Libratone Track+ im Test: Weiches Hörvergnügen mit adaptiver ANC | handy.de
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Libratone Track+ im Test: Weiches Hörvergnügen mit adaptiver ANC

So gut ist der dänische Bluetooth-Kopfhörer

Der dänische Lautsprecher-Hersteller Libratone hat bereits zur CES in Las Vegas neue Kopfhörer präsentiert. In einem ganz neuen Design und mit praktischem Kunststoffkabel sollen die Libratone Track+ per Bluetooth für satten Sound und eine aktive Geräuschunterdrückung sorgen. Wir haben uns die Bluetooth-Kopfhörer mit ANC mal genauer angehört.

Design und Unboxing: Gewohnt edel

Die Libratone Track+ sind klassische Nackenkopfhörer, die ohne Kabel per Bluetooth mit dem Handy oder anderen Geräten verbunden werden. Bereits die Aufmachung der Verpackung des Kopfhörers gibt einiges her und ist in gewohnter Libratone-Manier edel und durchdacht. Unser Pressesample des Track+ kommt in der Farbe Cloudy White daher. Wer es dunkel mag, bekommt mit Stormy Black eine zweite Farbvariante angeboten. Beide Farben sorgen mittlerweile für einen guten Wiedererkennungswert bei Libratones Audio-Produkten.

Libratone Track+ Bluetooth-Kopfhörer im TestQuelle: Julia Froolyks / handy.de

Der Kopfhörer liegt akkurat in seiner Umverpackung, die sich hochklappen lässt und den weiteren Lieferumfang offenbart: Ohr-Adapter für unterschiedlich große Gehörgänge, ein paar Adapter-Flügel für besseren Halt beim Sport, ein Micro-USB-Ladekabel sowie eine Schnellstartanleitung.

Der Libratone Track+ ist wirklich federleicht, das merkt man bereits beim Herausheben aus der Verpackung. Mit seinen 28 Gramm spürt man ihn beim Tragen kaum, dennoch sitzen die Earbuds sicher im Ohr. Diese hat der dänische Hersteller übrigens überarbeitet. Während die Earbuds der Libratone Q Adapt In-Ear-Kopfhörer eher spitz zulaufen, wertet der Track+ mit rundlicheren Kurven auf. Das macht sich im Ohr sehr gut, ist aber natürlich eine Frage der Ohrform. Generell halten die glatten In-Ear-Kopfhörer sehr gut bei Bewegung.

Zwei Bedienelemente für viele Funktionen

Mit den weichen Kunststoffkabeln hat Libratone übrigens zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zum einen verknoten sich hier nichts, wenn der Kopfhörer in der Handtasche oder im Rucksack transportiert wird. Der Kopfhörer ist sehr schnell einsatzbereit und Fummelei bleibt zum Glück aus. Zum anderen bleibt beim Libratone Track+ die Übertragung von Geräuschen über ein Stoffkabel aus. Dieses Problem taucht vor allem beim Q Adapt noch verstärkt auf. Bereits im Interview während der CES verriet Libratone-Produc-Director Uffe Kjems Hansen, dass die neue Kunststoffummantelung des Track+ aus diesem Grund gewählt wurde.

Im übrigen Design wirken die Kopfhörer sehr schlicht und edel. An beiden Enden des Nackenlabels befinden sich Steuerelemente zum Bedienen. Auf der rechten Seite befinden sich hier drei Taster, mit denen die Musik-Wiedergabe gesteuert werden kann. Auch die Lautstärke lässt sich hier regulieren. Das linke Bedienelement beherbergt ein Mikrofon, das bei Telefonaten und Anweisungen an Siri oder Googles Assistant relevant ist. Hier befindet sich zudem der Taster für CityMix, Libratones Geräuschunterdrückung.

Libratone Track+ Bluetooth-Kopfhörer im TestQuelle: Julia Froolyks / handy.de

Geräuschunterdrückung: CityMix wird adaptiv

Diese ist beim Libratone Track+ entweder manuell oder adaptiv steuerbar. Letztere Variante ist besonders gut fürs Pendeln geeignet. Während in der Bahn vor allem monotone Maschinengeräusche gefiltert werden, erscheinen am Bahnsteig Stimmen automatisch schön gedämpft. Wer lieber selbst die Kontrolle hat, kann CityMix in vier Stufen steuern und selbst bestimmen, wie viel der Außenwelt noch ins Ohr dringen soll. Das Konzept um CityMix ist über weite Strecken gelungen, wer jedoch auf eine Geräuschunterdrückung hofft, wie Bose oder Sennheiser sie mit ihren High-End-Kopfhörern anbieten, wird enttäuscht. Die Geräuschunterdrückung eignet sich besonders in Transportmitteln, hohe Töne dringen aber immer ein wenig durch.

Aktive Geräuschunterdrückung gehört bei vielen hochpreisigen Kopfhörern mittlerweile zum guten Ton. Doch welcher Kopfhörer schirmt die Ohren wirklich gut vor lästigen Umgebungsgeräuschen ab? Das sind die besten ANC-Kopfhörer.

Der Klang

Die wichtigste Frage lautet wohl: Wie klingt er denn? Insgesamt macht das Musikhören mit dem Libratone Track+ Spaß. Von Grund auf bringt der In-Ear-Kopfhörer einen satten Sound, ausgewogene Höhen und Tiefen und eine gelungene Räumlichkeit ins Ohr. In Sachen Bass ist die Qualität ok – im Test haben wir ein wenig den Tiefgang des Klangs vermisst – die Gänsehautmomente, die Lieder an manchen Stellen auslösen können, blieben aus. Das liegt wohl aber auch am Geschmack: Wer vorher vor allem Over-Ear-Kopfhörer angehört hat, ist allein schon aufgrund der bauartbedingen Möglichkeiten verwöhnt. In-Ear-Kopfhörer haben es oft schwerer. Dafür macht der Track+ aber eine sehr gute Figur.

Die App

Wünschenswert wären aber mehr Möglichkeiten zur Personalisierung des Klangs gewesen. Hier

liefert Libratone lediglich drei unterschiedliche Equalizer in seiner kostenlosen Libratone-App mit. Die war allerdings schon immer sehr minimalistisch gehalten und passt sich so dem Design-Prinzip des gesamten Unternehmens an. Die drei Equlizer beschränken sich auf „Neutral“, „Extra Bass“ und „Verbesserte Höhe“. Neben der neutralen Grundeinstellung wirken die beiden Optionen eher soft. Wer mehr am Ton herumspielen möchte, muss die Einstellungen auf seinem Android-Smartphone oder iOS-Gerät manuell vornehmen. Fürs iPhone empfehlen wir auf jeden Fall den „Rock“-Equalizer, der den Klang räumlich aufwertet und die Tiefen schön hervorhebt.

‎Libratone
‎Libratone
Entwickler: Libratone
Preis: Kostenlos

Libratone
Libratone
Entwickler: Libratone A/S
Preis: Kostenlos

Die Libratone-App bietet ansonsten die selben Einstellungsmöglichkeiten, die auch am Kopfhörer selbst vorgenommen werden können. Zudem informiert die App über vorhandene Softwareupdates. Wer seine Libratone Track+ aktualisieren möchte, muss sie aber auf jeden Fall an eine Stromquelle anschließen – unabhängig vom aktuellen Ladestand. Innerhalb der App lässt sich außerdem festlegen, nach wie vielen Minuten ohne Nutzung sich der Libratone Track+ eigenständig abschalten soll.

Apropos Ladestand: Der Akku der Bluetooth-Kopfhörer lässt sich super schnell in nur gut einer Stunde wieder voll aufladen. Laut Hersteller bietet der Track+ im Anschluss wieder acht Stunden Musikwiedergabe. Im Test konnten wir das noch nicht zu hundert Prozent verifizieren und werden entsprechende abweichende Werte an dieser Stelle nachtragen. Ein weiteres wichtiges Feature ist zudem die Wasserdichtigkeit des Track+, die wichtig für sportliche Aktivitäten ist. Ein Regenschauer kann den Kopfhörern also auch nichts anhaben.

Fazit zum Libratone Track+

Der Libratone Track+ ist ein sehr schön leichter und edler Bluetooth-Kopfhörer. Der dänische Lautsprecherhersteller überzeugt mit gewohnt hochwertigem Design und einer makellosen Verarbeitung. Vor allem die neue Kunststoffummantelung macht sich im Alltag richtig gut, da hier nichts verknotet und die Kopfhörer abwaschbar sind. Soundtechnisch sind die Kopfhörer jedoch nichts besonders, liefern aber solide ab. Liebhaber von manuellen Einstellungen werden hier jedoch nicht glücklich. Der Klang der Kopfhörer lässt sich über drei Equalizer innerhalb der App verändern. Die Form der Earbuds ist Libratone gelungen – auch nach mehreren Stunden ist der Track+ noch erträglich im Ohr. Der Einführungspreis von 199 Euro * ist auf jeden Fall gerechtfertigt.

Pro

  • Edles Design
  • Tolle Verarbeitung
  • Sehr leicht
  • Gute Geräuschunterdrückung

Con

  • Wenige Personalisierungsmöglichkeiten

Bluetooth In-Ear-Kopfhörer werden immer beliebter, da immer mehr Handys keinen Klinkenanschluss mehr besitzen. Zeit auch bei handy.de einige Modelle unter die Lupe zu nehmen. Den Anfang macht der Sennheiser Momentum Free - hier im ausführlichen Test.

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