Handymythen: Warum du iOS-Apps nicht schließen solltest | handy.de
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Handymythen: Muss man iOS-Apps wirklich immer schließen?

Wir rollen den beliebten iPhone-Mythos noch einmal für Dich auf

Es ranken sich viele Geschichten um das Schließen von iOS-Apps auf dem iPhone oder iPad. Viele stempeln das „Problem“, das keines ist, als Mythos ab und man kann Durchaus sagen, dass es mittlerweile sogar bis zum Legendenstatus reicht. Doch was steckt tatsächlich dahinter? Warum es sinnvoll ist Apps nicht zu schließen, und warum es sogar die Akkulaufzeit verlängern kann, erklären wir Dir hier.

Das Speichermanagement von iOS ist intelligenter als man denkt

Doch woher kommt der Mythos vom Schließen der iOS-Apps eigentlich? Grundlegend herrscht hier ein Gedanke vor: Man will den Arbeitsspeicher leer räumen, mehr Ressourcen freischaufeln und daher sollte auch das System schneller laufen, richtig? Verkehrt ist der Gedanke auch nicht, denn im Prinzip ist es ja auch richtig, ordentlich viel Platz zu schaffen. Nur nehmen Betriebssysteme wie iOS und Android Dir die Arbeit schon von alleine ab, auch wenn die Multitasking-Leiste augenscheinlich überfüllt scheint.

Denn jede App unter iOS, die Du in den Hintergrund legst, wird in einen Schlafzustand versetzt. Sie arbeitet also erst einmal nicht mehr, es sei denn es sind Funktionen integriert, die im Hintergrund arbeiten müssen. Letzteres könnte beispielsweise eine Navigations-App sein, die weiter Deinen Standort abfragt. Alle andere Funktionen der Programme schlafen aber und verbrauchen entweder kaum noch Strom oder sogar gar keine Akkuleistung mehr.

Im App Store von Apple tummeln sich mittlerweile tausende Apps und Games. Da verliert man leicht den Überblick und findet die richtig guten Apps oft nicht auf Anhieb. Wir stellen Dir die 25 besten Apps für Dein iPhone vor.

iOS regelt per Priorisierung dann, welche Apps im Hintergrund weiterlaufen und was noch viel wichtiger ist, welche Apps aus dem Arbeitsspeicher entfernt, also tatsächlich geschlossen, werden. Die intelligenten Algorithmen sorgen also dafür, dass hier auch eine Art Lernprozess stattfinden. Warum das wichtig ist, erklären wir nun im Folgenden.

Darum solltest Du iOS-Apps nicht schließen: Es spart tatsächlich Akkuleistung

Wichtig zu wissen ist, dass ein kompletter Neustart einer App einiges an Rechenleistung einnimmt und damit auch den Stromverbrauch in die Höhe treibt. Eine schlafende App, die Du in iOS in den Hintergrund gelegt hast, verbraucht beim Neustart nahezu gar keinen Storm, da die App nicht vollständig neu initialisiert werden muss. Es ist also durchaus sinnvoll, Apps nicht immer komplett zu schließen, nachdem man sie nicht mehr braucht.

Es kann sogar dazu führen, dass die Akkulaufzeit – je nach Nutzungsgewohnheiten – deutlich ansteigt, wenn man die Apps im Hintergrund liegen lässt. Nach einiger Zeit lernt iOS auch, welche Programme Du am liebsten nutzt. Das führt dazu, dass die Priorisierung optimiert wird, was wiederum dazu führt, dass das iPhone oder iPad lernt, welche Programme länger im RAM verbleiben können. Googles Android-Betriebssystem beherrscht derartige Techniken übrigens auch.

Schwachstelle in iOS-Apps

Wann macht es Sinn, Apps tatsächlich zu schließen?

Das ist wirklich eine sehr gute Frage, denn wenn man sich die Situation im Ganzen anschaut, könnte man meinen, dass es durchaus keinen Sinn macht, diese überhaupt jemals aus der Multitasking-Leiste zu streichen. Dennoch gibt es einige banale Situationen, in denen es absolut sinnvoll ist. Beispielsweise wenn die App abgestürzt ist oder durch einen Fehler einfriert. Ein Neustart der App behebt wahrscheinlich das Problem.

Zudem gibt es vielleicht auch Apps, die weiterhin im Hintergrund aktiv sind, obwohl sie es gar nicht müssten oder gar sollten. Bestes Beispiel dafür war damals ein „Problem“ mit der Facebook-App. Sie spielte im Hintergrund einen nicht hörbaren Ton ab und blieb so im Hintergrund aktiv. Das zieht natürlich am Akkustand. Mittlerweile hat Facebook diesen „Fehler“ behoben. Ärgerlich ist das allerdings dennoch.

Hier lohnt sich vor allem ein Blick in den Status des Akkuverbrauchs unter iOS. Einfach mal mehrere Apps in den Hintergrund legen und nach einiger Zeit schauen, ob irgendwelche Programme noch weiterhin arbeiten, obwohl sie es gar nicht müssten oder gar sollten. Dann wäre auch hier das Schließen von Apps durchaus sinnvoll.