Huawei Mate 20 im Test: Günstigere Alternative zum Pro | handy.de
Testbericht

Huawei Mate 20 im Test: Die günstigere Alternative zum Pro

Leistung, Design und Kamera können im Test überzeugen

Alle Specs des Huawei Mate 20 zusammengefasst

Huawei Mate 20

Display

6,5 Zoll, HDR, 19,5:9, LCD

Corning Gorilla Glass

Auflösung

1.080 x 2.244 Pixel (FHD+), 381 ppi

Prozessor

Kirin 980 Octa-Core mit dediziertem AI-Prozessor (2-facher NPU)

2x Cortex A76 mit 2,6 GHz

2x Cortex A76 mit 1,92 GHz

4x Cortex A55 mit 1,8 GHz

RAM

4 GB

Speicher

128 GB

erweiterbar bis 256 GB durch Nano Memory Card

Hauptkamera

Leica-Triple-Kamera

12 MP, f/1.8-Blende, Weitwinkel

16 MP, f/2.2-Blende, Ultra-Weitwinkel

8 MP, f/2.4-Blende, Teleobjektiv

Aufnahme-Modi

Auto, Pro, Blende, Nacht, Portrait, Panorama, Zeitlupe, Monochrom, AR-Objekt, Lichtmalerei, HDR, Zeitraffer, 3D-Panorama,

Frontkamera

24 MP, Display-Blitz, f/2.0-Blende

Akku

4.000 mAh, USB C, Fast Charge 22 Watt

Software

Android 9.0 Pie, EMIU 9.0

Sicherheit

Fingerabdrucksensor (hinten), Face Unlock, PIN, Muster, Passwort

Drahtlos

Bluetooth 5.0, NFC, GPS, Glonass, Beidou, Galileo

WLAN

WLAN a/b/g/n/ac (2,4 GHz + 5 GHz)

Mobilfunk

GPRS/EDGE, UMTS/HSPA+, LTE Cat.21 (bis 1,4 GBit/s)

VoLTE, Wifi Calling

IP-Norm

IP53 (Spritzwasser)

Sonstiges

keine Klinkenbuchse, Hybrid-Dual-SIM, UKW-Radio

Maße & Gewicht

158,2 x 77,1 x 8,3 mm / 188 Gramm

Farben

Schwarz, Blau, Twilight

UVP

ab 799 Euro

Marktstart

Oktober 2018

Technische Ausstattung des Huawei Mate 20

Im Huawei Mate 20 arbeitet der gleiche Chipsatz, der auch im Mate 20 Pro zum Einsatz kommt. Der Kirin 980 ist der aktuelle Top-Prozessor des Herstellers und arbeitet durch seine besonders kompakte Bauweise im 7-nm-Format nicht nur sehr effizient, sondern auch sehr stromsparend. Allerdings kann das Huawei Mate 20 nur auf 4 GB Arbeitsspeicher zugreifen, im Mate 20 Pro sind es hingegen 6 GB. Bei regulären Anwendungen wird sich dies zwar kaum bemerkbar machen, benötigen Apps aber viele Ressourcen zum Zwischenspeichern, kann es hier den Unterschied zwischen einer flüssigen und leicht ruckeligen Wiedergabe machen.

Bislang waren die Kirin-Chips von Huawei immer langsamer als vergleichbare Smartphone-Chipsätze der Konkurrenz. Doch in diesem Jahr ist das angeblich anders. Ein Benchmarkergebnis auf Geekbench zeigt allerdings nun ein anderes Bild.

Noch schlauere KI

Im Huawei Mate 20 Test liefen unsere Anwendungen aber allesamt rund. Aussetzer, lange Wartezeiten auf das Öffnen von Apps oder gar Ruckler in der Darstellung fielen uns nicht auf. Im Gegenteil: Der Kirin 980 sorgt mit seinen acht Kernen für eine sehr gute Performance. Die Kerne unterteilen sich dabei in zwei Cortex-A76-Kerne mit bis zu 2,6 GHz sowie zwei weitere mit bis zu 1,92 GHz. Das dritte Cluster aus vier Cortex-A55-Kernen taktet hingegen mit bis zu 1,8 GHz. Hinzu kommen eine Mali-G76-Grafikeinheit und eine eigene Dual-NPU (Neural Processing Unit), die für die künstliche Intelligenz des Chips zuständig ist. Durch die Dual-NPU erkennt der Chip Bilder und Szenen nicht nur schneller, sondern auch zuverlässiger. Die Bilderkennungsrate hat der Hersteller auf satte 4.500 Bilder pro Sekunde verdoppelt.

Gaming-Fans sind durch die neue Grafikeinheit ebenfalls gut bedient. Die Mali-G76 nutzt die künstliche Intelligenz des Chips, um die für das Gaming benötigten Ressourcen besser erkennen und das Spieleerlebnis somit noch mehr optimieren zu können. Selbst schwierige und schnell wechselnde Grafiken werden dadurch flüssig dargestellt.

Mate 20 im Benchmark

Die hohe Leistung des Kirin 980 zeigt sich auch in den Benchmark-Tests. Obwohl das Mate 20 mit 4 GB RAM etwas weniger Arbeitsspeicher besitzt, sind die Ergebnisse im Vergleich zu denen des Mate 20 Pro sehr ähnlich, zum Teil sogar etwas besser. Im allgemeinen Benchmark von AnTuTu schafft das Mate 20 einen Score von 272.192 und übertrifft das Pro-Modell somit um gute 1.000 Punkte. Auch bei der Grafik-API Vulkan schneidet das Mate 20 einen Tick besser ab, was für die gute grafische Darstellung beim Gaming spricht. Im allgemeinen Geekbench-Benchmark fallen die Ergebnisse ein wenig hinter denen des Mate 20 Pro zurück, sind aber immer noch auf höchstem Niveau. Das zeigt sich besonders im Vergleich zu den Werten, die wir bei anderen Smartphones gemessen haben. Während das Note 9 mit einem Exynos-Chip arbeitet, kommt in den übrigen Geräten der Snapdragon 845 zum Einsatz.

Ergebnisse im Vergleich

AnTuTu

Geekbench

3DMark Sling Shot Extreme

Huawei Mate 20

272.192

Single-Core: 3.296

Multi-Core: 9.693

OpenGL: 3.523

Vulkan: 4.161

Huawei Mate 20 Pro

271.017

Single-Core: 3.349

Multi-Core: 9.862

OpenGL: 3.554

Vulkan: 4.001

Huawei P20 Pro

211.099

Single-Core: 1.918

Multi-Core: 6.835

OpenGL: 3.003

Vulkan: 3.380

Samsung Galaxy Note 9

242.306

Single-Core: 3.737

Multi-Core: 9.065

OpenGL: 3.387

Vulkan: 2.889

Sony Xperia XZ3

284.770

Single-Core: 2.314

Multi-Core: 8.720

OpenGL: 4.411

Vulkan: 3.490

OnePlus 6T

298.840

Single-Core: 2.396

Multi-Core: 9.077

OpenGL: 4.693

Vulkan: 3.868

Die Performance des Huawei Mate 20 im Test ist hervorragend. Der Kirin 980 mit seiner Dual-NPU sorgt für einen äußerst flüssigen Betrieb und schnelle Reaktionen, die sich auch beim Gaming positiv bemerkbar machen. Und dabei hat das Mate 20 gerade einmal 4 GB RAM an Bord, was in der Oberklasse doch eher mäßig ist.

Telefonie und Internet

Mit dem neuen Chip hat Huawei auch das LTE-Modul optimiert. Dank LTE Cat.21 schafft das Huawei Mate 20 theoretisch Datenraten von bis zu 1,4 GBit/s – theoretisch, denn in unseren Gefilden sind wir leider noch weit davon entfernt, derart hohe Datenraten übertragen zu können. Der Provider Vodafone bietet mit 500 MBit/s – testweise auch mal 600 MBit/s – derzeit die höchsten Datendurchsätze in seinem Netz an. Bei der Telekom sind es an der Spitze 300 MBit/s und bei Telefónica/o2 225 MBit/s. Du siehst also, nutzen können wirst Du die schnelle Datenübertragung hierzulande noch nicht. Doch sind die Netzbetreiber in anderen Ländern teils weiter, was das Mate 20 zum idealen Begleiter im Ausland macht.

Alternativ zum Mobilfunk funktioniert der Zugang zum Internet natürlich auch über WLAN. Dan WLAN ac kannst Du dabei sowohl im klassischen 2,4-GHz-Band als auch im weniger stark genutzten 5-GHz-Band surfen. Netzwerke fand das Huawei Mate 20 im Test sehr schnell. Einmal gespeichert, wählt sich das Smartphone auch zuverlässig ein. Wer möchte, kann in den Einstellungen Anrufe über WLAN (Wifi Calling) oder LTE (VoLTE – Voice over LTE) aktivieren und so die Verbindungsstabilität während Anrufen bei schlechter Netzabdeckung verbessern.

Auf Wunsch auch Dual-SIM

Telefonate gelingen mit dem Mate 20 prinzipiell sehr gut. Die Hörmuschel hat Huawei an der Rahmenkante oberhalb der Notch angebracht. Sie ist etwas breiter als gewöhnlich, wodurch das Ohr nicht mehr so präzise auf eine gewisse Stelle aufgelegt werden muss. Die Filter arbeiten zuverlässig, sodass Umgebungsgeräusche während unserer Testtelefonate kaum störend aufgefallen sind. Wer möchte, kann das Mate 20 als Dual-SIM-Smartphone mit einer zweiten Nano-SIM betreiben. Dann muss allerdings auf die Speichererweiterung verzichtet werden, da der entsprechende Slot gleichzeitig für die Nano Memory Card vorgesehen ist (Hybrid-Dual-SIM). LTE wird auf beiden Slots unterstützt, sodass ein manueller Wechsel der SIM-Karte nicht notwendig ist.

Die große Hörmuschel und die guten Filter sorgen dafür, dass sich mit dem Huawei Mate 20 gut telefonieren lässt. Die Sprachübertragung ist klar und natürlich. Auch im Internet ist das Smartphone dank LTE Cat.21 und WLAN ac flott unterwegs. Auf Wunsch kann das Smartphone auch als Dual-SIM-Gerät eingesetzt werden – dann müssen Nutzer allerdings auf die Speichererweiterung verzichten. Da Huawei hier aber eh auf eine neue Lösung mit immer noch schwer erhältlicher Nano Memory Card setzt, ist dieses Detail aber fast zu vernachlässigen.

Software – Android 9 Pie läuft bereits

Ausgeliefert wird das Mate 20 mit Android 9 Pie sowie der hauseigenen Oberfläche EMUI 9.0. Das ist vorbildlich, immerhin steht Dir somit Googles aktuelle Betriebssystem-Version zur Verfügung. Zudem wurde während unseres Huawei Mate 20 Test das aktuelle Sicherheitspatch von November per Update ausgeliefert – vorbildlich. Allerdings konnte es Huawei nicht vermeiden, einige Apps von Drittanbietern auf dem Gerät zu installieren. Immerhin lassen sich die Apps Booking.com, Facebook und eBay aber deinstallieren und somit vollständig vom Gerät entfernen. Mit 128 GB fällt der interne Speicher außerdem recht großzügig aus. Etwa 15 GB davon sind dem System vorbehalten, sodass Dir immer noch 113 GB zur freien Verfügung stehen.

Huawei Mate 20 mit Fullview-Display und Android 9 PieQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Auf dem Mate 20 läuft bereits ab Werk Android 9 Pie.

Um das Mate 20 etwas leichter bedienen zu können, bietet Huawei Dir in den Einstellungen diverse Anpassungsmöglichkeiten an. Dazu gehört unter anderem die Bewegungssteuerung, mit der Du Anrufe bereits annehmen kannst, wenn Du das Smartphone zum Ohr führst. Auch die bekannten Knöchelgesten sind wieder dabei. Hierbei malst Du mit dem Fingerknöchel Buchstaben auf das Display, um so bestimmte Funktionen schnell starten zu können. Der Buchstabe „c“ öffnet beispielsweise die Kamera, das „e“ den Internet-Browser.

Es ist offiziell: Googles neue Betriebssystem-Version Android 9 heißt Pie. Der "Kuchen" unter den Android-Versionen soll noch intelligenter werden als bisher und so die Nutzung des Smartphones weiter vereinfachen.

Fingerabdrucksensor wie gehabt auf der Rückseite

Zur Sicherung des Systems verfügt das Smartphone über die bekannten Möglichkeiten. Ganz klassisch sind der PIN, das Passwort und das Muster. Auch Face Unlock, als o das Entsperren per Gesicht, ist möglich. Allerdings geschieht dies im weniger sicheren 2D-Verfahren, da es nur eine einzelne Frontkamera ohne spezielle Scan-Sensoren gibt. Beim 2D-Verfahren wird das Gesicht weniger komplex gescannt als beim 3D-Verfahren, das beispielsweise das Mate 20 Pro unterstützt. Das macht diese Entsperrmethode des Mate 20 somit etwas unsicherer.

Alternativ gibt es auch wieder einen Fingerabdrucksensor. Dieser befindet sich allerdings nicht wie beim Mate 20 Pro unter dem Display, sondern wie bei früheren Modellen auf der Rückseite. Der Sensor ist rund und in einer Höhe angebracht, die ihn ideal zugänglich macht, ohne den Finger verbiegen zu müssen. Er reagiert äußerst flott auf Eingaben, hat mit feuchten Fingern aber so seine Probleme.

Rückseite des Mate 20 - leicht geschwungen und aus GlasIm Huawei Mate 20 Test stand uns bereits ab Werk Androids aktuelles System zur Verfügung. Zu Android 9 Pie gibt es außerdem die aktuelle Oberfläche EMUI 9.0, die sich klar strukturiert und einfach zu bedienen zeigt. Erfreulich ist außerdem, dass Huawei während des Tests das Sicherheitspatch von November aufgespielt hat. Sichern lässt sich das System mit dem rückseitigen Fingerabdrucksensor. Auch Face Unlock wird unterstützt, allerdings nur in 2D und nicht dem sichereren 3D-Verfahren.

Audio und Multimedia

Wir hatten eingangs bereits den Lautsprecher am unteren Gehäuserand erwähnt. Ergänzend zu ihm schaltet Huawei beim Mate 20 aber auch die obere Hörmuschel für die Tonausgabe hinzu. So entsteht ein Stereo-Sound, der deutlich besser klingt als wenn nur ein Lautsprecher geschaltet wäre. Allerdings gibt die obere Hörmuschel den Ton nicht ganz so laut und intensiv wieder wie der eigentliche Lautsprecher. Sie reicht zwar aus, um dem Klang eine gewisse Fülle zu geben, ein wirkliches Stereo-Vergnügen wollte im Huawei Mate 20 Test aber nicht aufkommen.

In den Einstellungen unter „Dolby Atmos“ lässt sich die Tonwiedergabe noch etwas anpassen. Dafür stehen Dir drei vordefinierte Modi zur Verfügung. Standardmäßig eingestellt ist Smart, bei dem das Smartphone automatisch die Audio-Quelle identifiziert und Einstellungen entsprechend optimiert. Bei „Film“ liegt der Fokus auf der Sprachausgabe. Der Modus bietet sich daher für das Anschauen von Videos an. „Musik“ ist das genaue Gegenteil, da sich hier vor allem auf den Beat konzentriert wird.

Einen Vorteil gegenüber dem Mate 20 Pro hat das Meta 20 in dieser Kategorie aber doch: die Klinkenbuchse. Sie ist am oberen Rand angebracht und erlaubt den Anschluss klassischer Kopfhörer ohne Adapter.