Motorola Moto Z3 Play im Test: So modern ist das Moto-Mods-Smartphone | handy.de
Testbericht

Motorola Moto Z3 Play im Test: So modern ist das Moto-Mods-Smartphone

Neuer Look dank Fullview-Display und Glasrückseite

Ausstattung des Moto Z3 Play

Moto Z3 Play

Displaygröße

6 Zoll SuperAMOLED, Gorilla Glass 3

Auflösung

1.080 x 2.160 Pixel

18:9-Format

Prozessor

Snapdragon 636

Octa-Core, 1,8 GHz

Arbeitsspeicher

4 GB

Speicher

32 GB / 64 GB, erweiterbar bis 2 TB

Rückseitige Kamera

Dual-Kamera mit LED-Blitz und Google Lens

Sensor 1: 12 MP, f/1.7

Sensor 2: 5 MP

4K-Videos mit 30 fps

Frontkamera

8 MP, f/2.0

Akku

3.000 mAh, USB C, TurboPower / zusätzl. Power Pack mit 2.220 mAh

Software

Android 8.1 Oreo

SIM-Slot

Nano-SIM, Dual-SIM (Hybrid-Slot)

Sicherheit

Fingerabdrucksensor (seitlich), Face Unlock, Pin, Passwort, Muster

Drahtlos-Verbindungen

Bluetooth 5.0, NFC, GPS, GLONASS

WLAN

WLAN 802.11 a/b/g/n/ac (2,4 GHz + 5 GHz)

Mobilfunk

GPRS/EDGE, UMTS/HSPA+

LTE Cat.12 (Down: bis zu 600 MBit/s / Up: bis zu 100 MBit/s)

VoLTE, Wifi Calling

Maße und Gewicht

156,5 x 76,5 x 6,75 mm / 156 Gramm

Farben

Deep Indigo

Preis

499 Euro

Stabile Leistung dank aktuellem Prozessor

Technisch bewegt sich das Motorola Moto Z3 Play im Bereich der Mittelklasse. Passend dazu verwendet der Hersteller mit dem Snapdragon 636 einen ganz typischen Prozessor dieser Klasse. Qualcomm hat den Chip im Herbst 2017 präsentiert, dementsprechend aktuell ist er. Er ist im 14-Nanometer-Verfahren gefertigt und besitzt acht Kryo-260-Kerne, die sich in zwei Cluster mit je vier Kernen aufteilen. Eines hat eine Taktrate von bis zu 1,6 GHz, das andere eine Taktrate von bis zu 1,8 GHz. Der Snapdragon 636 greift im Moto Z3 Play auf insgesamt 4 GB Arbeitsspeicher zu. Außerdem bringt er mit der Adreno 509 eine solide Grafikeinheit mit, die Support für Vulkan und OpenGL ES 3.1 bietet.

Das Paket bildet eine gute Grundlage für alltägliche Smartphone-Aufgaben. Dank der aktuellen Chip-Architektur kann der Chip schnell auf seine Ressourcen zugreifen und dementsprechend zügig Befehle umsetzen. Bei hochperformanten Anwendungen bremst die doch begrenzte Taktung der Kerne den Chip allerdings etwas aus. Dennoch: Alltagsanwendungen sind für den Snapdragon 636 kein Problem und auch die aktuellen Android-Spiele meistert der Chip problemlos.

Moto Z3 Play im Benchmark-Test

Für einen genaueren Überblick der Performance des Snapdragon 636 haben wir das Moto Z3 Play durch die klassischen Benchmark-Tests geschickt. Dabei zeigt das Smartphone vor allem im allgemeinen Benchmark von AnTuTu, das es in der Mittelklasse die Nase vorne hat. Mit 112.287 Punkten erreichte es fast die doppelte Punktzahl, die das Samsung Galaxy A6 (2018) im Test belegte und auch deutlich mehr als das Huawei P20 lite und das Moto G6 geschafft haben. Auch im Test von Geekbench zeigt sich, dass die Kerne des Prozessors gut zusammenarbeiten. Die Einzelleistung ist mit 1.324 Punkten deutlich besser als bei anderen Modellen dieser Kategorie. Werden alle acht Kerne zusammen angesprochen, ergibt sich ein Score von 4.518 – ebenfalls deutlich besser als der der Vergleichsgeräte.

AnTuTu

Geekbench

Motorola Moto Z3 Play

112.287

Single-Core: 1.324

Multi-Core: 4.518

Huawei P20 lite

87.675

Single-Core: 936

Multi-Core: 3.673

Motorola Moto G6

70.454

Single-Core: 729

Multi-Core: 3.835

Samsung Galaxy A6

62.915

Single-Core: 723

Multi-Core: 3.543

Mit seinen guten Ergebnissen in den Benchmarks von AnTuTu und Geekbench hebt sich das Moto Z3 Play deutlich aus der Mittelklasse hervor. Das liegt unter anderem an dem aktuellen Prozessor Snapdragon 636, der durch eine moderne Chip-Architektur punkten kann. Zudem gibt es 4 GB Arbeitsspeicher, was im Alltag vollkommen ausreicht.

Mit der neuen Huawei P20-Reihe hat der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei für Begeisterung gesorgt. Mit dem Huawei P20 lite bedient der chinesische Hersteller auch die Mittelklasse. Wir zeigen, wie sich das abgespeckte P20 im Alltag schlägt.

Telefonie und Internet

Für ein Mittelklasse-Smartphone bietet das Moto Z3 Play eine sehr gute Ausstattung im Bereich des Internets. Du kannst nicht nur über Dualband-WLAN ac im Netz surfen, auch im Mobilfunk ist das Gerät gut gerüstet. Es unterstützt neben GPRS/EDGE, UMTS/HSPA+ auch LTE Cat.12. Somit schafft es maximale Geschwindigkeiten von 600 MBit/s im Downstream. Selbst auf Voice over LTE (VoLTE) und Wifi Calling musst Du nicht verzichten. Verbindungen werden stabil gehalten und der Wechsel von UMTS auf LTE funktionierte im Test anstandslos. Zudem merkt sich das Smartphone einmal gespeicherte Netzwerke und wählt sich automatisch wieder ein, sobald Du Dich in deren  Funkbereich befindest.

Auch bei den Testtelefonaten im 3G-Netz hatten wir keine Probleme. Ab und zu meinen es die Filter etwas zu gut und schneiden die letzten Silben eines Wortes ab. Das passierte allerdings nur sehr selten und auch nur in Bereichen mit etwas schlechterem Empfang. Abseits dessen gab es nichts zu beanstanden. Denn beide Gesprächsteilnehmer verstanden sich gut, was unter anderem auch an der recht hohen Maximallautstärke lag, die sich einstellen lässt.

Moto Z3 Play mit Dual-SIM

Auf Wunsch lässt sich das Moto Z3 Play als Dual-SIM-Smartphone verwenden. Denn es verfügt über einen Hybrid-Slot, bei dem Du selbst entscheiden kannst, ob Du eine zweite Nano-SIM oder eine Micro-SD-Karte einsetzen möchtest. Beide Slots unterstützen dabei LTE – welcher also primär zur Datenverbindung eingesetzt werden soll, kann über das Menü entschieden werden. Ein Umstecken der SIM-Karten ist nicht notwendig. Allerdings gibt es nur eine Sende- und Empfangseinheit und somit nur Dual-SIM Standby. Wird also über eine SIM-Karte telefoniert, ist die andere in dieser Zeit nicht erreichbar. Anrufer werden auf die Mailbox umgeleitet.

Ob als Single-SIM- oder Dual-SIM-Smartphones verwendet – das Motorola Moto Z3 Play lässt im Bereich Internet und Telefonie kaum Wünsche offen. Telefonate lassen sich mit guter Sprachqualität führen und für das Surfen im Netz steht Nutzern neben WLAN ac auch LTE mit bis zu 600 MBit/s zur Verfügung. Selbst VoLTE und Wifi Calling werden unterstützt.

Software und Multimedia

Motorola liefert das Moto Z3 Play ganz vorbildlich mit Android 8.1 Oreo aus. Somit läuft auf dem Smartphone die derzeit aktuellste, offiziell verfügbare Betriebssystemversion von Google. Beim Sicherheitspatch blieb es im Test allerdings beim Stand von April – schade. Dafür ist das System sehr sauber, da Motorola auf umfangreiche Anpassungen und Apps von Drittanbietern verzichtet. Vorinstalliert sind lediglich die gängigen Google-Apps sowie Anwendungen vom Hersteller.

Motorola verspricht zwei Android-Updates. Somit sollte das Moto Z3 Play sowohl Android 9 P im Herbst als auch Android 10 Q im kommenden Jahr erhalten. Voraussetzung ist jedoch, dass das Moto-Smartphone die derzeit noch nicht bekannten Voraussetzungen für Android Q unterstützt.

Das Moto Z3 Play wird in zwei Speicherversionen angeboten – 32 GB und 64 GB. Bei unserem Testgerät handelt es sich um die Version mit 64 GB Speicher. Etwa 16 GB des internen Speichers waren im Test des Moto Z3 Play zum Start durch Systemanwendungen und Apps belegt. Somit stehen Nutzern immer noch 48 GB Speicher zur freien Verfügung. In beiden Fällen lässt sich dieser mittels MicroSD-Karte um zusätzlich bis zu 2 TB erweitern. Allerdings gibt es derzeit nur Speicherkarten mit maximal 400 GB. Praktisch ist, dass der zusätzliche SD-Karten-Speicher als Systemspeicher eingebunden werden kann.

Bedienung: Auf Wunsch mit Gestensteuerung

Motorola hat beim Moto Z3 Play diverse alternative Steuerungsmöglichkeiten integriert. Zusammengefasst sind sie in der Moto-App zu finden. „Moto Sprache“ hilft Nutzer mit Sehbehinderung beispielsweise bei der Bedienung, indem das Gerät auf Sprachbefehle regiert. Das ist auch praktisch, wenn man Fragen während einer Autofahrt hat, bei der man die Hände nicht benutzen kann. Auf den Befehl „Hello Moto“ reagiert das Moto Z3 Play ähnlich wie beim Google Assistant. Per Sprache können Nutzer E-Mails und SMS versenden, Anrufe starten und allgemeine Fragen zum Wetter, zu Terminen oder Sonstigem stellen. Die App befindet sich noch in der Beta-Phase. Dementsprechend hatten wir während des Tests ein paar Probleme, da wir nicht die erwarteten Antworten bekamen oder die App schlicht nicht reagierte. Der Ansatz von Motorola ist aber gut. Je mehr Input der Hersteller durch die Nutzung der App bekommt, desto schneller kann sie fertig gestellt werden.

Teil der Moto-App ist auch eine Gestensteuerung, die der Hersteller selbst entwickelt hat. Sie ist der Gestensteuerung von Google recht ähnlich, funktioniert zum großen Teil aber über einen Schalter. Aktivieren lässt sich die Ein-Tasten-Steuerung über Moto Action in der Moto-App. Einmal aktiviert, verschwinden die Sensortasten vom Display. Statt dessen wird eine längliche Taste angezeigt, die sich nach links und rechts schieben lässt. Ein Wisch nach links startet beispielsweise den Zurück-Befehl. Ein Wisch nach rechts öffnet das Task-Menü. Ein kurzer Klick auf die Taste führt zurück zum Homescreen und das lange Gedrückthalten starten den Sprachassistenten. Wir benötigten im Test nur wenige Minuten, um uns an die neue Bedienung zu gewöhnen. Sie funktioniert sehr gut und war am Ende sogar intuitiver als die Sensor-Tasten.

Sicherheit: Face Unlock oder Fingerabdrucksensor

Moto Z3 Play: Fingerabdrucksensor auf rechter SeiteQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Beim Moto Z3 Play ist der Fingerabdrucksensor seitlich platziert.

Zum Sichern der Daten und des Gerätes verfügt das Moto Z3 Play über mehrere Möglichkeiten. Der Fingerabdrucksensor befindet sich wie erwähnt seitlich am Gerät und ist dadurch gut erreichbar. Er reagiert sehr zügig und zuverlässig auf Eingaben. Problematisch wird es allerdings, wenn das Smartphone auf dem Tisch liegt und entsperrt werden soll. Dann lässt sich der Finger nicht gut auf dem Sensor platzieren, was die Nutzung erschwert.

Für diese Fälle bietet sich daher eher Face Unlock an. Das Entsperren per Gesicht kann als alternative Methode eingerichtet werden. Da das Moto Z3 Play jedoch nur die Frontkamera mit Einzel-Objektiv zum Scan verwendet, ist diese Methode nicht ganz so sicher wie bei Geräten mit speziellen Sensoren (Apple True-Depth) oder Dual-Frontkamera. Hinzu kommt, dass das Moto Z3 Play im Test zunächst per Wischgeste aufgeweckt werden musste. Aus dem Standby heraus reagierte das Smartphone nicht auf Face Unlock.

Mit Android 8.1 kommt auf dem Moto Z3 Play ein sehr aktuelles System zum Einsatz. Auf umfangreiche Anpassungen oder unnötige Apps hat Motorola verzichtet. Stattdessen konzentriert sich der Hersteller auf Bedienmethoden wie die Gestensteuerung, die beim neuen Moto-Smartphone sehr gut funktioniert. Das Gerät lässt sich mit dem seitlich platzierten Fingerabdrucksensor oder aber per Face Unlock entsperren.

Audio

Der Lautsprecher des Moto Z3 Play befindet sich in der Hörmuschel des Handys, strahlt also nach vorne ab. Die Position ist praktisch, wenn auch eher untypisch. Viele andere Modelle haben einen Lautsprecher am unteren Rand, der beim Halten leicht durch die Hand verdeckt wird. Zwar bietet das Moto Z3 Play nur einen Mono-Lautsprecher, dieser ist zumindest aber sehr laut und sorgt für einen kraftvollen Klang. Bei hoher Lautstärke fängt er allerdings an zu scheppern. Das ist ein Problem, das bei vielen Smartphone-Lautsprechern aufgrund ihres kleinen Klangkörpers auftritt.

USB-C-Port beim Moto Z3 Play. Die Klinke fehlt.
Keine Klinke mehr: Das Moto Z3 Play hat nur noch einen USB-C-Port.

Weniger gut gefällt uns, dass Motorola beim Moto Z3 Play die Klinkenbuchse eingespart hat. Zwar liegt dem Lieferumfang ein Adapter USB-C-auf-Klinke bei, doch ist es wieder ein zusätzliches Teil, an das Nutzer denken müssen, wenn sie ihren herkömmlichen Kopfhörer anschließen wollen. Alternativ lassen sich auch USB-C- oder Bluetooth-Kopfhörer mit dem Smartphone verbinden.