Moto G6 Plus im Test: Geheimtipp in der Mittelklasse | handy.de
Testbericht

Moto G6 Plus im Test: Geheimtipp in der Mittelklasse

Das größte Smartphone der Moto-G6-Reihe im Alltagstest

Im Mai haben wir das Moto G6 ausführlich auf Herz und Nieren getestet und dabei ein richtig gutes Mittelklasse-Smartphone mit High-End-Feeling erlebt. Das kann beim größeren Moto G6 Plus also nur noch besser werden, oder? Wir haben das im ausführlichen Test herausgefunden.

Moto G6 Plus im HandytestQuelle: Julia Froolyks / handy.de

Moto G6 Plus: Das kann die Plus-Version

Im Test von handy.de hat das Moto G6 bereits in der Basis-Version gezeigt, dass Motorola ein richtig gutes Mittelklasse-Handy geschmiedet hat. Das Handy glänzte im Test mit einem guten Akku mit Quick Charge und einer ordentlichen Kamera. Es erreichte 4,5 von 5 möglichen Sternen. Nun liegt uns das rund 50 Euro teurer Plus-Modell des Moto G6 vor. Dieses kommt nicht nur mit größerem Display und Akku daher. Es ist auch im Herzen etwas leistungsfähiger. So kommt ein Snapdragon 630 statt eines Snapdragon 450 zum Einsatz. Statt 3 GB stehen 4 GB Arbeitsspeicher bereit und statt 32 GB internem Speicher können Nutzer mit 64 GB auf das Doppelte zugreifen. So viel zu den größten Unterschieden zwischen dem Moto G6 und Moto G6 Plus. Wie sich das Moto G6 Plus im Alltag schlägt, und ob es durch die verbesserten Komponenten die volle Test-Punktzahl holen konnte, liest Du in den folgenden Absätzen.

Design und Verarbeitung

Hier tut sich nicht wirklich viel im Vergleich zum kleineren Modell. Das Moto G6 Plus sieht identisch aus, ist nur etwas größer (160 x 75,5 x 8,0 Millimeter) als das G6, wiegt aber laut Hersteller genauso viel (167 Gramm). So fühlt sich das Moto G6 Plus auch an: Nicht zu schwer, nicht zu klotzig. Obwohl es mit seinen 5,9 Zoll und 18:9-Format grenzwertig groß in der Hand liegt. Hier hätte Motorola es sich von den Vorreitern abgucken können: Beispielsweise Samsung schafft es, die immer größer werdenden Smartphones durch Verlängerung und gleichzeitige Schmälerung filigran wirken zu lassen, was zu einem sicheren Tragegefühl führt. Das fehlt beim täglichen Gebrauch mit dem großen Moto G6 Plus ein wenig.

Die Glas-Rückseite schafft hier jedoch einen eleganten und anschmiegsamen Ausgleich. Sie glitzert nicht so eindrücklich wie die des Moto G6, kommt aber mindestens ebenso anmutig und edel daher. Fingerabdrücke finden allerdings auch beim Moto G6 Plus immer noch eine Bühne für ihre schmierige Vorstellung. Die Rückseite beherbergt neben diesen unerwünschten Spuren die Moto-typische Aussparung für die Kamera, die beim Plus-Modell wie beim Basis-Modell die gleiche ist, beim Moto G6 Plus aber mit etwas besserem Blendenwert aufwartet.

Moto G6 Plus im HandytestQuelle: Julia Froolyks / handy.de

Schickes Design mit Schwächen

An der Front des Moto G6 Plus geht es deutlich spannender her. Das große, helle IPS-Panel nimmt beinahe die gesamte Front ein. Der untere Steg beherbergt den Fingerabdrucksensor und unnötigerweise auch den Motorola-Schriftzug. Das macht den unteren Rahmen ziemlich breit. Die Seitenränder hingegen sind schön schmal und münden in den oberen Steg, der die Selfie-Kamera, den Telefonlautsprecher sowie den Helligkeitssensor beherbergt. Wie beim Moto G6 ist der Spalt zwischen Display-Glas und Rahmen genau so groß, dass Staubkörner und Schmutz sich schnell dort absetzen können. Selbiges gilt übrigens auch für die rückseitig eingelassene Glasplatte. Bei genauerem Hinsehen erhascht man hier sogar einen Blick auf die inneren Komponenten des Handys. Das alles lässt bereits darauf schließen: Auch das Moto G6 Plus verfügt nicht über eine zertifizierte Wasser- oder Staubdichtigkeit.

Moto G6 Plus im HandytestQuelle: Julia Froolyks / handy.de

Das Design des Moto G6 Plus gefällt auf weiten Strecken. Die abgerundeten Kanten schmiegen sich der Haut sanft an. Die Glasplatte ist angenehm beschichtet, sodass das Gerät trotz seiner Größe sicher in der Hand liegt bei der täglichen Verwendung. Das Farb-Finish des Moto G6 Plus sieht edel und durchdacht aus. Einzig die Spaltmaße hat Motorola hier zu groß genommen. Nicht selten sammeln sich kleinere Schmutzpartikel und Staub in den Ritzen an.

Das Display

Technisch und in der Auflösung tut sich an dieser Stelle nicht viel im Vergleich zur Basis-Version. Auch beim Moto G6 Plus kommt ein IPS-Display ohne Notch zum Einsatz und es löst mit 1.080 x 2.160 Pixeln auf. Die Farben visualisiert das Display-Panel gestochen scharf, kontrastreich und sehr geradlinig. Das 18:9-Format sorgt dafür, dass das Moto G6 Plus auch mit nur einer Hand noch gut bedienbar ist, wenn es um das untere Drittel des Bildschirms geht. Für weitere Strecken muss auf jeden Fall umgegriffen werden.

Moto G6 Plus im HandytestQuelle: Julia Froolyks / handy.de

Hier hat Motorola zum Glück an einen sehr nützlichen Kniff gedacht, der innerhalb der sogenannten Moto Actions aktiviert werden kann. Hier lässt sich nämlich eine Funktion einstellen, mit der das Display über eine Wischgeste auf handliche 4,3 Zoll „schrumpft“. So erreicht man letztendlich alle Bildschirminhalte mit einer Hand. Zu den Moto Actions erfährst Du noch mehr im unteren Teil dieses Tests. Die Inhalte laufen stets flüssig und ohne ruckeln über das Moto G6 Plus-Display. Die maximale Helligkeit könnte im Freien etwas besser sein. Dafür ist hier die Blickwinkelstabilität ordentlich. Es ist kein merklicher Farbstich beim seitlichen Betrachten des Bildschirms erkennbar. Ein Always-On-Display gibt’s wie beim Moto G6 nicht – dafür reagiert das Plus-Model ebenso zügig und empfindlich auf Näherung und schaltet das Display dann leicht abgedunkelt ein, um Uhrzeit oder Benachrichtigungen anzuzeigen.

Üppig, groß, scharf – drei Merkmale, die das Display des Moto G6 Plus perfekt umschreiben. Das riesige Display könnte für einige Smartphone-Nutzer wohl etwas zu groß sein. Das liegt vor allem daran, dass Motorola hier nicht mit der Screen-to-Body-Ratio gespielt, sondern einfach ein großes Handy konzipiert hat. Toll ist die kontrastreiche Visualisierung des Systems und seiner Inhalte. Zudem hat Motorola daran gedacht, eine Wischgeste zu entwickeln, mit der eine Einhandsteuerung möglich ist.