Sennheiser Memory Mic im Kurztest: Kompakter Soundbegleiter
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Sennheiser Memory Mic im Kurztest: Kompakter Soundbegleiter

So schlägt sich das portable Mikrofon von Sennheiser im kurzen Test

Mit dem Sennheiser Memory Mic ist der Traum vieler Videoproduzenten wahr geworden – nämlich ein portables Mikrofon, das für Aufnahmen mit dem Smartphone geeignet ist und Schluss macht mit dem blechernen Sound aus der Umgebung. Der Hersteller verspricht damit die „perfekte Smartphone Video-Lösung“. Doch wie schlägt sich das Sennheiser Memory Mic im Kurztest? Wir haben uns das drahtlose, kleine Kondensator-Mikrofon geschnappt und zeigen Dir hier unser Fazit.

Kompaktes Format für unterwegs: Das Sennheiser Memory Mic

Zunächst einmal: Das Sennheiser Memory Mic ist wirklich klein. Mit seiner Abmessung von 51 x 37 x 16 mm findet es mühelos in jeder Handfläche oder Hosentasche Platz. Zudem ist es mit einem Gewicht von 30 Gramm sehr leicht, was bei der Verwendung von Vorteil ist. Denn das in Weiß gehaltene kleine Gehäuse verfügt auf der Rückseite über einen flexiblen Clip aus Gummi. Per Magnet kann das Sennheiser Memory Mic also ganz leicht an jedem Kleidungsstück befestigt werden, ohne es übermäßig zu beschweren. Dabei hält der Magnet zuverlässig, sodass natürliche Bewegungen mit dem Mini-Mikro kein Problem darstellen. Zusätzlich ist das rechteckige Design des Gehäuses sehr minimalistisch gehalten, damit das Memory Mic unaufdringlich bei Videoaufnahmen getragen werden kann. Lediglich farblich hätte Sennheiser hier zumindest eine Wahl bieten können. Denn das Gehäuse kommt ausschließlich in Weiß. In manchen Situationen wäre ein Schwarz oder Grau jedoch die unauffälligere Alternative.

Darüber hinaus besitzt das Sennheiser Memory Mic am unteren Rand eine USB-Typ-C-Schnittstelle, über die der Akku geladen wird. Die Platzierung erscheint uns logisch und im Notfall kann das Mikro so auch während der Aufnahme geladen werden. Am oberen Rand befindet sich dann die Kondensator-Mikrofonkapsel, über die der Sound eingefangen wird. Letztlich ist noch ein einziger Button am Gehäuse zu finden, über den das Memory Mic ein- und ausgeschaltet wird, was dann das kleine LED-Lämpchen in „Grün“ im gekoppelten oder „Orange“ im nicht-gekoppelten Zustand anzeigt. Dennoch erscheint der Druckpunkt des Buttons ein wenig merkwürdig und man hat das Gefühl, man müsse den Knopf mit viel Kraft in das Gehäuse pressen.

Kinderleicht: So verbindest Du das Memory Mic mit dem Smartphone

Bevor es mit der Aufnahme los geht, muss das Sennheiser Memory Mic zunächst eingerichtet werden. Dieser Vorgang gestaltet sich zu unserer Freude sehr einfach. Dafür ist jedoch erst einmal die passende Sennheiser Memory Mic-App nötig, die es kostenlos im Apple App Store sowie Google Play Store gibt. Innerhalb der App verbindet sich das Mikro per Bluetooth mit dem Smartphone – egal ob iOS oder Android. Hat die App das Mikrofon gefunden, startet die Initialisierung und der Nutzer muss sich hier lediglich durch fünf Punkte durchklicken. Dabei ist wichtig, dass das Memory Mic nicht weiter als zehn Zentimeter vom Smartphone entfernt ist. Der Rest erledigt sich dann fast wie von selbst. Dennoch verlangt die App während der Einrichtung einen kleinen Soundtest, weswegen die Umgebung nicht all zu laut sein sollte. Einmal abgeschlossen, ist das Memory Mic bereit und steht Dir als portables Sound-Aufnahmegerät zur Seite.

Die App für das Sennheiser Memory MicQuelle: Jessica Julia Mrzik / handy.de
Die App für das Sennheiser Memory Mic: Für Aufnahmen ein Muss.

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Preis: Kostenlos

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Das Sennheiser Memory Mic in der Handhabung

Video oder Audio: Nicht ohne App

Die Einrichtung ist nicht das Einzige, wofür die Memory Mic-App von Sennheiser nötig ist. Auch für Aufnahmen mit dem portablen Mikrofon ist die App zwingend von Nöten. Dafür sind zwei Modi vorhanden: Video- und die reine Audio-Aufnahme. Die Video-Aufnahme bietet sich an, wenn Du Video und Ton gleichzeitig aufnehmen möchtest. Dafür kannst Du in den Einstellungen der App auch die Qualität der Videoaufnahme bis hin zu 4K bestimmen. Eine Videoaufnahme, bei der der Sound über das Memory Mic eingefangen wird und über die normale Kamera-App des Smartphones läuft, ist leider nicht möglich.

Dennoch muss das nicht zwingend ein Nachteil sein. Im kurzen Test überzeugt der Autofokus, auch wenn kein manueller Fokus mit einem Tippen auf das Display möglich ist. Jedoch kam es zu einem seltsam verzerrten Bild in unserem Test mit dem Huawei Mate 10 Pro, sobald im Videomodus auf die Frontkamera gewechselt wurde. Demnach scheint sich die Sennheiser Memory Mic-App vor allem auf die Hauptkamera des Smartphones zu fokussieren. Bislang ist nicht bekannt, ob diese Funktion per App-Update gefixt werden soll.

Während der Aufnahme, wird der Sound getrennt vom Video aufgenommen, sodass Sound und Bild im Nachgang synchronisiert werden müssen. Dafür lädt das Smartphone per App die Soundaufnahmen vom Sennheiser Memory Mic herunter. Dieser Vorgang der Synchronisation dauert je nach Aufnahmequalität des Videos einige Sekunden bis Minuten. Generell kein Beinbruch, jedoch ein wenig umständlich.

Die reine Audioaufnahme bietet sich besonders für ein Voice-Over eines bereits vorhandenen Videos an. Auch hier muss der Sound per Download vom Memory Mic synchronisiert werden.

Wie laut darf es sein?

Für beide Aufnahmemodi lässt sich auch die Empfindlichkeit des Mikros einstellen. Dafür stehen dem Nutzer drei Stufen zur Verfügung: Hohe Empfindlichkeit, mittlere Empfindlichkeit und niedrige Empfindlichkeit. Über den Eingangspegel am unteren Bildschirmrand lässt sich erkennen, wie sehr das Mikrofon bei einer bestimmten Lautstärke oder einem bestimmten Abstand zur Soundquelle ausschlägt. Anhand dieses Ausschlages lässt sich die für die Situation passende Empfindlichkeit einstellen.

Kleiner Akku, große Wirkung

Da das Memory Mic von Sennheiser mit einem eingebauten Akku von 360 mAh kommt, schafft es das kleine Mikro gut über den Tag. Zusätzlich ist der Akku schnell wieder einsatzbereit. Der Hersteller gibt hier eine Ladezeit von 70 Prozent innerhalb einer Stunde an. Zu 100 Prozent aufgeladen ist das kleine Mirko nach zwei Stunden am Stromnetz.

Der Sound: Qualität im kompakten Format

Doch was an einem Mikrofon letztendlich zählt, ist die Soundqualität. Eingefangen wird der Ton durch das dauerpolarisierte Kondensatormikrofon. Es kommt mit einer Kugelcharakteristik, die sich darauf ausrichtet, den Sound rundum einzufangen. Und für den muss sich das kleine Sennheiser Memory Mic nicht verstecken. Hintergrundrauschen ist in einem nur geringen Rahmen vorhanden und die Stimme klingt – solange der Pegel stimmt – ausgeglichen und vor allem klar. Etwas mehr Schwierigkeiten bereiten hier lautere Hintergrundgeräusche, wie beispielsweise auf einer Messe. Dennoch hebt sich die Stimme im Vordergrund noch eindeutig davon ab, weswegen das Memory Mic hier ein guter Begleiter sein kann.

Besonders überzeugt hat uns das kleine und portable Sennheiser-Mikrofon im Freien. Weder Wind noch wehende Haare haben den Sound des Aufnahmegerätes beeinflusst. Die Stimme klingt klar und deutlich und der Sound macht nicht den Eindruck, als wäre er an der frischen Luft aufgenommen worden, wie Du unten in unserem Testvideo hören kannst. Dafür ist zusätzlich und nicht zuletzt auch die Drahtlos-Technik des Memory Mics verantwortlich, mit der der Hersteller eine störfreie Tonübertragung verspricht. Doch bei jeder Aufnahme zählt natürlich von Anfang an: Auf den richtigen Pegel kommt es an, damit der Sound nicht übersteuert. Mit den drei Stufen, die die App für das Memory Mic zur Verfügung stellt, ist diese Einstellung jedoch schnell und einfach vorgenommen.

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Sennheiser Memory Mic: Preis und Fazit

Das kompakte portable Soundpaket kommt mit dem Sennheiser Memory Mic zu einer UVP von 199 Euro – ein stolzer Preis für ein so kleines Gerät. Beim Preisvergleich von Plattformen wie Idealo startet der aktuelle Marktpreis nur leicht unter der UVP bei 179 Euro. Dennoch muss man hier beachten, dass man ein kräftiges kleines Soundaufnahme-Gerät in einem sehr kompakten Format erhält. Zudem funktioniert die Verbindung ohne jegliches Kabel und das Memory Mic ist jederzeit Einsatzbereit. Der Akku hat eine zufriedenstellende Laufzeit und kann schnell per USB-Typ-C-Kabel geladen werden. Zudem liefert der Sound wirklich gute Ergebnisse, auch wenn die Umgebung keine idealen Verhältnisse darstellt.

Das Sennheise Memory Mic im KurztestQuelle: Jessica Julia Mrzik / handy.de

Die Einrichtung gestaltet sich problemlos und funktioniert fast von selbst. Zu bemängeln ist hier jedoch der App-Zwang. Das Sennheiser Memory Mic kann also nicht mit der Smartphone-eigenen Kamera-App den Videosound einfangen. Auch Audioaufnahmen laufen lediglich über die App von Sennheiser. Zudem muss jede Aufnahme zunächst vom Memory Mic heruntergeladen und synchronisiert werden, was manchmal einige Minuten dauert. Dennoch ist das Ton-Ergebnis überzeugend und bietet für alle, die viel unterwegs sind ein leichtes, sehr kompaktes Soundaufnahme-Gerät.