LG G7 ThinQ im Handy-Test: Hübsch, aber hitzig
Testbericht

LG G7 ThinQ im Handy-Test: Hübsch, aber hitzig

Unser Eindruck vom neuen LG-Flaggschiff

Mit dem LG G7 ThinQ bringt LG sein neuestes Oberklasse-Smartphone nach Deutschland. Ab dem 8. Juni ist das Gerät in Deutschland erhältlich, Vorbestellungen sind aber schon jetzt möglich. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 849 Euro ist das G7 ThinQ zwar nicht günstig. Doch hat LG im Smartphone einige Funktionen integriert, die das Gerät recht interessant machen. Dazu zählen neben der AI-Kamera auch der separate Button für Google Assistant sowie ein ausgeklügeltes Sound-System. Auf dem Papier klingt das alles gut. Doch wie schlägt sich das LG G7 ThinQ im Alltag? Wir haben das Smartphone im Handy-Test genau unter die Lupe genommen.

Erster Eindruck und Verarbeitung

Auch das LG G7 ThinQ ist ein Smartphone, dessen Gehäuse nahezu vollständig aus Glas besteht. Dementsprechend hochwertig sieht es aus, Fingerabdrücke sind auf der empfindlichen Oberfläche aber schnell sichtbar. Am Übergang vom Rahmen zur Glasrückseite gibt es einen kleinen Zwischenraum. Hieran erkennt man gut, wo die Rückseite ansetzt und sich mit dem Metallrahmen verbindet. Diese Rinne ist aber keineswegs ein störende Spalte. Auch hat LG hier nicht unsauber gearbeitet. Lediglich die Art, wie die Komponenten zusammengesetzt wurden, unterscheidet sich an dieser Stelle von anderen Geräten.

Smartphone mit Verpackung: Das LG G7 ThinQQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
LG G7 ThinQ mit Fullview-Display und interessanten Funktionen

Im Allgemeinen zeigt das LG G7 ThinQ im Test eine sehr gute Verarbeitung. Die Ausschnitte für den Lautsprecher, die USB-C-Buchse und die Klinkenbuchse sind sauber. Der Schlitten für die Nano-SIM-Karte und die Micro-SD-Speicherkarte fügt sich nahtlos in den Rahmen ein. Das muss er auch, denn das LG G7 ThinQ ist nicht nur nach IP68 vor Staub und Wasser geschützt. Es wurde auch mit dem Miltärstandard MIL-STD-810G ausgezeichnet. Dieser bescheinigt dem Smartphone eine besondere Robustheit. Es hält starke Vibrationen und Erschütterungen aus, bietet Schutz vor hoher Luftfeuchtigkeit und ist schock- und stoßresistent. So gut sich das anhört: Bei einem Sturz besteht die Gefahr, dass die Glasoberfläche splittert. Etwas Vorsicht sollte man beim Umgang mit dem LG G7 ThinQ somit trotz der Schutz-Standards walten lassen.

Alles da: Die Anschlüsse des LG G7 ThinQQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Klinke, USB C und Lautsprecher beim LG G7 ThinQ

Handhabung des LG G7 ThinQ im Test

Die Tasten für die Lautstärkeregelung befinden sich links am Gerät. Direkt darunter hat LG einen Button angebracht, der auf Knopfdruck den Google Assistant startet. Dieser sitzt sehr mittig. Wir mussten im Test somit etwas umgreifen, um ihn erreichen zu können. Gut und auf gewohnter Höhe ist hingegen der Power-Button auf der rechten Rahmenseite positioniert. Alle vier Tasten haben einen guten Druckpunkt mit angenehmen Widerstand.

Lautstärketasten und Button für Google Assistant beim LG G7 ThinQQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Seitliche Lautstärketasten und Button für Google Assistant

Auf der Rückseite befindet sich ebenfalls mittig im oberen Bereich die Dual-Kamera mit ihren untereinander angeordneten Linsen. Die Kamera ist nahezu eben mit der Rückseite und hebt sich nur ganz wenig ab. Etwas in das Gehäuse eingesetzt ist hingegen der runde Fingerabdrucksensor. Zwar lässt sich dieser von der Kamera dadurch beim Tasten gut unterscheiden. Doch führte der geringe Abstand zwischen Kamera und Sensor im Test das ein oder andere Mal dazu, dass wir auf die Linse gefasst haben.

Wie es sich für ein Smartphone der Oberklasse gehört, ist das LG G7 ThinQ gut verarbeitet. Der Hersteller setzt vor allem auf Materialien wie Glas und Metall. Die Ränder sind abgerundet, was dazu beiträgt, dass das Smartphone gut in der Hand liegt. Sollte das G7 ThinQ ins Wasser fallen, müssen Nutzer nicht gleich panisch werden. Denn das Handy ist nicht nur nach IP68 gegen Wasser geschützt, es wurde auch entsprechend dem Militärstandard MIL-STD-810G ausgezeichnet. Dieser bescheinigt dem Smartphone eine besondere Robustheit.

 

Fullview-Display: Notch lässt sich ausblenden

LG G7 ThinQ: Second ScreenQuelle: Rita Deutschbein/ handy.de
Der Second Screen beim LG G7 ThinQ: Notch lässt sich ausblenden oder gestalten.

Das LG G7 ThinQ hat ein Fullview-Display mit einer Diagonale von 6,1 Zoll. Es zieht sich bis an den oberen Rand, lässt mittig aber Platz für die Frontkamera. Dadurch entsteht die Notch und das 19,5:9-Format, die LG als „New Second Screen“ bezeichnet. Den Second Screen können Nutzer anpassen: Der obere Part um die Notch lässt sich in verschiedenen Farben einfärben. Bei Schwarz wird die Notch ausgeblendet. Stattdessen bekommt das Fullview-Display einen Balken am oberen Displayrand, wie wir ihn unter anderem vom Huawei Mate 10 Pro kennen. Der Second Screen kann aber auch bunt eingefärbt werden – ganz nach Geschmack. Ebenfalls farblich eingefärbt werden kann die untere Bedienleiste, auf der die Sensortasten sitzen. Dadurch bietet LG viele Möglichkeiten, den Look des Touchscreens zu individualisieren.

Beim Display setzt LG auf eine recht hohe Auflösung von 1.440 x 3.120 Pixel (QHD+). Auf Wunsch kann die Auflösung herunterreguliert werden, was etwas Energie spart.

Always on

Ebenfalls Energie sparen lässt sich mit dem Always-On-Display. Hierbei werden auf dem gesperrten Display in monochromer Ansicht die Uhrzeit und weitere Informationen wie anstehende Termine, eingegangene Nachrichten oder der Akkustand des Handys angezeigt. Um diese Informationen zu erhalten, muss nicht immer der gesamte Bildschirm aktiviert werden. Die Anzeige der Nachrichten kann so eingestellt werden, dass sensible Inhalte ausgeblendet werden. Dies ist zusammen mit der Einrichtung der Displaysperre möglich.

Als Technologie kommt beim LG G7 ThinQ ein LCD M+ zum Einsatz. Im Vergleich zu herkömmlichen LCD-Screens werden beim LCD M+ einige der ursprünglichen Subpixel durch weiße ersetzt. Dadurch soll mehr Licht eingefangen werden, was zu einer besseren Darstellung führt. Gepaart mit einer maximalen Displayhelligkeit von bis zu 1.000 Nit soll sich der Bildschirm laut LG vor allem im Freien noch besser ablesen lassen. Im Test haben wir das geprüft. Und tatsächlich leuchtet der Bildschirm des LG G7 ThinQ angenehm hell. Bei sehr starkem Sonnenlicht hatten wir dennoch Probleme, den Screen abzulesen. Das trifft aber auf nahezu alle Smartphones zu. Ebenfalls gut gefallen hat uns die Blickwinkelstabilität des Displays. Die Berührungsempfindlichkeit des Touchscreens erschien uns allerdings recht hoch.

Das Display des LG G7 ThinQ ist hell, blickwinkelstabil und lässt sich in seiner Ausdehnung sogar anpassen. Denn die Notch lässt sich auf Wunsch ausblenden. Farben werden natürlich wiedergegeben, was unter anderem an der von LG verwendeten Technologie LCD M+ liegt. Mit einer Displaydiagonale von 6,1 Zoll gibt es genügend Platz für die Darstellung von Inhalten. Bei der Video-Wiedergabe wird links und rechts vom Bild allerdings ein schwarzer Balken eingeblendet. Hier wird die volle Displayausdehnung nicht ausgenutzt.