Moto G6 Plus im Test: Geheimtipp in der Mittelklasse | handy.de
Testbericht

Moto G6 Plus im Test: Geheimtipp in der Mittelklasse

Das größte Smartphone der Moto-G6-Reihe im Alltagstest

Dual-Kamera des Moto Z3 Play

Das Moto G6 Plus kommt mit der gleichen Dual-Kamera, die auch im modularen Moto-Flaggschiff, dem Moto Z3 Play Fotos schießt. Auch Google Lens ist hier an Bord und verrichtet mehr oder weniger zuverlässig seine Recherche-Dienste. Die Dual-Kamera des Moto G6 Plus besitzt einen 12- und einen 5-Megapixel-Sensor. Vorteil ist hier natürlich die Aufnahme von realistischen Porträt-Bildern, die den beliebten Bokeh-Effekt aufweisen. Schöne große Blenden mit Werten bis f/1.7 sollen dem Moto G6 Plus auch bei Dämmerung ausreichend Licht einfangen, um Rauschen zumindest ein wenig zu eliminieren.

Mit dem Moto Z3 Play hat Motorola die neue Generation seiner Smartphone-Reihe präsentiert, die sich mit Moto Mods erweitern lässt. Es hat einen deutlich moderneren Look bekommen. Wir haben das Moto Z3 Play im Test unter die Lupe genommen.

Im Praxis-Test klappt das eher schlecht als recht – alles andere hätte aber bei einem Mittelklasse-Smartphone in der Preisklasse überrascht. Hier muss einfach bei schlechten Lichtbedinungen mit schlechteren Foto-Ergebnissen gerechnet werden. Einzig Huawei schafft im High-End-Segment und dank Triple-Kamera mit dem Huawei P20 Pro ein wirklich gutes mobiles Kamera-Setup für die Dunkelheit. Samsung kann hier mit dem Galaxy S9+ ebenfalls gute Ergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen erzielen. Es wird noch einige Jahre dauern, bis die Kamera-Technik auch in der Mittelklasse für die Dunkelheit ausgereift ist. Die Dual-Kamera des Moto G6 Plus zeigt seine Stärken somit im Tageslicht. Dafür sind sie Ergebnisse dann auch ordentlich und sehenswert. Zahlreiche Modi stehen Hobby-Fotografen üblicherweise zur Verfügung. Die HDR-Funktion setzt zudem aus mehreren Aufnahmen ein perfektes Bild zusammen.

Moto G6 Plus im Kamera-TestQuelle: Julia Froolyks / handy.de
Dieser Sonnenuntergang kann sich sehen lassen.

Moto G6 Plus im Kamera-TestQuelle: Julia Froolyks / handy.de
Ein tolles Farbenspiel: Der Drink sieht in Kombination mit Sonnenlicht und dem Holztisch sehr schön aus. Durchaus Instagram-geeignet!

 

Moto G6 Plus im Kamera-TestQuelle: Julia Froolyks / handy.de
Die Dual-Kamera des Moto G6 Plus überzeugt auch mit Detail-Aufnahmen. Wir konnten die Kamera sehr gut für Artikel-Bilder verwenden.

Selfie-Kamera mit netten Filtern

An der Front fängt das Moto G6 Plus Deine Selfies mit ordentlichen 8 Megapixeln ein. Die Ergebnisse können sich nicht nur sehen lassen, sondern sind auch für anspruchsvolle Instagram-Nutzer verwertbar. Ganz android-üblich verfügt auch das Moto G6 Plus über eine breite Auswahl an Filtern, Masken und Effekten, mit denen lustige und niedliche Selfies entstehen. Der Modus „Gruppen-Selfie“ ist übrigens eine witzige Spielerei: Hier wird mithilfe der Front-Kamera eine Art Panorama-Aufnahme erstellt, die wirklich viele Menschen auf das Selfie bringt. Hier ist allerdings ein wenig Übung gefragt, denn wird das Smartphone zu schnell oder ruckartig bewegt, entstehen unschöne Verzerrungen auf dem Bild. Feedback in Form von Vibrationen soll dem Nutzer hier aber eine Hilfestellung sein.

Google Lens – da geht noch was

Die Kamera des Moto G6 Plus verfügt wie das Moto G6 und das Moto Z3 Play über Googles smarten Kamera-Assistenten „Google Lens„. Unterschiedliche Objekte, QR- Bar-Codes und Text soll das Feature über die Dual-Kamera erfassen und im Internet danach suchen können. Das funktioniert mit unbekannten Kosmetik-Produkten nicht sehr gut, wie der Test gezeigt hat. Hier setzt die Datenbank doch eher auf Mainstream. Beeindruckend: Beim Registrieren der Nintendo-Switch-Konsole schlägt Google Lens im Moto G6 Plus gleich ein Spiel für die Konsole vor. Hier zeigt sich, wie weit der Algorithmus mittlerweile ist. Dennoch geht da noch mehr. Im Test erkannte Google Lens nicht alle, aber viele Produkte, und schlug im Internet entsprechende Seiten und Shops zum Erwerb vor.

Die Dual-Kamera des Moto G6 Plus ist nichts Besonderes und trotzdem für die Mittelklasse prima geeignet. Viele Aufnahme-Modi und die HDR-Funktion spendieren Hobby-Fotografen eine gute Grundlage für schöne Foto-Ergebnisse. Dank zweitem Sensor lassen sich hübsche und realistische Bokeh-Aufnahmen anfertigen. Bei Dämmerung geht das Kamera-Setup jedoch in die Knie. Toll ist die Integration von Google Lens, obwohl hier noch deutlich Luft nach oben ist, was eine zuverlässige Funktionalität angeht.

Akku

Bereits das Moto G6 hat sich in Sachen Ausdauer von seiner besten Seite präsentiert. Aufgrund des größeren Fassungsvermögen von 200 mAh Strom bei größerem Display, haben wir im Akku-Test keine Überraschungen erwartet. Dennoch lag die Messlatte hoch – und eine Überraschung gab es auch.

Der Akku-Test des Moto G6 Plus verlief nach dem handy.de-Leitfaden. Das heißt: Einer achtstündigen Intensiv-Nutzung folgt eine 16-stündige Standby-Zeit. Innerhalb der acht Stunden wird das Smartphone je zu 30 Minuten in den folgenden Disziplinen gefordert:

  • Fotografieren
  • Telefonieren
  • HD-Video streamen
  • Musik streamen
  • 3D-Game spielen
  • Im Internet surfen (Browser)
  • In sozialen Netzwerken surfen (Apps)

Keine der oben genannten typischen Aktionen konnte das Moto G6 Plus beeindrucken. Einzig das Spielen von Asphalt 8, einem aufwendigen Autorennspiel, zerrte etwas mehr am 3.200-mAh-Akku als die anderen Disziplinen. Am Ende des Tages zeigte das Moto G6 Plus nach dem anspruchsvollen Acht-Stunden-Marathon noch 58 Prozent Akkuladung an – ein solider Wert. In den darauffolgenden Stunden verlor das Smartphone neun Prozent und wies somit nach 24 Stunden noch einen Akkustand von 49 Prozent auf. Schön ist, dass dank TurboPower-Ladegerät das Moto G6 Plus innerhalb von 30 Minuten rund 50 Prozent nachlädt. So lässt sich die über Nacht verloren gegangene Energie morgens zügig nachladen und das Smartphone muss nicht über Nacht geladen werden.

Überraschung nach sechs Tagen

Obwohl wir keine Überraschungen in Sachen Akku-Laufzeit erwartet haben, verblüffte das Moto G6 Plus mit einer beeindruckenden Standby-Zeit im Flugmodus. Denn krankheitsbedingt musste der Test des Moto G6 Plus für rund sechs Tage unterbrochen werden – der Akku-Stand des Moto G6 Play verringerte sich in dieser Zeit im Flugmodus um lediglich 60 Prozent, also von 100 auf 40 Prozent.

Die Ausdauer des Moto G6 Plus ist ausgezeichnet. Der Akku hält lange allen möglichen Tätigkeiten gut stand und garantiert eine lange Erreichbarkeit. Neigt sich die Energie zugrunde, lässt sich der Akku dank TurboPower-Adapter und USB-Typ-C super schnell nachladen. Das Moto G6 Plus ist ein Ausdauer-Monster und beeindruckt mit einer guten Standby-Zeit, vor allem im Flugmodus, wenn es gar nicht funkt.

Fazit

Ja, das Moto G6 Plus übertrumpft seinen kleinen Bruder, das Moto G6, und holt in unserem Mittelklasse-Test die volle Punktzahl von fünf Sternen. Das liegt vor allem an dem größeren internen Speicher, mehr Arbeitsspeicher und dem besseren und aktuellerem Snapdragon-Prozessor. Das sind die feinen Unterschiede, die das Moto G6 Plus noch einen Tick besser machen. Auch hier stimmt rundherum das Preis-Leistungsverhältnis, vor allem wenn man alternative Online-Händler begutachtet, die das Moto G6 Plus zum Teil schon ab 230 Euro anbieten. Auch die UVP von Motorola mit 299 Euro ist absolut gerechtfertigt für das Plus-Modell. Besonders gut gefallen hat im Test der ausdauernde Akku, das große und helle Display sowie das edle und handliche Design. Schmutz in größeren Spalten, Fingerabdrücke auf der Rückseite und die fehlende IP-Zertifizierung konnten in der Gesamtpunktwertung die Erreichung der vollen Punktzahl nicht verhindern. Das liegt auch an den tollen Zusatz-Features wie einem 3,5-mm-Kopfhörereingang sowie den ausgeklügelten Moto Actions und Google Lens. Ein aktuelles Betriebssystem, das in den kommenden Jahren wohl mindestens noch eine neue Generation erleben wird, macht das Moto G6 Plus zu einem absoluten Geheimtipp in der Mittelklasse.

Alternativen zum Moto G6 Plus

Moto G6

Das kleinere Moto G6 Plus hat uns im Test ebenfalls sehr gut gefallen. Das Gerät ist eher für kleinere Handy geeignet, kann sich ansonsten gut mit seinem großen Bruder messen. Auch hier kommt aktuelles Android zum Einsatz. Die Moto Actions und Google Lens sind ebenfalls an Bord. Einzig weniger RAM, weniger interner Speicher und der ältere Prozessor machen hier den Unterschied. Dafür ist das Mit G6 aber auch noch mal deutlich günstiger und bei dem ein oder anderen Online-Händler schon ab 200 Euro erhältlich.

Mit dem Moto G6, Moto G6 Play und Moto G6 Plus greift Lenovo Konkurrenten wie Huawei oder Samsung an. Die Redaktion von handy.de hat das Moto G6 einem ausführlichen Test unterzogen und die ein oder andere Überraschung mit dem Mittelklasse-Wunder erlebt.

Huawei P20 lite

Eine echte Design-Offenbarung ist das Huawei P20 Lite, das wir an dieser Stelle ebenfalls guten Gewissens als Alternative zum Moto G6 Plus empfehlen können. Auch deutlich handlicher und mit aktueller Hard- und Software ausgestattet, kommt das Huawei P20 Lite zudem mit ausgeklügelter EMUI-Oberfläche und ebenfalls einem Klinkenstecker daher. Das Display leuchtete im Test nicht ganz so hell wie das des Moto G6 und Moto G6 Plus. Dennoch ist das Huawei P20 lite einen Blick wert.

Mit der neuen Huawei P20-Reihe hat der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei für Begeisterung gesorgt. Mit dem Huawei P20 lite bedient der chinesische Hersteller auch die Mittelklasse. Wir zeigen, wie sich das abgespeckte P20 im Alltag schlägt.