Handy ins Wasser gefallen: Die besten Erste-Hilfe-Tricks | handy.de
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Handy ins Wasser gefallen: Die besten Erste-Hilfe-Tricks

Smartphone trocknen lassen und selbst reparieren? So geht's!

Sei es das Schwimmbad, das Meer, eine Pfütze, starker Regen oder gar die Toilette: Smartphones kommen ungern mit Flüssigkeiten in Kontakt. Diese Tipps helfen Dir, wenn Dein Handy ins Wasser gefallen ist und Du Dein Smartphone wieder trocknen möchtest.

Diese Schäden kann ein nasses Handy haben

Wenn Dein Handy ins Wasser gefallen ist, heißt es nicht, dass es direkt komplett zerstört ist. Ein Smartphone besteht aus mehreren hundert Einzelteilen und häufig sind nur wenige Komponenten betroffen. Wer ordentlich trocknen lässt, hat mit wenigen Defekten zu kämpfen. Anschließend lohnt sich beim Falle eines Defektes meist auch ein Gang zur Reparatur. Das Ersetzen des ganzen Gerätes ist teuer. Kleine Einzelteile lassen sich aber manchmal kostengünstig austauschen. Teilweise ist auch gar nichts kaputt – das kommt unter anderem auf die IP-Zertifizierung (Schutz vor Schmutz und Wasser) Deines Smartphones an.

So empfindlich sind die einzelnen Handy-Bauteile

Wenn das Handy ins Wasser gefallen ist, nimmt häufig der Bildschirm den meisten Schaden: Zwischen den einzelnen Schichten von LCD- oder OLED-Displays lagert sich gerne Feuchtigkeit ab. Auch nach dem Trocknen sorgt das für verfälschte Farben, Pixelfehler und unschöne Flecken.

Auch der USB-Port ist häufig betroffen, wenn das Handy ins Wasser gefallen ist: Die Anschlüsse besitzen dünne Kupferdrähte, über die Daten und Strom transferiert werden. Beim Kontakt mit Wasser startet unter Umständen die Korrosion direkt. Die Drähte fangen an zu rosten und verhindern die Datenübertragung. Im schlimmsten Falle lässt sich die Ladebuchse gar nicht mehr verwenden. Du kannst Deine Ladebuchse und Deinen Kopfhöreranschluss auch mit Schutzkappen abdecken, um Wasser und Schmutz abzuhalten. Diese erhältst Du auf Amazon in verschiedenen Farben.

Auch Lautsprecher sind oft leidtragend, wenn das Handy ins Wasser gefallen ist. Die Membran, die die Luft in Schwingung versetzt, besteht häufig aus nicht wasserbeständigem Material. Durch Wasser weicht sich das feine Häutchen auf. Da es sich hier um ein mechanisches Bauteil handelt, sind Verschmutzungen auch häufig für das Blockieren der Membran verantwortlich. Daraus resultiert ein blecherner oder kratzender Sound. Auch hier kann eine Schutzkappe den Anschluss vor Sand und Staub schützen.

Smartphone in seinen einzelnen BestandteilenQuelle: ©poravute - stock.adobe.com
Ein Smartphone besteht aus vielen verschiedenen Bestandteilen, die unterschiedlich anfällig für Wasserschäden sind.

Mit Wasserschäden in Kameras ist ebenfalls nicht zu spaßen. Im besten Falle vernebelt einfach nur das Glas, welches den Sensor und das Objektiv von der Außenwelt schützt. Fotos bekommen einen weißen Schimmer. Viele Hersteller verbauen eine Bildstabilisierung im Smartphone, um Handy-Fotos ohne Verwacklung aufnehmen zu können. Auch dieses mechanische Bauteil kann von Wasser in Mitleidenschaft gezogen werden.

Und schließlich greift Wasser auch die Innereien eines jeden Handys an. Kleinste Kondensatoren, Widerstände und Chips zersetzen sich bei Einwirkung von außen langsam, aber sicher. Diese verdeckten Schäden sind häufig die schlimmsten: Erst nach längerer Zeit tauchen Defekte des Handys auf, sichtbar ist die Gefahr nicht. Deswegen ist es umso wichtiger, zeitnah Maßnahmen zur Trocknung zu ergreifen, wenn das Handy ins Wasser gefallen ist.

Viele Smartphones sind heutzutage mit einer IP-Zertifizierung versehen, doch was bedeuten eine IP67 oder eine IP68-Zertifizierung und Co. im Detail eigentlich genau und wie unterscheiden sie sich? Wir erklären es Dir.

Handy ins Wasser gefallen: ist Salzwasser schädlicher?

Bei den Gefahren von Wasser gibt es noch einmal sehr große Unterschiede zwischen Salz- und Süßwasser. Denn: Das Salz aus Meeren schadet der Elektronik viel mehr. Es leitet Strom besser und reagiert mit Metallen, was zur Korrosion führt. Deswegen sollten selbst wasserfeste Smartphones mit der sogenannten IP67-Zertifizierung immer von Salzwasser fern gehalten werden.

Süßwasser kann indes auch Schaden anstellen: Beim Display oder der Kamera ist es völlig egal, ob es sich um salziges Wasser handelt oder nicht. Die Flecken und Schäden bleiben unabhängig vom Salzgehalt bestehen. Ein nasses Handy ist also – nur weil es in Süßwasser gefallen ist- nicht zwingend komplett zu retten.

Handy ins Wasser gefallen, am MeerQuelle: © THANAGON- adobe.stock.com

Viele Experten raten beim Kontakt mit Salzwasser, das Smartphone anschließend komplett mit Süßwasser – oder besser: Destilliertem Wasser – zu reinigen. Dadurch entfernst Du die schädlichen Kristalle und spülst weitere Rückstände einfach weg. Destilliertes Wasser ist zudem nicht schädlich für die Elektronik, weil es weder Kalk noch Salz oder sonstige Verunreinigungen enthält.

Wie die Reparatur am einfachsten und von Dir zuhause gestemmt werden kann, erklären wir Dir auf der nächsten Seite:

Selbst reparieren in 8 Schritten: So geht’s

Obwohl ein Handy recht komplex ist, erinnert diese nun folgende Reparatur eher einer kleinne Do-It-Yourself-Bastelstunde. So kompliziert ist das Trocknen eines Smartphones nämlich gar nicht. Wir erklären Dir in Stichpunkten, wie Du Dein Smartphone trocknest und schnell wieder einsatzfähig machst.

  1. Falls noch nicht geschehen: Handy so schnell wie möglich aus dem Wasser holen.
  2. Entferne sofort den Akku, falls möglich. Bediene Dein nasses Handy dabei am Besten nicht.
  3. Nimm die SIM-Karte und die Micro-SD-Karte heraus. Lasse die Schlitze offen.
  4. Öffne das Gerät so weit wie es möglich ist, ohne die Garantie zu verletzen: z. B. Hülle entfernen, Rückseite abnehmen, Akku entfernen
  5. Handy mit Handtuch oder Küchentüchern so gut wie möglich trocknen.
  6. Das Smartphone wahlweise in ungekochten Reis oder einen speziellen, Feuchtigkeit entziehenden Umschlag mit Silikatgel* stecken. Letzteres ist die bessere Lösung, ist aber meist nicht im Haushalt zu finden.
  7. Warte mindestens zwei Tage ab, damit der Reis oder das Gel alle Feuchtigkeit entziehen kann.
  8. Setze den Akku wieder ein und versuche, Dein Handy wieder einzuschalten.

Im Idealfall springt Dein Smartphone nun wieder an und alle Funktionen sind nach wie vor intakt. Sollte das nicht der Fall sein, kannst Du versuchen, das Handy noch ein wenig länger zu trocknen.

Versuche nicht, Dein Handy nach wenigen Minuten wieder einzuschalten! Das könnte irreparable Schäden hervorrufen. Hier musst Du stark bleiben und wirklich eine Zeit abwarten. Aber: Alles ist besser als ein Totalschaden!

Smart Phone Rescue Kit zieht Feuchtigkeit aus Smartphone, Handy etc nach Wasserschäden *
  • Zieht na Wasserschäden Feuchtigkeit aus elektronischen Kleingeräten wie Smartphone, Handy, MP3-Player
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Smartphone trocknen: Absolute No-Go’s

Wenn Dein Handy ins Wasser gefallen ist, raten wir Dir sehr davon ab, den Trocknungsprozess absichtlich zu beschleunigen. Dazu zählt etwa die Verwendung eines Haartrockners oder die Heizung. Die zusätzliche Hitze bringt zwar eine Beschleunigung des Trocknens hervor, richtet allerdings an anderen Stellen Schaden an. Für den Akku sind zu hohe Temperaturen ein Todesstoß, auch viele interne Bauteile mögen es nicht, innerhalb kürzester Zeit um 30 oder gar 50 Grad erwärmt zu werden. Welche Folgen das haben kann, liest Du in diesem (eigentlich für heiße Sommermonate gedachten) Artikel:

Sommer, Sonne, Hitze - was toll klingt, kann Smartphones und Tablets arg zusetzen. Im schlimmsten Fall versagen sie ihren Dienst sogar komplett. Wir geben Dir Tipps, wie Du Dein Handy im Sommer vor dem Hitze-Tod bewahrst.

Zusätzlich bildet sich bei dem erzwungenen Trocknungsvorgang Kondenswasser. Ein nasses Handy scheint also nach einem vierstündigen Liegen auf der Heizung getrocknet zu sein. Sobald Du das Gerät aber von dem Heizkörper nimmst, kondensiert das Wasser wieder, wird flüssig und legt sich auf die elektronischen Bauteile. Das ist für Dein Handy sehr gefährlich. Nutze deshalb besser eine Schale Reis oder einen Umschlag, welcher Feuchtigkeit entzieht*.

Handy ins Wasser gefallen, zum trocken wird das Handy in Reis gelegtQuelle: © tuastonvilla - stock.adobe.com

Hersteller-Support als letzter Ausweg

Sollte das Gerät gar nicht mehr angehen, musst Du Dich an den Support des Handy-Herstellers wenden. Durch den Wasserschaden hast Du wahrscheinlich keinen Garantie-Anspruch mehr. Dennoch werden Dir die Mitarbeiter ein unverbindliches Angebot für die Reparatur erstellen, das Du nicht zwingend annehmen musst. Die Kosten – je nach zerstörtem Bauteil – liegen meist zwischen 50 und 300 Euro. Über diesem Preis bietet sich eigentlich nur ein Neukauf an, da es sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden handeln würde.

iFixit bietet zahlreiche Reparatur-Anleitungen – auch für Dein nasses Handy.

Es gibt aber auch günstigere Alternativen: Mit ein wenig Bastelgeschick lassen sich viele Einzelteile selbst austauschen, nachdem Dein Handy ins Wasser gefallen ist. Dafür brauchst Du lediglich ein wenig Feinwerkzeug, eine ruhige Hand und eine passende Anleitung. Als beste Informationsquelle für dieses Unterfangen können wir Dir iFixit ans Herz legen: Die Seite zerlegt so ziemlich jedes Handy und bietet umfangreiche Anleitungen für eigene Reparaturen. Das dafür nötige Zubehör gibt es auch von iFixit* auf Amazon zu kaufen. Ersatzteile – etwa Kameramodule, Lautsprecher oder neue Displays – gibt es häufig auf dem internationalen eBay* oder dem China-Shop Aliexpress. Aber Achtung: Einmal selbst Hand angelegt, ist die Garantie futsch und der Hersteller wird das Gerät nicht mehr reparieren. Die Devise lautet deswegen: Immer schön vorsichtig sein und vielleicht einen Bekannten, eine Reparaturwerkstatt oder ein sogenanntes Repaircafé aufsuchen, wenn Dein Handy ins Wasser gefallen ist.

Letzte Aktualisierung am 22.04.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API