Huawei MediaPad M5: Pro- und lite-Version im Test | handy.de

Huawei MediaPad M5: Pro- und lite-Version im Test

Displayschärfe, Digitalstift, Preis - welche Tablet-Variante besser zu Dir passt

Der Markt für hochwertige Multimedia-Tablets ist überschaubar geworden. Neben Apple, Microsoft und Samsung setzt nur Huawei kontinuierlich neue Akzente in diesem Bereich. Auf den Namen Huawei MediaPad M5 hört die jüngste Modellgeneration des Herstellers. Für unterschiedliche Bedürfnisse und Budgets hat er drei Varianten konzipiert. Der Standard-Version stellt er dabei auch eine mit dem Namenszusatz Pro und lite zur Seite. Die lite-Version ist ein Ableger mit weniger Rechenpower und nicht ganz so scharfem Display. Außerdem kostet sie weniger und bietet den Digitalstift M-Pen nur gegen Aufpreis. Hingegen die Pro-Fassung kommt ab Werk mit der bestmöglichen Speicherausstattung und dem M-Pen gleich im Lieferkarton. Für wen eignet sich welches Modell? Wir haben die Pro-Fassung und die lite-Fassung in der Redaktion getestet. Unser Vergleich hilft Dir bei der Kaufentscheidung

Design: Schlank, edel, wasserscheu

Wie zweieiige Zwillinge sehen sich das Huawei MediaPad M5 Pro und lite zum Verwechseln ähnlich. Sie stammen aus der gleichen Familie und sind nur anhand von Details zu unterscheiden. Beide Tablets sind schön kompakt, messen an der dicksten Stelle weniger als acht Millimeter. Und obwohl die Gehäuse ein jeweils über 10 Zoll großes Display beherbergen, das in eine Rückschale komplett aus Metall übergeht, bleiben sie mit einem Gewicht von unter 500 Gramm leicht.

Huawei MediaPad M5 Pro und Huawei MediaPad M5 lite von hintenQuelle: Berti Kolbow-Lehradt
Beide Testgeräte sind in ein Rückschale aus Aluminium gekleidet. Die lite-Version (oben) ist etwas kleiner und an der Zierleiste zu erkennen.

Die Front ist nahezu ebenmäßig, nur der tiefergelegte Home Button mit integriertem Fingerabdruckscanner durchbricht die ansonsten glatte Fläche. Beim MediaPad M5 Pro befindet dieser sich im Vergleich an der rechten kurzen Seite, beim MediaPad M5 lite am unteren Rand. Angenehm und klassenüblich schmale Ränder um das Display komplettieren die ansehnliche Front, die allerdings nicht so nahtlos in die Rückseite übergeht wie beispielsweise beim Galaxy Tab S4. Die Begrenzung ist deutlich fühlbar.

Die Rückschale aus Metall bildet bei beiden Geräten eine fast glatte Fläche mit geschwungenen Rändern. Nur die Lautsprecher-Öffnungen durchbrechen den puristischen Look des MediaPad M5 Pro. Bei der lite-Version sind sie in den Rahmen statt direkt auf der Rückseite verbaut und daher nicht so augenfällig platziert. Ärgerlich ist in beiden Fällen die hervorstehende Hauptkamera. Ihre Metalleinfassung schabt hörbar bei jeder Bewegung auf dem Tisch. Auf einer Glasoberfläche solltest Du daher keines der beiden Tablets platzieren. Zurückbleibende Kratzer könnten die Folge sein.

Der Rahmen des Huawei MediaPad M5 Pro ist so schmal, dass nur eine Buchse für USB Typ C hineinpasst, eine Öffnung für einen Klinkenstecker jedoch nicht. Weil das MediaPad M5 lite wenige Millimeter dicker ist, finden beide Steckverbindungen Platz. Dadurch kannst Du neben dem Datenkabel auch Deinen Kopfhörer anschließen.

Wegen der Rückseiten aus Metall fallen Fingerabdrücke nicht so unangenehm auf wie bei Tablets mit Glaskleid. Schade aber, dass Huawei auf Dichtungen verzichtet hat, die Staub und Wasser abhalten. Obwohl es zumindest beim Pro-Modell preislich angemessen wäre, ist keines der beiden Geräte IP-Schutzklassen zugeordnet. Ein Glas Wasser darüber auszuschütten oder ein Sturz ins Spülbecken könnte daher dramatisch Folgen haben.

Display: Das Pro-Tablet serviert die bessere Schärfe

Das Display ist das Herzstück eines Multimedia-Tablets und sollte bei Videos, Gaming sowie beim Surfen und Lesen überzeugen. Beide Huawei-Geräte bieten in dieser Hinsicht viele Stärken, aber auch eine unerwartete Schwäche.

Handeln wir zuerst den Makel ab. Für einen Videoabend zu zweit ist das Tablet-Duo weniger geeignet. Denn bei seitlicher Betrachtung nehmen Helligkeit und Farbtreue schnell ab. Das überrascht, weil Huawei jeweils ein IPS-Panel verbaut, zu dessen Stärken die Blickwinkelstabilität zählt.

OLED, IPS, Retina: So unterscheiden sich die Displayarten

Ansonsten können sich Helligkeit, Schärfe und Farbwiedergabe sehen lassen. Die LC-Displays leuchten sogar noch kräftig genug, um draußen im hellen Sonnenlicht gelegentlich Mails zu checken oder zu surfen. Videofilme, gerade solche vielen mit dunklen Stellen, sind aber nur drinnen zu genießen.

Schärfe und Seitenverhältnis im Vergleich

Mit 2.560 x 1.600 Bildpunkten bietet das Huawei MediaPad M5 (Pro) die schärfste Auflösungsvariante, die der Markt für Android-Tablets derzeit hergibt. Auf einer Fläche von 10,8 Zoll (27,4 Zentimeter) in der Diagonale genügt dies für eine Pixeldichte von 280 ppi. Hochwertige Smartphones bieten zwar Pixel pro Flächeneinheit. Aber da Du das Tablet üblicherweise weiter von den Augen weghältst als Dein Smartphone, wirst Du keine einzelnen Bildpunkte erkennen.

Im Vergleich dazu bietet das MediaPad M5 lite mit 1.920 x 1.200 Bildpunkten bei 224 ppi eine deutlich geringere Auflösung, was schon bei normalem Sehabstand zu erkennen ist. Gehst Du richtig nahe an das 10,1 Zoll (25,6 Zentimeter) große Display heran, kannst Du sogar das Pixelraster erkennen. Für ein Tablet zu einem Preis von unter 300 Euro ist der Detailgrad zweifellos akzeptabel, aber für absolute Heimkino-Enthusiasten nicht ideal.

Huawei MediaPad M5 Pro MediaPad M5 lite DisplayvergleichQuelle: Berti Kolbow-Lehrat
Das Display des M5 Pro (links) ist etwas größer als das der lite-Version

Dabei eignet sich das Huawei MediaPad M5 lite vom Displayformat sogar minimal besser zum Filme schauen. Seine Kantenlängen ergeben ein Seitenverhältnis von 16:9, was dem der meisten Videos im Web entspricht. Hingegen das 16:10-Seitenverhältnis vom M5 Pro begünstigt das Surfen im Browser und Lesen von eBooks, weil dabei mehr auf eine Seite passt und Du somit weniger scrollen brauchst.

Farbstimmung anpassen

Möchtest Du Bilder möglichst farbgetreu betrachten und bearbeiten, eignet sich das Pro-Modell besser. Dort kannst Du die Farbtemperatur gezielter anpassen, weil es dafür mehr Einstellungen bietet als bei der lite-Version. Generell wirkt das Display unseres Testexemplars vom MediaPad M5 Pro kühler, das vom MediaPad M5 lite etwas wärmer.

Unabhängig von der generellen Farbabstimmung kannst Du bei beiden Geräte einen Filter aktivieren, der den Blauanteil in der Displaybeleuchtung reduziert. Das begünstigt das abendliche Entspannen. Du findest diese Option als „Augen schonen“-Modus in den Systemeinstellungen.

Sound: Harman Kardon sorgt für Wumms

Huawei bewirbt alle Varianten des MediaPad M5 als Klangkünstler, deren Lautsprecher-Qualität von der Expertise der Audio-Marke Harman Kardon profitieren. Tatsächlich bietet unser Testgeräte-Duo ein für Tablets sehr kräftiges Klangbild. Uns gefällt in beiden Fällen das schöne Bass-Fundament, das Mitten und Höhen nicht übertönt. Beim MediaPad M5 Pro wirkt der Sound sogar noch etwas klarer, sodass Stimmen und andere hochfrequente Details besser zu hören sind als beim ebenfalls überzeugenden MediaPad M5 lite.

Huawei MediaPad M5 Lautsprecher Harman KardonQuelle: Berti Kolbow-Lehradt
Die 10-Zoll-Geräte der MediaPad-M5-Reihe verfügen über vier Stereo-Lautsprecher, die zusammen mit Harman Kardon entwickelt wurden.

Außerdem hüllen die jeweils vier Stereo-Lautsprecher beider Geräte uns mit ihrer generell breiten Klangkulisse ein. Sie sind auch durchdacht platziert, sodass Deine Hände sie zu keinem Zeitpunkt verdecken. Von einem Surround-Sound-Erlebnis, wie in der Produktbeschreibung von Huawei zu lesen, kann allerdings keine Rede sein. Auf natürlichem Wege wäre der Rundumklang von einem Tablet auch zu viel verlangt. Eine entsprechende virtuelle Klangverbesserung bietet die Software des Huawei MediaPad M5 außerdem nicht.

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