Honor 10 Lite im Kurztest: Preis-Leistungs-Favorit für Selfie-Fans
Testbericht

Honor 10 Lite im Kurztest: Preis-Leistungs-Favorit für Selfie-Fans

So schlägt sich das Honor 10 Lite im Alltag

Das Honor 10 Lite ist der kleine Bruder des 2018er Flaggschiffes Honor 10. Es kommt etwas abgespeckter daher und startete erst gegen Ende des vergangenen Jahres in den chinesischen Markt. Seit Anfang 2019 ist das Lite-Modell auch bei uns erhältlich und erweitert das Mittelklasse-Angebot des chinesischen Herstellers. Es kommt mit modernem Design, Dual-Hauptkamera und richtet sich mit seiner 24-Megapixel-Frontkamera besonders an Seflie-Fans. Grund genug, sich das Smartphone einmal genauer anzusehen. Wir haben den Kurztest mit dem Honor 10 Lite gemacht und ein Fazit gezogen.

Design: Mehr Schein als Sein

Honors abgespecktes Flaggschiff Honor 10 Lite bietet in puncto Design ein derzeit fast schon gewohntes Bild in der Mittelklasse. Es wirkt modern und hochwertig, ist an den Ecken abgerundet, kommt mit einer glänzenden Rückseite, wenig Displayrand und einer tropfenförmigen Notch. Beim ersten Kontakt liegt das Honor 10 Lite auf Anhieb gut in der Hand, was nicht zuletzt dem insgesamt abgerundeten Design – auch das der seitlichen Kanten auf der Rückseite – verschuldet ist. Der Fingerabdrucksensor ist an einer mit dem Zeigefinger leicht zu erreichenden Stelle angebracht und auch der Power-Button und die Lautstärke-Tasten sind einfach zu erreichen. Jedoch fällt sofort auf, dass das Smartphone insgesamt sehr rutschig ist. Ein Blick auf die Rückseite verrät hier mehr. Zwar sieht es so aus, als hätte man hier Glas verwendet, jedoch handelt es sich um Kunststoff. Das Material spiegelt stark und sorgt für einen edlen Look, leider aber auch für wenig halt. Hier können eine Hülle mit mehr Grip oder ein Popsocket Abhilfe schaffen.

Honor 10 Lite im KurztestQuelle: Jessica Julia Mrzik / handy.de
Die Rückseite des Honor 10 Lite spiegelt stark.

Auch beim Rahmen geht es mit Kunststoff weiter, auch wenn es hier den Anschein macht, Honor hätte seinem Mittelklasse-Modell einen Metallrahmen spendiert. Dennoch handelt es sich um einen Kunststoff-Rahmen mit einer speziellen Legierung – und das wohl nicht ohne Grund. Denn immerhin ist Kunststoff ein günstigeres Material als Glas bzw. Metall und senkt somit auch den Preis des Endgerätes.  Das Honor 10 Lite in unserem Kurztest kam als schwarze Farbvariante „Midnight Black“, dessen Rahmen fast bläulich schimmert. Darüber hinaus hat der Hersteller jedoch auch die Farben Sapphire Blue und Sky Blue im Angebot, von denen letztere einen Farbverlauf bietet.

Honor 10 Lite im KurztestQuelle: Jessica Julia Mrzik / handy.de
Der Rahmen des schwarzen Honor 10 Lite schimmert bläulich.

Die Notch schafft Platz für mehr Display

Weiter geht es auf der Frontseite und mit der bereits angekündigten Notch. Diese ragt tröpfenförmig in das Display herein und ermöglich einen minimalen oberen Displayrand. Auch die seitlichen Ränder sind relativ schmal. Die wohl breiteste Stelle bildet der untere Rand, auch wenn dieser ebenfalls recht schmal wirkt. Dadurch schafft Honor auch in der Mittelklasse ein fast grenzenloses Display-Erlebnis. Der Hersteller gibt die Screen-to-Body-Ratio des Honor 10 Lite mit über 90 Prozent an.

Honor 10 Lite im KurztestQuelle: Jessica Julia Mrzik / handy.de
Das Honor 10 Lite von vorne: Mit Notch für die Frontkamera.

Display: LCD muss reichen

Für das Display verbaut man beim Honor 10 Lite ein 6,21 Zoll großes LTPS-LCD-Panel, da die OLED-Technologie mit einem höheren Preis zu Buche schlagen würde. Die Auflösung liegt bei guten 1.080 x 2.340 Pixeln, die Pixeldichte bei 415 ppi. Tatsächlich wirkt das LC-Display im Kurztest ausreichend scharf. Zudem erscheinen uns auch die Farben kontrastreich und realistisch. 

Die Ausstattung im Überblick

Honor 10 Lite
Display 6,21 Zoll, LTPS-LCD
Auflösung 1.080 x 2.340 Pixel (FHD+), 415 ppi
Prozessor Kirin 710, Octa-Core, 4x 2,2 GHz + 4 x 1,7 GHz
RAM 3 GB
Speicher 64 GB, erweiterbar per Micro-SD-Karte
Kamera

Frontkamera

Dual-Kamera, 13 MP + 2 MP, f/1.8 + f/2.4

24 MP, Display-Blitz

Akku 3.400 mAh, Micro-USB
Software Android 9.0 Pie / EMUI 9.0
IP-Zertifizierung Nein
Entsperrmethoden Fingerabdruck-Scanner (rückseitig), Face Scan, Muster, Passwort, PIN
Maße & Gewicht 154,8 mm x 73,64 mm x 7,95 mm, ca. 162 g
Farben Midnight Black, Sapphire Blue, Sky Blue
UVP 249 Euro
Marktstart Januar 2019

Mittelklasse Innenleben für solide Performance

Im Inneren spricht das Honor 10 Lite weiterhin eine deutliche Mittelklasse-Sprache. Denn das Smartphone wird vom Kirin 710 angetrieben, dem 3 GB RAM zur Verfügung stehen. Weiterhin mit an Bord ist die GPU-Turbo-Technologie, die die Grafikperformance bei niedrigerem Energieverbrauch steigert. Leider war es mit unserem Testgerät weder möglich, den AnTuTu- als auch den Geekbench-Benchmark durchzuführen. 

Für alle Deine Dateien wie Fotos und Videos bietet der interne Speicher des Honor 10 Lite ab Werk 64 GB, die sich per Micro-SD-Karte erweitern lassen. Dabei handelt es sich um einen Hybrid-Slot, in dem auch die Nano-SIM-Karte Platz neben der Speichererweiterung findet. Wahlweise kann der Nutzer jedoch auf eine Micro-SD-Karte verzichten und eine zweite SIM-Karte einlegen. 

Akku: Dein Begleiter für den ganzen Tag

Die Akku-Kapazität liegt bei 3.400 mAh und bringt das Mittelklasse-Smartphone locker durch den Tag. Zwar hatten wir im Kurztest nicht die gleichen Anforderungen an den Akku, wie wir es in ausführlichen Tests handhaben, dennoch haben wir versucht, das Honor 10 Lite einen Tag lang „normal“ zu nutzen. Dazu gehörte auch eine Stunde Gaming, wobei wir einerseits Klassiker wie Temple Run 2 oder Fruit Ninja, aber auch aktuelle Chart-Spitzenreiter im Play Store wie Grass Cut oder Color Bump 3D gezockt haben. Alle Spiele liefen flüssig und zu jeder Zeit ruckelfrei. Danach haben wir uns ein wenig durch Social Media-Apps wie Instagram und Facebook gescrollt, einige Google-Suchanfragen vollzogen und die Kamera verwendet. Währenddessen war das Honor 10 Lite im Kurztest durchgängig mit einem WLAN-Netzwerk verbunden und die Bluetooth-Funktion aktiviert.

Am Ende des Tages hatte das Mittelklasse-Smartphone noch ausreichend Saft, um auch am Abend für einige Videos und Spiele herzuhalten. Leider entscheidet sich Honor hier wieder für einen nicht mehr zeitgemäßen Micro-USB-Anschluss in der Mittelklasse. Damit lässt sich das Honor 10 Lite nicht schnell laden, wie es mit einer USB-Typ-C-Schnittstelle funktioniert. Es bleibt in Zukunft spannend zu sehen, wie man weiterhin diese Preisklasse bedienen möchte, es aber endlich schafft, auch USB-Typ-C kostengünstig möglich zu machen. Dafür ist aber ein 3,5-mm-Klinkenanschluss vorhanden.

Honor 10 Lite im KurztestQuelle: Jessica Julia Mrzik / handy.de
Leider nur Micro-USB für das Honor 10 Lite.

In puncto Software ist ab Werk Android 9.0 Pie vorinstalliert. Das Betriebssystem von Google liegt wie gewohnt unter der Huawei-eigenen Benutzerfläche EMUI in der Version 9.0.

Kamera: Solider Begleiter für Deine Schnappschüsse

Kommen wir nun zu einem der wichtigsten Punkte, die ein Smartphone heutzutage mitbringt: Die Kamera. Das Honor 10 Lite hat uns im Kurztest auf eine Fototour durch Barcelona begleitet und konnte hier zeigen, was die Kamera so drauf hat. Natürlich haben wir einerseits die Dual-Kamera auf der Ruückseite, als auch die 24 Megapixel starke Frontkamera angetestet. 

Honor 10 Lite im KurztestQuelle: Jessica Julia Mrzik / handy.de
Die Dual-Kamera des Honor 10 Lite mit AI-Funktionen.

Die Dual-Kamera

Starten wir auf der Rückseite. Hier sitzt die Dual-Kamera des Honor 10 Lite. Sie besteht aus einer Kombination eines 13-Megapixel-Sensors, der von einem 2-Megapixel-Sensor für Tiefeneffekte wie den Bokeh-Effekt unterstützt wird. Zusätzlich ist dank des Kirin 710 auch KI mit an Bord, weswegen das Honor 10 Lite die AI-Cam von Huawei unterstützt. Die AI-Fotografie lässt sich wie immer per Tippen auf das Symbol ein- bzw. ausschalten. Und obwohl die reine Hardware-Ausstattung der Dual-Kamera des Honor 10 Lite nicht gleich Begeisterung auslöst, konnten wir auf unserer Fototour durch Barcelona einige schöne Bilder mit dem Smartphone knipsen. Besonders bei Tageslicht gefallen uns die Aufnahmen für ein Gerät in dieser Preisklasse sehr gut. Die KI erkennt ohne Probleme Objekte wie Pflanzen oder Blumen und stimmt das Szenario darauf ab. 

Doch auch bei künstlichem Licht schlägt sich die Dual-Kamera gut. Natürlich sind die Fotos nicht so detailreich und gestochen scharf wie bei einem High-End-Smartphone – besonders dann, wenn man näher ranzoomt – doch hier muss immer die Preisklasse betrachtet werden. Und dafür macht die Kamera eine Menge Freude. Mit der Blenden-Einstellung lassen sich schöne Fokus-Effekte erzeugen, die im Nachgang zusätzlich bearbeitet werden können. Zudem ist auch ein Nachtmodus vorhanden, der ganz schicke Aufnahmen liefert, auch wenn das Rauschen im Dunklen stärker wird. Das kann auch ein Nachtmodus nicht mehr verschleiern.

Auch die Video-Aufnahme kann überzeugen. Das gefilmte Material wirkt flüssig und die Farben realitätsnah. Zwar fängt die Kamera bei Objekten im Vordergrund, die scharf gestellt werden soll, schon mal an zu „pumpen“, für einfache Aufnahmen von Momenten, an die man sicher gerne zurück erinnern möchte, reicht es jedoch völlig aus. Zudem bietet das Honor 10 Lite auch eine Zeitraffer-Funktion, obwohl wir hier eine Slow-Mo-Videoaufnahme vermissen. 

Die Frontkamera: Hallo, Selfie-Fans!

Mit der Frontkamera des Honor 10 Lite möchte der Hersteller diesmal vor allem Selfie-Fans für sich gewinnen. Deswegen verbaut Honor hier einen 24-Megapixel-Sensor, der in die tropfenförmige Notch eingelassen ist. Und tatsächlich liefert die Kamera besonders bei Tageslicht scharfe Selbst-Porträts. Auch hier machen die Farben einen sehr realen Eindruck. Im Porträt-Modus verschwimmt der Hintergrund, während die Person im Vordergrund scharf bleibt. Hier hat die Frontkamera einige Probleme mit Haaren und auch Sonnenbrillen auf dem Kopf werden gerne mal „wegradiert“. Für alle, die der Natur ein wenig auf die Sprünge helfen wollen, gibt es auch wieder einen Beauty-Regler, der Unebenheiten weichzeichnet. Natürlich kann dieser auch deaktiviert werden. Bei dunkleren Lichtverhältnissen hilft der Display-Blitz für die benötigte Ausleuchtung des Gesichts.

Unser Fazit: Solides Gesamtpaket zum günstigen Preis

In unserem Kurztest konnten wir uns ein gutes Gesamtbild zum Honor 10 Lite machen. Das Design erscheint uns stimmig und das Smartphone liegt gut in der Hand. Der Fingerabdrucksensor ist zuverlässig und jederzeit gut zu erreichen. Zwar verbaut Honor hier keine hochwertigen Materialen, dafür liegt die UVP des abgespeckten Flaggschiffes jedoch auch bei 249 Euro. Insgesamt ist das Gerät etwas rutschig, weswegen es in den meisten Fällen wohl in eine Schutzhülle gesteckt oder mit einem Popsocket ausgestattet wird.

Der Kirin 710 sorgt zusammen mit 3 GB RAM für eine ausreichende Performance und die GPU-Turbo-Technologie sorgt dafür, dass Gaming-Apps ruckelfrei laufen und der Spielspaß nicht auf der Strecke bleibt. Zudem sollten die 64 GB interner Speicher zunächst ausreichen, alle die mehr wollen, können aber per Micro-SD-Karte aufstocken. 

Die Dual-Kamera ist nicht unbedingt was für Profi-Fotografen oder Menschen, die Wert auf eine besonders hochwertige Kamera legen. Doch für alle, die ein günstiges Smartphone suchen, mit dem sie ihre Lieblingserinnerungen einfangen können, liefert das Honor 10 Lite schöne und farbechte Bilder. Zusätzlich arbeitet die KI recht zuverlässig und greift dem Nutzer mit den Voreinstellungen für ein bestimmtes Szenario unter die Arme um das Maximum aus einem Motiv herauszuholen. Besonders die Frontkamera ist ein gutes Argument für all diejenigen, die einfach nicht genug Selfies machen können. 

Der Preis sinkt

Insgesamt bietet das Honor 10 Lite zu einer UVP von 249 Euro ein solides Gesamtpaket. Dennoch lohnt sich ein Blick in Preisvergleichs-Portable wie Idealo. Hier zeigt sich, dass der aktuelle Marktpreis bereits auf knapp 198 Euro gesunken ist (Stand: März 2019). Und auch bei dem Online-Versandhändler Amazon ist das Honor 10 Lite bereits ab 219 Euro erhältlich* (Stand: März 2019).

Alternativen: Wenn es doch ein anderes Modell sein darf

Wer jedoch ein wenig mehr sucht, kann sich auch an das Flaggschiff-Modell Honor 10 halten. Denn da es bereits seit Mai des vergangenen Jahres auf dem Markt erhältlich ist, hat es einen Preisverfall hinter sich. Statt der UVP von knapp 400 Euro, ist das Modell bei Amazon bereits ab knapp 284 Euro erhältlich*. Dafür bringt es aber einen Kirin 970-Prozessor mit 4 GB RAM mit und auch die Dual-Kamera bietet mit 24 + 16 Megapixeln etwas mehr. Zusätzlich kommt auch das Honor 10 mit einer 24-Megapixel-Frontkamera.

Das Honor 10 ist da. Es besticht auch durch eine smarte Dual-Kamera und natürlich ein aufregendes Design. Wir haben das Honor 10 ausführlich getestet und verraten, warum das Smartphone unbedingt Geduld erfordert, bis es zum perfekten Handy wird.

Zudem kann auch das abgespeckte 2018er Flaggschiff P20 Lite des Mutterkonzerns Huawei eine Alternative zum Honor 10 Lite darstellen. Zwar ist der verbaute Chipsatz Kirin 659, dem 4 GB RAM zur Seite stehen, etwas älter, jedoch bringt auch hier die Dual-Kamera mehr Auflösung mit. So kommt der Hauptsensor mit 16 Megapixeln. Zusätzlich wird er von einem 2-Megapixel-Sensor unterstützt. Die UVP lag zum Start bei 369 Euro, mittlerweile ist das Huawei P20 Lite bei Amazon bereits ab 229 Euro verfügbar*.

Mit der neuen Huawei P20-Reihe hat der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei für Begeisterung gesorgt. Mit dem Huawei P20 lite bedient der chinesische Hersteller auch die Mittelklasse. Wir zeigen, wie sich das abgespeckte P20 im Alltag schlägt.

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