iPhone Xs im Test: Leistungswunder im bekannten Gewand | handy.de
Testbericht

iPhone Xs im Test: Leistungswunder im bekannten Gewand

Das iPhone Xs bringt viel Neues, traditionell nur Innerlich

Das iPhone X war Apples letzter große Wurf im vergangenen Jahr. Das Jubiläums-iPhone zum 10. Geburtstag bot ein radikal verändertes Design mit Full-View-Display, strich den ikonischen Homebutton und führte Face ID ein. In diesem Jahr erleben wir wieder ein S-Update und es trifft die iPhone X-Geräte. Damit ist Apples traditionelles iPhone-Design der vergangenen Jahre, das noch in Zügen des iPhone 8 zu finden war, endgültig Geschichte. Bis auf eine weitere Farbe hat sich äußerlich beim iPhone Xs nicht viel getan. Im Inneren dafür aber um so mehr. Wir haben das optisch kleinste der drei Modelle auf den Prüfstand gestellt und verraten Dir, ob ein Wechsel auf das neue Apple-Smartphone lohnt.

Design und Verarbeitung: Wie gewohnt auf hohem Niveau

Von Außen hat sich anscheinend nicht viel getan. Selbst die Abmessungen zum iPhone X scheinen nahezu identisch. Das ist allerdings nicht sonderlich tragisch, denn die iPhone X Modelle sind sehr gut verarbeitete Smartphones mit einem – rein subjektiv betrachtet – ansprechenden Design. Der Edelstahlrahmen verläuft also in die selben Rundungen an den Seiten, was dem iPhone Xs einen handschmeichlerischen Griff verleiht. Ebenfalls edel ist der Einsatz von Glas auf beiden Seiten. Allerdings handelt es sich hier nicht um zwei Scheiben der Marke Gorilla Glass. Apple setzt beim iPhone Xs auf ein nicht näher beschriebenes, spezialgefertigtes Glas.

Auch die charakteristische Notch, die von oben ins Display greift und über die viele Menschen Anfangs schimpften – von vielen Herstellern aber mittlerweile selbst verbaut wird – ist wieder mit dabei. Rechts im Edelstahlrahmen findest du den SIM-Karten-Schacht für die Nano-SIM und den Standby-Button. Links, wie gehabt, die Lautstärke-Tasten und der ikonische Mute-Switch. Unten befinden sich einer der beiden Lautsprecher, Mikrofon und der Lightning-Anschluss.

Die Abmessungen betragen 143,6 x 70,9 x 7,7 mm und sind damit tatsächlich identisch zum Vorgänger. Lediglich beim Gewicht legt das iPhone Xs minimalstes Hüftgold zu: Hier stehen 177 zu 176 Gramm im Raum. Damit ist das iPhone Xs also einen ganzen Gramm schwerer, den man aber auch vernachlässigen kann. Wir halten fest: Design-technisch hat sich nahezu gar nichts verändert. Oder etwa doch?

Unterschiede nur im Detail und endlich IP68-zertifiziert

Man wird es vielleicht selbst visuell nicht bemerken, auch wenn man das iPhone Xs neben das iPhone X hält: Der Kamerabuckel im Rücken des iPhone Xs scheint ganz leicht größer geworden zu sein. Er steht nicht weiter aus dem Gehäuse raus, sondern geht es eher um den Umriss. Es ist allerdings mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Erst wenn man eine Hülle, die für das iPhone Xs gemacht wurde, um ein iPhone X legt, fällt auf, dass bei der Kameraaussparung um den Rand herum weniger als einen Millimeter Platz zu sein scheint.

Der zweite Punkt fällt dann doch schon eher auf. Apple hat weitere Antennentrenner im Rahmen verbaut. Beim iPhone X waren diese noch an den Seiten zu sehen. Nun sehen wir weitere Trenner oben und unten im Rahmen. Der untere schneidet sogar ein Stück vom Speaker-Grill, also dem Schutzgitter für das links sitzende Mikrofon, ab. Somit sind dort nicht mehr fünf Löcher, sondern nur noch drei zu sehen, was ein wenig Apple-untypisch aussieht, da hier die Symmetrie irgendwie verloren zu gehen scheint.

Ein kleines aber durchaus sehr lobenswertes Detail, ist die neue IP68-Zertifizierung der iPhone Xs Modelle. Die Vorgänger-Geräte, ab dem iPhone 7, waren lediglich nach IP67-Standard zertifiziert. Damit halten die neuen iPhones deutlich mehr Wassermassen deutlich länger stand. Auch Staub hat es nun schwieriger, ins Gerät einzudringen.

Rückseite und Rahmen als Fingerprint-Magnet

Besonders stark fiel uns beim schwarzen Modell (Space Grey) auf, dass der Rahmen und die Rückseite Fingerabdrücke wie magisch anziehen. Vor allem der Rahmen glänzt nach kurzer Zeit in einem „öligen“ Schimmer, was uns permanent dazu veranlasste über das Gerät zu wischen. Auch die Rahmen der andersfarbigen Modelle sind von dem „Problem“ betroffen. Allerdings sieht man Fingerabdrücke auf helleren Oberflächen nicht ganz so sehr, wie auf dem iPhone Xs in Space Grey.

iPhone Xs Design FingerabdrückeQuelle: Marcel Laser / handy.de
Das schwarze Design zieht Fingerabdrücke magisch an.

 

iPhone Xs Design FingerprintQuelle: Marcel Laser / handy.de
Auch der Rahmen sieht nach kurzer Zeit sehr schmierig aus.

 

Ob das schlussendlich wirklich ein Problem darstellt, bleibt eher dem persönlichen Empfinden überlassen. Die Geräte von Huawei und auch die Galaxy-Reihe von Samsung können sich von diesem Phänomen nicht freisprechen. Wer gerne seine Geräte schrubbt, findet daran jedenfalls seine helle Freude.

Äußerlich hat sich nicht viel verändert, muss es aber auch gar nicht. Design ist eine Geschmacksache und uns gefällt das Design durchaus. Das iPhone Xs fühlt sich extrem hochwertig an und bietet mit IP68-Zertifizierung sogar eine etwas robustere Bauweise gegenüber schwierigeren Bedingungen. Die Fingerabdruck-Anfälligkeit bleibt auch bei diesem Modell bestehen.

Display: Eines der besten AMOLED-Panels auf dem Markt

Samsung kann einfach Displays, dass muss man den Südkoreanern lassen. Halt, stopp! Samsung? Tatsächlich wird das Panel auch in diesem Jahr wieder von Samsung gefertigt. Wie auch beim Vorgänger verpasst Apple dem Display aber den letzten Feinschliff, denn dieses kann etwas mehr, als die Anzeigen in den Samsung-Modellen. Aber erst einmal die technischen Daten.

Die Anzeige basiert auf AMOLED-Technologie und liefert einen enorm hohen Kontrast, theoretisch sogar gegen unendlich. Die Auflösung bezeichnet Apple als „Super Retina“ mit 2.436 x 1.125 Pixel bei einer Diagonale von 5,8 Zoll. Das entspricht einer Pixeldichte von sehr hohen 458 ppi. Damit sollten keine einzelnen Pixel erkennbar sein.

Starker Kontrast, hohe Helligkeit und eine nahezu unendliche Blickwinkelstabilität

Wie bereits erwähnt, stammen die Panels von Samsung, doch optimiert Apple diese vorher noch einmal ordentlich. Die Folge davon ist, dass es sich bei dem Display des iPhone Xs um eines der besten auf dem Markt handelt. Etwas ähnliches gelang Apple bereits mit dem iPhone X im Jahr 2017 und ist beim iPhone Xs nicht anders.

Loben muss man zuallererst die sehr gute Helligkeit. Mit über 625 cd/m2 gehört es zur absoluten Oberklasse. Das merkt man auch im Alltag, beispielsweise beim Ablesen unter Sonnenlichteinstrahlung. Es sind immer alle Inhalte, selbst aus starken Blickwinkeln immer zu erkennen. Das verdient ein ordentliches Lob. Ein Sonnengang mit Pokémon GO ist also kein Problem.

iPhone Xs Display OutdoorQuelle: Marcel Laser / handy.de
Auch draußen ist das Display noch hervorragend ablesbar.

Die Blinkwinkel sind extrem stabil und die Farben bleiben auch bei starken Einfallswinkeln immer noch originalgetreu. Das gilt auch für den Kontrast, der zwar enorm hoch, aber auch auf den ersten Blick natürlich wirkt. Apple hat hier eine sehr gute Feinabstimmung hingelegt.

iPhone Xs Display unterstützt wieder HDR10 und Dolby Vision

Was das Display aber grundsätzlich von den Mitbewerbern unterscheidet, ist die Fähigkeit HDR10 und Dolby Vision anzuzeigen. Apples AMOLED-Panel ist damit so ziemlich alleine auf weiter Flur. Amazon und Netflix bieten zwar HDR10-Inhalte an, aber auch Dolby Vision ist den beiden Streaming-Portalen nicht unbekannt. Wer ein iPhone Xs oder iPhone Xs Max besitzt, kann sich beide HDR-Standards anschauen. Das gilt übrigens auch weiterhin für den Vorgänger iPhone X.

Damit ist man bei beiden HDR-Standards auf der sicheren Seite. Egal ob Netflix, Amazon oder der eigene iTunes-Store von Apple. Beide Formate werden zu jeder Zeit unterstützt und können auf dem iPhone Xs Display in voller Pracht angesehen werden.

Apple kauft zwar bei Samsung Displays ein, kann dieser aber deutlich zu seinem Vorteil optimieren. Das iPhone Xs besitzt eines der besten Displays auf dem Markt. Die Helligkeit ist super, die Blickwinkelstabilität enorm und die Farben sehr kontrastreich. Bereits im iPhone X wusste Apple mit dem nachträglichen optimieren zu gefallen. Zudem ist die Unterstützung von HDR10 und Dolby Vision ein tolles Schmankerl für Multimedia-Fans.

Apple hat ein wunderschönes neues Smartphone geschaffen. Das iPhone Xs Max überzeugt in Design und Ausdauer. Warum das Leistungsmonster sein Geld dennoch nicht wert ist, erfährst Du hier.

Apple A12 Bionic ist ein Biest! Zumindest theoretisch

Seit einigen Jahren verbaut Apple in seinen Smartphones zwar eine von ARM lizensierte, aber im Kern eigens entwickelte CPU. Seit einem Jahr wird sogar der Grafikchip im eigenen Haus entwickelt. Der Apple A11 Bionic ist bis heute der wohl schnellste ARM-Prozessor in einem Smartphone und der Apple A12 Bionic will diesen nun übertreffen. Besonders wichtig ist hier der Anstieg von 3 GB auf 4 GB RAM. Darauf darf nämlich nun auch das iPhone Xs zurückgreifen und nicht nur das größere iPhone Xs Max. Als Speicher kommen die Varianten 64, 256 oder 512 GB zum Einsatz. Je nachdem zu welcher Version man beim Kauf greifen möchte.

Der Prozessor selbst taktet mit 2,49 GHz. Diese werden allerdings nur in Stresssituationen erreicht, wenn die Leistung auch wirklich gebraucht wird. Zudem ist der A12 Bionic als Hexa-Core ausgelegt und besitzt somit sechs CPU-Kerne, die laut Apple aber unabhängig voneinander agieren können. Das soll nicht nur Akku sparen, sondern die Leistung punktgenau ans Ziel bringen.

Bei der GPU können wir leider nur raten. Da Apple diese mittlerweile auch selbst entwickelt, ist kein Chip mehr von Imagination Technologies (PowerVR) im iPhone verbaut. Apple gibt lediglich an, dass die Grafikleistung um über 50 Prozent gestiegen sein soll. Damit hat vor allem die GPU den größten Leistungssprung vollbracht, zumindest theoretisch. Immerhin gab das Unternehmen bekannt, dass die neue GPU im A12 Bionic als Quad-Core ausgelegt ist. Der Grafikchip im A11 Bionic bot noch drei Rechenkerne.

iPhone Xs Geekbench CPUQuelle: Marcel Laser / handy.de
Die CPU-Leistung ist gegenüber dem Vorgänger gestiegen.

 

iPhone Xs Geekbench ComputeQuelle: Marcel Laser / handy.de
Herausragender Wert im GPU Compute Benchmark von Geekbench.

 

iPhone Xs AnTuTu BenchmarkQuelle: Marcel Laser / handy.de
Der Apple A12 Bionic ist wahnsinnig schnell.

Die absolute Mehrleistung wird vor allem in synthetischen Benchmarks sichtbar. In Geekbench 4 erreicht der Chip extrem hohe Werte und lässt die Konkurrenz weit hinter sich. Das gilt sowohl für CPU als auch für GPU. Im Single-Core-Test werden hohe 4834 Punkte erreicht, im Multi-Core-Test sogar über 11500 Punkte. Extremer wird es aber im Compute-Test, der die GPU-Leistung misst: Satte 21230 Punkte stehen hier zu Buche. Das erreicht der Chipsatz vor allem dank Apples Grafikbeschleunigungs-API Metal, die mittlerweile in der zweiten Generation implementiert wird. AnTuTu spuckt ebenfalls mit über 367.000 Punkten ein überraschend hohes Ergebnis aus.

Performance-Schub im Alltag allerdings (noch?) nicht sichtbar

Jetzt hat Apple den Wahnsinns-Prozessor schlechthin vorgestellt, doch die Leistung kommt beim Endkunden nicht an. Zumindest nicht sichtbar, denn eigentlich ist diese schon irgendwie vorhanden. Apps öffnen im Vergleich mit einem iPhone X nur minimal schneller, was im ersten Moment gar nicht auffällt.

AnTuTu Geekbench 3DMark Sling Shot Extreme
iPhone Xs 367.478 Single-Core: 4.834

Multi-Core: 11.564

N/A
iPhone Xs Max 341.540 Single-Core: 4.829

Multi-Core: 10.869

N/A
iPhone X 208.753 Single-Core: 4.210

Multi-Core: 10.125

N/A
Samsung Galaxy Note 9 242.306 Single-Core: 3.737

Multi-Core: 9.065

OpenGL: 3.387

Vulkan: 2.889

Samsung Galaxy S9+ 239.138 Single-Core: 3.747

Multi-Core: 8.868

OpenGL: 3.298

Vulkan: 3.413

LG G7 ThinQ 236.278 Single-Core: 2.371

Multi-Core: 7.476

OpenGL: 4.189

Vulkan: 3.086

Huawei P20 Pro 211.099 Single-Core: 1.918

Multi-Core: 6.835

OpenGL: 3.003

Vulkan: 3.380

Sony Xperia XZ2 263.381 Single-Core: 2.416

Multi-Core: 8.363

OpenGL: 4.657

Vulkan: 3.491

Auch in Spielen ist die Kraft des Apple A12 Bionic erst einmal nicht richtig zu spüren. Zwar sind Ladezeiten teils deutlich verkürzt, die Bildwiederholrate steigt aber nicht spürbar. Wahrscheinlich ist hier noch eine Anpassung der Entwicklerstudios für die Spiele fällig, um die neue GPU und damit auch höhere Bildraten zu unterstützen. Spiele die also bereits in maximalen Einstellungen flüssig auf dem Vorgänger liefen, werden nicht deutlich flüssiger auf dem iPhone Xs laufen. Apples Performance-Vorsprung in der SoC-Technologie ist hier einfach zu groß.

Interessant wird es aber dann doch mit dem MMORPG-Game ARK: Survival Evolved. Hier ist der Mehrwert der neuen GPU drastisch zu spüren. Das Spiel läuft in maximalen Einstellungen nahezu ruckelfrei und butterweich. Samsungs Exynos 9810 in den aktuellen Galaxy Modellen hat bei höchsten Einstellungen bereits schwere Probleme beim halten Framerate in einem spielbaren Bereich. Der Kirin 970 kommt hier schon gar nicht mehr mit.

Kein Prozessor auf dem Markt ist derzeit Leistungsfähiger. Rein theoretisch übertrifft die reine Kraft des iPhone Xs selbst die Power der mobilen Spielekonsole Nintendo Switch deutlich. Das ist beeindruckend und wenn Spiele endlich einmal auch diese Leistung vollends ausnutzen würden, könnte man richtig atemberaubende Games aufs Display zaubern. Ob der Normalanwender ein solches „Monstrum“ an Leistung überhaupt braucht, ist natürlich fraglich. Aber bei einem neuen iPhone bekommt meist das technisch machbarste auf dem Markt.

iPhone Xs: Technische Daten im Überblick

iPhone Xs iPhone Xs Max
Display 5,8 Zoll, All-Screen,

Super Retina (OLED),

3D Touch

6,5 Zoll, All-Screen,

Super Retina (OLED),

3D Touch

Auflösung 1.125 x 2.436 Pixel,

458 ppi

1.242 x 2.688 Pixel,

458 ppi

Prozessor A12 Bionic, Hexa-Core

Neural Engine

7 nm

A12 Bionic, Hexa-Core

Neural Engine

7 nm

RAM 4 GB 4 GB
Speicher 64, 256, 512 GB

nicht erweiterbar

64, 256, 512 GB

nicht erweiterbar

Rückkamera 12 MP-Dual-Kamera
(f/1.8 Weitwinkel & f/2.4 Tele), 2x optischer Zoom, 4K-Video OIS für Foto und Video
12 MP-Dual-Kamera
(f/1.8 Weitwinkel & f/2.4 Tele) 2x optischer Zoom, 4K-Video OIS für Foto und Video
Frontkamera 7 MP, f/2.2,
Display-Blitz
7 MP, f/2.2,
Display-Blitz
Aufnahme-Modi Porträt mit Tiefen-Kontrolle, Porträtlicht, Smart HDR, Live-Photo, Langsamer Synchronblitz, Zeitlupe, Zeitraffer, Animoji, Memoji Porträt mit Tiefen-Kontrolle, Porträtlicht, Smart HDR, Live-Photo, Langsamer Synchronblitz, Zeitlupe, Zeitraffer, Animoji, Memoji
Akku 2.658 mAh

Fast Charging,
Induktion (Qi),
Lightning

3.174 mAh

Fast Charging,
Induktion (Qi),
Lightning

Software iOS 12 iOS 12
Sicherheit Face ID, PIN Face ID, PIN
Drahtlos Bluetooth 5.0, NFC,

GPS, Glonass, Galileo

Bluetooth 5.0, NFC,

GPS, Glonass, Galileo

WLAN WLAN a/b/g/n/ac
(2,4 + 5 GHz), Wifi Calling
WLAN a/b/g/n/ac
(2,4 + 5 GHz), Wifi Calling
Mobilfunk Gigabit-LTE

VoLTE

Gigabit-LTE,

VoLTE

Sprachassistent Siri Siri
IP-Zertifizierung IP68 IP68
Maße & Gewicht 143,6 x 70,9 x 7,7 mm

177 Gramm

157,5 x 77,4 x 7,7 mm

208 Gramm

Farben Gold, Silber,
Space Grau
Gold, Silber,
Space Grau
UVP 1.149 Euro – 64 GB
1.319 Euro – 256 GB
1.549 Euro – 512 GB
1.249 Euro – 64 GB
1.419 Euro – 256 GB
1.649 Euro – 512 GB
Verfügbarkeit Bereits erhältlich Bereits erhältlich

Telefonie und Internet: iPhone immer noch ein World-Phone

Bei den Funkverbindungen und Möglichkeiten spart Apple traditionell nicht. Bereits zur Vorstellung des iPhone 4 wurde das Gerät als World-Phone vorgestellt. Das sollte implizieren, dass die iPhones in nahezu allen Teilen der Welt mit den meisten Frequenzen arbeiten können. Das hat sich bis jetzt nicht geändert und ist auch im Fall des iPhone Xs so. Alle wichtigen Frequenzen in ganz Europa werden unterstützt. Sollte man sich auf Auslandsreise außerhalb der EU befinden, ist man auch hier auf der sicheren Seite. Bluetooth 5.0 und WLAN ac/b/g/n/a sind ebenfalls mit an Bord. Darunter auch WLAN im 2,4 GHz und 5,0 GHz Netz. NFC bieten die iPhone Modelle schon länger, allerdings in einem stark abgespeckten Rahmen.

Die Sprachqualität geht absolut in Ordnung und ist im oberen Bereich anzusiedeln. Das Gegenüber ist immer klar verständlich und die verbauten Mikrofone im iPhone Xs sorgen für eine annehmbar Geräuschunterdrückung. Schwere Aussetzer konnten wir an dieser Stelle jetzt nicht feststellen.

Unterstützung für Dual-SIM in Deutschland ein schlechter Witz

Ein iPhone mit Dual-SIM-Support! Allerdings ist das ganze ein wenig komplizierter, als es anfänglich klingt. Das iPhone Xs, als auch sein großer Bruder, unterstützen Dual-SIM mit einer physischen und einer sogenannten eSIM. Die physische Nano-SIM wird ganz normal in den dafür vorgesehenen Slot auf der linken Seite eingeschoben. Eine eSIM hingegen wird auf dem iPhone heruntergeladen und dort auf einem separaten Chip gespeichert.

Das sind die besten Dual-SIM-Handys aus allen Preisklassen. Außerdem zeigen wir drei Smartphones, die sogenannte echte Dual-SIM-Handys ohne Hybrid-Fach sind und somit neben zwei Nano-SIM-Karten auch eine Speicherkarte fassen.

Das funktioniert aber derzeit nur mit zwei deutschen Providern. Vodafone und Telekom sind derzeit die einzigen Anbieter, die auch die eSIM des iPhones unterstützen. Zudem ist die Funktion in Apples neuen Geräten nicht freigeschaltet. Dieses soll in den kommenden Wochen per Softwareupdate aber nachgereicht werden.

iPhone Xs: Empfangsprobleme bisher nicht nachvollziehbar

Die News ging noch vor unserem Test um die Welt: Die Empfangsfähigkeiten der neuen iPhone-Modelle soll unter denen der Vorgänger-Geräte liegen. Auch ein iPhone 7 Plus oder iPhone 6s soll bessere Ergebnisse erzielen. Mittlerweile gibt es entsprechend lange Foren-Threads auf Reddit und auch der Apple-Support wird mit Anfragen förmlich bombardiert.

Daher haben wir uns das Problem etwas genauer angeschaut und haben dazu auch ältere iPhone-Modelle im Vergleich mit hinzugezogen. Grundsätzlich sind uns im selben Netz bisher keine großen Schwankungen aufgefallen. Natürlich kann das von Standort zu Standort variieren, aber da wo unser iPhone 7 Plus eine stabile LTE-Verbindung mit drei Empfangsbalken aufwies, ließ auch das iPhone Xs nicht nach.

Das gilt auch fürs WLAN, welches wir gefühlt sogar als verbessert wahrnehmen. Wo das iPhone 7 Plus die WLAN-Verbindung nur unzureichend aufrecht erhalten konnte, waren mit dem iPhone Xs merkwürdigerweise keine Aussetzer zu vernehmen.

Alle Jahre wieder: Kaum sind die neuen Apple-Smartphones auf dem Markt, berichten erste Nutzer über iPhone-Probleme. In diesem Jahr trifft es iPhone XS, iPhone XS Max und iPhone XR bei den Funkverbindungen. Der Empfang soll spürbar schlechter sein.

Die Dual-SIM-Fähigkeit ist natürlich irgendwie nicht ganz das, was sich die Menschen zur Präsentation erhofft hatten. Zumal andere Märkte wie China eine physische Dual-SIM-Version des iPhone Xs bekommen. Bei uns ist das mit der eSIM noch so eine Sache, da nicht alle Provider sie unterstützen. Zudem müssen wir warten, bis Apple ein Update nachreicht. Immerhin konnten wir die beschworenen Signalprobleme des iPhone Xs nicht nachvollziehen. Im Bereich Telefonie und Internet schlägt sich das Gerät also sehr souverän.

Software und Multimedia: iOS 12 optisch weiterhin traditionell

In den vergangenen fünf Jahren hat sich iOS eher kaum verändert. Wir blicken auf die Symbole auf dem Homescreen und wischen von links nach rechts durch unsere Seiten. Ganz links befindet sich weiterhin das Widget-Board von iOS, wo Du nach belieben – sofern Deine Apps es unterstützen – Widgets für verschiedenste Zwecke anlegen kannst.

Auch iOS 12 hat sich im Design kaum bis gar nicht verändert. Eines der markantesten und wichtigen Features des neuen Apple-Betriebssystems ist allerdings die Gruppierung von eingehenden Nachrichten im Notification-Center. Das schafft eine Menge Platz und ist wesentlich komfortabler zu nutzen. Android-User werden eher müde lächeln, da eine solche Funktion hier gefühlt schon ewig vorhanden ist. Dennoch freut man sich, dass sowas nun auch für iOS zur Verfügung steht.

iOS 12 als absoluter iPhone-Beschleuniger

Was man dem iPhone Xs aber durchaus attestieren kann, ist eine durchweg flüssige Performance auf extrem hohem Niveau. Da ruckelt nichts. Auch Gedenkpausen zwischen Apps, selbst bei anspruchsvollen Programmen, sucht man vergeblich. Hier wird auch der Sprung von 3 GB auf 4 GB RAM eine wesentliche Rolle gespielt haben. Multitasking profitiert meist deutlich von solchen Schritten.

iPhone Xs mit GUIQuelle: Marcel Laser / handy.de
Alles wie gehabt. Auch mit iOS 12 ändert sich nicht viel im Design.

 

iPhone Xs iOS 12 SettingsQuelle: Marcel Laser / handy.de
Auch die Einstellungen haben sich nicht viel verändert.

 

Grundsätzlich hat Apple aber am Kern des mobilen Betriebssystems geschraubt und einige Tuning-Schrauben gedreht. iOS 12 beschleunigt selbst ältere Geräte drastisch. Das geht stellenweise soweit, dass zwischen einem iPhone X, den iPhone 8 Modellen und den nun neuen iPhone Xs Geräten keinerlei Performanceunterschiede im Betriebssystem ausgemacht werden können. Erst ein iPhone 7 mit einem Prozessor der bereits zwei Generationen zurückliegt, merkt man erste kleinere Performance-Unterschiede.

Geblieben sind alle gewohnten Beschränkungen

Zwar hat Apple damit begonnen, einige Fenster seiner Festung des Ökosystems für Drittanbieter zu öffnen, doch bleiben Türen und Tore weiterhin geschlossen. Das heißt im Klartext, dass es beispielsweise nicht möglich ist, ohne Weiteres per Kabel einfach ein Video auf das iPhone zu übertragen. Allerdings kann man sich mit diversen Cloud-Diensten behelfen und das iPhone spielt nahezu alle erwünschten Formate problemlos ab.

Weiterhin nicht frei genutzt werden kann beispielsweise Bluetooth für Dateiübertragungen oder auch Apples NFC-Chip. Daran haben sich iOS-User aber seit vielen Jahren gewöhnt. Wer ein iPhone seit langer Zeit sein Eigen nennt, wird derartige Dinge eher weniger vermissen. Schwieriger wird es hingegen für Umsteiger von Android, die durchaus vor große Hürden stehen können.

Wer die vorangegangenen iOS-Versionen bereits kannte, der kennt auch iOS 12. Nur ist alles deutlich schneller in dieser Version und das nicht nur für das iPhone Xs. Das Betriebssystem macht einen hervorragenden Job im Bereich Energiemanagement und Performance und man fühlt sich an ältere Zeiten erinnert, wo iOS das schnelle, stabile und schlanke System war. Apple hat hier einen grandiosen Fan-Service betrieben. 

Kamera: Kleine, aber deutliche Verbesserung zum Vorgänger

Sieht man sich die reinen Zahlen an, so scheint Apple wohl nicht viel an der Kamera des iPhone Xs getan zu haben. Hier stehen 12 MP als Dual-Kamera zu Buche mit einer f/1.8 Blende für die Hauptkamera und f/2.4 für den zweifachen Zoom. Beide Linsen sind zudem mit einer optischen Bildstabilisierung ausgestattet.

Das sich angeblich nichts geändert haben soll, ist allerdings ein Trugschluss. Neben einem neuen LED-Blitz, der in vier unterschiedlichen Farbtönen die Umgebung ausleuchten kann, ist auch der hinterliegende Sensor überarbeitet worden. Dieser besitzt nun deutlich größere Pixel und ist damit lichtempfindlicher, kann mehr Details aufnehmen und damit insgesamt auch schärfere und detailreichere Fotos aufnehmen. Zudem ist mit Smart HDR ein neuer Modus integriert worden. Soweit die Theorie, aber gilt das auch für die Praxis?

Tatsächlich merkt man den Unterschied stark. Bilder wirken in der Nachbetrachtung schärfer, vor allem in der Ferne bleiben weitaus mehr Details übrig, als es noch beim Vorgänger war. In dunkleren Lichtumgebungen sind ebenfalls deutlich mehr Details zu erkennen. Das liegt allerdings nicht nur am überarbeiteten Sensor. Die Implementierung des neuen intelligenten Smart HDR-Modus ist ein enormer Vorteil in den meisten Situationen.

Smart-HDR-Modus verbessert iPhone Xs Kamera maßgeblich

Der Smart HDR Modus in den Kameraeinstellungen ist allerdings kein reines Software-Feature. Es ist ein Zusammenspiel aus dem verbesserten Sensor hinter den Linsen und dem neuen Bildprozessor auf dem Apple A12 Bionic. Beide ermöglichen im Zusammenspiel den neuen Smart HDR Modus, der eine hohe Anzahl an gleichzeitig aufgenommen Fotos zu einem einzigen Bild zusammensetzt. Darunter unter- und überbelichtete Motive. Vor allem das überbelichtete Motiv ist wichtig, da hier Details aus den Schatten und dunkleren Bereichen für das zusammengesetzte Bild herausgezogen werden.

Das gilt übrigens auch für lichtreiche Umgebungen und in Bereichen mit kleinen aber vielen unterschiedlichen Lichtquellen. Beispielsweise das Abfotografieren einer Straße bei Nacht mit vereinzelten Laternen. Die Lichtpunkte blähen sich nicht mehr all zu stark zu größeren, verschwommenen Flecken auf, so das an den Rändern der Lichtquellen noch genügend Details zu erkennen sind.

Das führt zu enorm mehr Details, kontrastreichen Farben und deutlich weniger Rauschen bei dunkleren Lichtverhältnissen. Der Unterschied zum iPhone X ist in schwierigen Situationen teilweise deutlich zu erkennen und das nur dank der neuen Smart HDR Funktion des iPhone Xs. Anders als die Szenenerkennung anderer Smartphones, die einfach nur den Kontrast teilweise deutlich überdrehen, wirkt Apples HDR-Modus sehr natürlich und belebt das Bild auf eine nicht überzeichnete Weise.

Bokeh-Effekt erstaunlich präzise, starkes 3D-Mapping ohne zweite Kamera

Zudem hat Apple auch am Bokeh-Effekt gearbeitet. Dieser Effekt tritt auf, wenn man ein Porträt-Foto anfertigt, bei dem der Hintergrund verschwimmen soll. Bisher wurde hier bei den iPhones ein eher fixer Wert genommen, der immer die selbe Unschärfe produzierte. Die neue Kamera arbeitet aber im Zusammenspiel mit dem ebenfalls neuen ISP hervorragend zusammen. Das gilt nicht nur für die rückseitige Kamera, sondern auch für die Front.

Apple erstellt aus der künstlichen Intelligenz, dem neuen ISP und der Kamera ein sehr präzises 3D-Bild der Umgebung um das Porträt herum. Das führt dazu, dass man in der Nachbearbeitung unterschiedliche Blendenstufen einstellen kann. Dadurch kann also schlussendlich der Unschärfegrad im Bild selbst festgelegt werden. Das funktioniert erstaunlich gut und Apple will die Funktion mit iOS 12.1 bald sogar weiter verbessern.

iPhone Xs Bokeh SettingsQuelle: Marcel Laser / handy.de
Ein leichter Unschärfe-Effekt.

iPhone Xs Bokeh MappingQuelle: Marcel Laser / handy.de
Die Nachbearbeitung des Schärfegrades macht Spaß.

 

iPhone Xs Bokeh Studio-LightQuelle: Marcel Laser / handy.de
Artefaktbildung am Ohr, beim Einstellen des Bokeh-Effektes.

 

Dennoch kann der ein oder andere Modus für Artefakte an den Rändern sorgen. Stellt man eine hohe Unschärfe ein und nutzt einen der Nachbearbeitungs-Effekte wie Studio- oder Bühnenlicht, erkennt man diese beim Reinzoomen ganz gut. Beim dritten Bild haben wir während der Bearbeitung herangezoomt. Am Ohr erkennt man sehr deutlich die Artefaktbildung. Das hängt aber auch stark vom Hintergrund ab und wie die Kamera mit dem Mapping zurechtkommt. Die Frontkamera ist hier natürlich gegenüber der rückseitigen Version im Nachteil.

Wie bereits beschrieben, ist der neue Bokeh-Effekt nur in der Nachbearbeitung möglich. Mit iOS 12 bekommen die neuen iPhones diese Funktion auch als Echtzeit-Feature spendiert. Dann kann man bereits vor dem Foto die Schärfe in Echtzeit nach Belieben verändern.

Die neue Kamera im iPhone Xs ist schlichtweg herausragend. Möglich macht das der neue Sensor im Zusammenspiel mit dem neuen Prozessor und der Smart HDR-Funktion. Während Szenenerkennungen anderer Hersteller die Bilder meistens eher unbrauchbar machen, scheint Smart HDR in den meisten Fällen genau zu wissen, was zu tun ist. Das erleichtert das Fotografieren enorm, sorgt für tolle Ergebnisse, vor allem in schwummrigen Lichtverhältnissen und macht einfach Spaß. Auch der neue Bokeh-Effekt ist toll.

Akku: Keine nennenswerte Steigerung zum Vorgänger

Interessant wurde es dann vor allem bei der angegebenen Akkulaufzeit. Laut Apple soll mit dem iPhone Xs eine halbe Stunde mehr drin sein, als mit dem Vorgänger. Aber stimmt das auch? Naja, die Frage lässt sich eher schwer beantworten. Nimmt man hart durchstrukturierte Methoden, die auf ein statisches Verfahren aufgebaut sind, dann wird man durchaus eine Verbesserung spüren.

Im Alltag selbst gestaltet sich das aber etwas schwieriger als gedacht. Nutzt man rechenintensive Apps wie Spiele oder gar eine Navigation, dann scheint sich die Akkulaufzeit kaum bis eher gar nicht verbessert, in einigen Fällen sogar verschlechtert zu haben. Das liegt wohl vor allem an der Tatsache, dass der Prozessor durch den 7-nm-Prozess zwar stromsparender, aber der Akku mit 2.658 mAh leicht reduziert wurde.

Solange man keine rechenintensiven Dinge anstellt, kann man also tatsächlich vom 7-nm-SoC im iPhone Xs profitieren und eine leichte Verbesserung feststellen. Nutzt man aber viel die Kamera im Smart HDR Modus oder andere schwere Geschütze, dann sieht die Sache plötzlich anders aus und es kann durchaus passieren, dass die Prozentanzeige sogar leicht schneller dahinschmilzt als beim iPhone X.

Grundsätzlich würden wir also erst einmal davon ausgehen, dass sich insgesamt nur wenig an der Akkulaufzeit getan hat. Sie ist gewohnt gut, aber nicht herausragend. Bei normaler Nutzung sind anderthalb Tage aber locker drin. Auch eine intensive Nutzung ist über den Tag gesehen, je nach Anwendungsfall, absolut machbar. Das hängt aber stark von den persönlichen Präferenzen ab.

iPhone Xs Akku
iPhone Xs AkkuQuelle: Marcel Laser / handy.de
iPhone Xs AkkuQuelle: Marcel Laser / handy.de

Kabelloses Laden ja, aber Fast-Charge nur mit Vorbehalt

Seitdem Apple mit den iPhone 8 und iPhone X Modellen das kabellose Laden nun ebenfalls integriert, setzt man auch beim iPhone Xs auf den Trend. Wer also entsprechende Ladematte besitzt, kann sein iPhone Xs drauflegen und es wird ganz ohne weitere Kabel am Gerät aufgeladen.

Schwieriger wird es dann doch mit Fast-Charge. Zwar unterstützt das iPhone Xs das schnelle Laden durchaus, kann es aber „Out-of-the-Box“ nicht abrufen. Das liegt daran, dass Apple kein Netzteil für das Schnellladen des iPhones in den Karton legt. Somit muss man sich weiterhin mit sehr langsamen Ladegeschwindigkeiten zufrieden geben.

Wer ein iPad Zuhause liegen hat, wird allerdings dennoch in den Genuss von Fast-Charge kommen. Das iPhone Xs unterstützt das Netzteil des Apple Tablets und wird durch dieses deutlich schneller aufgeladen. Ansonsten muss man ein entsprechendes Netzteil nachträglich erwerben.

Hier verhält es sich merkwürdigerweise sehr schwierig. Grundsätzlich würden wir behaupten, dass die Akkuleistung im Vergleich zum Vorgänger gestiegen ist. Das trifft aber nicht in allen Situationen zu, Auf der einen Seite werden wir Nutzer haben, die sogar schlechtere Ergebnisse erzielen werden. Eine goldene Mitte suchen und sagen „es habe sich nichts verändert“ würde der Sache auch nicht gerecht werden. Zudem ist es immer noch ärgerlich, dass Apple bei dem extrem hohen Preis kein Fast-Charging-Netzteil mitliefert.

Gutes Stereolautsprecher-System, mit „Volumen“ nach oben

Dass Apple bereits gute Ergebnisse mit seinen Dual-Speakern in Smartphones erzielt, ist bekannt. Der Lautsprecher im iPhone Xs ist ebenfalls ein guter Vertreter seiner Art. Die Bässe sind, soweit man bei einem Smartphone überhaupt von Bass sprechen kann, knackig. Grundsätzlich kommt die Musik klar und verständlich rüber, doch scheint der Lautsprecher Probleme in leiseren Regionen mit den Höhen und streckenweise auch mit den Mitten zu haben.

Das führt dann in etwa dazu, dass sich der Speaker auf dem ersten Probehören leicht blechern anhört. Allerdings scheint sich das Gefühl nach einiger Zeit zumindest in Teilen aufzulösen. Denn generell klingt das iPhone Xs nicht schlecht und kann gerne auch Mal als kurzfristiger Mini-Speaker herhalten. Das iPhone Xs Max hingegen, kann durch die größere Bauweise mehr Volumen entfalten, was dem Klang deutlich in die Karten spielen sollte.

Allerdings würden wir an dieser Stelle nicht empfehlen den Dual-Lautsprecher zum Schauen von Netflix-Serien oder Spielen von Smartphone-Games zu verwenden. An einigermaßen ausreichende Kopfhörer reicht bisher kein Smartphone-Lautsprecher heran. Grundsätzlich klingt das iPhone Xs aber hervorragend und macht für derart kleine Lautsprecher einen sehr guten Job.

Der Lautsprecher ist gut, eigentlich sogar sehr gut. Aber es braucht seltsamerweise ein wenig Anlaufzeit. Grade der gut abgestimmte Stereo-Sound der in Positionsbestimmungen in Spielen von Vorteil sein kann, funktioniert extrem gut. Natürlich ist das iPhone Xs aber kein Ersatz für einen guten Bluetooth-Speaker. Das ist aufgrund des fehlenden Volumens auch gar nicht möglich. Annehmbar ist der Klang aber allemal.

Fazit: iPhone X Nutzer warten lieber noch ein Jahr

Handy.de iPhone Xs 5-SterneNachdem es im letzten Jahr kein S-Upgrade als solches gab, zieht das iPhone Xs nun mit all den facettenreichen Aspekten eines solchen Updates nach. Auch wenn es äußerlich nicht zu vernehmen ist, im Inneren hat sich einiges getan. Das Display unterstützt bis zu 120 Hz in der Abtastrate, der Prozessor ist bärenstark, die Performance ist herausragend und die Kamera profitiert ebenfalls stark von den Verbesserungen. Grade im Bereich der Kamera kann Apple mit den Verbesserungen wie Smart HDR und den gelieferten Ergebnissen einen guten Spitzenplatz erobern. Das iPhone Xs ist ein pures High-End-Smartphone und damit auch an der Spitze der technischen Nahrungskette zu sehen.

Allerdings ist das iPhone Xs auch ein wenig das dritte Rad am Motorrad. Das iPhone Xr lohnt sich beispielsweise eher als „günstigeres“ Update sogar mehr, da dieses von der Hardware nicht all zu weit von den Topmodellen entfernt ist. Wer das Geld übrig hat und wirklich ein völlig neues iPhone haben möchte, greift eher zum iPhone Xs Max. Hier ist schon allein das riesige Display eine Kategorie, die Apples erstmals in seiner Geschichte aufbricht. Das Max genannte Geräte dürfte sich also schon eher wie ein komplett neues iPhone anfühlen.

Schwierig wird es daher vor allem für Nutzer eines iPhone X. iOS 12 hebt das ein Jahr alte Smartphone auf das Performance-Level des iPhone Xs. Zumindest was die Geschwindigkeit auf der Nutzeroberfläche betrifft. Die Kamera ist zwar im neuen Modell besser, aber ob es den nachträglichen Aufpreis für ein Jahr altes Gerät wert ist, ist eher fraglich. Da der Apple A11 Prozessor zudem immer noch zu den leistungsstärksten Prozessoren gehört, muss auch hier nicht unbedingt ein Apple A12 her.

Das iPhone Xs ist ein Top-Smartphone, sitzt aber irgendwie zwischen den Stühlen. Daher sollten nur Nutzer ein Upgrade in Betracht ziehen, wenn sie von einer deutlich älteren iPhone-Generation kommen. Dann profitiert man auch von allen wesentlichen Neuerungen am meisten. Ansonsten kann es auch nicht schaden, wenn man noch ein Jahr wartet.

Pro

  • Herausragendes Display
  • HDR10 und Dolby Vision in einem Gerät
  • Apple A12 Bionic ist brutal schnell
  • Bis zu 512 GB interner Speicher möglich
  • Sehr gute Kamera mit tollem Smart HDR Feature
  • Endlich auch IP68-Standard

Contra

  • Kein Micro-SD-Slot
  • Dual-SIM nur per eSIM
  • Schnelladen nur mit zusätzlichem Netzteil möglich
  • Sehr teuer

iPhone Xs: Alternativen eher schwer zu finden

Für üblich weisen die Geräten von Apple eine enorme Preisstabilität auf. Hier lohnt es sich generell im Netz die Augen nach diversen Angeboten aufzuhalten, sofern diese irgendwann einmal eintreffen. Allerdings sollte man sich vor Betrügern in acht nehmen, die genau diese Situation auch ausnutzen wollen. Bei Preisen ab 1.150 Euro UVP für das kleinste Modell mit 64 GB interner Speicher ist das ja auch kein Wunder.

Wenn es allerdings um Alternativen geht, wird es eher schwierig. Wer bereits seit Jahren im Apple-Ökosystem unterwegs ist, tut sich meist schwer mit einem Wechsel auf ein anderes System. Vor allem Nutzer mit vielen gekauften Apps im App Store von Apple, werden eher mit den Zähnen knirschen. Das gilt übrigens auch für den umgekehrten Fall. Vor allem wenn man vor den Preisen von 1.150 Euro (64 GB), 1.320 Euro (256 GB) und 1.550 Euro (512 GB) steht.

Grundsätzlich wäre eine günstigere Alternative aus eigenem Hause zu nennen: Das iPhone Xr besitzt fast die gleiche Technik. Abstriche macht man lediglich beim LCD-Display und dem fehlenden Teleobjektiv-Sensor. Mit knapp 850 Euro liegt man hier also schon deutlich unter dem iPhone Xs. Doch wartet man hier erst einmal noch bis zum Oktober, denn erst dann ist das iPhone Xr auch erhältlich.

Der Vorteil bei Android ist daher der starke Preisverfall. Wer doch umsteigen will oder generell kein iPhone in Betracht zieht, findet hier die günstigsten Alternativen im High-End-Bereich. Das Galaxy S9+ bietet die exakt gleiche Technik wie das Galaxy Note 9, kostet aber keine 600 Euro mehr im freien Handel. Allerdings unterliegt das Galaxy S9+ und damit auch das Note 9 im technischen Vergleich dem iPhone Xs und iPhone Xs Max in den meisten Situationen. Hier spielt aber zumindest noch das Betriebssystem und der Preis eine gewichtige Rolle bei der Wahl. Vor allem der Preis bei den neuen iPhones kann eine stark abschreckende Wirkung entfalten.