LG G7 ThinQ, Samsung Galaxy S9+ und Huawei P20 Pro im Vergleich
Vergleich

LG G7 ThinQ, Samsung Galaxy S9+ und Huawei P20 Pro im Vergleich

Smartphone-Boliden im Vergleichstest

Mit dem LG G7 ThinQ präsentierte LG vor kurzer Zeit das aktuelle Flaggschiff der Firma für 2018. Doch wie schlägt es sich im Vergleich zur Konkurrenz? Wir vergleichen LGs neues G7 ThinQ mit Samsungs Galaxy S9+ und dem Huawei P20 Pro.

Optik: Screen ohne Ende

Eines haben alle drei Modelle gemeinsam: Verdammt viel Display für die eigentliche Größe des Handys. Alle Geräte bieten einen Bildschirm jenseits der 6 Zoll in der Diagonale. Wie diese enormen Display-Ausmaße erreicht werden, unterscheidet sich jedoch ein wenig. Sowohl das LG G7 ThinQ als auch das Huawei P20 Pro kommen mit einer Notch daher. Hierbei handelt es sich um eine Einkerbung des Displays am oberen Rand des Telefons. In der schwarzen Leiste verbergen sich unter anderem die Frontkamera und ein kleiner Lautsprecher. Samsung verzichtet beim Galaxy S9+ noch auf die Notch – dennoch ist der nicht nutzbare Rand des Handys oben und unten sehr schmal. Die Ingenieure von Samsung konnten auch ohne die designtechnisch sehr umstrittene Notch, die ganze Technik in einem schmalen Streifen unterbringen, ohne die Android-typische Notification Bar zu unterbrechen.

Alle Geräte verbauen ein Display, welches nicht auf das altbewährte Seitenverhältnis von 16:9 setzt. Dieses wurde von Filmen und TV-Sendern jahrelang genutzt und anschließend von Smartphone-Herstellern adaptiert. Stattdessen liegt das Seitenverhältnis bei ungefähr 18:9 mit minimalen Unterschieden zwischen den einzelnen Modellen. Dadurch wird das Gerät bei der vertikalen Bedienung in der Hand schmaler, während am oberen Rand noch mehr Platz zur Darstellung von Content zur Verfügung stellt.

LCD gegen OLED

Die Auflösung unterscheidet sich trotz der nur gering unterschiedlichen Bildschirmgröße sehr: Das G7 ThinQ wird mit 1.440 x 3.120 Pixeln ausgeliefert. Die Pixeldichte ist eine der höchsten auf dem Markt. Fast genauso viel Pixel bietet das Galaxy S9+, es muss auf etwa 200 Pixel in der Höhe verzichten. Das Huawei P20 Pro ist weit abgeschlagen und kommt lediglich mit 1.080 x 2.240 Pixeln daher.

Das ist aber nicht weiter schlimm: Schon beim Full-HD-Screen des P20 Pro kannst Du keine einzelne Pixel mehr erkennen. Außerdem setzt die chinesische Firma auf einen OLED-Bildschirm, der mehr Kontrast und einen geringeren Stromverbrauch verspricht. Die Farben sind im Vergleich zu normalen LCD-Bildschirmen wie beim LG G7 ThinQ „bunter“. Auch Samsung verbaut aus diesem Grunde beim Galaxy S9+ einen OLED-Bildschirm, der von der Marketingabteilung auf den Namen Infinity Display getauft wurde.

Jedes Smartphone besitzt heute ein hochauflösendes Display. Die Touchscreens in einer Größe zwischen 4 und 6 Zoll sind aber alle bei Weitem nicht gleich. Wir erklären die wichtigsten Unterschiede zwischen OLED-, Retina-, IPS- und LCD-Displays.

Eine kleine Besonderheit hat LG dennoch in Petto: Das Display beinhaltet zahlreiche weiße Pixel, die dem Display offenbar bei starkem Gegenlicht helfen sollen. Durch die zusätzliche Helligkeit soll der Screen besser lesbar sein. LG nennt diese Technologie „Full Vision“.

Die LED-Beleuchtung des Hintergrunds, die normalerweise zentral über die Helligkeitseinstellung eingestellt wird, ist beim G7 ThinQ unabhängig (Mehr Infos zur LED-Technologie im oben verlinkten Artikel). Dunkle Bereiche sind nur wenig hingergrundbeleuchtet, während ein strahlend blauer Himmel deutlich heller erscheint. Damit möchte LG eine sehr hohe Helligkeit des Displays erreichen. Das ist zum einen in hellen Umgebungen sinnvoll. Zum anderen lassen sich durch die individuelle Ansteuerung der LEDs auch HDR-Videos auf dem Smartphone anschauen.

Die FullVision-Technologie soll für ein helleres Display beim LG G7 ThinQ sorgen.Quelle: LG
Die FullVision-Technologie soll für ein helleres Display beim LG G7 ThinQ sorgen.

 

Übrigens: Nur beim Huawei P20 Pro findet sich der Fingerabdrucksensor noch auf der Front des Handys. Sowohl das Galaxy S9+ als auch das LG G7 ThinQ platzieren den kleinen Sensor auf der Rückseite des Gerätes. Es ist dabei Geschmackssache, welche Positionierung besser gefällt: Liegt das Gerät auf dem Tisch, ist ein Fingerprint-Sensor auf der Front leichter zu bedienen. Ziehst Du das Handy aus der Tasche, ist die Position des rückseitigen Sensors natürlicher.

Rückseite: Glasige Aussichten

Alle drei Modelle setzen auf eine Rückseite aus Glas. Inzwischen ist das für Flaggschiff-Telefone normal, eigentlich verbauen alle Hersteller Glas. Der Look ist dabei fast ausnahmslos gut: Glas wirkt einfach besser als normales Plastik – welches zwar funktional ist, aber bei weitem nicht so hochwertig aussieht. Interessante Reflektionen lassen die Smartphones zu Eyecatchern werden. Am interessantesten ist mit Sicherheit die Rückseite des P20 Pro. Bei dem speziellen Look „Twilight“ sorgt Huawei für einen Farbübergang vom Blauen in einen Lila-Ton. Je nach Betrachtungswinkel und Sonneneinstrahlung unterscheidet sich der Effekt stark, sodass Du bei dieser Ausführung das Gefühl hättest, ein mehrfarbiges Telefon zu benutzen.

Glas hat aber gleichzeitig einen großen Nachteil: Es ist zerbrechlich. Die Geräte an sich werden zwar nicht fragiler, das spröde Glas gibt aber schneller nach als die Plastikrückseite. Punktuelle Belastungen werden vom Werkstoff nicht so gut aufgenommen. Die resultierende Splitterung ist nicht mehr so schön anzusehen, gleichzeitig ist die Garantie der Geräte nicht mehr aktiv. Deswegen empfiehlt es sich bei allen drei Handys – trotz der sehr schönen Rückseiten – eine Schutzhülle einzusetzen.

Die Kameras finden sich bei allen drei Geräten am oberen Ende. Das LG G7 ThinQ und Galaxy S9+ haben die Kameras mittig zentriert und der Fingerprint-Reader ist direkt unter den Dualkameras angeordnet. Beim P20 Pro liegen die insgesamt drei Linsen am linken Rand, ansonsten ist die Rückseite leer.

An den Seiten finden sich bei jedem Handy der Ein- und Ausschalter sowie die Lautstärkewippe. Das S9+ und LG G7 ThinQ kommen noch mit einem Sonderbutton daher: Beim Galaxy S9+ handelt es sich um den Bixby-Button, mit dem Du den Sprachassistenten von Samsung öffnen kannst. Das LG-Smartphone öffnet mit der Taste direkt den Google Assistant, sodass Du nicht erst „Okay, Google“ zur Aktivierung aufsagen musst.

Prozessor: Drei verschiedene Hersteller

Während wir in zahlreichen Vergleichen – etwa dem vom Huawei P20 Lite mit dem Mate 10 Lite und Honor 9 – keine großen Unterschiede bei den verbauten Prozessoren haben, bietet sich hier ein völlig anderes Bild. Huawei und Samsung setzen auf einen selbst entwickelten Prozessor, LG greift auf das Portfolio des weltgrößten Mobilprozessor-Herstellers Qualcomm zurück. Leistungstechnisch gibt es deswegen größere Unterschiede.

Der Snapdragon 845, der beim LG G7 ThinQ zum Einsatz kommt, ist der wohl meist verbaute High-End-Prozessor derzeit. Er findet sich auch in Smartphones von Sony, Asus und Xiaomi. Sogar das Samsung Galaxy S9+ nutzt diesen Chip im US-amerikanischen Raum. Er bietet vier Kerne mit einem Maximal-Takt von 2,8 Gigahertz, während die anderen vier Kerne für weniger fordernde Aufgaben mit maximal 2,4 Gigahertz arbeiten.

Der Exynos 9810 wird exklusiv im Galaxy S9+ verbaut. Auch er bietet acht Kerne, wovon vier für einfache und vier für fordernde Aufgaben genutzt werden. Dieselbe Situation gibt es beim HiSilicon Kirin 970, der bei Huawei und Honor zum Einsatz kommt.

Spitzenleistung unterschiedlich

In Benchmarks lassen sich die realen Leistungsunterschiede betrachten. Hier werden die Prozessoren an ihr Limit getrieben und müssen leiden. In diesem Beispiel wollen wir die Ergebnisse des Geekbench 4 nutzen. Diesen Benchmarktest haben wir bei allen drei Modellen durchgeführt mit den folgenden Ergebnissen:

  • LG G7 ThinQ mit Qualcomm Snapdragon 845: Single  2.444, Multi 8.861
  • Galaxy S9+ mit Samsung Exynos 9810: 3.747, Multi 8.868
  • Huawei P20 Pro mit HiSilicon Kirin 970: Single 1.918, Multi 6.835

Zumindest nach den reinen Benchmark-Daten gewinnt der Exynos-Prozessor des S9+ im Single-Core-Benchmark haushoch, gefolgt vom Snapdragon 945. Abgeschlagen liegt der Kirin 970, welcher bereits seit Herbst 2017 auf dem Markt ist.

Die rohe Leistung an sich ist aber nicht alles: Hohe Scores sagen nichts darüber aus, wie das Handy mit normaler Benutzung umgeht und wie viel Energie der Chip im Standby-Modus benötigt. Hier sind alle drei Prozessoren relativ nah beieinander und tun sich nicht besonders viel. Eine Besonderheit bietet jedoch der Kirin 970 mit seiner Neural Processing Unit (NPU). Die NPU ist für die künstliche Intelligenz des Chips zuständig. Sie erkennt z.B. beim Fotografieren Szenen automatisch und passt auch die Energieverwaltung an das Nutzerverhalten an. Sie lernt jeden Tag dazu, um den Nutzer eine effizientere Nutzung zu ermöglichen.

Hardcore-Gamer sollten eher zum Samsung Galaxy S9+ greifen. Wer aber nur ab und zu Spiele auf dem Handy öffnet, sollte sich von den Benchmark-Ergebnissen oben nicht besonders beeinflussen lassen.

RAM: In allen Belangen ausreichend

Die verschiedenen Smartphones kommen meist mit 6 GB RAM daher. Nur die deutsche Version des LG G7 ThinQ muss mit vier Gigabyte auskommen. Aber: Das reicht völlig aus! Nur, wer mehrere Spiele parallel geöffnet hat und auch alle am besten gleichzeitig nutzen möchte, braucht mehr als 6 GB.

So oder so: 6 GB RAM reichen für die nächsten Jahre völlig aus – zwar werden Handyspiele wie Playerunknowns Battlegrounds oder Fortnite minimal schlechter laufen, die Performance der drei Handy-Boliden in diesem Vergleich ist trotzdem schon sehr gut.

Speicher: Micro-SD-Karten nicht immer unerwünscht

Inzwischen verzichten die allermeisten Top-Smartphones auf Micro-SD-Karten. Das ist schade, vor allem bei gesalzenen Aufschlägen für mehr Speicher wie beim iPhone. Bei den drei Modellen gibt es starke Unterschiede Speicher. Während das LG G7 ThinQ und das Galaxy S9+ einen erweiterbaren Speicher besitzen, gibt es das Huawei P20 Pro nur mit einem festverbauten Speicher von 128 GB. Samsung bietet das Galaxy S9+ nicht nur in der 64-GB-Version, sondern auch mit 256 GB internen Speicher an. Das neue LG-Modell gibt es hierzulande nur als 64-GB-Variante.

Der Grund auf den Verzicht der Micro-SD-Karten ist eigentlich ganz einfach: Inzwischen verbauen die Hersteller sehr schnelle Speicherchips, die fast so funktionieren wie SSDs im Computer. Sie bieten Geschwindigkeiten jenseits der 200 Megabyte pro Sekunde. Solltest Du nun eine Micro-SD-Karte mit nur 10 Megabytes pro Sekunde in das Handy packen, ist die Ernüchterung schnell groß: Das Gerät ist in manchen Aufgaben viel langsamer als vorher. Trotzdem rechtfertigt das nicht die großen Preisunterschiede eines iPhones und vieler weiterer Handys.

Kamera: Es kann nur einen geben

Die Kategorie Kamera lässt sich eigentlich in einem Satz erklären: Das Huawei P20 Pro hat gewonnen. Jetzt kommt dennoch eine längere Erklärung.

Das Samsung Galaxy S9+ zählte zum Release zu den besten Kamerahandys auf dem Markt und ist es immer noch. Die Dualkamera erzeugt hübsche Bilder. Die Auflösung ist mit 12 Megapixeln nicht so gut wie bei der Konkurrenz, dennoch überzeugt die Qualität. Hinter der zweiten Linse verbirgt sich eine Zoomkamera mit doppeltem Zoom, um weiter entfernte Objekte ohne Pixelverlust festzuhalten. Im Kamera-Benchmark erreicht das Samsung Galaxy S9+ ganze 99 Punkte. Das liegt unter anderem an den Modi mit künstlicher Intelligenz, die zum Beispiel eine künstliche Bildunschärfe erzeugen. Dadurch stechen die im Fokus stehenden Objekte noch mehr hervor.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die variable Blende. Das S9+ ist das erste Smartphone, das Dich die Blende verändern lässt. Durch Veränderung dieser Einstellung trifft in sehr hellen Situationen weniger Licht auf den Sensor, gleichzeitig haben die Bilder mehr Tiefenschärfe. Der Effekt ist wahrnehmbar, aber kein besonderes Kaufkriterium für die Kamera des S9+.

Testfotos des Samsung Galaxy S9+ kannst Du Dir hier im Test anschauen:

Auf dem MWC 2018 zog Samsung mit dem Galaxy S9 und S9+ alle Blicke auf sich. Ab Mitte März sind die beiden Topmodelle in Deutschland verfügbar. Doch wie gut schlägt sich das Galaxy S9+ im Test? Wir haben das größere Modell mit Dual-Kamera getestet.

LG G7 ThinQ: Muss sich noch beweisen

Das LG G7 ThinQ ist inzwischen ein paar Wochen auf dem Markt (Juni 2018). In Benchmarks beweist der integrierte Prozessor, wie fix er arbeitet. Auch erste Akku-Tests zeigen positive Ergebnisse. Vor allem das helle Display überzeugt im Vergleich zu anderen Handys. Auch die Kameras können überzeugen: Beide Sensoren lösen mit 16 Megapixeln auf. Statt zu zoomen, wird die zweite Linse als besonderes große Weitwinkel-Kamera beworben.

So bewirbt LG die Kamera des G7 ThinQ.Quelle: LG
So bewirbt LG die Kamera des G7 ThinQ.

Zusätzlich weist LG auf die AI-Fähigkeiten der Kamera hin. Sie kann im Bild befindliche Objekte erkennen und anhand dieser Anhaltspunkte bessere Modi vorschlagen. Bei kurzen Tests bei der Vorstellung des neuen Handys klappte das ganz gut: Kellner wurden aufgrund des weißen Oberteils und der schwarzen Hose zwar als „Business Person“ erkannt – aber prinzipiell stimmt der daraufhin gewählte Fotomodus trotzdem, unabhängig vom Kellner oder Anzugträger.

Die erkannten Gegenstände werden anschließend verschlagwortet. So kannst Du in der Galerie einfach vor Ewigkeiten geschossene Fotos wiederfinden – zumindest, wenn die Keywords richtig gesetzt wurden.

Die Qualität der Fotos überzeugt – solange es nicht zu dunkel wird: Die Bildverbesserungs-Software des LG G7 ThinQ zeichnet dunkle Fotos etwas zu weich, um Bildrauschen zu verdecken. Für gelegentliche Schnappschüsse in der Nacht ist die Dual-Kamera trotzdem geeignet.

Keine Chance gegen Huaweis P20 Pro

An die Fotoqualität des Huawei P20 Pro kommen beide Vergleichshandys allerdings bei Weitem nicht heran. Die Bilder des P20 Pro sehen aus, als wären sie von einer teuren Spiegelreflex-Kamera angefertigt. Alle Details sind gut zu erkennen, die Farben sehr knackig dargestellt. Und sogar in dunklen Verhältnissen sind gute Fotos möglich. Das Gerät ermöglicht eine Belichtungszeit von bis zu sechs Sekunden aus der Hand. Sensordaten stabilisieren das Bild digital.

Rückseite des Huawei P20 Pro in TwilightQuelle: Huawei

Zusätzlich gibt es zwei native Zoom-Modi: Eine mit acht Megapixeln auflösende Kamera ist mit einer echten 3x-Zoomlinse ausgestattet. Diesen Modus kannst Du einfach in der Foto-App auswählen. Zusätzlich bietet das P20 Pro einen sogenannten Hybrid-Zoom an. Aus den Bildern der 40 Megapixel starken Hauptkamera und der Zoomkamera wird ein Bild zusammen gerechnet, welches einem verlustfreien Bild mit fünffachem Zoom entspricht.

Auch das künstlich berechnete Bokeh ist eines der besten, die es derzeit auf dem Markt gibt. Für die benötigten Tiefeninformationen, mit denen der Hintergrund herausgerechnet wird, setzt Huawei eine mit 20 Megapixeln auflösende Schwarz-Weiß-Kamera ein.

Ausgestattet mit gleich drei Kameralinsen, einem eleganten Design mit Display-Notch und intelligentem Prozessor will das Huawei P20 Pro den Smartphone-Markt erobern. Wie gut das P20 Pro tatsächlich ist, zeigt unser ausführlicher Test.

Akkulaufzeit: Milliampere sind nicht alles

Konzentrieren wir uns beim Durchhaltevermögen der drei Handys nur auf die Leistung des Akkus, wäre die Entscheidung klar: Das G7 ThinQ mit 3.000 mAh hält nur wenige Stunden, das S9+ ist mit 3.500 mAh im Mittelfeld und das Huawei P20 Pro würde mit ganzen 4.000 mAh zum Dauerläufer deklariert werden. Ganz so stimmt das aber nicht.

Die Durchhaltefähigkeit hängt nicht nur von der gespeicherten Energie des Akkus ab, sondern vom Verbrauch der technischen Komponenten. Bildschirme, Prozessoren und Sensoren möchten rund um die Uhr mit Energie versorgt werden. Und weil die Geräte unterschiedlich gut optimiert wurden, gleichen die Hersteller fehlende Effizienz vom Prozessor oder anderen Bauteilen gerne mit einem größeren Akku aus. Andererseits sind manche Geräte so mit Technik vollgestopft, dass der Akku gar nicht mehr wachsen kann.

Schon bei einfacher Benutzung unterscheidet sich die Laufzeit deutlich: Das Samsung Galaxy S9+ hält im Browser-Dauertest fast neun Stunden durch. Viele Konkurrenz-Geräte schaffen das nicht. Mit ganzen 12 1/2 Stunden Laufzeit macht das P20 Pro jedoch unmissverständlich klar, wer den „Akku-Thron“ rechtmäßig besetzen darf. Auch unter voller Belastung hält das Huawei-Handy länger durch: Fast sechs Stunden stehen hier lediglich vier Stunden gegenüber. Auch in unseren eigenen Akkutest gewinnt das P20 Pro deutlich. Das P20 Pro hatte nach 24 Stunden noch 29 Prozent auf der Akkuanzeige stehen, während sich das Galaxy S9+ bereits aufgrund des niedrigen Akkustands ausgeschaltet hatte.

Das LG G7 ThinQ bietet eine Nennkapazität von 3.000 mAh. Das ist im Vergleich nicht viel, vor allem der starke Prozessor sorgte hier im Vorfeld für Diskussionen: Wie lang kann ein so kleiener Akku den Snapdragon 845 über den Tag bringen? Offenbar geht das gar nicht so schlecht: In ähnlichen Belastungstests wie beim Galaxy S9+ und dem P20 Pro erreichte das Gerät gute fünf Stunden Laufzeit. Damit läuft das Gerät trotz 500 mAh kleinerem Akku länger als das Galaxy S9+.

Software: Skin oder Vorteil?

Alle drei Geräte bringen von Haus mit eine sogenannte Custom UI mit. Das heißt, dass der Hersteller am Android einige Sachen verändert hat – sei es auf optischer Basis oder tatsächlichen Veränderungen im System. LG nennt dieses zusätzliche Stück Software LG UX, Samsung nutzt die sogenannte Experience und Huawei setzt auf EMUI.

Tatsächlich können wir nicht klar sagen, welche Systemsoftware die beste ist: Diese Bewertung wäre stark subjektiv und unterscheidet sich von Person zu Person. Viele können mit der ursprünglich chinesischen EMUI nicht besonders viel anfangen, weil sich die Menüführung etwas von normalen europäischen Nutzerinterfaces unterscheidet. Andererseits wirkt einigen die Samsung Experience zu jung. Verspielte Icons und gewöhnungsbedürftige Schrftarten sorgen für Fans und Feinde zugleich.

Aktuelles Android unter der Haube

In Sachen Betriebssystem sind alle drei Hersteller jedoch auf Zack: Die drei Vergleichsmodelle kommen mit aktuellem Android 8.0 daher. Das P20 Pro sogar mit Android 8.1. Sie werden höchstwahrscheinlich alle die nächste Android-Version mit dem Namen Android P erhalten. Dieses Update bringt ein grundsätzlich neues Design und zahlreiche Veränderungen unter der Haube mit. Zusätzlich gibt es ab dann schnellere Updates über das sogenannte „Project Treble“: Hersteller können Software-Updates dann schneller ausrollen, was auch Dir als Nutzer zugutekommt.

Welche Smartphones von Huawei, HTC, Motorola, OnePlus, Nokia und Samsung und Co. erhalten Android 9.0 Pie als Update? Wir haben die Übersicht.

Auch in Sachen Sicherheit sind alle drei Geräte gleichauf: Alle werden noch für mindestens 20 Monate Software-Updates erhalten, die die Handys vor Sicherheitslücken und damit auch Hackerangriffen schützen.

Preisvergleich

Preislich liegen die Handys zumindest zum Verkaufsstart gar nicht mal so weit auseinander: Das LG G7 ThinQ wird es zum Launch im Juni für 849 Euro geben. Die UVP des P20 Pro liegt bei 899 Euro, aber Shops wie Amazon* listen das Gerät bereits für rund 740 Euro. Das Galaxy S9+ war mit dem Einführungspreis von 950 respektive 1050 Euro eines der teuersten Telefone auf dem Markt, inzwischen gibt es aber satte Rabatte auf das Gerät, welches inzwischen „schon“ drei Monate alt ist. Es wechselt den Besitzer in der 64 GB-Version für aktuell 729 Euro bei Amazon*.

Fazit

Das G7 ThinQ bietet im Vergleich vielleicht nicht die beste Kamera. Dafür gibt es interessante Extrafunktionen, etwa die direkte Kategorisierung von Fotos anhand von Stichwörtern. Auch das besonders helle Display scheint für Outdoor-Freunde interessant zu sein – auch, weil das Gerät vor Regen geschützt ist.

Das Huawei P20 Pro bleibt dennoch ein sehr interessantes Gerät. Den Titel der besten Kamera macht derzeit niemand streitig. Das OLED-Display ist gestochen scharf und Huawei verzichtet auf unnötigen Software-Krimskrams – das Gerät läuft butterweich.

Soll es bei Dir eines dieser drei Smartphones werden und jeder Cent zählt, ist das Glaxy S9+ die beste Wahl. Es ist im Testfeld das schnellste Gerät, die Kamera ist ebenfalls gut – aber eben nicht so gut wie beim P20, welches vor allem von Fotofreunden gekauft werden sollte. Das LG G7 ThinQ möchte hingegen bei Outdoor-Freunden punkten. Statt Zoom- gibt es hier eine Weitwinkelkamera, zusätzlich ist das Handy vor Umwelteinflüssen geschützt.Jedes der Geräte hat also seine Vorteile, zwischen denen abgewogen werden muss. So oder so: Bei der Entscheidung kannst Du nicht viel falsch machen, sowohl das Samsung Galaxy S9+ als auch das LG G7 ThinQ als auch das Huawei P20 Pro sind hervorragende Geräte. Du wirst mit jedem dieser Geräte glücklich werden, dafür sind die Unterschiede zu gering.

Mit dem LG G7 ThinQ gibt es ein neues Oberklasse-Smartphone. Mit Features wie der AI Cam und dem Sound-System will das LG G7 ThinQ punkten. Wir haben das Handy im Test genau unter die Lupe angesehen.

Technische Spezifikationen: LG G7 ThinQ vs. Samsung Galaxy S9+ vs. Huawei P20 Pro

Eigenschaften LG G7 ThinQ Samsung Galaxy S9+ Huawei P20 Pro
Release Juni 2018 Februar 2018 März 2018
Maße 153 x 72 x 7,9 mm 158 x 74 x 8,5 mm 155 x 74 x 7,8 mm
Gewicht 162 Gramm 189 Gramm 180 Gramm
Display 6,1 Zoll, 1440×3120 Pixel, 18:9, IPS, individuelle LED-Steuerung 6,2 Zoll, 1440×2960 Pixel, 18,5:9. OLED 6,1 Zoll, 1080×2240 Pixel, 18,7:9, OLED
Prozessor Qualcomm Snapdragon 845, Octacore, max. 2,8 GHz Samsung Exynos 9810, Octacore, max. 2,9 GHz HiSilicon Kirin 970, Octacore, max. 2,4 GHz
RAM 4 / 6 GB 6 GB 6 GB
Speicher 64 / 128 GB 64 / 256 GB 128 GB
Kamera Primär: 16 MP + 16 MP, Laserfokus, Selfie: 8 MP Primär: 12 MP + 12 MP Zoom, variable Blende, Selfie: 8 MP Primär: 40 MP RGB, 8 MP Zoom, 20 MP Monochrom, Selfie: 24 MP
Android Android 8.0 Android 8.0 Android 8.1
Custom UI LG UX 6.0 Samsung Experience EMUI 8.0
Batterie 3.000 mAh 3.500 mAh 4.000 mAh
Farben Schwarz, Grau, Blau, Pink Schwarz, Grau, Blau, Violett Schwarz, Blau, „Twilight“
Preis (UVP) 699 / 849 Euro 949 / 1049 Euro 899 Euro


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