Samsung Galaxy A6 (2018) im Test: Da geht mehr | handy.de
Testbericht

Samsung Galaxy A6 (2018) im Test: Da geht mehr

So viel S-Klasse steckt in Samsungs neuer A-Serie

Mit dem Galaxy A6 (2018) und Galaxy A6+ (2018) hat Samsung Anfang Mai zwei neue Mittelklasse-Modelle vorgestellt. Wer jetzt aber an einen Nachfolger des Galaxy A5 (2017) denkt, liegt jedoch falsch. Wo sich das rund 300 Euro teure Galaxy A6 (2018) in der Mittelklasse genau einsortiert und ob ein Hauch der beliebten S-Klasse im A-Serien-Gerät steckt, wird der folgende Testbericht klären.

Design und Verarbeitung: Mattes Metall statt zerbrechliches Glas

Anders als noch im Vorjahr, setzt Samsung bei der neuen 6er-A-Serie auf Metall anstatt auf Glas. Das uns vorliegende Testgerät des Galaxy A6 (2018) kommt in einem hochwertigen, matt-schwarzen Metallgewand daher. Neben der klassisch schwarzen Version haben Käufer noch die Auswahl zwischen den Farben „Gold“ und „Lavender“. Auch wenn in diesem Jahr sehr viele Hersteller auf eine Glas-Rückseite setzen, da diese immer sehr edel daherkommt und auch die Möglichkeit zum induktiven Laden bietet, weist auch Metall Vorteile auf. Es funkelt zwar weniger ansprechend im Sonnenlicht, dafür sieht man dort Fingerabdrücke weniger stark.

Rückseite des schwarzen Samsung Galaxy A6 (2018)Quelle: Katharina Schell / handy.de
Disclaimer: Die Rückseite unseres Testgerätes ist noch nicht final. Es kann kleinere Abweichungen zur Verkaufsversion geben wie z.B. das CE-Siegel oder das DUOS-Logo.

Ebenso ist Metall deutlich robuster. Sollte das Galaxy A6 (2018) mal aus der Hand gleiten, so musst Du keine Sorge um eine zersplitterte Glas-Rückseite haben. In den meisten Fällen kommen metallische Smartphones mit einer kleinen Beule oder Macke im Lack davon, sind aber nicht so zerstört wie ihre empfindliche Glas-Alternative. Die Gefahr eines Sturzes ist ohnehin deutlich geringer, denn das Galaxy A6 (2018) liegt dank der metallischen Rückseite griffig in der Hand und ist weniger flutschig als Smartphones mit einer Glasrückseite. Die abgerundete Rückseite schmeichelt zudem der Handinnenfläche.

Mehr Display im kompakten Gehäuse

Für den sicheren Halt sorgen auch die Maße von 149,9 x 70,8 x 7,7 Millimeter. Denn obwohl das Galaxy A6 (2018) im Vergleich zum Galaxy A5 (2017) ein um 0,4 Zoll größeres Display besitzt, ist es etwas weniger breit (0,6 mm). Mit einer Höhe von 14,9 cm ist es nur unwesentlich größer als das A5 aus dem Vorjahr mit 14,6 mm.

Seitliche Ansicht des Galaxy A6 (2018)Quelle: Katharina Schell / handy.de

Insgesamt ist das Display größer, bei gleichbleibender Gehäusegröße. Das liegt daran, dass Samsung wie bereits beim Galaxy A8 (2018), auch bei der A6er-Serie auf das neue 18,5:9-Displayformat setzt. Durch das neue nahezu randlose Format passt ein 5,6 Zoll große Display in ein recht kompaktes Gehäuse. Auf besondere Designelemente wie eine Notch am oberen Displayrand oder abgeschrägte, sogenannte Edge-Kanten wie beim Galaxy S9, verzichtet Samsung bei der aktuellen A6-Serie. Insgesamt bringt das neue moderne Displayformat die neue A-Klasse zwar in das Jahr 2018, perfekt umgesetzt ist das neue Displayformat designtechnisch aber noch nicht. Denn unterhalb des Displays befindet sich immer noch ein gut sichtbarer schwarzer Balken. Da Samsung beim A6 mit On-Screen-Tasten für die Navigation arbeitet und das Logo sich auf der Rückseite befindet, ist dieser Platz so schlicht überflüssig.

Samsung Galaxy A6 (2018) im Hands-OnQuelle: Katharina Schell / handy.de

Kopfhörer- und Micro-USB-Anschluss

Während der weiter vorhandene Kopfhöreranschluss vielen Käufern wohl eine Freude bereiten dürfte, könnten einige beim USB-Anschluss enttäuscht sein. Denn im Jahr 2018 setzten viele Hersteller auch bei ihren Mitteklasse-Modellen auf den deutlich moderneren und schnelleren USB-Typ-C-Anschluss. Beim Galaxy A6 (2018) findet man jedoch noch den altbekannten Micro-USB-Anschluss. Was vielleicht für denjenigen, der noch alte Ladekabel zuhause rumfliegen hat, praktisch erscheint, bringt aber auch eine langsamere Datentransfer- und Ladezeit sowie den benutzerunfreundlicheren Anschluss mit sich.

Micro-USB und Kopfhöreranschluss beim Samsung Galaxy A6 (2018)Quelle: Katharina Schell / handy.de

Anders als noch das Galaxy A5 (2017), ist das A6 übrigens auch nicht mehr staub- und wasserdicht. Auf die IP68-Zertifzierung verzichtet Samsung beim neuen Modell der A6-Serie.

Dual-SIM und Micro-SD-Kartensteckplatz

Auf der linken Seite des Galaxy A6 (2018) befinden sich gleich zwei Einschübe. Das größere Fach unten links bietet Platz für eine zweite Nano-SIM- und eine Micro-SD-Karte. Das Galaxy A6 (2018) ist also ein „echtes“ Dual-SIM-Gerät. Als Nutzer musst Du Dich somit nicht zwischen Speichererweiterung und zweiter SIM-Karte entscheiden. Beides ist hier problemlos möglich. Direkt darüber ist das Fach für die Standard-Nano-SIM. Im oberen Bereich befindet sich die Lautstärkenwippe.

Dual-SIM-Fach und Micro-SD-Fach beim Samsung Galaxy A6 (2018)Quelle: Katharina Schell / handy.de

Auf der rechten Seite findet man unterhalb des Power-Buttons, der eine gute Platzierung besitzt aber doch sehr laut knackt bei der Bedienung, den Lautsprecher. Ja genau, den Lautsprecher. Dieser befindet sich nicht wie bei vielen anderen Smartphones an der unteren Seite, sondern an der rechten Seite.

Anders als noch beim Galaxy A5 (2017) ist der Fingerabdruckscanner nicht mehr im Home-Button untergebracht. Wie oben bereits beschrieben, verzichtet Samsung aufgrund des Infinity-Designs auf einen physischen Home-Button. Der Fingerabdruckscanner ist daher auch auf die Rückseite unterhalb der Kamera gewandert. Dort lässt er sich ganz gut erreichen. Eine wenig Obacht ist jedoch auch hier mit der Kameralinse geboten. Gerade größere Hände greifen hier vielleicht mal schnell ein Stückchen zu weit nach oben und landen mit ihrem Zeigefinger auf der empfindlichen Linse. Mit kleineren Händen existiert dieses Problem jedoch nicht. Vielmehr müssen kleinere Hände eher ein Stückchen umgreifen um an den Scanner zu gelangen.

Fazit Design und Verarbeitung

Hinsichtlich des Display-Design-Konzeptes ist das Galaxy A6 (2018) im korrekten Kalenderjahr angekommen. Das neue 18,5:9-Displayformat lässt das Gerät insgesamt schlanker und moderner wirken – auch wenn Samsung auf das derzeit sehr beliebte Designelement – die Notch – verzichtet. Gleichzeitig merkt man jedoch auch, dass das die Verarbeitung zwar stabil und hochwertig ist, jedoch kein funkelndes Design-Highlight zum Mittelklasse-Preis ist. Die Ränder am oberen und unteren Displayrand hätten etwas schmaler ausfallen können, ebenso wirkt ein matter Metall-Rücken eben etwas weniger entzückend als eine glänzende Glas-Rückseite. Letztlich bleibt aber auch dieser Punkt eine Geschmackssache. Denn eine Metallrückseite ist bodenständiger, weniger empfindlich – eben die sichere Design-Variante. Punktabzug gibt es aber für die fehlende IP-Zertifizierung.

Display: Neues Format – schlechtere Auflösung

Beim Display zeigt sich der größte Unterschied zum Galaxy A5 (2017). Denn das A6 setzt wie bereits das A8 aus diesem Jahr, auf ein nahezu randloses Design im 18,5:9-Format. Auch wenn Samsung, wie bereits oben erwähnt, insbesondere an den unteren Seitenrändern noch etwas mehr Platz hätte einsparen können, so präsentiert sich das Display deutlich moderner im Look and Feel als noch die A-Serie von 2017. Dank dem neuen Format kann Samsung das A6 auch von 5,2 auf 5,6 Zoll wachsen lassen. Im ungefähr gleich großen Gehäuse bekommt man als Käufer in diesem Jahr nun ein deutlich größeres Display. Jedoch auch ein deutlich schlechter auflösendes Display.

Screenshot Anpassung Display Galaxy A6Quelle: Katharina Schell / handy.de

Denn die Auflösung beim Galaxy A6 (2018) schrumpft auf 1.480 x 720 Pixel. Dies entspricht nur noch HD+. Beim Galaxy A5 (2017) setzte Samsung noch auf eine Full-HD-Auflösung, die keine Pixel erkennen ließ. Anders sieht es nun leider beim neuen A6 aus. Auf dem 5,6 Zoll großen Display kann man beim genaueren Hinsehen, insbesondere bei feinen Schriften oder kleineren App-Symbolen in Ordnern, einzelne Pixel auch mit dem bloßen Auge wahrnehmen. Die Pixeldichte liegt gerade einmal bei 282,5 ppi. Dies ist schade, denn eine Full-HD-Auflösung ist im Jahr 2018 in der Mitteklasse eigentlich mittlerweile Standard.

Das AMOLED-Display rettet

Immerhin verzichtet Samsung beim neuen A6 nicht auf den Einsatz seines SuperAMOLED-Displays. Die Displaytechnologie von Samsung liefert wie gewohnt knackige und leuchtende Farben und auch die Blickwinkelstabilität ist gut. In den Einstellungen unter Anzeige -> Bildschirmodus lassen sich noch weitere Anpassungen am Display vornehmen. Falls Du als Nutzer zum Beispiel eher kühlere Farben magst, kannst Du dies per Regler einstellen oder auf einen der vor festgelegten Modi (Anpassungsfähige Anzeige, AMOLED-Kino, AMOLED-Foto, Einfach) zurückgreifen.

Jedes Smartphone besitzt heute ein hochauflösendes Display. Die Touchscreens in einer Größe zwischen 4 und 6 Zoll sind aber alle bei Weitem nicht gleich. Wir erklären die wichtigsten Unterschiede zwischen OLED-, Retina-, IPS- und LCD-Displays.

Fazit Display

Bis auf das neue 18,5:9-Format bietet das Display des Galaxy A6 (2018) leider wenig Spannendes. Die Farbwiedergabe des SuperAMOLED-Displays überzeugt zwar, dafür die HD+-Auflösung umso weniger. Hier bieten andere Mittelklasse-Modelle deutlich mehr.