Huawei Mate 20 im Test: Günstigere Alternative zum Pro | handy.de
Testbericht

Huawei Mate 20 im Test: Die günstigere Alternative zum Pro

Leistung, Design und Kamera können im Test überzeugen

Triple-Kamera für Foto-Fans

Eine Besonderheit stellt die Triple-Kamera des Huawei Mate 20 dar, die in Zusammenarbeit mit Leica entwickelt wurde. Denn diese bietet drei Sensoren in einem Verbund. Zwar lösen die Sensoren nicht ganz so hoch auf wie die des Mate 20 Pro, doch kann sich die Kamera-Ausstattung dennoch sehen lassen. Insgesamt stehen Dir beim Mate 20 eine Kamera mit 12 Megapixel, f/1.8 und Weitwinkel, eine mit 16 Megapixel, f/2.2 und Ultraweitwinkel sowie eine Telekamera mit 8 Megapixel und f/2.4-Blende zur Verfügung. Letztere hat allerdings nur eine zweifache und nicht wie beim Pro-Modell eine dreifache optische Vergrößerung. Auch auf einen Hybrid-Zoom musst Du beim Mate 20 verzichten.

Huawei Mate 20 mit Triple-Kamera im TestQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Außergewöhnlich angeordnet: Die Triple-Kamera des Huawei Mate 20.

Videos nimmt das Mate 20 in 4K mit maximal 30 fps auf – die besseren 60 fps unterstützt das Gerät leider nicht. Dafür macht die Frontkamera des Smartphones Bilder mit bis zu 24 Megapixel. Sie besitzt außerdem eine f/2.0-Blende und leuchtet Gesichter bei Bedarf per Display-Blitz aus. Da Huawei die Bilderkennungsrate auf 4.500 Bilder pro Sekunde erhöht hat, eröffnen sich ganz neue Anwendungen. So kannst Du nun beispielsweise in Echtzeit bestimmte Modi und Filter bei der Fotografie und sogar bei Videos zuschalten und so Deine Aufnahmen noch individueller gestalten.

Nach der Dual-Kamera folgt die Triple-Kamera. Wozu brauchen Smartphones ein Kamera-Trio? Und was bringt Dir das? Wir stellen aktuelle Modelle von Huawei, Samsung und LG vor. Und wagen einen Ausblick auf den Trend zur Quad-Kamera.

Eindruck der Fotoqualität

Düsseldorfer Skyline - aufgenommen mit dem Mate 20Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Fotoaufnahme im Automatik-Modus an einem bewölkten Tag.

Aufnahme bei Nacht mit Huawei Mate 20Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Aufnahme bei Nacht – sekundäre Beleuchtung wird gut eingefangen und selbst Strukturen und Details bleiben erkennbar.

Kameraaufnahme mit Mate 20: Buntes KamelQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Hier kommen die verschiedenen Farben gut zur Geltung.

Foto von Steinen, Efeu und Holz mit dem Mate 20Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die verschiedenen Oberflächen und Strukturen fängt die Kamera gut ein.

Die Triple-Kamera sorgt für gute Fotos auch bei eher schlechtem Licht, profitiert dabei aber von der künstlichen Intelligenz des Smartphones. Sie nimmt einige kleinere Anpassungen ganz automatisch vor und erhöht somit die Bildqualität. Ab und zu werden Aufnahmen sogar etwas zu perfekt, wenn man das sagen kann. Sie erinnern dann eher an Postkarten als an eigenhändig gemachte Fotos.

Die lichtempfindlichen Blenden schaffen es, auch bei Dunkelheit ausreichend Licht einzufangen, um Details gut darstellen zu können. Auch die zusätzliche softwareseitige Aufhellung gelingt gut, ohne dass dabei Lichter zu übersteuert angezeigt werden. Die gute Ausleuchtung schwieriger Lichtverhältnisse erkennst Du besonders in der Aufnahme bei Nacht. Die einzelnen Leuchten des Weihnachtsbaumes sind gut erkennbar und verschwimmen dabei nicht zu einem „Lichtbrei“.

Die Ergebnisse der Frontkamera

Selfie mit dem Huawei Mate 20Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Portrait-Aufnahme mit dem Huawei Mate 20

Bei der Frontkamera machen sich die 24 Megapixel positiv bemerkbar. Die f/2.0-Blende ist zwar nur Mittelmaß, doch reicht das eingefangene Licht selbst bei eher bewölkten Tagen aus, um Selfies gut auszuleuchten. Bei Bedarf können auch die integrierten Filter helfen, kleine Unebenheiten im Gesicht auszublenden, ohne dass dieses dabei zu unnatürlich dargestellt  wird. Außerdem gefallen hier die natürlichen Farben und das ebenfalls gute Lichtmanagement selbst an bewölkten Tagen. Wer möchte, kann über den Modus Blende den Hintergrund verschwimmen lassen und somit die fotografierte Person noch mehr in den Fokus rücken. Die Blende lässt sich dabei per Schieberegeler stufenlos einstellen.

Die Qualität der Fotos, die wir während des Huawei Mate 20 Test gemacht haben, konnte überzeugen. Ob bei Nacht, bei Regen oder bei Sonnenlicht bzw. Kunstlicht – die Bilder punkten durch natürliche Farben und klare Strukturen. Basis für die Ergebnisse ist die Triple-Kamera, die insgesamt zwar etwas schlechter ausgestattet ist als beim Mate 20 Pro, aber dennoch eine gut arbeitende Einheit aus Blenden, Sensoren und diversen Modi zur Bildanpassung liefert. Die optimierte KI erkennt nun noch mehr Szenarien und verhilft Dir so zu noch besseren und optimal angepassten Fotos.

Huawei Mate 20 im Akkutest

Ganze 4.000 mAh fasst der Akku des Huawei Mate 20. Dabei lässt er sich dank neuer Schnellladetechnik mit 22 Watt besonders rasch wieder aufladen. Das kabellose Aufladen über Induktion beherrscht das Mate 20 aber leider nicht. Dennoch sind die hohe Kapazität und das schnelle Laden die perfekte Grundlage für einen von der Steckdose weitestgehend unabhängigen Betrieb.

Im Akkutest haben wir geprüft, wie lange die Akkulaufzeit des Huawei-Smartphones tatsächlich anhält. Hier musste das Mate 20 wie alle anderen Smartphones im Test zwei Segmente durchlaufen. Einer achtstündigen Intensiv-Nutzung folgen 16 Stunden Standby, während dessen das Smartphone überwiegend ruht. Die Intensiv-Nutzung umfasst jeweils 30 Minuten:

  • Internet-Nutzung über den vorinstallierten Browser, in diesem Fall Chrome
  • Telefonat über 3G
  • Spielen von Mario Run
  • Streamen eines HD-Videos bei maximaler Displayhelligkeit
  • Streamen von Musik
  • Surfen in sozialen Netzwerken wie Facebook
  • Nutzung der Kamera

Wie immer haben wir auch im Mate 20 Test die automatische Displayhelligkeit sowie Pushnachrichten aktiviert und eine Verbindung zum WLAN-Netzwerk hergestellt.

Die Ergebnisse im Akkutest

Nach unserer achtstündigen Intensivnutzung zeigte das Mate 20 im Test noch eine beeindruckende Akkuladung von 80 Prozent. Das sind immerhin 10 Prozentpunkte mehr als beim Mate 20 Pro nach dem gleichen Testszenario noch auf der Skala standen. Vor allem das Gaming hat an der Akkukapazität gezehrt. Gut 16 Prozent der verlorenen Leistung wurden hier verbraucht. Die anderen Nutzungsszenarien wie die Fotografie und das Surfen im Netz hatten im Vergleich dazu nur wenig Einfluss auf den Akkuverbrauch.

Mate 20: Akkutest nach 8 StundenQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die Ergebnisse im Akkutest nach 8 Stunden.

Im Standby fiel die Akkukapazität noch einmal um 23 Prozentpunkte. Das ist recht viel. Ein Blick auf die Verbrauchsdetails verrät, dass das Mobilfunkmodul sowie das WLAN-Modul in dieser Zeit besonders aktiv waren. Womöglich gab es Probleme beim Empfang, die dazu geführt haben, dass das Mate 20 ständig nach der Suche nach einem Signal war.

Mate 20: Akkutest nach 24 StundenQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die Ergebnisse im Akkutest nach 24 Stunden.

Trotz allem stand nach unserem 24-stündigen Akkutest noch ein Wert von 57 Prozent auf der Anzeige. Somit wurde innerhalb eines Tages mit intensiver Nutzung nicht einmal die Hälfte der Akkukapazität verbraucht. Das Mate 20 hält mit der übrigen Ladung problemlos einen weiteren Nutzungstag durch. Das ist ein sehr gutes Ergebnis.

Im Akkutest zeigt sich das Huawei Mate 20 besonders ausdauernd. Selbst nach acht Stunden intensiver Nutzung lag der Akkustand noch bei 80 Prozent. Nach einem kompletten Tag war noch über die Hälfte der Akkukapazität übrig. Somit schafft es das Mate 20 problemlos durch einen weiteren Arbeitstag ohne Steckdose. Und dank Schnellladetechnik mit 22 Watt lässt sich das Smartphone bei Bedarf besonders rasch wieder aufladen.

Das Fazit unseres Huawei Mate 20 Test

Der Alltag mit dem Mate 20 macht Freude. Uns konnte nicht nur das schicke Design, das aktuelle System und die hohe Performance des Smartphones überzeugen. Auch die Kamera hat sich im Mate 20 Test sehr gut geschlagen. Testsiegel Huawei Mate 20Und das obwohl sie in ihrer Ausstattung etwas hinter dem Pro-Modell zurück bleibt. Ebenfalls nichts zu meckern gibt es bei der Akkuleistung, die im Test sehr gut abgeschnitten hat. Auch die Qualität der Tonübertragung während Telefonaten ist hervorragend.

Abstriche im Huawei Mate 20 Test gibt es für die im Vergleich doch eher geringe Auflösung und das fehlende OLED-Display. Auch die Qualität der Lautsprecher konnte uns nicht ganz überzeugen, was bei so kompakten Geräten mit geringem Klangkörper aber häufig der Fall ist. Schade ist zudem, dass das Huawei Mate 20 nicht wirklich wasserfest und somit empfindlicher ist als vergleichbare Geräte.

Pro

  • viel Displayfläche
  • schickes Design und gute Verabeitung
  • sehr leistungsstarker Kirin 980-Chip
  • Android 9 Pie ab Werk
  • verbesserte KI
  • Triple-Kamera mit vielen Modi

Contra

  • LCD mit vergleichsweise geringer Auflösung
  • nur 2D-Gesichtserkennung
  • nicht wasserfest
  • Audio-Qualitäten nur mäßig

Alternativen

Mit einer UVP von 799 Euro ist das Huawei Mate 20 bereits 200 Euro günstiger als das Pro-Modell. Wer die genannten Abstriche in Kauf nehmen kann, kann somit ruhigen Gewissens zum Modell ohne Pro-Zusatz greifen und Geld sparen. Alternativen in diesem Segment sind schwer zu finden, schließlich sind die aktuellen Mate-Modelle die einzigen mit dem neuen Kirin 980. Wem der ebenfalls leistungsstarke Vorgänger ausreicht, findet im Huawei P20 Pro ebenfalls ein Smartphone mit ausgesprochen guter Triple-Kamera. Dieses Modell kostet bei Amazon* aktuell ab 606 Euro. Das Galaxy Note 9 von Samsung überzeugt ebenfalls mit guten Fotos, einer sehr guten Performance und kann darüber hinaus mit einem Stylus bedient werden. Es ist also die ideale Alternative für diejenigen, die häufig mit dem Smartphone arbeiten und Notizen machen. Das Samsung Galaxy Note 9 gibt es bei Amazon* ab 745 Euro.

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