, nicht-smarte Geräte)
  • Fernseher

Das Smart Home mit dem Smartphone steuern – so funktioniert es

Standardmäßig veröffentlichen die Hersteller kostenlose Apps zu ihren smarten Produkten. Mit ihrer Hilfe richtest Du die Geräte ein, legst Deine Vorlieben fest (Szenen, Automationsroutinen und mehr) und schaltest sie ein oder aus. Bei manchen Geräten kannst Du auch Widgets auf den Startbildschirm von Android und iOS ablegen, sodass Du fürs Ein- und Ausschalten nicht extra die App zu öffnen brauchst. Bevor Du die App zum ersten Mal verwendest, solltest Du natürlich das Gerät an sich vernünftig installiert haben. So benötigt es mitunter eine Steuerbox, die per Kabel mit dem Router verbunden ist. Außerdem muss es sich im gleichen WLAN wie Router und Smartphone befinden.

Netatmo Healthy Home CoachQuelle: Netatmo
Praktisch alle Hersteller von Smart-Home-Geräten veröffentlichen Apps für Android und iOS, mit denen sich das Smart Home per Smartphone steuern lässt. Hier die smarte Wetterstation Netatmo Healthy Home Coach.

Leider benötigen Smart-Home-Anwender für die Geräte eines jeden Herstellers jeweils eine separate App, wenn sie das Smart Home mit dem Smartphone steuern wollen. Das kann auf dem Handy für eine unübersichtliche Icon-Sammlung sorgen. Denn obwohl sich mehr und mehr Anbieter zusammenraufen, und ihre Systeme öffnen, gibt es zumindest in Deutschland noch keine App, die herstellerübergreifend alle Funktionen bündelt. Eine Ausnahme stellt Apple Home da. In eingeschränkter Form ermöglicht die Steuer-App von Apples Smart-Home-Standard HomeKit den Zugriff auf alle eingebundenen Geräte. Komplett auf die Hersteller-Apps verzichten kannst Du aber auch unter iOS nicht.

Smart Home mit Sprachbefehlen bedienen

Es gibt noch einen anderen Weg, mit dem Du das Smart Home mit dem Smartphone steuern kannst. Alternativ zur Displayeingabe verwendest Du einfach Deine Stimme, um ein Gerät ein- und auszuschalten oder im Rahmen einer Szene mehrere Geräte auf einmal zu bedienen. Den Sprachassistenten Amazon Alexa, Google Assistant und Siri sei Dank.

Obwohl derzeit sehr gehypt, benötigst Du dafür keinen smarten Lautsprecher wie Google Home, Amazon EchoApple HomePod oder Sonos Beam. Statt ihrer Mikrofone hören auch die Deines Smartphones auf Dich. Denn Siri zählt zum Standardrepertoire aller aktuellen iOS-Geräte, der Google Assistant ist auf Android-Smartphones immer häufiger anzutreffen und bei manchen Smartphones wie dem HTC U12+ hängt auch Alexa an Deinen Lippen.

Das Heim mit der Stimme steuern? Für Sci-Fi-Fans wird damit ein Traum wahr! Leider sind die Sprachassistenten noch nicht so intelligent, wie die Hersteller behaupten. Daher benötigen sie recht klare Anweisungen. Mit indirekten Aufforderungen im Sinne von „Mir ist kalt“ statt „Stelle die Heizung wärmer“ können sie noch nichts anfangen.

Spiele Musik ab, schalte das Licht aus und dreh die Heizung im Bad höher – ohne dafür einen Finger zu krümmen. Die Sprachassistentin Alexa von Amazon kann für Dich eine ganze Reihe von Befehlen ausführen. Hier findest Du die nützlichsten.

Tipps für die richtige Sprachanweisung

Zunächst sprichst Du das Signalwort: „Hey, Siri…“, „Okay, Google…“ oder „Alexa…“. Nach dem Aktivierungswort folgt die eigentliche Anweisung. Dazu gehört ein Verb in der Befehlsform, das gemeinte Gerät und schließlich der Raum, in dem die Aktion ausgeführt werden soll. Natürlich darf auch der Zielzustand nicht fehlen. Damit sind beispielsweise die Grad-Zahl, die die Heizung erreichen soll, oder die Lichtfarbe und Lichthelligkeit einer smarten Lampe gemeint. „Stellen“, „Anmachen“, „Aktivieren“, „Ausschalten“ und die jeweiligen Gegenteile sind typische Verben, die Siri, Alexa und Google Assistant verstehen.

Damit die Sprachassistenten auch wissen, welche Geräte sich in Deinem Smart Home befinden, musst Du zusätzlich zur Hersteller-App auch die Apps der Sprachassistenten entsprechend einrichten. In der Google-Assistant-App findest Du dazu in den Einstellungen den Eintrag „Smarthome-Steuerung“. In der Alexa-App wählst Du dafür sogenannte „Skills“ aus einem Katalog aus. Besonders einfach ist die Installation in der Apple-Home-App, die das Verfahren mit einem Code realisiert, den Du abfotografierst oder abtippst.

Heimautomation: Wie Dir Dein Heim Deine Wünsche automatisch erfüllt

Das Zuhause mit Finger oder Stimme zu dirigieren, macht zwar Spaß und ist bequem. Im engeren Sinne smart ist das aber nicht. Richtig intelligent wäre das Heim erst, wenn es ohne Zutun des Bewohners den Alltag automatisch regelt. Gedankenlesen kann das Smart Home zwar noch nicht, aber mit Funktionen für die sogenannte Heimautomation legst Du ein Regelwerk fest, wie sich Dein Smart Home in bestimmten Situationen verhalten soll.

Dann lösen definierte Sensorwerte zuvor festgelegte Aktionen aus. Wird es beispielsweise dem Raumklimathermostat zu heiß, erhält eine smarte Steckdose ein Signal und startet den Ventilator. Mit einer Automation kannst Du auch sicherstellen, dass sich TV und Musikanlage ausschalten, damit der Sound nicht den Alarm des smarten Rauchmelders übertönt. Nähert sich ein Unbekannter dem Haus, kann die Sicherheitskamera die smarten Glühbirnen aktivieren. Mithilfe eines smarten Bewegungsmelders kannst Du zudem verhindern, dass Dich der Rasensprenger tropfnass macht, wenn Du den Garten betrittst.

smarte Steckdose Elgato Eve Energy startet VentilatorQuelle: Eve Systems
Mit vernetzten Steckdosen, wie der Eve Energy, kannst Du fast alle nicht-smarten Geräte smart machen und automatisieren. Zum Beispiel lässt sich der Ventilator starten, wenn die Raumtemperatur einen Schwellenwert übersteigt.

Um solche Automationen zu erstellen, greifen HomeKit-Nutzer zum entsprechenden Bereich in der Apple-Home-App. Android-Nutzer verwenden Zusatzdienste wie IFTTT oder Conrad Connect. In manchen Fällen bieten auch die Apps von Anbietern mit einem sehr großen Sortiment an Smart-Home-Geräten solche Regel-Editoren an. Diese Apps sind dann natürlich nicht nur unter Android, sondern auch unter iOS aufrufbar, lassen sich allerdings nicht mit HomeKit verknüpfen. Denn Apple sperrt andere herstellerübergreifende Vernetzungsdienste aus seinem geschlossenen System aus.

Systemfrage: Welche Smart-Home-Geräte mit Deinem Smartphone harmonieren

In der Regel bieten Hersteller von Smart-Home-Geräten Apps für die beiden großen mobilen Betriebssysteme Android und iOS an. Läuft auf Deinem Smartphone mindestens Android 5 (Lollipop) oder iOS 10 bist Du auf der sicheren Seite.

Darüber hinaus passen immer mehr Hersteller ihre Geräte für HomeKit an. Dabei handelt es sich um ein Smart-Home-System von Apple, das es schon seit iOS 8 gibt, aber erst seit iOS 10 so richtig einzugsfertig ist. Sind Geräte HomeKit-kompatibel, kannst Du sie in der Apple-Home-App einrichten, konfigurieren, steuern und mit anderen HomeKit-Geräten im Zuge von Automationen vernetzen. Außerdem hören bislang nur HomeKit-Geräte auf Siri-Sprachanweisungen.

iPhone 7 Plus Apple Home AppQuelle: Berti Kolbow-Lehradt
Auf iOS-Geräten bietet Apple Home und das HomeKit-System eine sehr umfangreiche Lösung, um Smart-Home-Geräte zu vernetzen und zu automatisieren.

Unter Android gibt es noch kein System, das auf Augenhöhe mit HomeKit ist. Zwar lassen sich sehr viele Smart-Home-Geräte mit Alexa und immer mehr Geräte mit Google Assistant per Sprache bedienen. Sie bieten allerdings nur die Möglichkeit, im Rahmen von Szenen per Sprachbefehl mehrere Geräte auf einmal zu starten. Vergleichbare Möglichkeiten zur herstellerübergreifenden, sensorbasierten Automation bieten diese Dienste noch nicht. Im Zweifelsfall wirst Du mehrere Apps von Herstellern und Vernetzungsplattformen parallel betreiben müssen.

Wer sein Zuhause als ein Smart Home aufrüsten möchte, findet in Apples HomeKit eine praktische Vernetzungsplattform. Mit ihrer Hilfe kannst Du Geräte verschiedener Hersteller per Fingertipp oder Sprachbefehl bedienen. So funktioniert's.

Willst Du die Anzahl der Apps reduzieren und möglichst schlank Dein Smart Home mit dem Smartphone steuern, solltest Du auf Systemanbieter setzen, die sehr viele verschiedene Smart-Home-Geräte aus einer Hand anbieten. Dann ist sichergestellt, dass sie zusammenarbeiten und sich mit einer App steuern lassen.

Entsprechende Smart-Home-Systeme bieten zum Beispiel:

Die Zahl der Anbieter wächst. Teilweise öffnen sie sich auch für andere Smart-Home-Plattformen und lassen sich zum Beispiel auch mit Alexa und Google Assistant steuern. Wenn Du Dich dennoch nicht von Beginn an auf ein System festlegen möchtest, empfiehlt es sich, zu Herstellern einzelner Komponenten zu greifen, die Platzhirsch in ihrem Revier sind. Dadurch entfalten sie nämlich eine derartige Sogwirkung, dass sich andere Hersteller für ihre Schnittstellen öffnen.

Smarte Sicherheitskamera Nest Cam IQ Indoor.
Der Sicherheitskamera-Hersteller Nest hat zwar kein eigenes Smart-Home-System, ist aber so relevant, dass viele andere Anbieter mit ihm zusammenarbeiten, Philips Hue zum Beispiel. Als Google-Tochter unterstützt Nest mit der IQ Cam Indoor auch den Google Assistant.

Anschlussfreudige Spezialisten mit breiter Kompatibilität sind zum Beispiel:

Fazit: Smart Home mit dem Smartphone steuern bietet mehr Möglichkeiten als viele denken

Wohnzimmer, Küche, Garten – vernetzte Geräte bieten in zwischen in allen Wohnbereichen Komfort. Wer sein Smart Home mit dem Smartphone steuern möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Besonders einfach ist es, Technik per App oder Sprachbefehl an- und auszuschalten. Die Anzahl an Geräten, die das ermöglichen, ist inzwischen sehr groß.

Eingeschränkter ist die Auswahl und komplizierter wird die Bedienung, wenn Du nicht nur ein Gerät, sondern mehrere auf einmal bedienen möchtest und ihnen am besten auch noch automatische Abläufe beibringen willst. Dann solltest Du sorgfältig prüfen, dass die Zusammenarbeit sichergestellt ist. Nutzt Du überwiegend iPhones und iPads, empfiehlt sich ein Einstieg ins HomeKit-System. Android-Nutzer entscheiden sich entweder für Systemanbieter, die viele Geräte aus einer Hand bereitstellen. Oder sie verwenden Vernetzungsplattformen, die die Grenzen zwischen den Systemen einreißen.

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