Honor 20-Serie vorgestellt: Quad-Kamera, aber keine Android-Updates?
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Honor 20-Serie vorgestellt: Quad-Kamera, aber keine Android-Updates?

Honor 20 und Honor 20 Pro punkten mi Mittelklasse-Segment

Die erste Triple-Kamera im mittleren Preissegment: Das neue Honor 20 und Honor 20 Pro kommen mit je vier Bildsensoren daher. Trotz der gut und zahlreich verbauten Technik bleibt der Preis vergleichsweise gering. Doch ein Problem gibt es da: Wird das Honor 20 (Pro) niemals Android-Updates erhalten?

Honor 20 Pro: Volle Power für niedrigen Preis

Das Honor 20 Pro bekommt einen 6,26 Zoll großen Touchscreen spendiert, der mit 2340×1080 Pixeln auflöst. Eine Besonderheit ist das für die Frontkamera „gelochte“ Display – denn statt einer inzwischen fast normalen Notch in der oberen Mitte des Bildschirms gibt es in der linken oberen Ecke nur eine kleine Öffnung für eine einzige Kameraoptik. Infrarotsensoren verschwinden, auch der Ohrhörer muss dafür weichen. Leider verzichtet Honor auch auf einen Fingerabdrucksensor unter dem Display – beim Honor 20 Pro wird er seitlich im Power-Knopf integriert.

Quelle: Jonathan Kemper
Hinter dem kleinen Loch verbirgt sich die Frontkamera. Honor wirbt damit, dass das Loch kleiner ist als beim Samsung Galaxy S10.

In Sachen Akku verbaut Honor 4.000 Milliamperestunden. Damit sollte das Honor 20 Pro ungefähr eineinhalb Tage ohne Ladevorgang durchhalten – ähnlich lang wie das Huawei P20 Pro, welches vor zwei Jahren das Flaggschiff der chinesischen Mutterfirma war. Für die verlängerte Laufzeit ist das Smartphone auch ein kleines bisschen dicker geworden. SuperCharge hilft dabei, das Gerät schneller zu laden.

Der Prozessor ist schon altbekannt und wurde auch beim Huawei P30 Pro verbaut: Der HiSilicon Kirin 980 bietet acht Kerne, von denen vier für Hintergrundaufgaben und vier für anspruchsvolle Anwendungen wie Spiele optimiert sind. Dazu kommen acht Gigabyte RAM, sodass alle möglichen Spiele sogar parallel laufen könnten.

Einen besonderen Fokus legte Honor auf die Optik: Die Rückseite sieht dank des „Dynamic Holographic Design“ besonders aus. Hier wurden drei Schichten aufeinander aufgetragen, um so noch hübscher zu reflektieren. Huawei begann mit der speziellen Beschichtung beim P20 Pro, welches durch die Farbgradienten in der blauen Version besonders beliebt wurde. Das Honor 20 Pro wird in den Farbtönen Phantom Black und Phantom Green erhältlich sein.

Honor 20 Pro: Kamera als Alleinstellungsmerkmal

Das Mittelklasse-Smartphone bringt erstmals vier Kameras in ein vergleichsweise günstiges Gerät. Die Hauptkamera nimmt Fotos mit bis zu 48 Megapixeln auf, die Blende liegt bei f/1.8. Das Honor 20 Pro bietet beim Hauptsensor auch eine optische Bildstabilisierung, eine ruhige Hand ist also bei Fotos nicht besonders wichtig, weil Bewegungen mechanisch ausgeglichen werden. Wie auch im P30 Pro gibt es eine Weitwinkel-Kamera. Diese löst mit 16 Megapixeln auf, ist jedoch mit f/2.2 etwas lichtschwächer. Der dritte Sensor im Bunde bietet Zoom-Funktionalitäten, mit 8 Megapixeln löst sie nicht so stark auf wie andere Zoom-Kameras.

Quelle: Jonathan Kemper

Die vierte Linse ist für Smartphones eine Besonderheit: Honor hat sich dafür entschieden, eine Makro-Kamera einzubauen. Normalerweise lassen sich Objekte erst mit einem Abstand von fünf Zentimetern fotografieren. Honors Makrokamera ist sogar in der Lage, bis auf einen Zentimeter an das Fotomotiv heran zu gehen. Die Kamera kann also als Lupe bzw. Mikroskop eingesetzt werden – ziemlich cool! Die Auflösung lässt jedoch etwas zu wünschen übrig: Bilder sind nur zwei Megapixel groß. Wer aber sowieso schon so nah an Objekte herangeht, wird wohl kaum noch digital herein zoomen.

Zu den Kameras kommt noch ein Laser-Autofokus, der bei schnellem Fokussieren helfen soll. Auch in dunklen Lichtverhältnissen hilft der Laser, da er die Entfernung von Zielen viel genauer und schneller  erfassen kann.

Honor will gezielt den Low-Light-Markt erobern: Die Sensoren sind sehr lichtempfindlich und erreichen ISO 51.200. Normale Smartphone-Kamerasensoren sind häufig bei ISO 6.400 begrenzt.

Tatsächlich ist die Qualität bereits von Profis bewertet worden: Im DxO-Kamerabenchmark liegt das Honor 20 Pro bei 111 Punkten, vor dem iPhone XR und hinter dem Huawei P30 Pro. Aber lohnt sich für die ein bisschen bessere Kamera der Aufpreis für das Honor 20 Pro?

Honor 20: Mittelklasse mit Top-Kamera

Honor 20 Rückseite

Das Honor 20 ist im Vergleich zum großen Bruder etwas abgespeckt: Das Display ist auch 6,26 Zoll groß. Die Auflösung liegt ebenfalls bei 2340×1080 Pixeln bei 412 Pixeln pro Zoll – das Display ist also scharf genug. Der Fingerabdruck-Sensor ist im Power-Button an der rechten Seite des Smartphones verbaut. Die in den letzten Monaten immer häufiger zu findende Notch weicht auch beim normalen Honor 20 einer „Punchout Hole“, also einem kleinen Loch, hinter dem die Frontkamera sitzt. Die Kamera fällt kaum auf und ist im Verhältnis zu einer normalen Notch deutlich unauffälliger.

Als Prozessor kommt ein HiSilicon Kirin 980 zum Einsatz. Der Chip ist eine Eigenentwicklung von Huawei und Honor und kam bereits im Huawei P30 Pro und dem Mate 20 zum Einsatz und war für alle Szenarien schnell genug. Sechs Gigabyte RAM und 128 Gigabyte interner Speicher runden das Gesamtpaket ab. Der Akku mit 3.750 Milliamperestunden ist bei weitem nicht so groß wie bei anderen Huawei-Smartphones. Zum Vergleich: Das P30 Pro bietet 4.200 mAh. Honor hat dafür allerdings SuperCharge eingebaut: Der Akku lässt sich mit bis zu 22,5 Watt aufladen, sodass in 30 Minuten rund die Hälfte des Akkus wieder gefüllt ist.

Quelle: Jonathan Kemper

Besonders farbenfroh wird das Honor 20 nicht: Die Farben Sapphire Blue, Atlantic White und Midnight Black sind die einzigen beiden Varianten des Gerätes. Die weiße Version soll es in Deutschland wohl nicht geben.

Starke Kameras – auch fürs Honor 20

Die Quad-Kamera des Honor 20 im Überblick.
Die Quad-Kamera des Honor 20 im Überblick.

Das Honor 20 bekommt ein leicht anderes Kamera-Setup: Der Hauptsensor mit 48 Megapixeln bleibt bestehen, ebenso die Weitwinkel-Kamera mit 16 Megapixeln. Weichen muss das Tele-Objektiv: statt einem Zoom bekommt das Honor 20 eine Bokeh-Kamera, die beim Berechnen der künstlichen Unschärfe aushelfen soll. Die Auflösung liegt bei nur zwei Megapixeln, die Kamera ist also rein für die Prozessorberechnungen und nicht zur Betrachtung gedacht. Dennoch sind die gezeigten Beispielbilder sehr eindrucksvoll.

Die Technik stimmt also – aber was ist mit regelmäßigen Android-Updates? Huawei / Honor und Google haben derzeit nicht die beste Beziehung. Dazu mehr auf der nächsten Seite.

Honor 20 (Pro): Wird es Android-Updates geben?

Sehr verschlossen war Honor während der Präsentation darüber, wie es mit der Nutzung von Android aussieht: Mutterkonzern Huawei darf offiziell Android nicht mehr als Betriebssystem nutzen. Offenbar geht man bei Honor davon aus, dass man selbst nicht betroffen sei. Klassische UI-Elemente von Android waren während der Präsentation durchgehend zu sehen. Allerdings wurde nicht einmal darüber gesprochen, welche Version von Android auf dem Gerät laufen werde. Der einzige Hinweis auf Android fiel bei der Erwähnung von Magic UI: Das ist eine optische Anpassung von Android, die Honor schon seit mehreren Monaten nutzte.

Unter Umständen wird Huawei noch in diesem Jahr eine erste Version von einem hauseigenen Betriebssystem vorstellen: Am sogenannten „Project Z“ arbeitet die chinesische Firma schon seit Monaten. Das Huawei-Betriebssystem soll ganz normal Android-Apps nutzen können. Entwickler können Apps aber offenbar auch optimieren und so einen Geschwindigkeits- und Effizienzboost von bis zu 60 Prozent erreichen. Dazu mehr in unserem Ratgeber:

Handelssanktionen verbieten Huawei die Nutzung von Android. Aber was passiert jetzt mit deinem Huawei-Handy - kannst du noch Apps herunterladen und Updates erhalten? Wir haben alle aktuellen Infos gesammelt. 

Vom Mutterkonzern Huawei kommt dazu nur diese Stellungnahme:

Honor 20 und Honor 20 Pro: Preise und Verfügbarkeit

 

Honor möchte sich mit dem Honor 20 (Pro) weiter im preislichen Mittelfeld platzieren. Deswegen versucht das Unternehmen, die Smarpthones günstig zu bepreisen. Wirklich billig sind die neuen Geräte aber nicht.

Das Honor 20 hat in seiner Standardausstattung sechs Gigabyte RAM und 128 Gigabyte Festspeicher. Mit seiner Vierfachkamera kann das Gerät viele Kamera-Smartphones für 1.000 Euro schlagen. Aber: Honor wird nur 499 Euro für die Standardversion des Honor 20 verlangen. Im Shop wird das Smartphone bereits gelistet.

Das Honor 20 Pro mit seiner Telefoto-Zoom-Linse anstatt eines Tiefensensors kommt mit acht Gigabyte RAM daher. Auf 256 Gigabyte fest verbautem Speicher lassen sich tausende Fotos und Videos speichern – trotz 48 Megapixeln Auflösung und 4k-Videos. Preislich liegt das Modell bei 599 Euro. Der Honor-Shop gibt weitere Details.

Während der Präsentation wurde leider kein Releasedatum für die beiden neuen Smartphone Honor 20 und Honor 20 Pro genannt. Wir gehen allerdings davon aus, dass die Smartphones Mitte bis Ende Juni weltweit verfügbar sein werden. Aber auch hier heißt es wieder: Der Konflikt zwischen Huawei und den USA ist noch nicht ausgetragen – vielleicht wird das Smartphone hier sogar gar nicht auf den Markt kommen. Wir werden den Artikel bei neueren Informationen entsprechend anpassen und dich informieren.

Honor 20 (Pro): Erste Impressionen

Vor Ort konnten sich die ersten Journalisten bereits einen Eindruck zum Gerät verschaffen. Wir wollen ein paar Einblicke zu dem Gerät bieten: