Rufnummernmitnahme: So klappt sie problemlos | handy.de
Ratgeber

Rufnummernmitnahme: Alte Handynummer zum neuen Vertrag mitnehmen

Das musst Du bei einer Portierung beachten

Auch wenn Du Deinen alten Handyvertrag gekündigt hast, musst Du nicht auf Deine bekannte Rufnummer verzichten. Die Portierung einer Handynummer ist mittlerweile gar nicht mehr so schwierig wie viele es befürchten. Wir zeigen Dir, wie Du eine Rufnummernmitnahme bei Deinem neuen Anbieter beantragen kannst und was Du bei einer Portierung beachten musst.

Gesetzliche Grundlage

Die Mitnahme einer Rufnummer ist gesetzlich geregelt. Im Fachjargon nennt man den Vorgang auch Mobile Number Portability (MNP). Seit dem 1. November 2002 gibt es dafür im Telekommunikationsgesetz (TKG) den § 46 Anbieterwechsel und Umzug. Neu hinzugekommen ist die TKG-Novelle im März 2012, die unter anderem die vorzeitige Portierung regelt – also die Mitnahme einer Rufnummer zu einem anderen Anbieter aus einem noch laufenden Vertrag heraus.

Die Portierung umfasst nicht nur Deine Handynummer, sondern auch Deine Mailbox sowie die Netzvorwahl. Daher lässt sich ein Anbieter bzw. ein Mobilfunknetz auch nicht mehr so einfach an der Vorwahl erkennen.

Obwohl jeder Anbieter zur Rufnummernportierung verpflichtet ist, gibt es kein dafür einheitliches Verfahren. Du solltest Dich daher im Service-Portal Deines Providers über das Vorgehen bei einer Portierung informieren. In jedem Fall gilt, dass Dein Antrag auf eine Rufnummernmitnahme spätestens 30 Tage nach Ende Deines alten Vertrages bei Deinem Anbieter vorliegen muss. Anderenfalls kann er Deine Rufnummer wieder an einen neuen Kunden vergeben.

In Deutschland gibt es drei Mobilfunknetze: Das D1-Netz der Telekom, das D2-Netz von Vodafone und das o2-Netz der Telefónica. In diesem Überblick erfährst Du, wie gut die Handy-Netze ausgebaut sind und wie sie im Netztest abgeschnitten haben.

Rufnummernmitnahme beantragen

Einen Antrag auf Rufnummernmitnahme kannst Du jederzeit stellen. Um einen glatten Übergang zum neuen Anbieter zu gewährleisten, solltest Du die Portierung aber spätestens mit Deiner Vertragskündigung bei Deinem alten Anbieter vorlegen. Dazu bieten Dir die Provider entweder Formulare auf ihren Webseiten an, oder Du schickst ihnen ein formloses Anschreiben per Post.

Hast Du Deinen bisherigen Vertrag bereits gekündigt, kannst Du Deinen Portierungsantrag innerhalb von 30 Tagen nach der Kündigung noch einreichen.

Auch bei Deinem neuen Anbieter gibst Du an, dass Du Deine alte Rufnummer mitnehmen möchtest. Dies ist während der Bestellung des neuen Vertrages möglich – zumeist an der Stelle, an der Du Dir eine neue Rufnummer aussuchen kannst.

Sind beide Anbieter informiert, geht der Rest quasi automatisch. Doch Vorsicht: Achte darauf, dass Deine Kundendaten beim Altanbieter mit denen beim neuen Betreiber übereinstimmen. Bist Du während Deiner Vertragslaufzeit beispielsweise umgezogen oder hast Du geheiratet, könnte beim alten Anbieter noch Deine frühere Adresse oder Dein früherer Nachname hinterlegt sein. Kommt es zu solchen Differenzen, wird die Portierung abgelehnt. Schaue daher im Kundenportal nach, ob Deine persönlichen Daten aktuell sind und ändere sie gegebenenfalls. Solange Dein altes Vertragsverhältnis noch besteht, kannst Du Deine Angaben problemlos korrigieren.

So läuft die Portierung ab

Sobald Dein alter Anbieter über Deinen Portierungswunsch informiert wurde, muss er Deine Handynummer innerhalb von 30 Tagen freigeben. In dieser Zeit kann Dein neuer Anbieter wiederum die Übernahme Deiner Handynummer beim Altanbieter beantragen.

Hat Dein neuer Anbieter die Freigabe für die Übernahme erhalten, legt er einen Termin für die Portierung fest, über den Du per SMS informiert wirst. Am Tag der Portierung schaltet Dein alter Provider die Nummer ab und Dein neuer Anbieter übernimmt. Durch die Übergabe der Nummer kann es zu kurzfristigen Empfangsunterbrechungen kommen.

Die Kosten der Rufnummernmitnahme

Die Freigabe Deiner alten Nummer wird Dir von Deinem ehemaligen Provider in Rechnung gestellt. Viele Anbieter verlangen für die Portierung eine Pauschale von 25 bis 30 Euro. Die Kosten dürfen die Summe von 30,72 Euro jedoch nicht überschreiten – diesen Betrag hat die Bundesnetzagentur als Obergrenze festgesetzt.

Um die Rufnummernportierung attraktiver zu machen, verlangt der neue Anbieter, der die alte Rufnummer übernimmt, in der Regel keine Gebühr. Im Gegenteil: Oftmals erhalten Kunden beim neuen Provider für die Mitnahme ihrer alten Handynummer eine Gutschrift, die die Portierungskosten wieder etwas relativieren oder sogar 1:1 decken.

Besonderheiten bei Prepaid-Karten

Die Mitnahme der Rufnummer von einem Laufzeitvertrag zum anderen, oder von einem Prepaid-Vertrag zu einem Laufzeitvertrag funktioniert problemlos. Schwieriger kann es werden, wenn Du Deine Handynummer zu einem neuen Prepaid-Vertrag mitnehmen möchtest. Nicht jeder Discounter bietet eine Rufnummernportierung an – informiere Dich also im Vorfeld über die Bestimmungen.

Zudem solltest Du darauf achten, dass Dein Prepaid-Guthaben ausreichend hoch ist, um die Kosten für die Rufnummernmitnahme zu decken. Denn diese werden vom Kartenguthaben abgezogen. Oftmals verlangt der alte Prepaid-Anbieter zudem eine Verzichtserklärung, mit der Du Dich einverstanden erklärst, auf ein mögliches Restguthaben zu verzichten.

Immerhin: Wechselst Du innerhalb eines Anbieters von einem Prepaid- auf einen Laufzeitvertrag, ist dies in der Regel kostenlos. Zudem kannst Du das bestehende Kartenguthaben oftmals auf den Vertrag übertragen lassen.

Wenn Du Deinen Handyvertrag kündigen willst und keine Frist verpassen möchtest, solltest Du ein paar Dinge beachten. Wir geben Dir Tipps.