Honor View 20 im Test: Das Loch-Handy auf dem Prüfstand | handy.de
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Honor View 20 im Test: Das Loch-Handy auf dem Prüfstand

So gut schlägt sich die Honor-Revolution im Alltag

Das Honor View 20 im Test: Das Loch-Handy ist der neueste Smartphone-Streich der nicht mehr ganz so jungen und nicht mehr ganz so günstigen Huawei-Tochter. Dass mit dem „Loch-Smartphone“ nicht nur der Display-Markt revolutioniert wird, sondern eine junge Marke endgültig erwachsen geworden ist, zeigt das Handy eindrücklich. Die Huawei-Tochter will ernst genommen werden – zurecht, wie das Honor View 20 im Test beweist.

Ein 6,4 Zoll großes Display, eine neuartige Kameralösung an der Front und die 48 Megapixel-Kamera von Sony – das sind die Keyfacts des schillernden Honor View 20. Dass das Smartphone ganz und gar der Oberklasse zugehörig ist, zeigen auch die weiteren technischen Daten: Ein Kirin 980 Achtkern-Prozessor mit kraftvoller KI-Einheit, bis zu satten 8 GB Arbeitsspeicher und ein 4.000-mAh-Akku mit Fast-Charging-Funktion. Doch nicht alles ist schick und perfekt am Honor View 20. Da wäre zum einen der Preis. Ein Aufschrei geht durch die Honor-Community, war die Marke in der Vergangenheit immer durch seine günstigen aber technisch fortschrittlichen Smartphones bekannt. Doch die Tochter kapselt sich langsam von der Familie ab. Das zeigt das View 20 schon auf den ersten Blick. Schauen wir uns das Loch-Smartphone also genauer an.

Pro

  • Schneller und intelligenter KI-Prozessor
  • Ausdauernder Akku, der bis zu zwei Tage hält
  • Gute Kamera mit Nachtmodus
  • Futuristisches Design mit Loch-Kamera

Kontra

  • Nicht IP-zertifiziert
  • Kein Wireless-Charge trotz Glasrückseite
  • Keine Speichererweiterung

Honor View 20 im Test: Das Design

Beim neuen Flaggschiff von Honor weiß man nicht, wohin man zuerst gucken soll. Die Front des 6,4-Zoll-Handys besticht durch ein neuartiges, futuristisches Design. Das liegt nicht zuletzt an der fehlenden Notch und einer beeindruckenden Displayfläche von 91,82 Prozent im Verhältnis zum Gehäuse. Spektakulär zieht sich zudem das Design auf die Rückseite. Markante blaue oder rote Lichtreflexionen zeigen ganz deutlich pfeilartig nach unten – auf das neue Logo. Honor hält sich selbst nicht mehr klein und tauscht die quirligen kleingeschriebenen Buchstaben gegen große Lettern. Damit schreit das Honor View 20 förmlich nach Aufmerksamkeit und sagt ganz selbstbewusst: „Seht her, ich bin erwachsen geworden!“ Die rote Variante des Honor View 20 vertritt dieses Statement noch einen Hauch mehr als die hierzulande erhältliche blaue Version:

Ganz ohne Bildsprache kommen die weiteren Design-Merkmale aus: Die Dual-Kamera mit 48-Megapixel-Sensor von Sony ist horizontal angeordnet und oben links in die Glas-Rückseite eingelassen. Mittig und ziemlich weit oben liegt zudem der Fingerabdrucksensor. Hier zeigt sich erstmals ein Unterschied zum Mutterkonzern Huawei, der bei seinen Flaggschiffen, wie dem Huawei Mate 20 Pro mittlerweile In-Display-Lösungen verbaut. Bei frontaler Ansicht, zeichnen sich rechtsseitig Lautstärkewippe und Power-Button ab. An der Unterseite verbaut Honor den USB-C-Port. Blicken wir noch mal auf die Front, stellt sich eine wichtige Frage: Wo ist der Lautsprecher? Hier setzt Honor nicht auf die noch unausgereifte In-Display-Lösung sondern lässt den Telefonlautsprecher dicht über das Display in den schmalen Rand ein.

Kurzfazit: Design

Ziemlich jedes Superlativ, was einem zu Smartphone-Design einfallen kann, nimmt das Honor View 20 gerne entgegen – und das zu Recht. Das Handy fühlt sich richtig gut an in der Hand. Die weichen Rundungen, das Glas und die Taster mit perfektem Druckpunkt machen Spaß beim Hantieren. Optisch ist das Honor View 20 wohl eines der modernsten Smartphones am Markt und besticht durch ein auffälliges, provokantes Design mit schillernden Lichtreflexionen. Highlight ist das große Display mit Loch-Kamera und ganz schmalen Rändern. Schauen wir uns das Display aber noch mal genauer an.

Das Display

Display, Display und noch mehr Display. Das ist der aktuelle Trend am Smartphone-Markt. Hersteller versuchen seit Jahren, alle optischen Störfaktoren vom Screen zu entfernen. Bei dieser Revolution ist die Notch längst nicht mehr eine Innovation, sondern zeichnet sich als Übergangslösung auf dem Weg zum perfekten Display ab. Doch von „perfekt“ ist das Honor View 20 trotz innovativer Loch-Kamera weit entfernt.

Denn statt eines OLED-Displays verbaut die Huawei-Tochter ein LC-Display mit IPS-Technologie. 1.080 x 2.310 Pixel und somit Full-HD+ sind ausreichend. Im beispielhaften Display-Vergleich mit dem Huawei Mate X hat die Auflösung des View 20 natürlich keine Schnitte. Allerdings hätte sich ein OLED-Panel noch deutlicher auf den Endpreis des View 20 ausgewirkt und würde mit Huaweis eigener Produktpalette stark konkurrieren.

Trotzdem bleibt das Display des Honor View 20 ein Highlight. Denn, seien wir mal ehrlich, gewöhnt man sich sehr schnell an die Displayauflösung des eigenen Smartphones. Honor schafft es, das Display schön groß und schnörkellos zu konzipieren. Dabei wird das sogenannte Kinn unterhalb des Displays immer schmaler und die Notch immer kleiner. Beim Honor View 20 kommt sie also in Form einer Loch-Notch, Loch-Kamera oder – besonders kreativ – Knopfloch-Kamera. Das Honor View 20 besitzt also lediglich eine kleine Aussparung für die runde Frontkamera-Linse mit 25-Megapixel-Auflösung.

Kurzfazit: Display

Groß und schön – das Display des Honor View 20 könnte natürlich schärfer auflösen, das ist aber nicht der Anspruch der Huawei-Tochter. Blendet man die Tatsache aus, dass kein OLED-Panel zum Einsatz kommt, macht das Display großen Spaß. Nervt das Loch? Nein – beim täglichen Umgang fällt der zierliche „Schönheitsfleck“ überhaupt nicht mehr ins Auge. Im Gegenteil: Ein riesiges Display ohne Notch ist mittlerweile etwas ganz Neues für die Augen und optisch sehr ästhetisch. Doch jetzt geht’s ans Eingemachte. Weg von Optik und Ästhetik, hin zu den noch wichtigeren inneren Werten.

Die Ausstattung

Denn auch in Sachen Performance hat das Honor View 20 einiges zu bieten. Das Smartphone wird vom aktuellen Oberklasse-Chip Kirin 980 angetrieben. Er wird im 7-nm-Verfahren gefertigt, ist dadurch besonders energieeffizient und besitzt zudem eine Dual-NPU für eine noch schnellere und fortschrittlichere künstliche Intelligenz. Dem Octa-Core-Prozessor stehen je nach Ausführung 6 GB oder 8 GB Arbeitsspeicher zur Seite.

Merkt man das? Ja – unser Testgerät kommt in größtmöglicher Speicherausstattung. Das Scrollen und Wischen beim Zocken und Surfen läuft so flüssig, wie es nur geht. Rasant gleiten Tabs über das große Display, Anwendungen sind unmittelbar nach dem Anwählen verfügbar. Auch beim internen Speicher können sich Käufer zwischen 128 GB und 256 GB entscheiden. Erweiterbar ist dieser dann allerdings nicht. Der SIM-Schlitten bietet lediglich Platz für zwei Nano-SIM-Karten. Löblich zudem ist der Einsatz eines Klinkenanschlusses für kabelgebundene Kopfhörer.

Honor View 20 im TestQuelle: Julia Froolyks / handy.de

Stärkster Prozessor, der je in einem Honor-Handy steckte

Insgesamt zeigt sich das Honor View 20 im Test mit einer sehr flotten Performance. Die KI-Einheit im Kirin 980 macht sich im Alltag vor allem bei der Fotografie bemerkbar, die wir im Kamera-Teil noch ausführlich besprechen. Der erste 7nm-SoC von Huawei steigert seine Energieeffizienz dabei laut Hersteller um bis zu 178 Prozent im Vergleich zum Kirin 970.

Das Ergebnis ist eine kraftvolle Symbiose, die durch eine Mali-G76-Grafikeinheit flankiert wird. In Kombination mit 6 GB bzw. 8 GB RAM ist das Herzstück des Honor View 20 eine Performance-Explosion – der Kirin 980 ist, entgegen Huaweis Behauptung aus Oktober 2018, jedoch nicht schneller als Apples Top-SoC, der A12 Bionic.

Bislang waren die Kirin-Chips von Huawei immer langsamer als vergleichbare Smartphone-Chipsätze der Konkurrenz. Doch in diesem Jahr ist das angeblich anders. Ein Benchmarkergebnis auf Geekbench zeigt allerdings nun ein anderes Bild.

Kein Musikgenuss ohne Kopfhörer

Zur technischen Ausstattung gehört auch der integrierte Lautsprecher an der Unterseite des

View 20. Dieser überzeugt im Test nicht wirklich. Musik klingt unausgeglichen und dumpf. Bass kommt zwar durch, wirkt jedoch sehr blechern. Zudem ist der Lautsprecher nur unterseitig angebracht – Stereo-Sound: Fehlanzeige. Das macht sich beim Zocken in Landscape-Haltung bemerkbar: Mit der rechten Hand wird der Lautsprecher verdeckt und schränkt so den Gaming-Genuss enorm ein. Dafür leistet der Fingerabdrucksensor hervorragende Arbeit und entsperrt das View 20 blitzschnell und jederzeit zuverlässig.

Die technische Ausstattung des Honor View 20 knallt ordentlich! Hier stimmt alles: Prozessor und Arbeitsspeicher siedeln sich ganz oben an. Der interne Speicher ist groß genug für Normal-Nutzer, der fehlende Slot für die Micro-SD-Karte könnte für den ein oder anderen jedoch gegen den Kauf sprechen. Allerdings wird man sich daran gewöhnen müssen, dass aufrüstbarer Speicher in Smartphones künftig nach und nach der Vergangenheit angehören wird.

Honor View 20: Ausstattung im Überblick

Honor View 20
Display 6,4 Zoll, IPS mit Loch-Notch
Auflösung 1.080 x 2.310 Pixel
Prozessor Kirin 980, Octa-Core mit bis zu 2,6 / 1,8 GHz
Speicher 6 GB +  128 GB Speicher

8 GB + 256 GB Speicher

Akku 4.000 mAh, 25 Watt Fast Charging, USB C
Kamera Dual-Kamera (48 MP + 3D-Kamera), f/1.8-Blende
Frontkamera 25 Megapixel, f/2.0-Blende
System Android 9 Pie, Magic UI
Internet WLAN ac, LTE + VoLTE
Drahtlos Bluetooth 5.0, NFC
Sonstiges Dual-SIM, Klinkenbuchse
Preise 6 GB / 128 GB: 569 Euro

8 GB / 256 GB: 649 Euro

Marktstart 29. Januar 2019

Honor View 20 im Benchmark-Test

Den Kirin 980 haben wir bereits im Huawei Mate 20 Pro Test durch diverse Benchmarktests gejagt. Deshalb überraschen die harten Fakten auch im View 20 nicht. Denn hier belegt das Oberklasse-Smartphone das subjektive Empfinden des Nutzers mit sehr guten Benchmarkwerten. Mit einem Score von 276.318 Punkten bei AnTuTu mausert sich das Honor-Flaggschiff zu einem der aktuell leistungsstärksten Handys auf dem Markt. Zum Vergleich: Das wesentlich teurere Huawei Mate 20 Pro erreicht bei AnTuTu 271.017 Punkte.

Samsungs aktuelles Top-Flaggschiff hat hier ebenfalls das Nachsehen: Das Galaxy Note 9 schafft im Benchmarktest von AnTuTu 242.306 Punkte. Ähnlich sieht es im Single- und Multi-Core-Test von Geekbench aus: Das Honor View 20 erreicht 3.273 Punkte (Single-Core) und 9.726 Punkte (Multi-Core). Hier hat Huaweis aktuelles Mate-Flaggschiff mit je 3.349 Punkten (Single-Core) und 9.862 Punkten (Multi-Core) die Nase vorn.

Wie sieht’s beim mobile Gaming aus? In der Praxis laufen anspruchsvolle Mobile-Games, wie Fortnite oder Asphalt 8 in beeindruckender Qualität über das Display. Hier ruckelt oder verzögert nichts. Das belegt auch der Gaming-Benchmark-Test von 3D Mark. Hier erreicht das Honor View 20 im Test High-End-Werte.

Die Benchmark-Ergebnisse im direkten Vergleich

AnTuTu

Geekbench

3DMark Sling Shot Extreme

Honor View 20

276.318

Single-Core: 3.273

Multi-Core: 9.726

OpenGL: 3.631

Vulkan: 4.985

Huawei Mate 20 Pro

271.017

Single-Core: 3.349

Multi-Core: 9.862

OpenGL: 3.554

Vulkan: 4.001

Samsung Galaxy Note 9

242.306

Single-Core: 3.737

Multi-Core: 9.065

OpenGL: 3.387

Vulkan: 2.889

LG G7 ThinQ

236.278

Single-Core: 2.371

Multi-Core: 7.476

OpenGL: 4.189

Vulkan: 3.086

Huawei P20 Pro

211.099

Single-Core: 1.918

Multi-Core: 6.835

OpenGL: 3.003

Vulkan: 3.380

Google Pixel 3 XL

k.A.

Single-Core: 2.390

Multi-Core: 8.395

OpenGL: 4.664

Vulkan: 3.689

Honor View 20 im Test: Telefonie und Internet

In Sachen Konnektivität ist das Honor View 20 nicht nur für das Jahr 2019 gewappnet, sondern fit für die (ferne) Zukunft. So unterstützt der verbaute Kirin 980 alle notwendigen Frequenzbänder für eine stabile mobile Internetverbindung und bringt zusätzlich den Support für das LTE Cat.21-Band mit, das theoretisch Datenströme im Download von bis zu 1,4 GB/s erlaubt. Daten lassen sich außerdem drahtlos per Bluetooth 5.0 oder NFC übertragen – kontaktlosem Bezahlen steht somit ebenfalls nichts im Wege. WLAN ac im 2,4- und 5-GHz-Band für flottes Surfen steht ebenfalls zur Verfügung.

Beim Telefonieren zeigen sich keine Besonderheiten, obwohl die Hörmuschel im Vergleich zu anderen Handys sehr weit oben über dem Display liegt. Der Gesprächspartner ist klar und deutlich zu verstehen, im Gegenzug leistet das Honor View 20 eine gute Geräuschunterdrückung und blendet Störgeräusche für den Gesprächspartner optimal aus. Beim Verwenden des Lautsprechers ist die maximale Lautstärke in Ordnung – in lauten Umgebungen oder im Auto könnte das Telefonieren per Lautsprecher jedoch zu leise sein.

Honor View 20 im Kamera-Test

Vielversprechend ist die Dual-Kamera auf der Rückseite des Smartphones. Honor verbaut hier als erster Hersteller den neuen Sony-Sensor (MX586) mit 48 Megapixel-Auflösung, dem ein 3D-Sensor zur Seite steht. Dieser hat einzig zur Aufgabe, mittels Infrarot Entfernungen und Bewegungen zu registrieren. Strenggenommen besitzt das Honor View 20 also gar keine Dual-Kamera im klassischen Sinne. Trotzdem können sich die Ergebnisse sehen lassen. Innerhalb der Kamera-App wird vor allem die KI-Fähigkeit des Kirin 980 deutlich. Das Honor View 20 erkennt Objekte und Lebewesen, und nimmt für ziemlich jede Situation die „ideale“ Einstellung vor. Der AI-Modus meint es allerdings manchmal zu gut, was zu leicht künstlichen Ergebnissen führt mit knalligen Farben und übertriebenen Kontrasten. Den AI-Modus kann man nach Huawei/Honor-Manier allerdings jederzeit ausschalten.

Solider Nachtmodus mit schönen Ergebnissen

Seine Stärken zeigt die Sony-Kamera im Honor View 20 vor allem bei Stillleben. Gebäude, ruhig stehende Personen oder Objekte werden dank AI-Ultra-Clarity-Modus perfekt in Szene gesetzt. Hierfür nimmt das Honor View 20 innerhalb weniger Sekunden mehrere Bilder auf und fügt sie zu einem zusammen. Gleiches gilt übrigens für den Nachtmodus, der beeindruckende Ergebnisse liefert:

Was auffällig ist: Die Nachtbilder sind allesamt mit einem von leicht bis stark wirkenden Gelbstich versehen. Für das perfekte Bild bei Dämmerung oder in den Abendstunden benötigt man zudem mehrere Anläufe. Trotzdem ist dieses Feature eines der größten Highlights des Honor View 20 im Test. Auch beim Zoomen zeigt sich der Sony-Sensor von einer guten Seite. Details gehen nicht so sehr verloren und das Bild ist relativ rauscharm:

Honor View 20 im TestQuelle: Julia Froolyks / handy.de
Eine Babymöwe ohne Zoom – da geht aber noch mehr.

Honor View 20 im TestQuelle: Julia Froolyks / handy.de
Selbst herangezoomt sind noch viele Details der Möwe zu erkennen. Das Bild rauscht nicht.

Selfies ohne Autofokus

Die kleine Loch-Kamera an der Front knipst mit satten 25 Megapixeln Selfies mit oder ohne Beauty-Modus. Die Ergebnisse wirken trotzdem immer irgendwie künstlich, glattgebügelt. Zudem müssen Nutzer auch hier mehrere Anläufe nehmen, um ein wackelfreies, scharfes Selbstporträt zu schießen. Der Grund: Honor spendiert der auffälligen Frontkamera keinen Autofokus.

Die Kameras des Honor View 20 gehören sicherlich nicht zu den besten auf dem Smartphone-Markt. Die Hauptkamera besticht jedoch vor allem durch den guten Nachtmodus, der wirklich Spaß macht, und die AI-Fähigkeit des Kirin 980 perfekt zum Vorschein bringt. An der Front macht die Selfiekamera zwar durch ihre ungewöhnliche Position im Display auf sich aufmerksam. Die Ergebnisse sind jedoch eher durchschnittlich. Ein Autofokus wäre hier wünschenswert gewesen.

Software und Multimedia

Natürlich kommt das Honor View 20 mit neuestem Android 9 Pie. Im Unterschied zu bisherigen Honor-Smartphones kommt jedoch nicht die Benutzeroberfläche EMUI zum Einsatz, sondern die ganz neue Magic UI, die auch auf dem Slider-Smartphone Honor Magic 2 vor allem für noch mehr künstliche Intelligenz, ein leicht verändertes Design und ein neues Farbschema sorgt. Wie bereits erwähnt kommt leider nur ein Lautsprecher an der Unterseite zum Einsatz, der eher schlecht als recht platziert ist. Bloatware findet sich ebenfalls auf dem Honor View 20 wieder: Sämtliche Google-Apps und Huawei-Anwendungen sind bereits vorinstalliert, die meisten lassen sich jedoch schnell entfernen. Besonders freuen dürfen sich Fortnite-Fans: Wie bereits Samsung mit dem Galaxy Note 9, hat Huawei anscheinend eine Kooperation mit Spieleentwickler Epic Games gestartet und bietet Besitzern des Honor View 20 ein exklusives Honor-Guard-Skin:

Honor View 20 im TestQuelle: Julia Froolyks / handy.de

Honor View 20 im Akkutest

Jedes unserer Testgeräte muss sich auch in unserem anspruchsvollen Akku-Test beweisen. Zunächst nehmen wir bei allen Geräten die folgenden Einstellungen vor: Das Handy während der Test-Dauer überwiegend im WLAN verbunden, lediglich für den Kamera-Test kommen mobile Daten zum Einsatz. Bluetooth, GPS und Push-Benachrichtigungen sind aktiv und der Tester ist mit den wichtigsten sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram und Twitter) verbunden. Die Displayhelligkeit steht auf automatisch. Bevor der Test startet, wird das Testgerät zudem auf 100 Prozent geladen. Dann startet die achtstündige Intensiv-Phase, in dem das Gerät getestet wird und die außerdem die folgenden Disziplinen zu je 30 Minuten beinhaltet:

  • Fotografieren
  • Im Internet surfen
  • In sozialen Netzwerken surfen und chatten
  • Musik-Streaming
  • HD-Video streamen
  • Telefonieren
  • 3D-Game spielen

Kein Wireless Charge trotz Glas

Danach befindet sich das Smartphone weitere 16 Stunden im Standby-Modus. Das Honor View 20 bringt einen üppigen 4.000-mAh-Akku mit, der sich dank Quick-Charge richtig schnell mit neuer Energie versorgt. Der Akkutest verlief unauffällig. Besonders löblich ist, dass das Honor View 20 im Test zu keiner Zeit einer starken Hitzeentwicklung ausgesetzt war. Selbst nach der 30-minütigen Gaming-Session war das Gerät höchstens durch die Körperwärme leicht erhitzt. Die Akkuleistung zeigt sich hier solide. Nach allen Disziplinen bot das Honor View 20 noch einen guten Wert von 61 Prozent Restladung.

Wird das Oberklasse-Handy nicht angefasst und pusht Benachrichtigungen und Co. im Standby-Modus, zeigt sich ein hervorragendes Energiemanagement. 56 Prozent standen nach dem 24-Stündigen Akkutest noch oben rechts in der Anzeige. Somit sollten Nutzer des Honor View 20 zwei volle Tage mit einer Akkuladung auskommen, bevor nachgeladen werden muss. Über Wireless Charge verfügt das Honor View 20 trotz Glasrückseite jedoch leider nicht.

Honor View 20 im Test: Das Fazit

Eine Marke wird erwachsen: Das Honor View 20 zeigt eindrücklich, wohin die Huawei-Tochter inDas Honor View 20 im Test Zukunft gehen will. Das dürfte nicht jedem schmecken, und tatsächlich wagt Honor mit der neuen Preispolitik einiges. Dafür bietet das View 20 aber trotz Oberklasse-Preis ein sehr gutes Preis-Leitsungsverhältnis und ist sogar eine echte Alternative zum noch teureren Huawei Mate 20 Pro. Abstriche machen Nutzer hier allerdings beim Display – LCD statt OLED –  und anderen Extras, die im High-End-Bereich zu finden sind.

Vor allem designtechnisch zeigt sich das Honor View 20 im Test von seiner besten Seite. Die junge Tochter ist erwachsen geworden und präsentiert das auch ganz selbstbewusst: Die schillernde Rückseite, der riesige Bildschirm mit Loch-Kamera und hauchdünnen Rändern verwandeln das Smartphone in eine Augenweide. Und auch die inneren Werte stimmen voll und ganz. Der Prozessor ist leistungsstark und macht das View 20 in Kombination mit viel Arbeitsspeicher und aktuellster Antennentechnik zu einem der besten Smartphones am Markt. Wer sich das Honor View 20 kaufen will, sollte allerdings noch ein paar Wochen warten. Honor hat sich als Marke noch nicht in den Köpfen der Otto-Normalverbraucher etabliert, gilt immer noch als Insider-Tipp. Ein Preissturz in den kommenden Wochen ist somit sehr wahrscheinlich.

Honor View 20: Die besten Alternativen

Honor 10

Im Mai feiert das Honor 10 seinen ersten Geburtstag. Auf dem schnelllebigen Smartphone-Markt ist das schon fast alt. Und trotzdem empfehlen wir das glänzende Multitalent in zahlreichen Mittel- und Oberklasse-Tests als sehr gute Alternative. Das liegt vor allem am unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis: 318 Euro schlägt Amazon aktuell für das Honor 10 an * (Stand Februar 2018). Dafür bekommen Käufer eine sehr gute Dual-Kamera, den Kirin 970 mit KI, ein schön helles 5,8 LC-Display und einen ausdauernden 3.400-mAh-Akku. Satte fünf Sterne hat das Honor 10 im Test geholt:

Das Honor 10 ist da. Es besticht auch durch eine smarte Dual-Kamera und natürlich ein aufregendes Design. Wir haben das Honor 10 ausführlich getestet und verraten, warum das Smartphone unbedingt Geduld erfordert, bis es zum perfekten Handy wird.

Huawei P20

4,5 Sterne hat das Huawei P20 im Test abgesahnt und ist damit ebenfalls eines der besten Smartphones in unserer Testreihe. Auch hier kommt der Kirin 970 zum Einsatz, der das Smartphone flott macht und mit KI-Fähigkeit vor allem Spaß beim Fotografieren garantiert. Besonders gefallen haben uns das Design, der ausdauernde 3.400-mAh-Akku mit Quick Charge sowie die gute Performance. Leider besitzt das Huawei P20 keine Klinkenbuchse für Kopfhörer und der Speicher lässt sich nicht via Micro-SD-Karte erweitern. Das Huawei P20 gibt’s bei Amazon * bereits ab 413 Euro.

Das Huawei P20 bietet etwas weniger Speicher als das Huawei P20 Pro und auch eine Kamera weniger. Dennoch braucht sich das Oberklasse-Smartphone nicht zu verstecken. Im Test konnte uns das mittlere Modell der Reihe in einigen Bereichen überzeugen.

Für ein Oberklasse-Gerät muss man nicht immer 1.000 Euro ausgeben. Es lohnt sich ein Blick auf ehemalige Flaggschiffe und gehobene Mittelklasse-Modelle. Die derzeit besten Smartphones bis 400 Euro haben wir Dir hier zusammengefasst.