Samsung Galaxy Note 8 vs. Huawei Mate 10 Pro | handy.de
Vergleich

Samsung Galaxy Note 8 vs. Huawei Mate 10 Pro

Android-Phablets im Vergleich

Im Kampf um die Phablet-Vorherrschaft im Android-Markt, läuft es aktuell auf zwei Top-Geräte hinaus: Das Samsung Galaxy Note 8 und den neuen Konkurrenten aus China, dem Huawei Mate 10 Pro. Beide Smartphones sind technische Meisterleistungen – aber welches ist besser? Kann man überhaupt einen echten Sieger küren? Wir haben die beiden Modelle für Dich verglichen.

Design: Zwei Beauty-Queens

Keine Frage: Beide Smartphones machen optisch einiges her. Alleine die großen Displays, die die Front schmücken, sind ein Augenfang für sich. Dennoch unterscheidet sich das Design stark und könnte für Dich ein wichtiges Kriterium beim Kauf des jeweiligen Gerätes werden.

Huawei: Das edle Smartphone aus Glas

Das Huawei Mate 10 Pro überzeugt mit einer hübschen, glänzenden Glas-Rückseite und ist wahlweise in den Farben Blau, Braun oder Gold-Schwarz erhältlich. Das 154 Millimeter hohe, 74 Millimeter breite und lediglich 8 Millimeter dünne Smartphone sticht mit einem kleinen glänzend gehaltenen Band rund um die Dual-Kameras auf der Rückseite hervor, ganz im Google Pixel 2-Stil. Direkt unter den herausstehenden Objektiven findet sich der Fingerabdrucksensor, mit dem Du innerhalb eines Bruchteiles einer Sekunde das Gerät entsperren kannst. Lautstärkewippe und An-Aus-Schalter finden sich auf der rechten Seite. An der Unterseite ist der USB Typ C-Anschluss mittig platziert, der Lautsprecher ist ebenfalls hier verbaut.

Die Front hält sich sehr zurück. Während am unteren Ende nur das Huawei-Logo prangt, finden sich oben zahlreiche Sensoren. Neben einer Frontkamera ist ein Näherungssensor, eine Benachrichtigungs-LED und ein Lautsprecher für Telefonate verbaut.

Galaxy Note 8 vs. Mate 10 ProQuelle: handy.de

Fingerabdrucksensor des Note 8 ungünstig platziert

Beim Galaxy Note 8 hast Du die Wahl zwischen den Farben Schwarz, Blau und Gold. Samsung setzt bei jedem Design auf eine einfarbige Glasrückseite, auch die Front ist in der jeweiligen Farbe lackiert. Das markanteste Merkmal des Note 8 wird wohl die Kamera-Fingerprint-Kombo sein: Über dem Samsung-Logo findet sich ein großzügig ausgesparter Bereich, in dem zwei Kamerasensoren, eine LED, ein Pulsmessgerät und der Fingerabdrucksensor Platz nehmen. Im Vergleich zum Huawei Mate 10 Pro ist dieser Fingerabdrucksensor jedoch deutlich schlechter zu erreichen. Während beim Mate 10 Pro auch kleinere Frauenhände den Sensor auf der Rückseite noch problemlos bedienen können, gelingt dies beim Note 8 eher nur größeren Männer-Händen.

Galaxy Note 8 vs. Mate 10 ProQuelle: handy.de

Am rechten Rand findet sich nur ein Bedienelement, der Unlock-Button. Links dagegen ist neben der Lautstärkewippe noch der Bixby-Button verbaut. Über diesen kannst Du Samsungs hauseigenen smarten Assistenten öffnen, doch dazu später mehr. Die Front ziert eine kleine Hörmuschel mit mehreren Kamerasensoren. Neben einer mit acht Megapixeln auflösenden Frontkamera ist eine Infrarot-Kamera verbaut. Auch Näherungssensor, Benachrichtigungs-LED und Helligkeitssensor finden Platz. Der untere Rand des Bildschirms ist nicht durch ein Logo verziert.

Gewinner: Das Huawei Mate 10 Pro gewinnt das Design-Duell knapp aufgrund des deutlich besser platzierten Fingerabdruckscanners.

Display: Bombastisch von Ecke zu Ecke

Das Display sticht jedem Nutzer sofort ins Auge. Du selbst schaust bei jeder Benutzung ganz genau auf den Screen – kein Wunder also, dass das Display eine sehr wichtige Rolle bei der Wahl des richtigen Smartphones spielt.

Sowohl beim Note 8 als auch dem Mate 10 Pro kommt ein OLED-Screen zum Einsatz. Das verspricht eine hohe Farbechtheit, starke Kontraste und einen geringeren Stromverbrauch als alltägliche LCD-Panels. Gleichzeitig können OLED-Bildschirme heller leuchten als die gewöhnliche Flüssigkristall-Technologie.

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Das Samsung Galaxy Note 8 setzt auf ein 6,3 Zoll großes Display, das den Eigennamen „Infinity Display“ trägt. Das Bildschirm-Body-Verhältnis liegt bei 83,3 Prozent, also sind nur rund 16,7 Prozent der Vorderseite kein Display. Die maximale Helligkeit des mit 2.960 x 1.440 Pixeln auflösenden Screens liegt bei über 700 Candela. Hier können nur sehr wenige Smartphones mithalten. Das Seitenverhältnis von 18,5:9 ist eher ungewöhnlich, Full-HD-Videos werden mit schwarzen Rändern an beiden Seiten abgespielt. Dafür liegt das Note 8 aber gut in der Hand: Der schmale Formfaktor lässt das Gerät kompakter wirken, als es in Wirklichkeit ist.

Samsung-Display löst noch schärfer auf

Das Huawei Mate 10 Pro trumpft vor allem mit dem HDR-Feature auf: Das Display kann größere Farbunterschiede darstellen, als es bei normalen OLED-Bildschirmen der Fall ist. Die abgefilmte Sonne wird also in der Darstellung deutlich heller sein, als es ein normales Display schafft. Die Auflösung des Screens liegt unter der des Samsung Note 8, es kommt “nur“ ein Full-HD-Panel zum Einsatz. Für den Alltag ist das völlig ausreichend, da die wenigsten Inhalte bisher in 4K aufgenommen werden.

Zudem knabbert die geringe Auflösung auch nicht so stark am Akku. Dennoch löst das Mate 10 Pro-Display nicht ganz so scharf auf wie das der Samsung-Konkurrenz. Das Seitenverhältnis von 18:9 (2:1) kommt dem des Note 8 nahe. Das etwas breitere Display macht sich in Filmen aber nur marginal bemerkbar. Die Helligkeit erreicht 640 Candela. Das ist für das Ablesen in der Sonne definitiv genug. Das Verhältnis vom Bildschirm zur Front (Screen-to-Body-Ratio) liegt mit 81 Prozent unter der des Note 8.

Gewinner: Aufgrund des in Q-HD auflösenden Bildschirms gewinnt das Samsung Galaxy Note 8.

Prozessor: Zweimal fix unterwegs

Sowohl das Huawei Mate 10 Pro, als auch das Samsung Galaxy Note 8 haben sehr starke Chips verbaut. Samsung setzt in Deutschland auf den hauseigenen Chip Exynos 8895, Huawei nutzt die Eigenkreation Kirin 970. Beide Prozessoren besitzen acht einzelne Kerne, doch es gibt kleine Unterschiede.

Samsungs Exynos 8895 kommt nur bei einigen Galaxy Note 8-Geräten zum Einsatz: Die verkauften Exemplare im asiatischen Raum setzen auf den Qualcomm Snapdragon 835, der unter anderem im Google Pixel 2 und dem LG V30 verbaut ist. Schlechter ist der selbstgebaute Exynos-Chip aber nicht. Der Prozessor baut auf dem big.LITTLE-Prinzip auf, das heißt, es gibt verschiedene Kerne für verschiedene Aufgaben. Vier Kerne berechnen bei einer niedrigeren Taktrate von maximal 1,7 Gigahertz Hintergrundaufgaben und einfache Apps, während vier höher getaktete Kerne bei 2,3 Gigahertz vor allem bei aufwändigen Spielen und anspruchsvollen Apps zum Einsatz kommen. Als Grafikchip kommt ein Mali-G71 MP20 zum Einsatz, der auf 850 Megahertz taktet. Der Prozessor erreicht beim AnTuTu-Benchmark 178.000 Punkte, im Geekbench kommt er auf fast 6.800 Punkte im Multicore-Test.

Galaxy Note 8 vs. Mate 10 ProQuelle: handy.de

Der Huawei Kirin 970 setzt ebenfalls auf die big.LITTLE-Struktur. Die niedrig getakteten Kerne laufen mit maximal 1,8 Gigahertz, die vier schnellen kommen auf 2,4 Gigahertz. Der Grafikchip ist ein Mali-G72 MP12. Dieser ist eine Generation neuer als der des Note 8, dafür liegt die Leistung aber darunter. Der G72 ist im Mittel sieben Prozent langsamer als der G71. In den Benchmarks liegt das Mate 10 Pro generell etwas unter den Werten des Note 8: Bei AnTuTu gibt es 148.000 Punkte, Geekbench gibt dem Smartphone  5.748 Punkte.

Allerdings hat Huawei beim Kirin 970 noch ein kleines Ass im Ärmel, was bei den oben genannten Benchmarks nicht einbezogen wurde: Die sogenannte NPU. Hierbei handelt es sich um einen weiteren Prozessorkern, der auf besondere Aufgaben spezialisiert ist. Prinzipiell kann der Chip bei Aufgaben helfen, die nicht mit klaren, digitalen Nullen und Einsen gelöst werden können. Die genaue Funktionsweise des NPU-Prozessors, haben wir für Dich nochmal in einem separaten Artikel zusammengefasst.

Leistung satt bei beiden Smartphones

So oder so: Bei beiden Smartphones bekommst Du einen sehr schnellen Prozessor, der alle Aufgaben mit Bravour bewältigen kann und trotzdem bei wenig Gebrauch sehr energiesparend agiert. Die aktuellen Fertigungstechnologien sind inzwischen fast auf einem Level zu CPUs, die Du in Deinem Laptop findest. Sollte Dein Notebook schon älter als drei oder vier Jahre sein, ist die Wahrscheinlichkeit sogar recht groß, dass die Reinperformance der beiden Phablets über der Deines Rechners liegen.

Beiden Smartphones stehen sechs Gigabyte RAM (Arbeitsspeicher) zur Verfügung. Der RAM ist dafür da, die Daten von Apps im Hintergrund zu behalten, selbst wenn Du die Anwendung gerade nicht verwendet wird. Das reicht für jedes aktuelle Smartphone aus. In Zeiten rasant wachsender Anwendungen und mehr Speicherbedarf war es aber ein logischer Schritt, statt vier nun sechs Gigabyte zu verbauen. Zehn Hintergrundanwendungen sollten mit so viel Arbeitsspeicher kein Problem darstellen. Du brauchst Dir also weder beim Note 8, noch dem Mate 10 Pro Sorgen machen, ob Du eine weitere App öffnen kannst.

Gewinner: Dem Huawei Mate 10 Pro bringt die NPU bisher nur wenig, der Chip bietet aber in Zukunft hohes Potenzial. Beide Prozessoren sind fast gleich schnell, deswegen heißt es erst einmal unentschieden.

Akku: Kapazität ist nicht alles

Auf dem Papier ist es eine klare Sache: Der Akku des Huawei Mate 10 Pro hat mit 4.000 Milliamperestunden gegenüber den 3.300 mAh des Note 8 klar die Nase vorn. Auch die Laufzeit in diversen Szenarien wird von Huawei höher angegeben als Samsung. Unter Idealbedingungen sollen 20 Stunden Videokonsum möglich sein, das Note 8 liegt bei 18 Stunden. Für Vieltelefonierer seien 30 Stunden Gesprächszeit machbar, Samsung propagiert lediglich 24 Stunden.

Beide Geräte besitzen einen USB Typ-C Anschluss und unterstützen Schnellladetechnologien. Nach etwa 30 Minuten sind die beiden Smartphones zu rund 50 Prozent geladen, es braucht weder beim Note 8 noch dem Mate 10 Pro länger als zwei Stunden, um die volle Akkukapazität zu erreichen.

Galaxy Note 8 vs. Mate 10 ProQuelle: handy.de

Das Samsung Galaxy Note 8 hat jedoch noch ein kleines Schmankerl an Bord, welches man beim Mate 10 Pro vermisst. Du kannst das Note 8 nämlich drahtlos laden: Per Induktions-Ladegerät ist keine Kabelverbindung mehr nötig, um den Akku wieder auf 100 Prozent zu bekommen. Der Ladevorgang geht zwar nicht so schnell vonstatten wie per Kabel, dafür musst Du das Gerät nicht immer anstecken.

Gewinner: Unentschieden. Auf dem Papier hat das Huawei Mate 10 Pro den etwas ausdauernden Akku, jedoch unterstützt dieser das kabellose Laden nicht, wie es mit den Galaxy Note 8 möglich ist.

Kamera: Doppelt hält besser

Wie es sich bei einem Spitzengerät gehört, setzen beide Phablets auf eine Dualkamera auf der Rückseite. Beim Note 8 kommt eine Zoomkamera zum Einsatz, Huawei verbaut eine Schwarz-Weiß-Kamera. Beide Smartphones können die doppelten Sensoren nutzen, um künstliche Unschärfe im Hintergrund des Bildes zu erzeugen.

Samsung setzt zwei 12 Megapixel-Fotosensoren ein. Die Weitwinkelkamera besitzt ein lichtstarkes f/1.7-Objektiv. Das sorgt selbst in schummrigen Lichtverhältnissen für ordentliche Fotos ohne großes Bildrauschen. Die Zoomkamera ist nicht ganz so lichtstark und wird deswegen in dunkleren Szenarien nicht eingesetzt. Beide Kameras sind mechanisch stabilisiert (OIS, Optical Image Stabilization). Du kannst also selbst mit zittrigen Händen Fotos schießen, die nicht verwackeln. Der LED-Blitz hilft bei der Aufhellung von Objekten, die nicht mehr als zwei Meter entfernt sind.

Galaxy Note 8 vs. Mate 10 ProQuelle: handy.de

Die Frontkamera des Note 8 löst mit acht Megapixeln auf. Statt einen festen Fokus einzubauen, entschied sich Samsung für einen Autofokus. Du kannst also wahlweise Dich im Vordergrund oder die Landschaft im Hintergrund fokussieren. Alle Kameras können auf Bildeffekte zurückgreifen, die von Haus aus mitgeliefert werden. Samsung stellt unter anderem einen Essen-Modus und einen Pro-Modus zur Verfügung, damit Du in jeder Situation das bestmögliche Bild schießen kannst.

Im Videomodus schafft das Note 8 bis zu 30 Bilder pro Sekunde in Ultra-HD-Auflösung, also mit 3.840 x 2.160 Pixeln. Solltest Du Full-HD-Material bevorzugen, sind sogar bis zu 120 Bilder pro Sekunde möglich. Du kannst also quasi eine vierfache Zeitlupe aufnehmen. Dank der optischen Stabilisierung der Linsen sind selbst Freihandaufnahmen schön anzusehen.

Leica-Kamera mit kontrastreichen Aufnahmen

Huawei setzt Fototechnik vom Kamerahersteller Leica ein. Die zwei Kameras auf der Rückseite lösen mit 20 respektive 12 Megapixeln auf. Die 12 Megapixel-Kamera ist dabei die Hauptkamera. Sie nimmt RGB-Fotos auf. Der andere Sensor ist monochrom – das heißt, dass er nur schwarz-weiß aufnimmt. Huawei nutzt ihn, um bessere Kontraste zu ermöglichen. Die Bildinformationen werden zusammengerechnet, um klarere Kanten zu erhalten. Dank der f/1.6-Objektive fällt noch etwas mehr Licht auf den Sensor, als es beim Note 8 der Fall ist. Du kannst also selbst Nachts oder in dunkleren Räumen noch gute Fotos schießen. Die Sensoren sind ebenfalls stabilisiert, um Wackler vorzubeugen. Mit einem Laser-Autofokus-System ist das zu fotografierende Objekt in Windeseile scharf gestellt, selbst wenn die Lichtverhältnisse bescheiden sind. Das LED-Licht reicht für Schnappschüsse völlig aus. Der Zoom ist lediglich digital. Du solltest also idealerweise nahe an das zu fotografierende Objekt herantreten.

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Die Frontkamera löst mit acht Megapixeln auf und lässt Dich auf Selfies durch diverse zuschaltbare Filter noch besser aussehen. Die NPU ist in der Lage, das Bild zusätzlich zu verbessern und unwichtige Elemente verschwimmen zu lassen. Die Blende von f/2.0 ist nicht überzeugend – vor allem im Hinblick darauf, dass Huawei bei der Hauptkamera das Know-How eines Premiumherstellers einbaut.

Auch das Mate 10 Pro schafft 4k-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde, hier geben sich die beiden Smartphones also nichts. Dank der NPU kann das Telefon allerdings live im Video Tiefenunschärfe erzeugen. Das sorgt dafür, dass die aufgenommenen Bewegtbilder „cineastischer“ aussehen. Nur das gewünschte Objekt steht im Fokus, während der Hintergrund künstlich weich gerechnet wird. Dieser Effekt nennt sich “Bokeh“ und ist eigentlich nur guten Digitalkameras vorbehalten. Normalerweise wird diese Tiefenunschärfe durch große Bildsensoren verursacht, die mit entsprechenden Objektiven einen besonderen Zerstreuungskreis erhalten. Je kleiner der Sensor, desto unauffälliger der Effekt.

Gewinner: Das Huawei Mate 10 Pro liegt knapp vor dem Note 8 dank seiner kontrastreicheren Aufnahmen in guten sowie schlechten Lichtsituationen, auch wenn der Zoom nicht an den des Note 10 heran reicht.

Software: Samsung Experience vs. EMUI 8.0

Sowohl Samsung als auch Huawei setzen auf eine eigene Oberfläche. Beide bauen zum Großteil auf Android auf. Die größten Unterschiede zum Hauptsystem sind optischer Natur, aber vor allem Samsung setzt auf eigene Anwendungen, anstatt Googles Standard-Apps zu verwenden.

Eine Bewertung der Software-Optik ist immer Geschmackssache und somit immer subjektiv. Das Design von EMUI ist eher etwas minimalistischer, während Samsungs Experience eher bunter daherkommt.

Aktuellstes Android mit dem Mate 10 Pro

Ein Vorteil von EMUI ist auf jeden Fall die Aktualität: Samsung nutzt derzeit Android 7.1.1 als Basis. Huawei jedoch setzt schon auf Android 8.0 und hat damit nicht nur aktuellere Sicherheitsdefinitionen, sondern auch mehr Features. Für große Displays bietet sich unter anderem die Funktion „Bild-in-Bild“ an. Du kannst normal im Internet surfen, gleichzeitig aber in einem kleinen Fenster ein Video laufen lassen oder ein Skype-Videotelefonat führen. Mit Android 7 war lediglich ein Splitscreen-Modus möglich, bei dem eine zweite App mindestens 40 Prozent der Displayfläche belegte.

Das Benachrichtigungssystem wurde ebenfalls überarbeitet, so kannst Du jetzt etwa Benachrichtigungen bündeln und alle Chats vom Messenger, Whatsapp, Telegram usw. laufen in eine gemeinsame Kategorie. Mit dem WiFi-Assistant wird das Verbinden mit fremden WLAN-Hotspots sicherer. Weil Android jetzt erstmals den Software-Rollout selbst übernimmt und dies nicht wie bisher den Herstellern oder Providern überlässt, sind Updates jetzt noch schneller auf Deinem Gerät. So ist das Smartphone ideal geschützt.

Huawei selbst implementierte noch eine besondere Funktion, die das berühmt-berüchtigte Phänomen, dass Geräte über die Zeit langsamer werden, behandeln soll. Mit „F2FS“ (Flash Friendly File System) sollen Daten besonders geordnet auf dem internen Speicher abgelegt werden. Das Verfahren erinnert ein wenig an die Defragmentierung aus Windows XP-Zeiten. Dadurch sollen Apps selbst nach einer längeren Zeit der Benutzung des Gerätes immer noch schnell starten, ohne dass es zu großen Ladeverzögerungen kommt.

Android 7 und Bixby mit dem Note 8

Samsung hat die eigene Software Samsung Experience minimal auf das Galaxy Note 8 angepasst. Das wichtigste Feature für ein Telefon mit so einem großen Bildschirm ist App Pair: Samsung erlaubt es Dir, vom Homescreen zwei Apps simultan zu starten. Sie sind dann automatisch im Splitscreen-Modus untereinander angeordnet. Solltest Du zum Beispiel gerne Videos schauen, während Du im Netz surfst, kannst Du Dir einfach einen Shortcut hinterlegen und beide Anwendungen gleichzeitig öffnen.

Eine andere Besonderheit ist Bixby, Samsungs eigener Sprachassistent. Anstatt auf Google Now zu setzen, vertraut Samsung lieber seinem eigenen intelligenten Assistenten Bixby. Ziel des Assistenten ist es, auf Samsung-Smartphones die Vorherrschaft zu erreichen. Das klappt bisher aber eher weniger, denn noch ist Bixby nur auf Englisch und Südkoreanisch nutzbar. Auch die erzielten Ergebnisse können noch nicht überzeugen, weswegen viele Nutzer den an der linken Seite befindlichen Bixby-Button umprogrammieren. Mit einer einfachen App kannst Du den Knopf zum Kamera-Auslöser umfunktionieren oder sogar Google Now öffnen. Bixby soll im Laufe des nächsten Jahres Deutsch lernen.

Gewinner: Das Mate 10 Pro heimst sich hier den Sieg ein. Weniger Bloatware und aktuellere Software sind hier entscheidend.

Das große Drumherum: Stift, Speicher und PC-Funktionen

Neben den Hauptmerkmalen können sowohl das Huawei Mate 10 Pro als auch das Samsung Galaxy Note 8 mit kleineren Nebenfunktionen aufwarten, die bei der Auswahl Deines zukünftigen Smartphones von Fall zu Fall eine kleinere oder größere Rolle spielen.

Galaxy Note 8 vs. Mate 10 ProQuelle: handy.de

Stift für schnelle Notizen

Eines der Haupt-Verkaufsargumente für das Samsung Galaxy Note 8 ist mit Sicherheit der eingebaute Stylus. Im Korpus des Phablets versteckt findest Du einen Stift, mit dem Du auf dem großen Screen schreiben kannst. Das Schreibgefühl ist mittlerweile sehr natürlich. Fast so, als ob Du mit einem echten Stift auf Papier schreiben würdest. Du kannst mit dem Stift normale Notizen anfertigen, aber auch kleine Bilder malen. Der auf den Namen S Pen getaufte Stylus löst mit etwa 4.000 Druckstufen auf, sodass Du dicke und dünne Linien völlig natürlich zeichnen kannst.

Sobald Du den Stift aus dem Note 8 ziehst, öffnet sich eine Memo-App. Dort kannst du eine Einkaufsliste, schnelle Notizen oder kleine Kunstwerke anfertigen. Im Browser können fix wichtige Stellen markiert und für spätere Benutzung gespeichert werden. Screenshots kannst Du dynamisch zuschneiden und beschriften. Der Stift wird in vielen Anwendungen auch als normale Fingerberührung erkannt, Du kannst also auch durch Dokumente scrollen, ohne umständlich zwischen Finger und Stift wechseln zu müssen.

Interner und erweiterbarer Speicher

Platzprobleme bekommst Du bei beiden Smartphones in den ersten paar Wochen keine: Das Huawei Mate 10 Pro hat standardmäßig 128 GB-Flash-Speicher verbaut, das Samsung Galaxy Note 8 lediglich 64 Gigabyte. Allerdings lässt sich der Festspeicher beim Note 8 per Micro-SD-Karte erweitern: Du kannst bis zu 256 Gigabyte zusätzlichen Speicherplatz nutzen, wenn Du eine entsprechende Micro-SD nutzt. Dank einer recht neuen Android-Funktion lassen sich interner und externer Speicher verschmelzen. In den Speicher-Einstellungen kannst Du einen großen, gemeinsamen Speicherplatz erstellen. So wird aus dem Note 8 ein Smartphone, welches bis zu 320 Gigabyte Speicher bietet.

Da kann das Mate 10 Pro nicht mithalten, denn der Speicher lässt sich hier nicht erweitern. In Zeiten von 4k-Video ist das schade, andererseits nehmen Cloudspeicher und Streamingdienste viele Gigabyte an Musik und Fotos vom Gerät. 128 Gigabyte sollten für die allermeisten Nutzer deswegen völlig ausreichen.

Virtual Reality mit Samsung Gear VR

Das Galaxy Note 8 genießt die vollen Vorteile der Samsung-Produktpalette: Die Gear VR ist auf dem Mobilmarkt die am meisten verkaufte VR-Brille. Mehrere Millionen Exemplare sind im Umlauf. Die Nutzer dürfen sich über das umfangreiche Ökosystem freuen, das Samsung über die letzten Jahre aufgebaut hat. Im eigenen App-Store für Virtual Reality-Titel tummeln sich mehrere hundert Apps, die ausprobiert werden möchten. Du kannst mit der Gear VR sogar einen Handcontroller nutzen. Das war bisher VR-Nutzern mit Computern und großen Brillen wie der HTC Vive vorbehalten. Die dafür benötigte Samsung Gear VR kostet  rund 130 Euro.

Samsung Gear VRQuelle: Samsung
Mit der Gear VR kannst Du in die Virtual Reality Welt eintauchen.

Das Huawei Mate 10 Pro hat hingegen keinen Zugriff zur Gear VR. Googles VR-Plattform Daydream startete vor einigen Monaten und soll High-End-Geräten mit Android die Möglichkeit geben, ebenfalls hochqualitative virtuelle Welten zu erleben. Das Mate 10 Pro hat bisher aber keine Zertifizierung für Daydream erhalten. Ob diese noch folgt, ist unklar. Solang das nicht der Fall ist, müsstest Du mit günstigeren Google Cardboard-Brillen vorlieb nehmen, wenn Du mit dem Mate 10 Pro Virtual Reality erleben möchtest.

Smartphone als PC nutzen

Das Motorola Atrix machte 2011 vor, wie Telefone zukünftig das mobile Arbeiten erleichtern können: Das Gerät wurde einfach in ein Tablet eingesteckt und schon ließ sich das Atrix als Tablet und Laptop nutzen. Dabei handelte es sich aber eher um eine holprige Angelegenheit, alles lief zu unrund und die Performance stimmte nicht. Heute steht Smartphones deutlich mehr Leistung zur Verfügung.

Samsung stellt mit seiner Docking-Station DeX ein Gadget zur Verfügung, das aus dem Galaxy Note 8 einen Desktop-Ersatz zaubert. Du schließt an das Dock einen HDMI-Monitor an und verbindest Tastatur und Maus. Schon lässt es sich fast so wie am Desktop-PC arbeiten: Auf dem Monitor erscheint eine optimierte Version von Android, die multiple Fenster erlaubt und so Multitasking vereinfacht. Die DeX-Dockingstation kostet ungefähr 90 Euro.

Samsung DeX StationQuelle: Samsung
Mit der DeX Station kannst Du Dein Note 8 in einen Desktop-PC umwandeln.

Huaweis Mate 10 Pro kann das sogar noch etwas besser: Du musst nur einen günstigen USB Typ C-Hub besorgen. Über ihn bist Du in der Lage, ohne ein spezielles und herstellerspezifisches Dock einen externen Monitor zu betreiben. Das ist günstiger und funktioniert genauso gut.

Preise und Fazit

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Note 8 liegt bei 999 Euro, das Gerät ist allerdings seit ein paar Monaten auf dem Markt. Deswegen ist der Preis inzwischen auf rund 800 Euro gesunken. Bereits ab monatlich 59,99 Euro mit einer 20-GB-Flatrate im O2 Free L-Tarif erhältst Du das Note 8 im handy.de-Shop. Ungefähr genauso viel kostet auch das Huawei Mate 10 Pro, dessen UVP bei 799 Euro liegt. In unserem Shop bekommst Du das Mate 10 Pro bereits ab 51,99 Euro pro Monat im Vodafone Smart XL-Tarif mit 4 GB im Monat.

Das Note ist perfekt für Display-und Stift-Liebhaber

Welches Smartphone ist denn nun aber besser, wenn der Preis bei beiden Geräten ungefähr gleich aufliegt? Eine klare Empfehlung fällt sehr schwer. Solltest du Wert auf ein möglichst hochauflösendes und großes Display legen, liegst Du mit dem Samsung Galaxy Note 8 definitiv richtig. Der Stift ist für Fingerschrift-Liebhaber ein absolutes Must-Have. Und auch der Akku kann mit seiner Schnellladefunktion und dem kabellosen Laden überzeugen. Der zweifache Zoom bietet sich bei Portrait-Fotos an. Ebenso ist auch die starke Infrastruktur Samsungs in Form von Gadgets definitiv ein großes Plus, wenn Du beispielsweise mal Virtual Reality austesten möchtest. Auch der erweiterbare Speicher ist für Hobbyvideografen ein positiver Faktor, mit den Aufnahmen des Note 8 erzeugst Du riesige Datenmengen.

Mate 10 Pro ideal für Hobby-Fotografen

Andererseits überzeugt Huawei mit einem zukunftsweisenden Prozessor und einer von Leica entwickelten Dualkamera, die zu überzeugen weiß – insbesondere bei Nachtaufnahmen. Solltest Du also gerne am Abend oder nachts fotografieren, wäre das Mate 10 Pro sicher eine sehr gute Wahl für Dich. Der Bildschirm präsentiert Dir Deine Aufnahmen und natürlich auch andere Apps hell und farbecht. Das aktuelle Android 8.0 Oreo mit all seinen Phablet-Features überzeugt und wird auch Dir viel Freude bereiten. Das Mate 10 Pro punktet mit einem hübschen Gehäuse und der Fingerprint-Sensor lässt sich Dank einer guten Positionierung auch blind gut erreichen. Huawei ist sehr daran bedacht, das Thema künstliche Intelligenz noch weiter auszubauen. Weitere spannende Funktionen sind zu erwarten.

Alle Daten im direkten Vergleich

Huawei Mate 10 Pro Samsung Galaxy Note 8
Abmessungen 154x74x8mm 162x75x9mm
Display 6 Zoll, 2.160 x 1.080 Pixel 6,3 Zoll, 2.960 x 1.440 Pixel
Prozessor Huawei Kirin 970, Octa-Core, 2,4 GHz Samsung Exynos 8895, Octa-Core, 2,3 GHz
RAM 6 GB 6 GB
Interner Speicher 128 GB 64 GB
Speichererweiterung Nicht möglich Max. 256 GB
Kameras Front: 8 MP, Rück: 12 + 20 MP Front: 8 MP: 8 + 8 MP
Akku 4.000 mAh 3.300 mAh
IP-Zertifizierung IP67 (Wasserresistent) IP68 (Wasserdicht)
Entsperrmöglichkeiten Fingerabdruck, PIN Fingerabdruck, Gesichtserkennung, PIN
Farben Blau, Braun, Gold-Schwarz Schwarz, Gold, Blau
UVP 799 Euro 999 Euro
Marktpreis ~790 Euro (Stand 12/17) ~800 Euro (Stand 12/17)
handy.de Shop Ab 1 Euro, 4 GB, Allnet-Flatrate, Vodafone Smart XL für 51,99 Euro/Monat Ab 1 Euro, 20 GB, Allnet-Flatrate, O2 Free L für 59,99 Euro/Monat