OnePlus 6 im Test: Schlichte Eleganz trifft auf Leistung
Testbericht

OnePlus 6 im Test: Schlichte Eleganz trifft auf Leistung

Neuerungen reichen von der Glasrückseite bis zur Notch

Technische Ausstattung im Detail

Angetrieben wird das OnePlus 6 von Qualcomms Snapdragon 845. Der Chip ist einer der Top-Prozessoren dieses Jahres und besteht aus insgesamt acht Kryo-Kernen. Diese sind in ein stromsparendes Cluster mit je vier Cortex-A55-Kernen mit bis zu 1,8 GHz und in ein leistungsstarkes Cluster mit vier Cortex-A75-Kernen mit bis zu 2,8 GHz unterteilt. Zum Prozessor gehört die Grafikeinheit namens Adreno 630, die im Vergleich zum Vorgänger eine um bis zu 30 Prozent höhere Leistung bietet. Gefertigt ist das SoC (System on Chip) im kompakten 10-Nanometer-Verfahren.

Je nach Modell bietet OnePlus das Smartphone mit 6 oder 8 GB Arbeitsspeicher an. Auch beim internen Speicher gibt es verschiedene Ausführungen von 64 GB über 128 GB bis zu 256 GB. Unserem Testgerät stehen 8 GB RAM und 128 GB Speicher zur Verfügung.

Nutzer haben also eine sehr gute Basis, die eine hohe Performance und schnelle Reaktionen auf Befehle verspricht. Und tatsächlich konnte das OnePlus 6 im Test durch eine sehr gute Leistung punkten. Das Arbeiten mit alltäglichen Anwendungen funktionierte sehr gut. Apps öffneten sich zügig und selbst aufwändige Spiele stellen das OnePlus 6 nicht vor ein Problem.

OnePlus 6 im Benchmark-Test

Unsere Beobachtungen zeigen sich auch im Benchmark-Test. Das Smartphone gehört zu den schnellsten Modellen, die es aktuell zu kaufen gibt. Es erreichte im Benchmark Werte, die über denen von Smartphones mit gleichem Prozessor liegen, wie die Tabelle zeigt. Das liegt unter anderem am großen Arbeitsspeicher. Im Vergleich: Das Sony Xperia XZ2 und LG G7 ThinQ haben 4 GB RAM, das HTC U12+ 6 GB an Bord. Die Ressourcen sind beim OnePlus 6 somit etwas größer, weshalb auch die Leistung einen Tick besser ausfällt.

AnTuTu

Geekbench

3DMark Sling Shot Extreme

OnePlus 6

289.892

Single-Core: 2.464

Multi-Core: 9.096

OpenGL: 4.664

Vulkan: 3.708

HTC U12+

255.718

Single-Core: 2.387

Multi-Core: 8.523

OpenGL: 3.606

Vulkan: 2.981

LG G7 ThinQ

236.278

Single-Core: 2.371

Multi-Core: 7.476

OpenGL: 4.189

Vulkan: 3.086

Sony Xperia XZ2

263.381

Single-Core: 2.416

Multi-Core: 8.363

OpenGL: 4.657

Vulkan: 3.491

Besonders gut schneidet das OnePlus 6 beim Zusammenspiel aller Kerne ab, was im Geekbench-Benchmark deutlich wird. Das bedeutet, das die Kerne des Chips bei hoher Beanspruchung gut miteinander harmonieren und somit gut zusammen arbeiten. Das ist wichtig für eine konstant hohe Performance. Im Grafik-Test von 3DMark erzielte das OnePlus 6 Ergebnisse, die denen des Sony Xperia XZ2 sehr ähnlich sind. Auch diesem Smartphone haben wir im Test bereits eine sehr gute Spiele-Tauglichkeit attestiert. Das gleiche gilt auch für das OnePlus-Modell.

Mit dem Xperia XZ2 schickt Sony in diesem Frühjahr sein 2018er Oberklasse-Smartphone ins Rennen. Im Vergleich zu früheren Generationen wurden Design und Ausstattung angepasst. Doch reicht das, um zu punkten? Wir haben das Xperia XZ2 im Test geprüft.

Das OnePlus 6 gehört mit seinem Snapdragon 845 zu den Oberklasse-Smartphones. Mit 8 GB RAM ist es sogar eines der Geräte mit dem aktuell größten Arbeitsspeicher. Das zeigt sich im Benchmark, in dem das OnePlus 6 sehr gut abschneidet. Es ist sogar einen Tick besser als andere Smartphones mit gleichem Prozessor. Dich erwartet also eine sehr gute Performance, die selbst für grafisch anspruchsvolle Spiele ausreichend ist.

Internet und Telefonie

Auch ältere OnePlus-Smartphones unterstützen bereits Dual-SIM. Verbindungen über LTE waren allerdings nur über einen SIM-Slot möglich. Das hat sich beim OnePlus 6 geändert. Bei diesem Modell können Nutzer über beide SIM-Slots im LTE-Netz surfen. Unterstützt werden dabei im Downstream Datenraten von bis zu 1 GBit/s dank LTE Cat.16. Im Upstream sind über LTE Cat.13 bis zu 150 MBit/s möglich. Alternativ zur Mobilfunkverbindung wählt sich das OnePlus 6 auch über WLAN ac ins Internet ein. Nutzer können damit über das 2,4-GHz- und das 5-GHz-Band surfen.

Anrufe lassen sich mit dem OnePlus 6 nur über das 2G- oder das 3G-Netz führen. VoLTE oder gar Wifi Calling werden nicht unterstützt. Das wird einige Nutzer ärgern, zumal eigentlich alle Hardware-Voraussetzungen erfüllt sind. Allerdings hat OnePlus bislang in Deutschland keine Abkommen mit den Providern getroffen, um die Sprachübertragungen über LTE und WLAN zu ermöglichen. Einige Nutzer haben daher eine Online-Petition gestartet, um OnePlus dazu zu bewegen, VoLTE und Wifi Calling freizuschalten.

Aber zurück zu den möglichen Verbindungen: Telefonate über 3G funktionierten im Test sehr gut. Beide Gesprächspartner verstanden sich deutlich. In sehr seltenen Fällen kam es zu kleinen Unterbrechungen, was aber auch am genutzten o2-Netz liegen kann. Die Filter tun, was sie sollen, und entfernen Störgeräusche zuverlässig.

Kurz vor dem baldigen Launch des OnePlus 6 wird der OnePlus-Support in Deutschland um einen wichtigen Service erweitert: Ab sofort können Nutzer sich auch deutschsprachige telefonische Unterstützung einholen.

Das OnePlus 6 bietet im Bereich Internet und Telefonie einen hohen Standard. Es funkt über WLAN ac und LTE auf beiden SIM-Slots (Dual-SIM). An die maximalen Datenraten von 1,2 GBit/s anderer Oberklasse-Smartphones kommt es zwar nicht heran, das braucht es aber auch nicht. Denn selbst die maximal 1 GBit/s schnellen Downloads des OnePlus 6 überfordern unsere Netze in Deutschland derzeit noch. Kleine Abstriche bekommt das OnePlus-Gerät aufgrund der fehlenden Unterstützung von VoLTE und Wifi Calling. Obwohl die Hardware beides eigentlich erlauben würde, sind Telefonate über LTE und WLAN nicht möglich.

Software und Multimedia

Ausgeliefert wird das OnePlus 6 mit OxygenOS 5.1, das auf Android 8.1 Oreo basiert. Der Sicherheitspatch war während des Tests Mitte Juni auf dem Stand von Mai. Zusätzlich lieferte OnePlus während der Testphase zwei Updates aus, die die Stabilität des Systems und zudem die Qualität der Sprachübertragung bei Telefonaten verbessert haben.

Sehr vorbildlich ist, dass OnePlus auf dem OnePlus 6 keine unnötigen Apps installiert hat. Es finden sich lediglich die klassischen Google-Apps sowie die OnePlus-eigene Anwendung Community, über die Du Dich mit anderen OnePlus-Nutzern austauschen kannst. Facebook-, Microsoft- oder sonstige Apps von Drittanbietern sucht man hingegen vergebens. Diese können sich Nutzer bei Bedarf selbst installieren. Zudem hat der Hersteller bei den Apps laut eigener Aussage großen Wert darauf gelegt, dass deren Anzeige mit der Notch harmoniert. So werden bei der Wiedergabe von Videos im Vollbildmodus links und rechts neben der Notch beispielsweise schwarze Balken eingeblendet, damit die Anzeige nicht beschnitten wird.

Wischst Du vom Startbildschirm nach rechts, öffnet sich eine Übersicht, die Dir den Status Deines Smartphones anzeigt. Auf mehreren untereinander angeordneten Karten siehst Du beispielsweise die zuletzt genutzten Apps und Kontakte, erhältst Auskunft über den Akkuverbrauch sowie über den internen Speicher und hast direkten Zugriff auf gescannte Karten wie Mitgliedskarten, Karten von Bonusprogrammen etc. Das OnePlus ist sogar auf den Start von Google Pay in Deutschland vorbereitet und hat den Dienst standardmäßig für das mobile Bezahlen aktiviert.

Gestensteuerung beim OnePlus 6

Das OnePlus 6 lässt sich auch per Gestensteuerung bedienen. Eingestellt ist zum Start jedoch die Anzeige der sensorischen Buttons. Möchtest Du auf die Gestensteuerung wechseln, muss Du dies in den Einstellungen unter „Tasten“ und „Navigationsleiste & -gesten“ umstellen. Dann heißt es Wischen statt Tippen, denn die Sensor-Tasten auf dem Bildschirm werden ausgeblendet.

Stattdessen kommst Du beispielsweise durch das Wischen von unten nach oben auf der linken oder rechten Seite des Bildschirmrandes zur vorherigen Seite zurück. Wichtig dabei ist, dass wirklich vom Displayrand aus gewischt wird, da das OnePlus 6 die Geste sonst nicht erkennt. Das Wischen mit drei Fingern von oben nach unten auf dem Smartphone macht einen Screenshot. Zudem sind weitere Gesten im Menü einstellbar. Die Steuerung des Smartphones mittels Gesten ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Mit etwas Übung wirst Du die Sensor-Tasten aber schon bald nicht mehr vermissen.

Gestensteuerung OnePlus 6Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Um die Gestensteuerung zu aktivieren, müssen die Sensor-Buttons ausgeblendet werden.

Spielmodus

Neu ist auch der Spielmodus, der speziell für Spieler entwickelt wurde. Allerdings mussten wir im Test etwas suchen, bis wir ihn im Menü gefunden haben. Denn OnePlus hat ihn im Menü unter den erweiterten Einstellungen versteckt. Im Spielmodus werden Benachrichtigungen unterbunden, die den Spiel-Verlauf unterbrechen könnten. Zudem wird das Spiel bei der Datennutzung priorisiert, damit datenhungrige Apps während des Spielens nicht die maximale Bandbreite beschneiden. Das ist dann wichtig, wenn Games online beispielsweise im Multiplayer-Modus gespielt werden. Die Datenpriorisierung erfolgt sowohl bei Verbindungen über WLAN als auch über Mobilfunk.

Sicherheit

OnePlus 6 von hintenQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die Rückseite des OnePlus 6 mit  Fingerabdrucksensor.

Für die Sicherung des Systems stellt OnePlus verschiedene Methoden zur Verfügung. Neben den etablierten, aber älteren Sperrmethoden Pin, Passwort und Muster, unterstützt das OnePlus 6 auch die Entsperrung über den Fingerabdrucksensor oder das Gesicht (Face Unlock). Der Fingerabdrucksensor befindet sich auf der Rückseite recht nah unter der Dual-Kamera. Dennoch lässt er sich gut erreichen, ohne versehentlich auf die Linse der Kamera zu fassen. Der Sensor arbeitet schnell und funktioniert zuverlässig.

Auch Face Unlock wird unterstützt. Dabei scannt die Frontkamera das Gesicht des Nutzers auf zuvor gespeicherte Parameter. Da hier jedoch nur eine Kamera ohne besondere Sicherungsmethoden verwendet wird, bietet die Gesichtserkennung nicht die Sicherheit, die beispielsweise das iPhone X und das HTC U12+ versprechen. Beide Geräte registrieren das Gesicht im 3D-Scan – das kann das OnePlus 6 leider nicht. Immerhin funktioniert die Gesichtsentsperrung aber sehr zuverlässig. Selbst im Sonnenlicht wurde unser Gesicht im Test erkannt. Das kennen wir von manch anderem Smartphone auch anders.

Mit OxygenOS 5.1 auf Basis von Android 8.1 läuft auf dem Oneplus 6 ein aktuelles System. Es kommt ohne viel Schnickschnack aus und zeigt sich im Look eines Stock-Androids. Während des Tests hat OnePlus zwei Updates ausgeliefert, um Funktionen und das System zu optimieren – vorbildlich. Das aktuelle Sicherheitspatch von Juni war aber leider nicht dabei. Hier bleibt es beim Stand von Mai. Wer möchte, kann das Smartphone per Geste bedienen. Das funktioniert mit etwas Übung sehr gut. Sichern lässt sich das System neben den klassischen Wegen auch über den Fingerabdrucksensor und die Gesichtserkennung.

Audio

Das OnePlus 6 verfügt über einen Mono-Lautsprecher, der ganz klassisch am unteren Rand positioniert ist. Abgedeckt ist er durch den Metallrahmen, in den kleine Löcher gebohrt wurden, damit der Klang nach außen schallen kann. Die Positionierung hat den Nachteil, dass der Lautsprecher durch die Hand verdeckt werden kann. Der Ton lässt sich im Menü anpassen, allerdings nur im Kopfhörer-Betrieb. Sofern das OnePlus 6 im Lautsprecher-Betrieb genutzt wird, müssen sich Nutzer mit den Standard-Einstellungen zufrieden geben.

Die Anschlüsse des OnePlus 6
Klinke, USB C und Lautsprecher beim OnePlus 6

Die Lautstärke lässt sich sehr weit nach oben regeln. Dann fängt das Smartphone allerdings an zu brummen und es scheppert leicht. Bei mittlerer Lautstärke, die ausreichend hoch ist, um einen kleinen Raum zu beschallen, ist der Klang hingegen relativ ausgewogen. Es fehlt zwar an deutlichen Höhen und Substanz, das ist für einen Smartphone-Lautsprecher aber nicht ungewöhnlich. Im Großen und Ganzen ist der Klang gut, aber nichts besonderes. Audiophile Menschen werden sicherlich an einigen Stellen Verbesserungspotenzial finden.

Der Klang des Mono-Lautsprechers des OnePlus 6 ist in Ordnung, kann aber nicht ganz überzeugen. Es fehlt an Substanz und bei sehr hoher Lautstärke fängt das Smartphone an zu brummen und zu scheppern. Anpassen lässt sich die Tonausgabe nur für den Kopfhörer.