OnePlus 6 im Kamera-Test von DxOMark: Fast so gut wie iPhone X | handy.de
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OnePlus 6 im Kamera-Test von DxOMark: Fast so gut wie iPhone X

Schwächen gibt es aufgrund des fehlenden Teleobjektivs

Mit dem OnePlus 6 musste sich erneut ein Smartphone dem großen Kamera-Test von DxOMark stellen. Und dabei hat das Gerät gar nicht mal so schlecht abgeschnitten. Es kam im Test auf insgesamt 96 Punkte und bewegt sich bei der Kamera-Leistung somit auf ganz ähnlichem Niveau wie das Huawei Mate 10 Pro oder das iPhone X (beide 97 Punkte). An den aktuellen Spitzen-Plätzen des Huawei P20 Pro (109 Punkte), HTC U12+ (103 Punkte) und Huawei P20 (102 Punkte) kann das OnePlus 6 im Kamera-Test von DxOMark aber nicht rütteln.

Mit dieser Ausstattung tritt das OnePlus 6 im Kamera-Test an

Vorgestellt wurde das OnePlus 6 bereits im Mai. Seither hat das Smartphone einige Updates bekommen, die auch die Kamera-Leistung verbessert haben. Zeit also, das Gerät in den Kamera-Test zu schicken. Hier tritt es mit einer Kamera-Ausstattung an, die sehr ähnlich bereits im Vorgänger OnePlus 5T zum Einsatz kommt. Denn auch das aktuelle OnePlus 6 hat eine Dual-Kamera mit einem 16- und einem 20-Megapixel-Sensor. Letzterer sorgt vor allem für eine bessere Tiefenschärfe.

Beide Sensoren sind nun allerdings mittig auf der Rückseite platziert und nicht waagerecht am oberen Rand. Zudem befindet sich auf dem 16-Megapixel-Hauptsensor erstmals ein optischer Bildstabilisator (OIS) und auch die Sensoren wurden verbessert. OnePlus verwendet im OnePlus 6 die Sensoren Sony IMX519 zusammen mit einer lichtempfindlichen f/1.7-Blende, die im Zusammenspiel deutlich mehr Licht als bisher aufnehmen sollen.

Die Dual-Kamera verfügt über einen Autofokus zur Phasenerkennung (PDAF), einen Doppel-LED-Blitz und kann Bilder im RAW-Format aufnehmen. Im Video-Betrieb schafft die Kamera des OnePlus 6 UHD- bzw. 4K-Videos mit bis zu 60 fps und bei Full-HD-Aufnahmen im Super-Slow-Motion-Modus sogar bis zu 240 fps. Damit die Kamera auch möglichst schnell reagiert, wurde das OnePlus 6 mit dem Snapdragon 845 zusammen mit wahlweise 6 GB oder 8 GB Arbeitsspeicher ausgestattet. Das OxygenOS 5.1 basiert auf Android 8.1 Oreo.

Das OnePlus 6 überrascht mit einer schlichten Eleganz. Es besitzt einen starken Prozessor und Akku sowie viel Speicher. Wo es punkten kann und ob es Schwachstellen gibt, verraten wir im Test.

OnePlus 6 im Kamera-Test von DxOMark

Im Kamera-Test von DxOMark erreichte das OnePlus 6 insgesamt 96 Punkte. Laut den Testern konnten vor allem die Foto-Ergebnisse überzeugen. Hier kam das Smartphone immerhin auf hohe 100 Punkte. Das OnePlus 6 schneidet besonders gut in Kategorien wie Autofokus, Farbe und Belichtung ab und kann bei den Aufnahmen gleichzeitig mit ausgewogenen Details und wenig Bildrauschen punkten. Allerdings bleibt das Gerät beim Bokeh und beim Zoom hinter Geräten mit einem speziellen Teleobjektiv zurück, so die Tester von DxOMark.

Gute Ergebnisse gab es auch im Video-Modus. Laut DxOMark kann das OnePlus 6 in dieser Disziplin „mit einigen der größten und bekanntesten Namen der Branche mithalten“. Insgesamt kam das Smartphone hier auf 87 Punkte.

Im Kamera-Test von DxOMark haben Huaweis neue Smartphones durchweg überzeugt. Das Huawei P20 und Huawei P20 Pro beförderten sogar das Samsung Galaxy S9+ nach hinten. Eine bessere Handy-Kamera als beim Pro-Modell findet man aktuell nirgends.

Ergebnisse im Detail: Belichtung, Farbe, Autofokus

Das Smartphone lieferte im Kamera-Test gut belichtete Bilder unter hellen Lichtbedingungen bzw. bei Tageslicht ab. Ebenfalls als gut bescheinigt wurden dem OnePlus 6 die Ergebnisse bei Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen und in Innenräumen. Die große Blende sorgt hierbei für eine ausreichend starke Belichtung.

Die Aufnahmen bei gutem Licht sind kontrastreich und zeigen einen sehr guten Dynamikbereich vor allem bei HDR-Aufnahmen. Dank der hohen Belichtung bei schlechten Lichtverhältnissen kann es allerdings vorkommen, das helle Bereiche im Motiv zu stark ausgeleuchtet werden und Details verschwinden. Das war laut DxOMark aber nur selten der Fall. Farben stellt die Dual-Kamera des OnePlus 6 bei allen Lichtbedingungen ansprechend dar. Farben wirken lebhaft, aber dennoch natürlich. Das liegt unter anderem am sehr guten Weißabgleich, wenn laut DxOMark bei schwachem Licht auch ab und zu ein leichter rosa Farbstich wahrnehmbar war.

Auch der sehr präzise Autofokus trägt zu den guten Foto-Ergebnissen bei. Er liefert unter allen Bedingungen scharfe Bilder mit guten Details und erhält dafür Top-Ergebnisse im Kamera-Test. Der Autofokus ist laut DxOMark sehr schnell und genau und liefert unter allen Lichtbedingungen reproduzierbare Ergebnisse.

Allerdings gelingt es der Dual-Kamera des OnePlus 6 nicht immer, feine Details in Bereichen mit extremem Licht-Schatten-Wechsel einzufangen. Auch kann es in Bereichen mit einheitlicher Farbe, wie beispielsweise einem blauen Himmel, zu Bildrauschen und Blendeffekten kommen. Beides tritt allerdings nur leicht auf, da das OnePlus 6 mit einer guten Software zur Rauschunterdrückung ausgestattet ist. Diese legt den Fokus vor allem auf die Erhaltung von Details und Texturen, wodurch eine gute Balance innerhalb der Bilder entsteht.

Ergebnisse im Detail: Blitz, Zoom und Bokeh

Das OnePlus 6 besitzt einen Dual-LED-Blitz. Dieser leuchtet Bilder laut den Testern von DxOMark gleichmäßig aus, ohne die Ecken zu stark zu verdunkeln. Bei starker Ausleuchtung durch den Blitz kann es bei genauem Hinsehen allerdings zu Luminanzrauschen kommen.

Die Punktzahl beim Zoom beschreibt DxOMark als akzeptabel. Hier gibt es Smartphone-Kameras mit deutlich besseren Ergebnissen. Das liegt vor allem daran, dass die Dual-Kamera des OnePlus 6 zwei Sensoren mit gleicher Brennweite hat. Ein Teleobjektiv gibt es nicht. Im Nahbereich (etwa 2-fache Vergrößerung) erfasst die Kamera zumeist viele Details. Diese verschwinden bei höherer Vergrößerungen allerdings zunehmend. Vor allem bei direktem Vergleich mit den Ergebnissen der Smartphone-Konkurrenz bleibt das OnePlus 6 hinten zurück.

OnePlus 6 Zoom-AufnahmeQuelle: DxOMark
Beim Zoomen zeigt sich eine deutliche Unschärfe im Bild.

Überwiegend gut sind die Ergebnisse beim Bokeh. Hier schafft es die Kamera des OnePlus 6 recht präzise, den Hintergrund vom vorderen Motiv zu unterscheiden und nur diesen unscharf zu machen. Etwas kritisiert haben die Experten im Kamera-Test allerdings, dass die Hintergrundunschärfe in einigen Fällen ein wenig abrupt scheint. Auch ist das Fehlen einer längeren Brennweite beim zweiten Kamera-Sensor ein Nachteil für den Hochformat-Modus, da hier perspektivische Verzerrungen auftreten können.

OnePlus 6 Bokeh-Effekt
Gut schneidet das OnePlus 6 beim Bokeh ab.

Fotografie – Pro und Contra

Vorteile

  • Schneller und präziser Autofokus
  • Farben sind hell und lebendig unter verschiedenen Lichtquellen
  • Gute Balance zwischen Details und Texturen
  • Gute Ergebnisse beim Blitz

Nachteile

  • Leichtes Bildrauschen bei einheitlichen Farbbereichen
  • Rosa Farbstich bei Weißabgleich
  • Feine Details können in den dunkelsten und hellsten Bereichen verloren gehen
  • Gelegentliche Ungenauigkeiten im Bokeh-Modus

Ergebnisse im Detail: Video-Modus

Im Video-Bereich vergeben die Tester insgesamt 87 Punkte, was ein guter Wert ist. Das OnePlus 6 ist hier zwar nicht ganz so gut wie bei der Fotografie. Es bewegt sich im Video-Bereich aber dennoch auf dem Niveau des Apple iPhone X (89 Punkte ). Hinter dem Samsung Galaxy S9 Plus (91 Punkte) und dem Google Pixel 2 (96 Punkte) bleibt es allerdings etwas zurück.

Positiv bemerkbar macht sich bei der Video-Aufnahme die effiziente Stabilisierung. Außerdem werden im Video helle und lebendige Farben dargestellt und die Belichtung ist selbst bei wechselnden Lichtverhältnissen sehr genau. Sogar die Rauschpegel werden im Allgemeinen bei schlechten Lichtverhältnissen gut kontrolliert. Der Weißabgleich ist bei allen Lichtverhältnissen neutral. Bei wenig Licht verlieren die Aufnahmen laut den Testern von DxOMark allerdings deutlich an Details. Zudem kann es auch bei Tageslicht zu einer Art Überschärfung der Aufnahmen kommen.

Video – Pro und Contra

Vorteile

  • Effiziente Stabilisierung
  • Schneller Autofokus
  • Neutraler Weißabgleich
  • Details bleiben in kontrastreichen Szenen erhalten

Nachteile

  • Detailverlust bei verschiedenen Lichtverhältnissen
  • Überschärfung der Aufnahmen
Quelle DxoMark