Galaxy S9: Samsungs neunte S-Klasse im Test | handy.de
Testbericht

Galaxy S9: Samsungs neunte S-Klasse im Test

Die Stärken und Schwächen des neuen Galaxy S9 - inklusive Test-Video

In der Neuauflage des Galaxy S8 hält Samsung an Bewährtem fest und ergänzt die Oberklasse-Serie vor allem um Kamerafunktionen. Die variable Blende ist wahrlich eine Weltneuheit. Zudem setzt der Hersteller mit animierten 3D-Emoticons auf einen populären Trend. Doch ausgerechnet in einer Pflichtdisziplin, dem Akkumanagement, schwächelt der Marktführer. Inwiefern das beim Galaxy S9 ein kaufenswertes Gesamtpaket ergibt, zeigt unser Test.

Gehäuse und Verarbeitung: Schlank und schick, rutschig und robust

Das Galaxy S9 ist im Vergleich zum S9+ (zum Check des Galaxy S9+) zwar das kleinere von Samsungs beiden neuen Top-Smartphones. Doch mit Maßen von 68,7 mm x 147,7 mm x 8,5 mm ist es streng genommen schon ein ausgewachsenes Phablet. Dennoch macht das S9 eine kompakte und schlanke Figur. Dass es im Vergleich zum Vorgänger minimal ausladender und mit 163 Gramm auch einen Hauch mehr auf die Waage bringt, stört den Eindruck nicht.

Wie gehabt setzt Samsung auf ein minimalistisches Unibody-Design im Dual-Edge-Display und vollflächiger Glasdeckschicht auf beiden Seiten. Die Materialwahl wirkt edel, ist aber auch anfällig für Schlieren und fühlt sich rutschig an. Mustergültig ist hingegen erwartungsgemäß Samsungs Verarbeitungsqualität. Außerdem dichtet der Hersteller das in Lila, Blau und Schwarz erhältliche Gehäuse gegen Wasser und Staub ab, womit es dem IP68-Standard entspricht.

Weil Samsung den Fingerabdrucksensor wieder unter statt neben der Hauptkamera platziert, sind versehentliche Fehlgriffe auf die empfindliche Kameralinse deutlich unwahrscheinlicher. Die weiteren Bedienelemente hat Samsung unberührt gelassen, was in häufige Verwechselungen der Taste für die Lautstärke und den Sprachassistenten Bixby mündet. Daher haben wir im Test die Bixby-Tastenbelegung in den Einstellungen deaktiviert. Das ist kein Verlust, denn der nur auf Englisch verfügbare Sprachassistent Bixby ist hierzulande immer noch nicht sinnvoll einsetzbar.

Zwischenfazit Gehäuse und Verarbeitung

Die nervige Bixby-Taste können wir Samsung leicht verzeihen, weil der Hersteller sich ansonsten in punkto Design wieder von seiner besten Seite zeigt. Das stylische Gehäuse mit fast rahmenlosen Display ist ein Musterbeispiel für hochwertiges Smartphone-Design.

Display: Herausragende Auflösung, aber nur nach einem Trick

Wer mit dem Smartphone gern ultrahochaufgelöste Videos genießt und in Virtual-Reality-Erlebnisse eintaucht, greift bevorzugt zu Displays mit größtmöglicher Pixeldichte. Der knackscharfe 5,7 Zoll große Bildschirm des Galaxy S9 ist dafür eine gute Wahl, denn mit nominell 2.960 x 1.440 Bildpunkten (WQHD+) und einer Pixeldichte von 570 ppi stellt es das Geschehen äußerst fein dar.

Das Ticket ins Pixel-Paradies erhalten Nutzer aber erst nach einem Trick. Denn die maximale Auflösung müssen sie erst in den Untiefen der Systemeinstellungen freischalten. Hingegen im Auslieferzustand ist die Displayauflösung seltsamerweise auf Full-HD+ (2.220 x 1.080 Pixel) gedrosselt. Immerhin schont es den ohnehin nicht gut gemanagten Akku, wenn weniger Pixel angesteuert werden müssen. Für die meisten Alltagsanwendungen ist das Display zudem auch in der Werkseinstellung ausreichend scharf und detailreich.

Displayeinstellung beim Samsung Galaxy S9+ in Lilac PurpleQuelle: Berti Kolbow-Lehradt / handy.de
Nutzer können sich Entscheiden ob sie die Auflösung für beste Bildqualität maximieren zum Stromsparen reduzieren.

Darüber hinaus beeindruckt uns im Test das auf der Super-AMOLED-Technologie basierende Display mit der Samsung-typisch herausragenden Bildqualität. Die Farben sind schön satt, der Kontrastumfang nuancenreich und die Leuchtkraft selbst für den Außeneinsatz hell genug. Auch bei seitlicher Betrachtung weist das Galaxy S9 keinen Grauschleier und ausgeblichene Farben auf.

Das mit dem S8 eingeführte, fast rahmenlose Bildschirmdesign im 18,5:9-Format kommt auch beim Nachfolger zum Einsatz. Die langgezogene Form bietet mehr vertikalen Platz für Webseiten und Social-Media-Timelines und bereitet daher insbesondere beim Surfen Freude. Beim Streamen von Videos müssen Nutzer darauf hoffen, dass die jeweilige App bereits die Skalierung von 16:9 zu 18,5:9 beherrscht. Sonst entstehen schwarze Balken rechts und links, die den Vorteil der größeren Bilddiagonale egalisieren, wie wir bei Stichproben in Amazon Prime Video feststellen mussten.

Zwischenfazit Display

Samsung macht beim S9 in Sachen Bildqualität wieder mal alles richtig. Die scharfe und detailreiche Darstellung durch das fast rahmenlose Dual-Edge-Display ist ein Augenschmaus. Fürs Video-Streaming ist der Bildschirm groß genug, dennoch würden wir das größere 6,2-Zoll-Modell S9+ vorziehen.

Sound: Beeindruckender Raumeffekt durch Dolby Atmos

Hochwertige Lautsprecher sorgen für den passenden Spitzensound zur überragenden Bildqualität des Galaxy S9. Die Schallwandler stammen vom renommierten Audiospezialisten AKG und lösen ihr Markenversprechen auch in der Praxis ein. Beeindruckt der Sound schon ab Werk, gewinnt er im Test nochmals deutlich, wenn Nutzer den Raumklang von Dolby Atmos in den Schnelleinstellungen aktivieren. Die viel breitere Klangbühne wertet insbesondere das Erlebnis bei Filmmusik und Soundeffekten auf.

Dolby Atmos beim Samsung Galaxy S9+ in Lilac PurpleQuelle: Berti Kolbow-Lehradt / handy.de
Der Sound wird besser, wenn Du Dolby Atmos im Menü aktivierst.

Die ebenfalls von AKG entwickelten In-Ear-Kopfhörer mit Kabelfernbedienung sorgen für überdurchschnittlichen Klang, wenn sich kein Lautsprecher-Einsatz anbietet. Ihr Bass überzeugt mit Punch, während die Höhen jedoch etwas zu spitz klingen. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Die Qualität üblicher Kopfhörer-Beilagen übertreffen die kleinen Knöpfe deutlich.

Zwischenfazit Sound

Einen richtig guten Lautsprecher-Sound verknüpfen wir normalerweise nicht mit Smartphones. Das Samsung Galaxy S9 belehrt uns eines Besseren und begeistert mit einem Raumklang-Effekt, für den wir zwar keinen Fernseher, aber vielleicht einen Laptop links liegen lassen würden.

Kommentare
Mit der Nutzung unserer Kommentarfunktion (Disqus) willigst Du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von Dir angegebener, personenbezogener Daten zu.