Motorola Moto Z3 Play im Test: So modern ist das Moto-Mods-Smartphone | handy.de
Testbericht

Motorola Moto Z3 Play im Test: So modern ist das Moto-Mods-Smartphone

Neuer Look dank Fullview-Display und Glasrückseite

Mit dem Moto Z2 Play hat Motorola im Juni ein weiteres Smartphone vorgestellt, das sich mit Moto Mods erweitern lässt. Die Gehäuseform des Smartphones ist im Vergleich zum Vorgänger nicht verändert worden, sodass sich alle verfügbaren Module auch weiterhin mit dem Moto Z3 Play verwenden lassen. Beim Display hat Motorola hingegen einige Veränderungen vorgenommen. Auch die technische Ausstattung wurde modernisiert. Wir haben uns das Moto Z3 Play, das Motorola für 499 Euro auf den Markt bringt, genauer angesehen. Wie sich das neue Mittelklasse-Smartphone im Test geschlagen hat, erfährst Du in diesem Artikel.

Design und Verarbeitung

Um auch weiterhin die Kompatibilität mit den vorhandenen Moto Mods gewährleisten zu können, hat Motorola die Gehäuseform sowie die Maße des Moto Z3 Play im Vergleich zum Vorgänger nicht verändert. So überrascht das Smartphone weiterhin mit seiner sehr geringen Dicke von nur 6,75 Millimeter. Der Rahmen besteht aus Aluminium und gibt dem Gerät Stabilität. Allerdings ist die Rückseite nun aus Glas und somit hochglänzend und stark spiegelnd. Sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite des Moto Z3 Play verwendet Motorola Gorilla Glass 3. Das Smartphone ist somit zwar gut vor Kratzern und Brüchen geschützt, nicht aber vor Fingerabdrücken. Auf der dunklen Oberfläche – Motorola nennt die Farbe Deep Indigo – lassen diese sich besonders gut erkennen. Allerdings nur solange keine Moto Mods verwendet werden, die die Glasrückseite verdecken.

Moto Z3 Play in der HandQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Das Moto Z3 Play ist nicht größer als der Vorgänger, bietet aber mehr Platz auf dem Display.

Bekannte Form für Moto Mods-Kompatibilität

Zur Verbindung der Moto Mods besitzt das Moto Z3 Play am unteren Part der Rückseite kleine Kontakte mit Magneten. Über diese kommuniziert das Smartphone mit den Modulen und realisiert die Stromversorgung. Im Lieferumfang des Moto Z3 Play ist ein Moto Mod bereits enthalten – das Moto Power Pack. Hierbei handelt es sich um einen zusätzlichen Akku, der keinen eigenen Ladeanschluss hat, sondern sich über das Moto Z3 Play aufladen lässt.

Das Moto Z3 Play hat ein Grundgewicht von nur 156 Gramm und ist somit sehr leicht. Das Gewicht erhöht sich allerdings zum Teil stark, sobald Moto Mods verbunden werden. Zusammen mit dem mitgelieferten Power Pack bringt das Smartphone bereits 226 Gramm auf die Waage. Aufgrund der abgerundeten Seiten liegt das Z3 Play gut in der Hand. Etwas störend wirkt allerdings die Hauptkamera, die sehr weit von der Rückseite hervorsteht. Auch hier macht sich die Gestaltung zu Gunsten der Moto Mods bemerkbar. An der Verarbeitung gibt es hingegen nicht auszusetzen. Sie muss auch einwandfrei sein, da das Moto Z3 Schutz vor Spritzwasser bietet und keine Feuchtigkeit ins Gehäuse dringen darf. Eine IP-Norm bietet das Gerät allerdings nicht.

Neue Tasten-Anordnung

Stark spiegelnde Rückseite des Moto Z3 PlayQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die Glasrückseite des Moto Z3 Play spiegelt stark.

Im Vergleich zum Vorgänger, dem Moto Z2 Play, hat Motorola beim neuen Modell die Tasten anders angeordnet. Auf der Vorderseite gibt es beispielsweise keinen Home-Button mehr. Dieser wurde entfernt, um dem Display mehr Platz zu lassen. Denn das Moto Z3 Play besitzt nun ein Fullview-Display im 18:9-Format und bietet somit bei gleichen Maßen mehr Bildschirm als bisher. Da auch auf der Rückseite aufgrund der Module kein Platz für einen Fingerabdrucksensor ist, hat Motorola diesen auf die rechte Seite verlagert. Wird das Smartphone in der linken Hand gehalten, ist er sehr gut mit dem Zeige- und Mittelfinger erreichbar. In der rechten Hand lässt sich der Sensor hingen gut mit dem Daumen bedienen. Die Position hat Motorola somit gut gewählt.

Über dem Fingerabdrucksensor befinden sich zwei Tasten, um die Lautstärke zu regulieren. Der Power-Button ist auf die linke Seite gewandert. Und es gibt einen weiteren, nicht unwesentlichen Unterschied zum Vorgänger: Das Moto Z3 Play besitzt keine Klinkenbuchse mehr. Am unteren Rand befindet sich nur der USB-C-Port. Der Mono-Lautsprecher ist über dem Display in der Hörmuschel integriert und strahlt nach vorne ab.

Das Moto Z3 Play ist sehr stabil und sauber verarbeitet. Es bietet Schutz vor Spritzwasser und bei gleichbleibender Gehäusegröße deutlich mehr Platz auf dem Display. Zudem lässt es sich weiterhin mit den bekannten Moto Mods erweitern. Die entsprechenden Magnet-Kontakte dafür befinden sich auf der Rückseite, die nun aus Glas besteht. Auch die Anordnung der Tasten hat Motorola verändert. So ist der Fingerabdrucksensor nun auf die Seite gewandert und lässt sich von dort gut erreichen. Das Moto Z3 Play ist eines der dünnsten Smartphones auf dem Markt, wobei die Dicke und das Gewicht zunehmen, wenn entsprechende Moto Mods gekoppelt werden.

Display – mehr Platz als bisher

Obwohl sich die Maße beim Moto Z3 Play im Vergleich zum Vorgänger nicht verändert haben, besitzt das Smartphone ein Display, das deutlich mehr Platz als bisher bietet. Denn Motorola hat dem Z3 Play ein Fullview-Display spendiert, das nahezu die gesamte Front einnimmt. Die breiten Balken ober- und unterhalb des Displays sind weggefallen. So stehen Nutzern nun insgesamt 6 Zoll Displaydiagonale zur Verfügung. Die Auflösung liegt mit 1.080 mal 2.160 Pixel im Mittelfeld. Andere Hersteller bieten hier deutlich mehr. Die Full-HD+-Auflösung reicht im Alltag aber vollkommen aus. Einzelne Bildpunkte sind selbst bei genauem Hinsehen nicht erkennbar. Die Anzeige ist scharf und kontrastreich. Die auf Full-HD+ beschränkte Auflösung hat sogar den Vorteil, dass sie weniger Strom benötigt.

Motorola verwendet beim Moto Z3 Play einen SuperAMOLED-Screen. Dadurch werden Farben und Kontraste besonders intensiv dargestellt. Auf Wunsch kann die Farbdarstellung im Menü angepasst werden. Auch die Helligkeit des Bildschirms lässt sich recht weit nach oben regulieren. Das hilft dabei, den Screen bei Sonnenlicht besserer ablesen zu können. Auch die Blickwinkelstabilität ist gut. Bei sehr schrägem Blick auf das Display wird dieses zwar minimal dunkler, lässt sich aber immer noch gut ablesen.

Always-on-Display

Im Ruhemodus schaltet das Display in die Always-on-Anzeige. Hierbei werden auf schwarzem Untergrund in weißer Schrift das Wetter, die Uhrzeit, das Datum und eingegangene Nachrichten angezeigt. Nutzer müssen das Moto Z3 Play für diese Informationen somit nicht immer vollständig anschalten. Durch die überwiegend schwarze Darstellung müssen nur sehr wenige Pixel des SuperAMOLED-Screens beleuchtet werden, das spart Strom.

Bei gleichbleibender Gehäusegröße haben Nutzer nun mehr Platz auf dem Display. Es ist auf 6 Zoll in der Diagonale vergrößert worden. Möglich ist dies durch die Verwendung eines Fullview-Screens im 18:9-Format. Da Motorola beim Moto Z3 Play auf die SuperAMOLED-Technologie setzt, werden Farben besonders intensiv dargestellt. Das Display ist zudem leuchtstark und blickwinkelstabil. Auch eine Always-on-Anzeige ist vorhanden.

Ausstattung des Moto Z3 Play

Moto Z3 Play

Displaygröße

6 Zoll SuperAMOLED, Gorilla Glass 3

Auflösung

1.080 x 2.160 Pixel

18:9-Format

Prozessor

Snapdragon 636

Octa-Core, 1,8 GHz

Arbeitsspeicher

4 GB

Speicher

32 GB / 64 GB, erweiterbar bis 2 TB

Rückseitige Kamera

Dual-Kamera mit LED-Blitz und Google Lens

Sensor 1: 12 MP, f/1.7

Sensor 2: 5 MP

4K-Videos mit 30 fps

Frontkamera

8 MP, f/2.0

Akku

3.000 mAh, USB C, TurboPower / zusätzl. Power Pack mit 2.220 mAh

Software

Android 8.1 Oreo

SIM-Slot

Nano-SIM, Dual-SIM (Hybrid-Slot)

Sicherheit

Fingerabdrucksensor (seitlich), Face Unlock, Pin, Passwort, Muster

Drahtlos-Verbindungen

Bluetooth 5.0, NFC, GPS, GLONASS

WLAN

WLAN 802.11 a/b/g/n/ac (2,4 GHz + 5 GHz)

Mobilfunk

GPRS/EDGE, UMTS/HSPA+

LTE Cat.12 (Down: bis zu 600 MBit/s / Up: bis zu 100 MBit/s)

VoLTE, Wifi Calling

Maße und Gewicht

156,5 x 76,5 x 6,75 mm / 156 Gramm

Farben

Deep Indigo

Preis

499 Euro

Stabile Leistung dank aktuellem Prozessor

Technisch bewegt sich das Motorola Moto Z3 Play im Bereich der Mittelklasse. Passend dazu verwendet der Hersteller mit dem Snapdragon 636 einen ganz typischen Prozessor dieser Klasse. Qualcomm hat den Chip im Herbst 2017 präsentiert, dementsprechend aktuell ist er. Er ist im 14-Nanometer-Verfahren gefertigt und besitzt acht Kryo-260-Kerne, die sich in zwei Cluster mit je vier Kernen aufteilen. Eines hat eine Taktrate von bis zu 1,6 GHz, das andere eine Taktrate von bis zu 1,8 GHz. Der Snapdragon 636 greift im Moto Z3 Play auf insgesamt 4 GB Arbeitsspeicher zu. Außerdem bringt er mit der Adreno 509 eine solide Grafikeinheit mit, die Support für Vulkan und OpenGL ES 3.1 bietet.

Das Paket bildet eine gute Grundlage für alltägliche Smartphone-Aufgaben. Dank der aktuellen Chip-Architektur kann der Chip schnell auf seine Ressourcen zugreifen und dementsprechend zügig Befehle umsetzen. Bei hochperformanten Anwendungen bremst die doch begrenzte Taktung der Kerne den Chip allerdings etwas aus. Dennoch: Alltagsanwendungen sind für den Snapdragon 636 kein Problem und auch die aktuellen Android-Spiele meistert der Chip problemlos.

Moto Z3 Play im Benchmark-Test

Für einen genaueren Überblick der Performance des Snapdragon 636 haben wir das Moto Z3 Play durch die klassischen Benchmark-Tests geschickt. Dabei zeigt das Smartphone vor allem im allgemeinen Benchmark von AnTuTu, das es in der Mittelklasse die Nase vorne hat. Mit 112.287 Punkten erreichte es fast die doppelte Punktzahl, die das Samsung Galaxy A6 (2018) im Test belegte und auch deutlich mehr als das Huawei P20 lite und das Moto G6 geschafft haben. Auch im Test von Geekbench zeigt sich, dass die Kerne des Prozessors gut zusammenarbeiten. Die Einzelleistung ist mit 1.324 Punkten deutlich besser als bei anderen Modellen dieser Kategorie. Werden alle acht Kerne zusammen angesprochen, ergibt sich ein Score von 4.518 – ebenfalls deutlich besser als der der Vergleichsgeräte.

AnTuTu

Geekbench

Motorola Moto Z3 Play

112.287

Single-Core: 1.324

Multi-Core: 4.518

Huawei P20 lite

87.675

Single-Core: 936

Multi-Core: 3.673

Motorola Moto G6

70.454

Single-Core: 729

Multi-Core: 3.835

Samsung Galaxy A6

62.915

Single-Core: 723

Multi-Core: 3.543

Mit seinen guten Ergebnissen in den Benchmarks von AnTuTu und Geekbench hebt sich das Moto Z3 Play deutlich aus der Mittelklasse hervor. Das liegt unter anderem an dem aktuellen Prozessor Snapdragon 636, der durch eine moderne Chip-Architektur punkten kann. Zudem gibt es 4 GB Arbeitsspeicher, was im Alltag vollkommen ausreicht.

Mit der neuen Huawei P20-Reihe hat der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei für Begeisterung gesorgt. Mit dem Huawei P20 lite bedient der chinesische Hersteller auch die Mittelklasse. Wir zeigen, wie sich das abgespeckte P20 im Alltag schlägt.

Telefonie und Internet

Für ein Mittelklasse-Smartphone bietet das Moto Z3 Play eine sehr gute Ausstattung im Bereich des Internets. Du kannst nicht nur über Dualband-WLAN ac im Netz surfen, auch im Mobilfunk ist das Gerät gut gerüstet. Es unterstützt neben GPRS/EDGE, UMTS/HSPA+ auch LTE Cat.12. Somit schafft es maximale Geschwindigkeiten von 600 MBit/s im Downstream. Selbst auf Voice over LTE (VoLTE) und Wifi Calling musst Du nicht verzichten. Verbindungen werden stabil gehalten und der Wechsel von UMTS auf LTE funktionierte im Test anstandslos. Zudem merkt sich das Smartphone einmal gespeicherte Netzwerke und wählt sich automatisch wieder ein, sobald Du Dich in deren  Funkbereich befindest.

Auch bei den Testtelefonaten im 3G-Netz hatten wir keine Probleme. Ab und zu meinen es die Filter etwas zu gut und schneiden die letzten Silben eines Wortes ab. Das passierte allerdings nur sehr selten und auch nur in Bereichen mit etwas schlechterem Empfang. Abseits dessen gab es nichts zu beanstanden. Denn beide Gesprächsteilnehmer verstanden sich gut, was unter anderem auch an der recht hohen Maximallautstärke lag, die sich einstellen lässt.

Moto Z3 Play mit Dual-SIM

Auf Wunsch lässt sich das Moto Z3 Play als Dual-SIM-Smartphone verwenden. Denn es verfügt über einen Hybrid-Slot, bei dem Du selbst entscheiden kannst, ob Du eine zweite Nano-SIM oder eine Micro-SD-Karte einsetzen möchtest. Beide Slots unterstützen dabei LTE – welcher also primär zur Datenverbindung eingesetzt werden soll, kann über das Menü entschieden werden. Ein Umstecken der SIM-Karten ist nicht notwendig. Allerdings gibt es nur eine Sende- und Empfangseinheit und somit nur Dual-SIM Standby. Wird also über eine SIM-Karte telefoniert, ist die andere in dieser Zeit nicht erreichbar. Anrufer werden auf die Mailbox umgeleitet.

Ob als Single-SIM- oder Dual-SIM-Smartphones verwendet – das Motorola Moto Z3 Play lässt im Bereich Internet und Telefonie kaum Wünsche offen. Telefonate lassen sich mit guter Sprachqualität führen und für das Surfen im Netz steht Nutzern neben WLAN ac auch LTE mit bis zu 600 MBit/s zur Verfügung. Selbst VoLTE und Wifi Calling werden unterstützt.

Software und Multimedia

Motorola liefert das Moto Z3 Play ganz vorbildlich mit Android 8.1 Oreo aus. Somit läuft auf dem Smartphone die derzeit aktuellste, offiziell verfügbare Betriebssystemversion von Google. Beim Sicherheitspatch blieb es im Test allerdings beim Stand von April – schade. Dafür ist das System sehr sauber, da Motorola auf umfangreiche Anpassungen und Apps von Drittanbietern verzichtet. Vorinstalliert sind lediglich die gängigen Google-Apps sowie Anwendungen vom Hersteller.

Motorola verspricht zwei Android-Updates. Somit sollte das Moto Z3 Play sowohl Android 9 P im Herbst als auch Android 10 Q im kommenden Jahr erhalten. Voraussetzung ist jedoch, dass das Moto-Smartphone die derzeit noch nicht bekannten Voraussetzungen für Android Q unterstützt.

Das Moto Z3 Play wird in zwei Speicherversionen angeboten – 32 GB und 64 GB. Bei unserem Testgerät handelt es sich um die Version mit 64 GB Speicher. Etwa 16 GB des internen Speichers waren im Test des Moto Z3 Play zum Start durch Systemanwendungen und Apps belegt. Somit stehen Nutzern immer noch 48 GB Speicher zur freien Verfügung. In beiden Fällen lässt sich dieser mittels MicroSD-Karte um zusätzlich bis zu 2 TB erweitern. Allerdings gibt es derzeit nur Speicherkarten mit maximal 400 GB. Praktisch ist, dass der zusätzliche SD-Karten-Speicher als Systemspeicher eingebunden werden kann.

Bedienung: Auf Wunsch mit Gestensteuerung

Motorola hat beim Moto Z3 Play diverse alternative Steuerungsmöglichkeiten integriert. Zusammengefasst sind sie in der Moto-App zu finden. „Moto Sprache“ hilft Nutzer mit Sehbehinderung beispielsweise bei der Bedienung, indem das Gerät auf Sprachbefehle regiert. Das ist auch praktisch, wenn man Fragen während einer Autofahrt hat, bei der man die Hände nicht benutzen kann. Auf den Befehl „Hello Moto“ reagiert das Moto Z3 Play ähnlich wie beim Google Assistant. Per Sprache können Nutzer E-Mails und SMS versenden, Anrufe starten und allgemeine Fragen zum Wetter, zu Terminen oder Sonstigem stellen. Die App befindet sich noch in der Beta-Phase. Dementsprechend hatten wir während des Tests ein paar Probleme, da wir nicht die erwarteten Antworten bekamen oder die App schlicht nicht reagierte. Der Ansatz von Motorola ist aber gut. Je mehr Input der Hersteller durch die Nutzung der App bekommt, desto schneller kann sie fertig gestellt werden.

Teil der Moto-App ist auch eine Gestensteuerung, die der Hersteller selbst entwickelt hat. Sie ist der Gestensteuerung von Google recht ähnlich, funktioniert zum großen Teil aber über einen Schalter. Aktivieren lässt sich die Ein-Tasten-Steuerung über Moto Action in der Moto-App. Einmal aktiviert, verschwinden die Sensortasten vom Display. Statt dessen wird eine längliche Taste angezeigt, die sich nach links und rechts schieben lässt. Ein Wisch nach links startet beispielsweise den Zurück-Befehl. Ein Wisch nach rechts öffnet das Task-Menü. Ein kurzer Klick auf die Taste führt zurück zum Homescreen und das lange Gedrückthalten starten den Sprachassistenten. Wir benötigten im Test nur wenige Minuten, um uns an die neue Bedienung zu gewöhnen. Sie funktioniert sehr gut und war am Ende sogar intuitiver als die Sensor-Tasten.

Sicherheit: Face Unlock oder Fingerabdrucksensor

Moto Z3 Play: Fingerabdrucksensor auf rechter SeiteQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Beim Moto Z3 Play ist der Fingerabdrucksensor seitlich platziert.

Zum Sichern der Daten und des Gerätes verfügt das Moto Z3 Play über mehrere Möglichkeiten. Der Fingerabdrucksensor befindet sich wie erwähnt seitlich am Gerät und ist dadurch gut erreichbar. Er reagiert sehr zügig und zuverlässig auf Eingaben. Problematisch wird es allerdings, wenn das Smartphone auf dem Tisch liegt und entsperrt werden soll. Dann lässt sich der Finger nicht gut auf dem Sensor platzieren, was die Nutzung erschwert.

Für diese Fälle bietet sich daher eher Face Unlock an. Das Entsperren per Gesicht kann als alternative Methode eingerichtet werden. Da das Moto Z3 Play jedoch nur die Frontkamera mit Einzel-Objektiv zum Scan verwendet, ist diese Methode nicht ganz so sicher wie bei Geräten mit speziellen Sensoren (Apple True-Depth) oder Dual-Frontkamera. Hinzu kommt, dass das Moto Z3 Play im Test zunächst per Wischgeste aufgeweckt werden musste. Aus dem Standby heraus reagierte das Smartphone nicht auf Face Unlock.

Mit Android 8.1 kommt auf dem Moto Z3 Play ein sehr aktuelles System zum Einsatz. Auf umfangreiche Anpassungen oder unnötige Apps hat Motorola verzichtet. Stattdessen konzentriert sich der Hersteller auf Bedienmethoden wie die Gestensteuerung, die beim neuen Moto-Smartphone sehr gut funktioniert. Das Gerät lässt sich mit dem seitlich platzierten Fingerabdrucksensor oder aber per Face Unlock entsperren.

Audio

Der Lautsprecher des Moto Z3 Play befindet sich in der Hörmuschel des Handys, strahlt also nach vorne ab. Die Position ist praktisch, wenn auch eher untypisch. Viele andere Modelle haben einen Lautsprecher am unteren Rand, der beim Halten leicht durch die Hand verdeckt wird. Zwar bietet das Moto Z3 Play nur einen Mono-Lautsprecher, dieser ist zumindest aber sehr laut und sorgt für einen kraftvollen Klang. Bei hoher Lautstärke fängt er allerdings an zu scheppern. Das ist ein Problem, das bei vielen Smartphone-Lautsprechern aufgrund ihres kleinen Klangkörpers auftritt.

USB-C-Port beim Moto Z3 Play. Die Klinke fehlt.Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Keine Klinke mehr: Das Moto Z3 Play hat nur noch einen USB-C-Port.

Weniger gut gefällt uns, dass Motorola beim Moto Z3 Play die Klinkenbuchse eingespart hat. Zwar liegt dem Lieferumfang ein Adapter USB-C-auf-Klinke bei, doch ist es wieder ein zusätzliches Teil, an das Nutzer denken müssen, wenn sie ihren herkömmlichen Kopfhörer anschließen wollen. Alternativ lassen sich auch USB-C- oder Bluetooth-Kopfhörer mit dem Smartphone verbinden.

Dual-Kamera mit Google Lens

Im Vergleich zum Moto Z2 Play wurde im aktuellen Z3 Play die Dual-Kamera verändert. Statt einer 12-Megapixel-Kamera gibt es nun eine Dual-Kamera mit 12 und 5 Megapixel. Der LED-Blitz und die f/1.7-Blende vom Vorgänger wurden übernommen. Dank letzterer fängt die Kamera besonders viel Licht ein, was vor allem bei Aufnahmen bei Dämmerung hilfreich ist.

Die Dual-Kamera des Moto Z3 PlayQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Motorola hat das Moto Z3 Play mit einer Dual-Kamera ausgestattet.

Dank der Dual-Kamera lassen sich Fotos mit deutlich mehr Tiefenschärfe und echtem Bokeh aufnehmen. Dabei unterstützt die Kamera HDR-Aufnahmen und bietet Modi wie den manuellen Modus (Profi), Gesichtsfilter und das Panorama. Du kannst kleine Clips erstellen, 4K-Videos mit bis zu 30 fps aufnehmen und auch Zeitlupen-Videos drehen. Mit dem Cinemagramm-Modus bietet Motorola auch eine Mischung aus Foto und Video an. Hierbei wird ein kurzer Clip aufgenommen, in dem sich bestimmte Objekte oder auch die im Clip zu sehenden Menschen einfrieren lassen. Bei animiertem Hintergrund werden sie dann angezeigt wie auf einem herkömmlichen Foto.

Die Ergebnisse im Kamera-Test

Foto-Aufnahmen mit der Dual-Kamera klappten im Test sehr gut. So gelangen bei Tageslicht  detailreiche Bilder mit hohen Kontrasten und natürlichen Farben. Auch das Spiel von Licht und Schatten wird gut wiedergegeben und beim Hineinzoomen in die Fotos bleiben Details und Strukturen bestehen. Bei Dämmerlicht mit etwas Rest-Sonne macht sich die lichtstarke Blende bemerkbar, die das Motiv deutlich aufhellt. Die so gemachten Aufnahmen wirken fast wie bei Tageslicht geschossen.

Bei stärkerer Dunkelheit hat die Dual-Kamera mehr Probleme. Bei der Aufnahme in der Bar lässt sich bei näherer Betrachtung erkennen, dass Details verschwimmen. Außerdem macht sich ein leichtes Bildrauschen bemerkbar. Die Aufnahme wirkt körnig, die Menschen unscharf. Im Großen und Ganzen reicht das künstliche Licht aber aus. Das gleiche gilt für Außenaufnahmen mit nur schwacher sekundärer Lichtquelle, wie unsere Testbilder zeigen.

Frontkamera mit lustigen Filtern

Die Frontkamera macht Bilder mit bis zu 8 Megapixel und besitzt eine f/2.0-Blende. Zudem lässt sich bei Dunkelheit der Display-Blitz zuschalten. Es gib einen speziellen Selfie-Modus, bei dem sich der Hintergrund per Schieberegler unscharf stellen lässt. Selfies sehen natürlich aus und gelingen auch bei eher schwierigen Lichtverhältnissen. Beim Hineinzoomen lässt sich allerdings eine leichte Unschärfe erkennen. Lustig sind die Gesichtsfilter, die Motorola beim Moto Z3 Play anbietet. Hier lassen sich Masken, Brillen oder sonstige Erweiterungen auf das Gesicht zaubern. Die Auswahl ist momentan allerdings noch auf zehn Filter beschränkt – ein Problem, das Motorola leicht per Update beheben kann. Zudem sollten Nutzer beachten, dass das Bildformat bei Verwendung der Filter auf 960 x 960 Pixel verkleinert wird.

Google Lens

Auch Google Lens hat Motorola in seiner Kamera-App integriert. Dabei lassen sich mit der Kamera Gegenstände scannen, über die das Moto Z3 Play aus dem Internet weitere Informationen zur Verfügung stellst. So kannst Du beispielsweise nachschlagen, was für eine Blume Du vor dem Objektiv hast, oder was ein bestimmtes Paar Schuhe im Handel kostet. Auch Texte lassen sich scannen und übersetzen und die darin enthaltenen Informationen speichern – beispielsweise Kontakt-Infos oder Termine für den Kalender. In der Regel klappte die Erkennung von Objekten im Test sehr gut. Manchmal wurde Google Lens allerdings von ähnlichen Gegenständen überlistet. Statt des Lindt-Hasen erkannte die intelligente Kamera beispielsweise einen Schuh mit ähnlicher Form und Farbe. Je mehr Google Lens jedoch genutzt wird, desto mehr lernt das Programm und desto höher ist die Trefferquote.

Google Lens auf dem Moto Z3 PlayQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Google Lens erkennt Gegenstände und sucht nach Informationen im Internet.

Die Dual-Kamera des Moto Z3 Play liefert gute Ergebnisse sowohl bei Tageslicht als auch Dämmerung. Durch den zweiten Sensor kann das Smartphone sehr viel mehr Tiefeninformationen verarbeiten als bisher. Das zeigt sich im Detailreichtum. Der Aufbau der Kamera-App ist eher einfach, dafür intuitiv gehalten. Selbst Google Lens ist an Bord und liefert dem Nutzer auf Wunsch Informationen zu einem Motiv. Die Ergebnisse der 8-Megapixel-Frontkamera sind gut, bei genauem Hinsehen zum Teil aber etwas pixelig. Dafür gibt es diverse Filter, mit denen Nutzer ein Portrait aufhübschen können.

Akku

Magnet-Kontakte für moto ModsQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Über die Magnet-Kontakte lassen sich die sogenannten Moto Mods anschließen. Ein Extra-Akku gehört zum Lieferumfang.

Das Moto Z3 Play besitzt eine fest im Gehäuse eingebauten Akku mit 3.000 mAh. Laden lässt sich dieser dank TurboPower besonders schnell. Motorola liefert das passende 15-Watt-Schnellladenetzteil mit. Das kabellose Laden via Induktion unterstützt das Moto Z3 Play trotz Glasrückseite aber nicht. Aber bereits der Smartphone-Akku sorgt im Test für eine gute Laufzeit, wie anhand der Ergebnisse in unserem Akkutest zu sehen ist. Hierbei haben wir während der achtstündigen Intensiv-Nutzung jeweils eine halbe Stunde lang im Internet und auf Facebook gesurft, Videos und Musik gestreamt, die Kamera verwendet, ein Telefonat geführt und Mario Run gespielt.

Die Ergebnisse im Akkutest

Nach acht Stunden ist der Ladestand des Akkus von ehemals 100 Prozent auf 46 Prozent gefallen. Das ist ein guter Mittelwert. Zum Vergleich: Das Huawei P20 lite hatte bei gleicher Akkukapazität noch 51 Prozent Ladung, das ebenfalls von Motorola stammende Moto G6 noch 48 Prozent.

Moto Z3 Play Akkutest nach 8 StundenQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die Ergebnisse des Moto Z3 Play Akkutest nach 8 Stunden.

Der achtstündigen Intensiv-Phase folgen 16 Stunden Standby, in denen das Moto Z3 Play ab und zu für einen kurzen Blick in die Hand genommen wurde. In dieser Zeit verlor das Gerät stark an Ladung – der Akkustand sank auf 19 Prozent. Unsere beiden Vergleichsgeräte von Huawei und Motorola zeigen hier ein besseres Energiemanagement und hatten noch 43 Prozent bzw. 41 Prozent auf der Anzeige. Dennoch schafft das Moto Z3 Play mit 19 Prozent Restladung einen guten Schnitt. Es bringt den Besitzer selbst bei intensiver Nutzung sicher durch den Tag und muss auch am Morgen nicht sofort wieder an die Steckdose.

Moto Z3 Play Akkutest nach 24 StundenQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die Ergebnisse des Moto Z3 Play Akkutest nach 24 Stunden.

Akku, erweiterbar per Moto Mod

Wem die Laufzeit des internen Akkus des Moto Z3 Play dennoch nicht ausreicht, der kann das Power Pack anschließen, das dem Lieferumfang beilegt. In dem Moto Mod ist ein Akku mit nochmal 2.220 mAh integriert, der die Kapazität also fast verdoppelt. Mit dem Moto Z3 Play gekoppelt, greift das Smartphone auf die zusätzliche Akkukapazität zurück und schafft es nochmal einen Tag, ohne aufgeladen werden zu müssen.

Das Moto Z3 Play mit seinem 3.000-mAh-Akku bringt den Besitzer auch bei intensiver Nutzung sicher durch den Tag. Am Ende des Akkutests bleibt zwar eine geringere Ladung übrig als bei den Vergleichsgeräten mit gleicher Akkukapazität, doch hat das Moto Z3 Play den Vorteil des Power Packs. Ebenso versorgt das Moto Mod das Smartphone zusätzlich mit 2.220 mAh – ein Vorteil, den die anderen Smartphones nicht haben.

Fazit: Motorola Moto Z3 Play im Test

Motorola ist es gelungen, das neue Modell seiner Z-Play-Reihe sinnvoll zu verbessern. Bei gleichen Gehäusemaßen zeigt es sich dank Glasrückseite und Fullview-Display nun in modernerem Look. Es ist mit allen verfügbaren Moto Mods kompatibel und lässt sich somit nach Bedarf erweitern. Außerdem hat Motorola dem Moto Z3 Play eine Dual-Kamera spendiert. Bei Tageslicht sorgt diese für gute Ergebnisse, bei Dunkelheit hat sie allerdings etwas Probleme. Testnote Motorola Moto Z3 PlayGut gefallen hat uns der seitliche Fingerabdrucksensor, auch wenn dieser schwer zu erreichen ist, wenn das Smartphone auf dem Tisch liegt. In diesem Fall können Nutzer auf Face Unlock zur Entsperrung zurückgreifen. Ausgeliefert wird das Moto Z3 Play vorbildlich mit Android 8.1 Oreo, beim Sicherheitspatch blieb es im Test allerdings beim Stand von April. Statt der Sensor-Tasten lässt sich das Moto Z3 Play auch per Gestensteuerung bedienen. Das klappte im Test einwandfrei.

Die Akkuleistung der internen 3.000-mAh-Batterie ist gut, wenn das Energiemanagement beim Moto G6 auch besser ist. Dafür lässt sich am Moto Z3 Play mit dem Power Pack ein zusätzlicher Akku mit 2.220 mAh anschließen, der dem Lieferumfang sogar beiliegt. Nutzer kommen mit ihm und einer Vollaufladung gut zwei Tage ohne Steckdose aus. Schade ist, dass Motorola die Klinkenbuchse eingespart hat. Zum Anschluss eines Kopfhörers muss daher entweder Bluetooth genutzt werden oder aber der USB-C-Port, der auch zum Laden des Akkus dient.

Pro

  • modernes Design mit sehr dünner Bauweise
  • Moto Mod-Kompatibilität
  • aktuelles, sauberes System
  • sehr solide Leistung für Mittelklasse
  • Power Pack im Lieferumfang

Contra

  • mäßige Kamera-Ergebnisse bei schwachem Licht
  • keine Klinkenbuchse
  • nur Mono-Lautsprecher

Alternativen

Zum Moto Z3 Play gibt es das Power Pack
Das Power Pack gehört zum Lieferumfang des Moto Z3 Play.

Motorola bringt das Moto Z3 Play für eine unverbindliche Preisempfehlung von 499 Euro auf den Markt. Angeboten wird das Smartphone hierzulande vor allem in der 64-GB-Version und in der Farbe Deep Indigo, einem recht dunklen Blau. Des Weiteren gehört zum Lieferumfang das Power Pack, das nochmal einen Wert von 49 Euro hat. Ein Vorteil dieser Reihe ist die Erweiterbarkeit durch Moto Mods. Somit lassen sich zusätzliche Akkus, Lautsprecher, spezielle Kameras und sogar Drucker an das Moto Z3 Play anschließen. Dies macht die Smartphones von Motorola so speziell, dass es Alternativen nur in den eigenen Reihen gibt. Das Vorgänger-Modell Moto Z2 Play ist ebenfalls mit den Moto Mods kompatibel und kostet aktuell 308 Euro bei Amazon*. Dabei handelt es sich um die 64-GB-Version inklusive JBL SoundBoost 2 Lautsprecher. Das Smartphone hat allerdings noch ein Display im klassischen 16:9-Format und auch nur eine reguläre Kamera ohne Doppellinse.

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