Sennheiser Momentum Free im Test: Das kleine kabellose Soundwunder | handy.de
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Sennheiser Momentum Free im Test: Das kleine kabellose Soundwunder

Der Bluetooth-Kopfhörer von Sennheiser im Alltags-Check

Kabellose Over-Ear-Kopfhörer gibt es bereits seit ein paar Jahren. Doch nicht jeder möchte im Alltag einen Over-Ear-Kopfhörer mit zur Arbeit, zur Uni oder Schule nehmen. “Zu schwer“ oder „zu groß für jeden Tag“ heißt es oftmals. Wer es leicht und platzsparend mag, für den sind kompakte In-Ear-Kopfhörer die bessere Wahl. Jedoch sind diese als Bluetooth-Variante noch nicht allzu stark vertreten. Wir vom handy.de-Magazin wollen Dir daher von nun an einen Überblick über verschiedene Bluetooth-Kopfhörer-Modelle geben, zu denen auch In-Ear-Kopfhörer zählen. Den Anfang in unserer Testreihe macht der Sennheiser Momentum Free.

Immer mehr Smartphone-Hersteller verzichten auf einen Kopfhörer-Anschluss. Angefangen mit dem iPhone 7 gibt es mittlerweile auch die ersten Android-Smartphones, wie das Huawei Mate 10 Pro oder P20 / P20 Pro, die ohne den klassischen Klinkenstecker daherkommen. Die Wahl an Kopfhörern mit USB Typ C- oder Lightning-Anschlüssen ist jedoch noch überschaubar, daher werden Bluetooth-Kopfhörer immer beliebter. Natürlich ist die kabellose Freiheit und der damit verbundene höhere Tragekomfort ebenfalls ein guter Grund, auf Bluetooth-Kopfhörer umzusteigen. Wie sich die Bluetooth-Variante der Momentum-Reihe im Test geschlagen hat, erfährst du in diesem Artikel.

Lieferumfang des Sennheiser Momentum Free

In der Verkaufsverpackung der Sennheiser Momentum Free finden sich nicht nur die Bluetooth In-Ear-Kopfhörer wieder. Vielmehr ist es die hochwertige Ledertasche zum sicheren Verstauen, die dem Käufer ebenfalls sofort ins Auge springt. Beim ersten Öffnen findet man die Kopfhörer wie hochwertige Ohrstecker angeordnet, in der Lederhülle untergebracht.

Im Lieferumfang befindet sich außerdem ein USB-Kabel mit Micro-USB-Anschluss zum Aufladen der Kopfhörer, Sicherheitshinweise, Kurzanleitung und ein Ohradapter-Set.

Design und Verarbeitung

Während im asiatischen Markt Nackenbügel-Varianten von In-Ear-Kopfhörern sehr beliebt sind, bevorzugen die deutschen Nutzer weiterhin die klassische Variante. Daher hat Sennheiser auch nicht nur die Nackenbügel-Variante, den Momentum In-Ear Wireless, sondern mit dem Momentum Free auch eine Bügel-freie Version zur IFA 2017 nach Deutschland gebracht. Hier setzt Sennheiser auf einen kleinen Akku, der am Kabel selbst verankert ist. Das Kabel führt natürlich nicht zur Audioquelle selbst, sondern verbindet lediglich die beiden Ohrstücke miteinander.

Schwarz-Grau-Rotes Farbenspiel

Anders als die CX-Serie, reiht sich die Momentum-Serie bei Sennheiser eher in der Oberklasse ein. Die nächste Stufe wäre dann bereits ein In-Ear-Kopfhörer der IE-Serie, die ab rund 300 Euro erhältlich ist und sich an eine sehr audiophile Zielgruppe richtet. Sehr hochwertig verarbeitet tritt aber bereits der Momentum Free in Erscheinung. Die Klangkanäle aus Edelstahl bilden bereits beim ersten Öffnen der Verpackung das Herzstück. Am runden Ende, das beim Tragen sichtbar ist, ist das Sennheiser-Logo eingestanzt und tritt daher in dezenter, aber detailverliebter Weise in Erscheinung. Auf die Klangkanäle, die im Edelstahl-Grau und in Schwarz in Erscheinung treten, folgt ein stabiles zweifarbiges Kabel. Auf der nach Außen sichtbareren Seite ist das Kabel klassisch Schwarz, die innenliegende Seite zeigt sich in einem kräftigen Rot. Der markante, aber dennoch subtile Rot-Ton findet sich auch in der Naht des beiliegenden Leder-Etuis wieder.

Sennheiser Momentum Free Fernbebedienung und AkkuQuelle: Katharina Schell / handy.de

Auf beiden Seiten folgt nach gut fünf Zentimetern eine Unterbrechung des Kabels. Auf der linken Seite befindet sich der Akku und auf der rechten Seite die Knopf-Fernbedienung. Dadurch, dass Sennheiser beide Elemente auf der gleichen Höhe angebracht hat, entsteht beim Tragen auch kein Ungleichverhältnis. Beide Ohrstöpsel sitzen gleichermaßen fest im Ohr. In der Mitte der Kabel findet man einen Kabelhalter um die Kabel auf eine individuelle Länge zu justieren. Auch hier findet man beim genaueren Betrachten ein kleines Sennheiser-Logo wieder.

Sicher verstauen kann der Käufer den hochwertigen Kopfhörer in einem ebenso hochwertigen schwarzen Leder-Etui, das der Designsprache des Kopfhörers entspricht. Eine feine rote Naht umrandet das runde Etui. Dieses fällt verhältnismäßig etwas groß aus. Hier lassen sich problemlos auch noch das beiliegende Ladekabel, sowie weitere Kopfhörer (falls der Akku mal leer ist), verstauen. Legt man jedoch Wert auf ein möglichst platzsparenden Musikgenuss für unterwegs, hätte das Etui durchaus etwas kleiner ausfallen dürfen.

Das Tragegefühl und die Bedienbarkeit

Magnetische Ohrstöpsel beim Sennheiser Momentum FreeQuelle: Katharina Schell / handy.de

Grundsätzlich kann der Sennheiser Momentum Free in zwei Trage-Varianten genutzt werden. Die Kabel können entweder hinter oder vor dem Kopf getragen werden. Im Test hat sich für uns herausgestellt, dass die Variante, bei der die Kabel hinter den Kopf gelegt und vorne zusammengelegt werden, die bessere Lösung ist. Denn die Ohrstöpsel sind an den runden Enden magnetisch und können so bei Nichtbenutzung zusammengeführt werden. So soll vermieden werden, dass man die kabellosen Kopfhörer beim Gehen nicht verliert, während man sie gerade nicht benutzt. Allerdings fiel in alltäglichen Benutzung über ein paar Tage auf, dass der Magnet nicht allzu stark ist. Bei ruckartigen Bewegungen oder einem kurzen Sprint zur Bahn können die Magnete sich lösen und die In-Ear-Kopfhörer hängen nur noch lose über der Schulter.

Dank des im Lieferumfang enthaltenden Ohradapter-Sets, findet eigentlich fast jeder die richtige Adapter-Form für sein Gehör. XS, S, M oder L stehen hier zur Auswahl. Im Ohr selbst dichten diese bei der richtigen Wahl des Adapters auch sehr gut ab und bieten einen guten Halt. Auch bei sportlichen Aktivitäten (beim Joggen getestet) ist ein guter Halt gewährleistet. Mit speziellen In-Ear-Bügel-Kopfhörern, die sich um das Ohr legen, hat man aber beim Sport generell immer den festeren Halt.

Bedienen lässt sich der In-Ear-Kopfhörer über drei Knöpfe auf der Fernbedienung, die sich auf der rechten Kabelseite befindet. Mit einem einfachen Klick wird die Wiedergabe lauter oder leiser oder gestoppt bzw. gestartet über den Knopf in der Mitte.

Über die Fernbedienung kann sich der Benutzer auch den Akkustand ansagen lassen. Bei kritischen Akkuständen informiert der Kopfhörer den Nutzhörern bei der Inbetriebnahme jedoch auch automatisch. Ebenso erhält man ein sprachliches Feedback, sobald der Kopfhörer erfolgreich eingeschaltet, mit einem Gerät verbunden werden konnte oder wenn man ihn ausschaltet. Das Koppeln über Bluetooth funktionierte in der mehrwöchigen Test-Phase stets sehr zuverlässig, sowohl mit unterschiedlichen Android-Geräten, als auch mit einem iPhone X. Sennheiser setzt hier auf Bluetooth 4.2.

Sound

Die wohl spannendste Frage ist die Frage nach dem Sound. Viele Smartphone-Nutzer sind meist nur die oft sehr günstig und schlecht verarbeiteten In-Ear-Kopfhörer ihres im Lieferumfang des Smartphones enthaltenden In-Ear-Kopfhörer gewöhnt. Steigt man von einem solchen Kopfhörer auf den Sennheiser Momentum Free um, so offenbart sich ein wahres Klangwunder auf kleinstem Raum. Durch die sehr gute Passform schattet der In-Ear-Kopfhörer auch ohne Active-Noice-Cancelling-Funktion sehr gut von Umgebungsgeräuschen ab, sodass man sich voll und ganz der Musik hingeben kann. Gerade in den höheren Lautstärken spielt der Momentum Free seine Stärken voll und ganz aus. Eine sehr ausgewogene und dennoch sehr detailreiche Klangwiedergabe bringt der Momentum-Kopfhörer dem Nutzer entgegen.

Der Sennheiser Momentum Free profitiert hier von seinen Geschwistern aus der Momentum-Reihe. Denn bereits vor knapp vier Jahren hat Sennheiser auf der IFA 2014 in Berlin den ersten Momentum In-Ear-Kopfhörer vorgestellt und diese Serie stetig weiterentwickelt. Die Basswiedergabe ist für einen In-Ear-Kopfhörer wirklich sehr kraftvoll, aber nie zu überladen. Möchte man als Nutzer den Sound jedoch doch lieber etwas personalisieren, so gelingt dies am besten über die Sennheiser eigene App CapTune, die zum kostenlosen Download im Apple App Store und im Google Play Store zur Verfügung steht.

CapTune
CapTune
Preis: Kostenlos

CapTune
CapTune
Preis: Kostenlos

Um sowohl für Android-, als auch für iPhone-Nutzer stets die beste kabellose Soundübertragung zu bieten, verfügt der Free über den aptX-Standard von Qualcomm und den AA-Codec von Apple. Auch eine längere Session Netflix und Co. macht mit dem Kopfhörer viel Spaß, denn Ton und Bild sind immer synchron.

Freisprech-Funktion

Über die Drei-Knopf-Fernbedienung kann nicht nur die Musik oder das Video gestartet oder gestoppt werden, sondern auch Gespräche angenommen und geführt werden. Die Taste in der Mitte dient hierbei zur Annahme und zum Beenden des Gesprächs. Die Lautstärkentasten behalten auch beim Telefonat ihre gewohnte Funktion. Der Gesprächspartner ist mit dem Sennheiser Momentum Free gut zu verstehen. Jedoch klingt der Momentum Free-Nutzer für den anderen Gesprächspartner etwas blechern, fast maschinell künstlich. Der Bauweise geschuldet sollte man als Momentum Free-Nutzer zudem auch möglichst seine Finger von der Fernbedienung lassen. Ein Justieren der Lautstärke sollte beim Telefonieren möglichst vermieden werden, da das Mikrofon in der Fernbedienung untergebracht ist und die Klickgeräusche fiese Störgeräusche beim Gesprächspartner auslösen.

Sennheiser Momentum Free FernbedienungQuelle: Katharina Schell / handy.de
Als Momentum Free Nutzer selber wird man zudem nicht allzu lange ein Gespräch über den In-Ear-Kopfhörer führen wollen. Durch die sehr gute Passform klingt die eigene Stimmfarbe sehr dumpf. Der gleiche Effekt lässt sich nachempfinden, wenn man sich die Ohren zu hält.

Um während des Musikgenuss schnell und komfortabel ein kurzes Gespräch anzunehmen, ist der Sennheiser Momentum Free somit geeignet. Geht ein Anruf ein, so ertönt ein Klingelton und nachdem das Gespräch beendet wurde, informiert eine Stimme darüber und die Musikwiedergabe wird nahtlos fortgesetzt. Längere Telefon-Konferenzen sollten dann aber doch lieber mit einem entsprechenden Headset durchgeführt werden.

Akku

Das größte Problem bei In-Ear-Kopfhörern bleibt der Akku. Denn um den Käufer eine vertretbare Akkulaufzeit anbieten zu können, muss eben auch ein entsprechend großer Akku am bzw. im In-Ear-Kopfhörer untergebracht werden. Bei kleinen, leichten In-Ear-Kopfhörern ist dafür einfach kein Platz.

Sennheiser selbst bietet beim Momentum Free eine Akkulaufzeit von bis zu 6h. Je nachdem wie laut man im Alltag bevorzugt Musik zu hören, entspricht diese Angabe auch der Alltagsnutzung. Im Test wurde der Momentum Free über mehrere Wochen täglich für insgesamt gut 40 Minuten während der Fahrt mit der Straßenbahn getestet. Die Lautstärke war auf einem guten Mittelmaß eingestellt.

Geladen werden kann der Lithium-Polymer-Akku über einen Micro-USB-Anschluss an der Fernbedienung. Ein entsprechendes Kabel liegt bei, ein Netzstecker jedoch nicht. Das USB-Kabel passt aber in jeden typischen Smartphone-Netzstecker und natürlich auch an jeden Laptop oder PC. Somit stellt das Laden bei Nichtbenutzung kein Problem dar.

Sennheiser Momentum Free LadeanschlussQuelle: Katharina Schell / handy.de

Neigt sich jedoch bei einer längeren Reise unterwegs der Akku dem Ende, so bleibt einem nur ein recht unkomfortabler Weg weiterhin Musik zu hören. Mit einem längeren Micro-USB-Kabel und einem externen Akkupack kann der Momentum Free geladen und gleichzeitig weiter genutzt werden. Allerdings hängen die beiden Ohrstöpsel dann nicht mehr im Gleichgewicht, sondern durch das Ladekabel liegt der Schwerpunkt auf der rechten Seite. Den Sennheiser Momentum Free bei niedrigen Akkustand einfach mit einem klassischen 3,5mm-Kopfhörerkabel zu nutzen, ist ersatzweise leider nicht möglich. Eine entsprechende Anschlussmöglichkeit fehlt bei dem In-Ear-Kopfhörer von Sennheiser.

Fazit

Testsiegel Sennheiser Momentum FreeMit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 199 Euro ist der Sennheiser Momentum Free kein kabelloser In-Ear-Kopfhörer, den man sich mal eben spontan als Ersatz zu den Standard-Kopfhörern “gönnt“. Auch wenn der Marktpreis mittlerweile auf rund 160 Euro, bei Amazon kostet der Kopfhörer derzeit knapp 183 Euro*, gesunken ist, bleibt der In-Ear-Kopfhörer für viele Nutzer noch recht teuer. Ist man aber bereit, für einen wirklich sehr guten kabellosen Sound etwas mehr Geld auszugeben, wird man den Kauf des Momentum Free nicht bereuen. Er liefert einen detailreichen und ausgewogenen Klang mit einem spürbaren, kräftigen Bass – verpackt in einem hochwertigen Design aus Edelstahl und Chrom. Für einen In-Ear-Kopfhörer liefert er zudem eine recht langlebige Laufzeit. Da er sich im mehrwöchigen Tests stets schnell und zuverlässig mit dem Smartphone koppeln ließ, ist er perfekt für den Alltag und kleinere Reisewege gedacht.

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