Kostenfalle In-App-Käufe: So schützt Du Dich und Deine Kinder | handy.de
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Kostenfalle In-App-Käufe: So schützt Du Dich und Deine Kinder

Anleitung zum Kostenschutz mit Familienfreigaben unter iOS und Android

Entweder man hat es vielleicht selbst schon erlebt oder liest es in den Nachrichten: Durch In-App-Käufe können unglaublich hohe Kosten entstehen. Erst vor ein paar Wochen hatte eine 16-Jährige in China in der App „Inke“ Geschenke für Streaming-Stars im Wert von umgerechnet fast 100.000 Dollar gekauft. Während sich dieser Teenager über die Ausgaben sehr wohl im Klaren war, ist das bei jüngeren Kindern in der Regel nicht der Fall. Und auch man selbst hat beim Spielen auf dem Smartphone vielleicht schon einmal versehentlich den ein oder anderen Euro ausgegeben.

In diesem Artikel erklären wir Dir daher, wie Du Dich und Deine Kinder vor teuren In-App-Käufen schützen und diese sogar komplett unter iOS und Android deaktivieren kannst.

Vorsorge: Keine oder limitierte Zahlungsmethode hinterlegen

Wird das Smartphone nur vom Nachwuchs genutzt, ist es ratsam, beim Einrichten des Google-Accounts oder der Apple-ID erst gar keine eigene Kreditkarte oder PayPal-Zahlungsinformationen zu hinterlegen. So benötigten die Kinder beim Kauf von Apps oder bei In-App-Käufen immer erst ein Zahlungsmittel und Käufe können nicht so schnell unbewusst oder im Unwissen der Eltern getätigt werden.

App Store ohne oder mit limitierter Zahlungsmethode nutzen

Auch bei iPhones und iPads ist es möglich, diese ohne eine feste Zahlungsmethode zu nutzen, insofern man keine fixen monatlichen oder jährlichen Kosten wie zum Beispiel für ein iCloud-Abo besitzt. Wenn Du bereits eine Apple-ID mit einer festen Zahlungsmethode besitzt, kannst Du diese ohne Probleme wieder entfernen. Nachdem Du Dich beim iTunes Store, App Store oder iBooks Store angemeldet hast, kannst Du dort die Zahlungsmethode für Deine bestehende Apple-ID entfernen. Du wirst dann nicht mehr nach einer Zahlungsmethode gefragt, bist Du einen Kauf tätigst.

Möchtest Du dann doch mal eine kostenpflichtige App kaufen, kannst Du den Kauf auch über einen Gutscheincode abwickeln. Gutscheine für den App Store oder iTunes kannst Du in vielen Supermärkten, Tankstellen, Drogeriemärkten oder bei Elektrohändlern erwerben. Dann funktioniert der App Store quasi wie ein Prepaid-Markt: Nur das voraufgeladene Geld kann ausgegeben werden. Ein guter Sicherheitsmechanismus für seltene Nutzer.

Familienfreigabe bietet Sicherheit und Kontrolle

Bei Familien empfiehlt es sich jedoch eher, von der Apple Familienfreigabe Gebrauch zu machen. Bis zu sechs Familienmitglieder können sich mit der Familienfreigabe Einkäufe aus dem iTunes Store, iBooks Store und App Store sowie ein Apple Music Familienabonnement teilen. Darüber hinaus können Familienmitglieder so auch Fotoalben, Kalender und Erinnerungen untereinander teilen oder helfen, verloren Apple-Geräte oder Familienmitglieder wiederzufinden.

Bei der Familienfreigabe wird ein Familienmitglied als Familienorganisator festgelegt. In der Regel ist dies ein Erwachsener wie der Vater oder die Mutter. Beim Erstellen einer neuen Familie muss dann die Kauffreigabe aktiviert werden. Der Familienorganisator willigt damit ein, für die Käufe der Familienmitglieder grundsätzlich zu zahlen, jedoch erst nach Freigabe. Das Kind kann dann somit zwar ein eigenes iPhone besitzen, jedoch muss es beim Kauf einer App erst eine Kaufanfrage an den Familienorganisator stellen. Dieser erhält dann eine Benachrichtigung auf seinem Apple-Gerät und kann den Kauf bewilligen oder ablehnen. Somit behalten die Eltern die volle Kontrolle über die Kosten, die durch App- oder In-App-Käufe der Kinder entstehen können.

Apple hat mit iOS 8 eine tolle Funktion eingeführt: Die Familienfreigabe. Bis zu sechs Personen können Inhalte aus dem App Store, iTunes oder iBooks teilen. Wir zeigen Dir, worauf Du achten musst, wenn Du die Familienfreigabe einrichten willst.

Play Store ohne oder mit limitierter Zahlungsmethode nutzen

Bei Android-Handys ist es ebenfalls gar kein Problem, den Google-Account ohne Bezahlungsmethode zu nutzen. Man wird zwar bei der Neuinstallation von kostenlosen Apps öfters wieder daran erinnert, doch bitte eine Zahlungsmethode auszuwählen, aber man kann diesen Schritt ohne Probleme immer überspringen und die gewünschte App installiert sich dennoch. Natürlich gilt dies nur für kostenlose Apps und Spiele.

Möchte man sich oder seinem Nachwuchs aber doch einen gewissen finanziellen Spielraum ermöglichen, beispielsweise weil die Lieblingsapp oder das Lieblingsspiel der Kinder einmalig ein paar Euro kostet, empfiehlt es sich, eine limitierte Zahlungsmethode zu hinterlegen. Hier bietet sich die Option von Play Store-Gutscheinen an. Diese kann man zum einen in vielen Supermärkten, Tankstellen, Drogeriemärkten oder Elektrohändlern kaufen. Die Gutscheine sind limitiert auf beispielsweise 15 oder 25 Euro. Den Gutscheincode gibt man dann einfach als Zahlungsmethode im Google Play Store ein. Ist das Guthaben aufgebraucht, können auch keine weiteren Einkäufe, auch innerhalb der App, getätigt werden.

Erlaubnisanfragen in den Google Familiengruppen

Der sogenannte Family Link soll Familien helfen, den Medienkonsum und Ausgaben zentral zu managen.
Der sogenannte Family Link soll Familien helfen, den Medienkonsum und In-App-Käufe zentral zu managen.

Ähnlich wie bei Apple mit der Familienfreigabe, bietet auch Google die Möglichkeit an, eine Familiengruppe zu erstellen. Auch hier kann ein Familienoberhaupt wie der Vater oder die Mutter als “Chef oder Entscheider“ agieren. Elternteile können dann festlegen, dass ihre Kinder eine Erlaubnis benötigen, wenn sie eine App oder ein Inn-App-Kauf tätigen wollen. Die Option findest Du im Play Store unter dem Menü im Punkt Konto und dann im rechten Reiter. Noch mehr Einstellungsmöglichkeiten für das Surf-Verhalten des eigenen Kindes gibt es mit Google Family Link.

Individuell für das jeweilige Familienmitglied kann dann entschieden werden, für welche Arten von Käufen eine Berechtigung angefragt werden muss. Google unterscheidet hier zwischen dem gesamten Inhalt, nur kostenpflichtigen Inhalten, nur In-App-Käufen oder keiner Genehmigung. Die Unterteilung macht vor allem dann Sinn, wenn man beispielsweise der fast volljährigen Tochter mehr Rechte einräumen möchte als dem achtjährigen Sohn.

Es ist schnell passiert: Du kaufst eine App, die eigentlich ganz toll klingt, aber nach wenigen Minuten enttäuscht. Was nun? Ist das Geld verloren? Wir zeigen Dir, wie Du die App zurückgeben kannst und Dein Geld wieder bekommst.