Honor 8X im Test: Display-Riese zum Kampfpreis | handy.de
Testbericht

Honor 8X im Test: Glänzender Display-Riese zum Kampfpreis

Künstliche Intelligenz kommt in Honors Mittelklasse

Technische Ausstattung des Honor 8X im Überblick

Honor 8X
Display 6,5 Zoll, 19,5:9-Format, 397 ppi

LTPS-Display

91 Prozent Screen-to-Body-Ratio

Auflösung 2.340 x 1.080 Pixel
Akku 3.750 mAh
Prozessor Kirin 710, Octa-Core

Mali G51 GPU

4 GB RAM

Speicher 64 GB, 128 GB, erweiterbar per Micro-SD-Karte bis zu 400 GB
Hauptkamera Dual-Kamera: 20 MP, ƒ/1.8 Blende + 2 MP

Autofokus (PDAF)

Auflösung: bis zu 5.120 x 3.840 Pixel

Video bis zu 1.920 x 1.080 Pixel

1.080P, 60 fps

Frontkamera 16 MP, f/2.0
Software Android 8.1 Oreo
Drahtlos Bluetooth 4.2, NFC, GPS, Glonass, BeiDou
Konnektivität USB 2.0, 3,5-mm-Klinkenanschluss

WLAN a/b/g/n/ac (2,4 GHz + 5 GHz)

Wi-Fi Direct, Wi-Fi Hotspot

IP-Zertifizierung N/A
Sonstiges 3 Kartenfächer: 2x Nano-SIM (Dual-SIM) + Micro-SD-Karte

Schwerkraftsensor, Näherungssensor,

Umgebungslichtsensor, Gyroskop, Fingerabdrucksensor,

Digitaler Kompass

Maße & Gewicht 160,4 mm (H) x 76,6 mm (B) x 7,8 mm (T)

127 Gramm

Farben Blau, Schwarz, Rot
UVP 249 Euro (4 + 64 GB)

279 Euro (4 + 128 GB)

Verfügbarkeit seit 05. Oktober 2018

 

KI findet ihren Weg in die Mittelklasse

Huaweis Kirin 710, der im Honor 8X zum Einsatz kommt, bringt erstmals künstliche Intelligenz auch in die Mittelklasse. Vier der acht Kerne takten mit bis zu 2,2 GHz, die anderen vier mit bis zu 1,7 GHz. Gleichzeitig sorgt der 4 GB große Arbeitsspeicher dafür, dass auch Multi-Tasking-Aufgaben kein Problem darstellen. Im Test des Honor 8X kam es zu keinen Verzögerungen was das Öffnen bzw. Wechseln von Apps anbelangt. Auch das Streaming von Serien wie der Amazon Originals Produktion „Shooter“ bei höchster Helligkeitsstufe stellte kein Problem für das Mittelklasse-Modell dar.

Dennoch fehlte uns hier die Möglichkeit, die Netflix-App zu installieren und hier unsere Lieblingsserien zu schauen. Zum Zeitpunkt des Tests war sie nicht mit dem Honor 8X kompatibel. Berichten zufolge soll der chinesische Hersteller jedoch gerade eine Kooperation mit dem Video-Streaming-Dienst abgeschlossen haben und die Netflix-App per Update bald zu den vorinstallierten Apps auf dem Honor 8X hinzufügen.

Und die Performance? Benchmark nicht möglich

Als Grafikeinheit kommt die GPU Mali G51 zum Einsatz. Ebenfalls mit an Board ist die GPU Turbo-Technologie, die schnellere Grafikleistung bei geringerem Energieverbrauch verspricht. Dazu gesellt sich das 4D Smart Shock-Feature, das sich besonders an Gamer richten soll. So liefen auch anspruchsvollere Spiele wie Asphalt Nitro oder Asphalt 9 beim Honor 8X im Test ruckelfrei. Leider war es zum Zeitpunkt unseres Tests nicht möglich, einen AnTuTu- oder Geekbench-Benchmarktest durchzuführen. Beide Benchmark-Apps konnten nicht auf unserem Testgerät installiert werden – weder regulär über den Google Play Store noch als APK-Datei. Doch wir konnten das Honor 8X dem Sling Shot Extreme von 3DMark unterziehen. Der Wert für OpenGL ES 3.1 beträgt hier 955, während der Wert für Vulkan bei 1.129 liegt. 

Erweiterbarer Speicher, rückschrittliche USB-Schnittstelle

Diesmal gibt es zwei Speicherausführungen des neuen Honor-Mittelklasse-Modells: Die Wahl besteht zwischen 64 oder 128 GB internem Speicher, der jeweils per Micro-SD-Karte um bis zu 400 GB erweitert werden kann. Ebenfalls sehr erfreulich dürfte der beim Honor 8X vorhandene 3,5-mm-Klinkenanschluss sein. Doch gleich daneben hätten wir uns etwas neuere Technologie gewünscht. Denn statt einer USB Typ C-Schnittstelle setzt Honor hier noch auf eine etwas veralte Micro-USB-Schnittstelle – laut Hersteller aus Kostengründen. Schnellladen ist demnach nicht möglich. Auch der direkt daneben angebrachte Lautsprecher ist nicht gerade ein Klangwunder. Der Sound ist eher blechern und es fehlt eindeutig an Bass. Musikgenuss empfiehlt sich also eher über Kopfhörer oder mit Verbindung zu einem externen Lautsprecher. 

Micro-USB-Schnittstelle beim Honor 8XQuelle: Jessica Julia Mrzik / handy.de

Karten-Trio: Dual-SIM und Micro-SD-Karte unterbringen

Dennoch kann Honors Mittelklasse-Modell mit seiner Dual-SIM-Fähigkeit punkten, denn es verfügt über drei unabhängige Kartenfächer. So muss keine Entscheidung zwischen Dual-SIM-Option oder zusätzlichem internen Speicher getroffen werden, wie es bei dem Hybrid-Slot des Huawei Mate 20 lite der Fall ist. In das Honor 8X passen zwei Nano-SIM-Karten gemeinsam mit einer zusätzlichen Micro-SD-Karte ganz einfach nebeneinander.

Telefonie und Internet

Hinsichtlich der Telefonie liefert das Honor 8X im Test einen soliden Eindruck. Das Mittelklasse-Smartphone unterstützt alle hierzulande wichtigen Bänder, die wir hier im folgenden listen:

Weiterhin setzt Honor hier auf AI-Kommunikation. Die AI-Rauschunterdrückung kommt hier zum Einsatz, um Hintergrundgeräusche wie starken Wind oder U-Bahn-Lärm zu reduzieren. Gleichzeitig verfügt das Honor 8X über einen Aufzug-Modus, der die Verbindung nach Verlassen des Aufzuges zügig wieder herstellen soll.

Im Test konnte die Sprachqualität auf beiden Seiten der Leitung überzeugen. Der Gesprächspartner war klar und deutlich zu verstehen und es kam zu keinen Abbrüchen. Im Freisprech-Modus nahm die Qualität jedoch deutlich ab. Während wir unseren Gesprächspartner über die Lautsprecher weiterhin gut verstehen konnten, hatte man am anderen Ende der Leitung mit deutlich mehr Schwierigkeiten zu kämpfen – obwohl sich das Mittelklasse-Smartphone nur knapp 10 cm von unserem Mund entfernt befand. Mit steigender Entfernung wurde die Qualität somit schlechter. 

Während des gesamten Test hatte das Honor 8X eine stabile WLAN-Verbindung. Es unterstützt mit Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac ebenfalls den hierzulande gängigen Standard sowie Wi-Fi Hotspot und Wi-Fi Direct. Das Phablet unterstützt zudem weiterhin moderne Standards wie VoLTE und WiFi-Calling.

Software und Bedienung

Ab Werk wird das Honor 8X mit Android 8.1 Oreo unter der Huawei-eigenen Benutzeroberfläche EMUI 8.2 ausgeliefert. Neuestes Android 9.0 Pie ist hier also nicht von Anfang an mit dabei. Wie bereits gewohnt sind weiterhin einige Drittanbieter-Apps (Bloatware) vorinstalliert. Durch die Einteilung in App-Ordner wirkt EMUI 8.2 unter dem Android-Betriebssystem dennoch eher aufgeräumt. Zudem lassen sich die vorinstallierten Apps auch problemlos deinstallieren.

Fingerabdrucksensor schlägt Face Unlock

Um überhaupt an die Benutzeroberfläche zu gelangen, muss ein Smartphone natürlich zunächst entsperrt werden – vorausgesetzt Du schützt Dein Handy mit einer entsprechenden Methode. Die Entsperrmethode, die beim Honor 8X schon von außen sichtbar wird ist der Fingerabdrucksensor, der hier auf der Rückseite verbaut ist. Er ist auch mit kleineren Händen bequem zu erreichen und demnach optimal positioniert. In unserem Test lief die Einrichtung problemlos und auch das Entsperren des Smartphones funktionierte per Fingerabdrucksensor stets sehr schnell und zuverlässig. 

Darüber hinaus bietet das Honor 8X im Test auch Face Unlock. Die Einrichtung brauchte zwei Anläufe, doch dann war das Gesicht registriert und das Mittelklasse-Modell ließ sich damit über die Frontkamera entsperren. Hier haben wir gleich mal darauf los getestet, ob sich Face Unlock beim Honor 8X mit einem Selfie austricksen lässt. Fehlanzeige. Das Smartphone wird im Test nur mit dem „echten“ Gesicht entsperrt. Und das klappt im allgemeinen auch ganz gut, wenn auch nicht immer so schnell und zuverlässig, wie mit dem Fingerabdrucksensor.

Besonders bei einer dunkleren Umgebung brauchte Face Unlock teils mehrere Anläufe. Zudem wirkt das Entsperren manchmal etwas langsam – im Vergleich zu der Methode per Fingerabdrucksensor. Weiterhin sind natürlich auch die klassischen Entsperrmethoden per PIN oder Muster verfügbar.

Face Unlock im Huawei P20 Pro funktioniert angeblich viel besser als Apples Face ID im iPhone X. Dass das Feature selbst in einem teuren Flaggschiff immer noch höchst unsicher angeboten wird, wollen wir nun einmal zur Diskussion stellen.