Google Pixel 3 XL Test: Zwischen Vorzeige-Software und Riesen-Notch | handy.de
Testbericht

Google Pixel 3 XL Test: Zwischen Vorzeige-Software und Riesen-Notch

So gut schneidet die dritte Pixel-Generation im Test ab

Google hat auf dem Made by Google 2018-Event seine neueste Pixel-Generation vorgestellt. Bereits im Vorfeld zum Event gab es zahlreiche Berichte um das neue Google Pixel 3 und das Google Pixel 3 XL. Verbesserungen gibt es im Vergleich zu den Vorgängern vor allem in der Kamera-Software. Zudem laufen beide Smartphones bereits ab Werk mit Android 9.0 Pie. Aber auch das Display des Pixel 3 XL hat Google angepasst – es hat nun eine Notch und nimmt somit fast die komplette Frontseite ein. Mit welchen Merkmalen das größere der neuen Pixel-Smartphones noch überzeugen möchte, erfährst Du im Google Pixel 3 XL Test.

Auf dem Event „Made by Google 2018“ hat Google das Pixel 3 und Pixel 3 XL enthüllt. Beide neuen Smartphones kommen wieder ohne Dual-Kamera aus. Dafür hat eines eine Notch. Mit welchen Features die Geräte überzeugen wollen, erfährst Du hier.

Design und Verarbeitung

Sehen wir einmal vom neuen Fullview-Display mit Notch ab, so zeigt sich das Google Pixel 3 XL in seinem bekannten Look. Erneut setzt der Hersteller auf seine zweigeteilte Rückseite, die aus Glas besteht. Der obere Part ist hochglänzend, der untere und größere Bereich matt gehalten. Das ist praktisch, denn es ist vor allem dieser Bereich, der beim Halten oft mit der Handfläche in Berührung kommt. Durch die matte Oberfläche ist das Google Pixel 3 XL nicht nur weniger rutschig, es zeigt auch fast keine Fingerabdrücke.

Rückseite des weißen Pixel 3 XL.Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Pixel 3 XL: Unten matt für besseren Halt und weniger Fingerabdrücke.

Google bietet das Pixel 3 XL in drei Farben an: Schwarz (Just Black), Weiß (Clearly White) und Sand (Not Pink). Bei allen drei Versionen gibt es kleine Farbakzente am Power-Button. Bei unserem weißen Testgerät wurde dieser beispielsweise in einem hellen Grün eingefärbt. Der Power-Button sitzt am rechten Rand des Gerätes. Direkt darunter befindet sich die Lautstärkewippe. Der linke und obere Rand des Google Pixel 3 XL bleibt frei. Denn der Slot für die Nano-SIM-Karte befindet sich am unteren Rand neben dem USB-C-Port. Auch die Lautsprecher sind nicht seitlich angebracht, sondern strahlen vielmehr nach vorne ab. Jeweils einer befindet sich ober- und unterhalb des Displays.

Größe, Handling und Active Edge

Die Verarbeitung des Smartphones ist sehr gut. Im Google Pixel 3 XL Test knirschte es nirgends und auch unsauber verarbeitete Stellen konnten wir nicht entdecken. Zudem ist das Pixel 3 XL nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Google hat den Schutz also im Vergleich zum Vorgänger nochmal optimiert. Denn das Pixel 2 verfügt lediglich über IP67, erlaubt also nur kürzeres Untertauchen in Wasser. Schutz vor Kratzern soll das Gorilla Glass 5 liefern, das sowohl die Displayfront als auch die Rückseite abdeckt.

Riesig in der Hand - das Pixel 3 XL.Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Klein ist das Google Pixel 3 XL mit 6,3 Zoll nun wahrlich nicht.

Die Ränder sowohl zur Rückseite als auch zum Display hat Google leicht abgerundet. Dadurch liegt das Pixel 3 XL trotz seiner Größe sehr angenehm in der Hand. Dennoch: Für den Einhandbetrieb ist es nicht geeignet. Dafür ist das Gerät mit seinem 6,3-Zoll-Display schlicht zu ausladend.

Interessant ist das drucksensitive Gehäuse, das sogenannte Active Edge. Dieses kennen wir bereits vom Pixel 2 (XL). Drückst Du das Pixel 3 XL mit der Hand zusammen, startet der Google Assistant. Die Druckstärke kann beim ersten Start der Funktion kalibriert werden. Auch funktionierte Active Edge im Test problemlos mit Hüllen.

Das Google Pixel 3 XL zeigt sich im bekannten Look, ist dank IP68 aber noch stärker gegen Wasser geschützt als sein Vorgänger. Die Verarbeitung ist einwandfrei. Vor allem das matte Glas, das einen Großteil der Rückseite bedeckt, kann überzeugen. Denn Fingerabdrücke bleiben hier so gut wie nicht haften. Mit 6,3 Zoll ist das Pixel 3 XL recht groß, liegt aber dennoch gut in der Hand. Auch das drucksensible Gehäuse namens Active Edge zum Aktivieren des Google Assistant ist wieder mit an Bord.

Bunter Power-Butten des Pixel 3 XLQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die Seitenansicht mit buntem Power-Button des weißen Pixel 3 XL.

Riesiges Display, riesige Notch

Das Pixel 3 XL ist das größere der beiden neuen Google-Smartphones. Während das Pixel 3 eine Displaydiagonale von 5,5 Zoll hat, kommt das Pixel 3 XL mit 6,3 Zoll deutlich ausladender daher. Allerdings setzt auch hier der Hersteller auf ein HDR-fähiges Fullview-Display, das eine insgesamt etwas kompaktere Bauweise erlaubt. Denn der Bildschirm nimmt nahezu die gesamte Front ein und läuft auch um die Frontkamera herum. Dadurch ergibt sich die Einkerbung namens Notch, die beim Pixel 3 XL allerdings deutlich größer als bei anderen Smartphones ausfällt. Etwa einen Zentimeter tief reicht sie ins Display hinunter – das ist zu viel. Denn beim Vollbildmodus wird dadurch ein großer Part der Anzeige einfach ausgeschnitten. Um dies zu vermeiden, wird die Anzeige in diesem Fall standardmäßig etwas verkleinert und links und rechts vom Bildinhalt erscheint ein schwarzer Balken. Dennoch, optimal ist diese Lösung nicht.

Stromsparend dank Always on

Bei einer Diagonale von 6,3 Zoll löst der Screen 1.440 x 2.880 Pixel (QHD+) auf. Das ist vollkommen ausreichend. Einzelne Bildpunkte konnten wir im Test selbst bei genauem Hinsehen nicht erkennen. Dazu kommt, dass Google auf die OLED-Technologie setzt, die für ihre hohen Kontraste, ihre Blickwinkelstabilität und satten Farben bekannt ist. Denn bei OLED wird jedes Pixel einzeln von hinten beleuchtet und lässt sich dadurch auch komplett abschalten, also schwarz darstellen. Zu Gute kommt dieser Technologie daher der Always-on-Modus. Hierbei werden beim ausgeschaltetem Smartphone wichtige Infos wie die Uhrzeit, das Datum und das aktuelle Wetter in weißer Schrift auf schwarzem Grund angezeigt. Der Nutzer muss das Pixel 3 XL also nicht jedes Mal aktivieren. Dadurch, dass der Bildschirm überwiegend schwarz bleibt und nur einzelne Pixel beleuchtet werden, wird Strom gespart.

Insgesamt kann die Display-Darstellung im Google Pixel 3 XL Test voll überzeugen. Farben wirken leuchtstark, aber dennoch natürlich. Auf Wunsch kann die Farbdarstellung in den Einstellungen auch noch etwas angepasst werden. Dafür stehen neben dem Standard-Modus „Adaptiv“ auch die Modi „Natürlich“ und „Verstärkt“ zur Auswahl. Die Displayhelligkeit ist bei maximaler Leuchtkraft ausreichend hoch, um selbst Sonnenlicht zu trotzen. Für den Betrieb im Innenraum leuchtet der Bildschirm dann allerdings fast schon zu stark.

Mit 6,3 Zoll ist das OLED-Display des Pixel 3 XL sehr groß. Passend dazu löst es in QHD+ auf, sodass einzelne Bildpunkte nicht zu erkennen sind und die Darstellung ausreichend scharf ist. Das sehr helle Display, die gute Darstellung und der stromsparende Always-on-Betrieb überzeugen im Google Pixel 3 XL Test. Lediglich die große Notch sorgt für Ärger, denn sie ragt mit einem Zentimeter sehr tief in das Display hinein. Das ist unnötig und sieht auch nicht schön aus. Zumal ober- und unterhalb der Frontkamera noch Platz bleibt, der für eine schmalere Notch hätte verwendet werden können.

Pixel 3 XL: Prozessor und Leistung

Wie es sich für ein aktuelles Top-Smartphone gehört, arbeitet im Pixel 3 XL der Snapdragon 845 als Prozessor. Der Octa-Core-Chip gehört zu den momentan besten SoC (System on Chip), die zu bekommen sind. Allerdings hat Google dessen maximale Taktung etwas gedrosselt – von eigentlich 2,8 GHz auf 2,5 GHz bei den leistungsstarken Kernen und bis zu 1,6 GHz statt 1,8 GHz beim stromsparenden Cluster. Auch der Arbeitsspeicher fällt übersichtlich aus. Statt wie andere Hersteller bis zu 8 GB zu integrieren, verfügt das Google Pixel 3 XL „nur“ über 4 GB Arbeitsspeicher.

Trotz dieser Einschränkungen bietet das Google Pixel 3 XL eine sehr gute Performance. Das Smartphone reagierte im Test prompt auf alle Eingaben und Sprachbefehle über den Google Assistant wurden schnell umgesetzt. Auch das Spielen von Games ist kein Problem. Dank Adreno 630 meistert das Pixel 3 XL sogar anspruchsvolle Games ohne Ruckler.

Für besondere Sicherheit sorgt der abgeschottete Sicherheitschip Titan M. Auf ihm lassen sich Passwörter, biometrische Daten sowie verschlüsselte Informationen für bargeldlose Bezahlen aufbewahren.

Das weiße Pixel 3 XL neben einem Android-MännchenQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Kommt mit Android 9.0 Pie und stammt direkt von Google – das Pixel 3 XL.

Der Speicher des Pixel 3 XL

Wie beim Arbeitsspeicher wurde auch beim internen Speicher etwas gespart. Bei den neuen Pixels kannst Du zwischen 64 GB und 128 GB Speicher wählen. Erweiterbar per Micro-SD-Karte ist dieser in beiden Fällen nicht. Dafür bietet Google unbegrenzt Cloud-Speicher an. Das ist zwar gut, ersetzt den lokalen Speicher aber nicht. Denn zum einen gilt das Angebot des kostenlosen und unbegrenzten Cloud-Speichers nur bis zum 31. Januar 2022. Zum anderen ist für den Zugriff auf die Cloud eine Internet-Anbindung unabdingbar, was im Urlaub unter Umständen zu Problemen bei der Speicherung und beim Abrufen der dort gelagerten Daten führen kann.

Unser Testgerät hat 64 GB Speicher integriert. Davon sind nach Abzug des Systems noch etwa 50 GB frei – der Rest ist ab Werk bereits belegt. Wer also viele Daten wie Fotos oder Videos lokal speichern möchte, stößt mit dieser Speichervariante unter Umständen schnell an seine Grenzen.

Dank leistungsstarkem Snapdragon 845 bietet das Google Pixel 3 XL eine hohe Performance. Reguläre Smartphone-Anwendungen und sogar hochauflösende Games sind somit kein Problem. Für die nötige Sicherheit sensibler Daten verfügt das Smartphone sogar über einen speziell abgeschotteten Chip namens Titan M. Einzig die Speicherausstattung mag nicht ganz zum Konzept passen. Für ein Oberklasse-Smartphone besitzt das Pixel 3 XL lediglich 4 GB RAM und 64 GB internen Speicher – das ist etwas mager. Letzterer lässt sich durch eine Speicherkarte auch nicht erweitern. Immerhin bietet Google aber unendlich viel Cloud-Speicher an.

Die Ausstattung des Pixel 3 XL im Überblick

Pixel 3 XL

Display

6,3 Zoll, OLED, Notch

Corning Gorilla Glass 5

Auflösung

1.440 x 2.880 Pixel (QHD+)

Prozessor

Qualcomm Snapdragon 845 mit 2,5 GHz + 1,6 GHz

Octa-Core 64 Bit

RAM

4 GB

Speicher

64 GB / 128 GB

nicht erweiterbar

Hauptkamera

12,2 MP (1,4 Mikrometer), Dual-Pixel

Autofokus mit Laser- und Dual-Pixel-Phasenerkennung,

f/1.8-Blende, OIS

Video in 4K @ 30fps

Frontkamera

Dual mit je 2x 8 MP

Weitwinkel mit f/2.2

Telephoto mit f/1.8

Akku

3.430 mAh,

Quick Charge 3.0, Wireless Charging

Software

Android 9.0 Pie

Sicherheit

Fingerabdrucksensor (hinten),

PIN, Muster, Passwort

Drahtlos

Bluetooth 5.0, NFC, GPS, Glonass, Beidou, Galileo

WLAN

WLAN a/b/g/n/ac (2,4 + 5 GHz)

Mobilfunk

GPRS/EDGE, UMTS/HSPA+

LTE Cat.16 (bis 1,0 GBit/s)

VoLTE, Wifi Calling

IP-Zertifizierung

IP68

Sonstiges

keine Klinkenbuchse, Stereo-Lautsprecher

Maße & Gewicht

157,9 x 76,7 x 7,9 mm

184 Gramm

Farben

Not Pink, Just Black und Clearly White

UVP

ab 949 Euro

Marktstart

ab 2. November 2018

Google Pixel 3 XL im Benchmark-Test

Um die Leistung eines Smartphones besser einschätzen zu können, gibt es sogenannte Benchmark-Tests. Diese werden uns im aktuellen Test von Google etwas schwer gemacht. Denn bei unserem Testgerät handelt es sich um eine Vorabversion, die uns vor dem offiziellen Marktstart zur Verfügung gestellt wurde. Auf ihr konnten wir zum Testzeitpunkt den Benchmark von AnTuTu nicht installieren. Daher vergleichen wir im Google Pixel 3 XL Test lediglich die Werte der Benchmarks von Geekbench und vom Gaming-Benchmark 3DMark.

Besonders interessant ist dabei der Vergleich zwischen dem Google Pixel 3 XL, dem LG G7 ThinQ und dem Sony Xperia XZ2. Denn alle drei Geräte laufen mit dem Snapdragon 845, haben 4 GB RAM und 64 GB internen Speicher. Somit ist die Hardware-Basis bei allen Dreien gleich. Dementsprechend ähnlich fallen auch die Benchmark-Ergebnisse aus. Im Single-Core-Test von Geekbench werden stets Werte um die 2.400 Punkte gemessen – ein Ergebnis auf gutem Standard. Ebenfalls gut sind die Werte im Multi-Core-Test, wenn also alle Kerne des Prozessors zusammenarbeiten. Hier kommt das Pixel 3 XL mit 8.395 Punkten zwar nicht an das Samsung Galaxy Note 9 heran, gehört aber bei den Snapdragon-845-Modellen zu den besseren Geräten.

So schlägt sich das Pixel im Vergleich

AnTuTu

Geekbench

3DMark Sling Shot Extreme

Google Pixel 3 XL

k.A.

Single-Core: 2.390

Multi-Core: 8.395

OpenGL: 4.664

Vulkan: 3.689

Samsung Galaxy Note 9

242.306

Single-Core: 3.737

Multi-Core: 9.065

OpenGL: 3.387

Vulkan: 2.889

LG G7 ThinQ

236.278

Single-Core: 2.371

Multi-Core: 7.476

OpenGL: 4.189

Vulkan: 3.086

Huawei P20 Pro

211.099

Single-Core: 1.918

Multi-Core: 6.835

OpenGL: 3.003

Vulkan: 3.380

Sony Xperia XZ2

263.381

Single-Core: 2.416

Multi-Core: 8.363

OpenGL: 4.657

Vulkan: 3.491

Unsere gängigen Benchmark-Tests waren zum Testzeitpunkt nicht vollständig möglich. Google hat sie im Play Store gesperrt, sodass wir auf einen Vergleichswert von AnTuTu verzichten müssen. Die Werte im Test von 3DMark und Geekbench können aber überzeugen. Beide bescheinigen dem Pixel 3 XL seine hohe Leistung, die zum Teil sogar andere Oberklasse-Modelle mit Snapdragon 845 übertrifft.

Telefonie und Audio

Mit dem Pixel 3 XL lässt sich hervorragend telefonieren – sowohl am Ohr als auch über die Lautsprecher (Freisprechen). In beiden Fällen schaffen es die integrierten Filter zuverlässig Störgeräusche zu minimieren, ohne Satzenden dabei abzuhacken. Selbst bei lauter Umgebungen verstanden wir im Test unsere Gesprächspartner somit sehr gut.

Die Stereo-Lautsprecher leisten beim Telefonieren ebenfalls gute Dienste und sorgen für eine ausreichend laute und klare Tonausgabe. Noch besser sind sie allerdings für die Wiedergabe von Musik geeignet. Der Ton wirkt voll und zeigt ausreichend Höhen und Tiefen. Die Lautstärke lässt sich sehr weit nach oben regeln, wobei der kleine Klangkörper des Google Pixel 3 XL dann allerdings etwas anfängt zu scheppern. Wer lieber über Kopfhörer Musik hört, muss seine Klinkenstecker über einen Adapter anstecken. Denn das Pixel 3 XL verfügt nur über einen USB-C-Port. Passende Lautsprecher mit USB-C-Anschluss sowie der besagte Adapter liegen dem Lieferumfang aber bei.

Die große Notch des Pixel 3 XLQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Hier zeigt sich die riesige Notch des Pixel 3 XL sowie die nach vorne gerichteten Stereo-Lautsprecher.

Internet und eSIM

Für den Weg ins Internet bietet das Google Pixel 3 XL zwei verschiedene Methoden. Du kannst Dich entweder per WLAN ac ins Netz einwählen, wobei du sowohl auf dem 2,4-GHz- als auch dem 5-GHz-Band funkst. Alternativ steht Dir die Verbindung über Mobilfunk zur Verfügung. Dank LTE Cat.16 schafft das Pixel 3 XL Datenraten von bis zu 1 GBit/s im Downstream und 75 MBit/s im Upstream.

Im Pixel 3 XL wurden mehrere Antennen eingebaut, die für eine stabile und vor allem schnelle Datenanbindung sorgen. 4×4 Mimo heißt hier das Zauberwort. Vier Antennen ermöglichen dabei vier unabhängige Datenströme und somit höhere Datendurchsätze.

Aber es ist vor allem folgendes Feature, das das Pixel 3 XL besonders macht: eSIM. Statt eine SIM-Karte einzulegen, erlaubt das Smartphone das Herunterladen der eSIM-Daten direkt vom Netzbetreiber. Dafür steht Googles eSIM-Manager bereit.

Einwandfrei zeigt sich das Pixel 3 XL bei den gängigen Smartphone-Anwendungen Telefonie und Internet. Zwar müssen wir auf Dual-SIM verzichten, doch kann dafür die gute Telefonie-Leistung überzeugen. Dank nach vorne gerichteten Stereo-Lautsprechern ist auch die Freisprech-Telefonie problemlos und mit gutem Klang möglich. In Sachen Internet punktet das Pixel 3 XL mit Gigabit-LTE und WLAN ac. Auf Wunsch können Nutzer sogar eine eSIM statt einer regulären SIM-Karte verwenden.

System: Android 9.0 Pie ab Werk

Die Pixel-Smartphones stammen direkt von Google, dem Unternehmen, das mit Android auch sein eigenes Betriebssystem hat. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Google das Pixel 3 XL mit seiner aktuellsten Version Android 9.0 Pie ausliefert. Dazu kommen einige neue Software-Features sowie ein aktuelles Sicherheitspatch vom September. Ein definitiver Pluspunkt ist das Update-Versprechen von Google: Die Pixel-Smartphones erhalten drei Jahre lang neue Android-Versionen sowie regelmäßige Sicherheitsupdates. Zudem stehen die Aktualisierungen zumeist recht schnell zur Verfügung was die Pixel-Reihe ideal für all diejenigen Nutzer macht, die auch bei Android Wert auf einen starken Software-Support legen.

App Drawer des Pixel 3 XLQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Android 9.0 Pie und eine unnötigen Apps installiert – das Pixel 3 XL.

Positiv im Google Pixel 3 XL Test anzumerken ist zudem die Sparsamkeit bei den vorinstallierten Apps. Abgesehen von den Google-eigenen Anwendungen finden sich keine unnötigen Apps auf dem Gerät – nicht einmal Facebook, Instagram oder die diversen Microsoft-Apps, die andere Hersteller gern ab Werk installieren, sind zu finden. Das heißt für Nutzer, dass sie allein die Anwendungen, die wirklich benötigt werden, auf dem Google Pixel 3 XL installieren können.

Google Assistant startet per Druck

Neben der regulären Bedienung über den Touchscreen unterstützt das Pixel 3 XL auch Gestensteuerung. Die Navigation erfolgt im Grunde über einen einzelnen Button. Ein Wisch nach oben öffnet die Taskleiste mit den zuletzt geöffneten Apps. Über einen zweiten Wisch gelangt man in den App Drawer. Wird der Button lange geklickt, wird der Google Assistant gestartet. Alternativ klappt dies auch über das Drücken des Gehäuses (Active Edge).

Die Hilfestellungen durch den Google Assistant sind recht vielfältig. Du kannst sowohl Barcodes scannen als auch Hilfe vom Sprachassistenten anfordern. Die Tageszusammenfassung nennt Dir alle im Kalender gespeicherten Termine, sagt, ob Du eventuell etwas besorgen musst und gibt Dir Tipps zum Wetter. Mit Google Lens können Gegenstände gescannt werden, wobei Dir das Pixel 3 XL dann Informationen aus dem Internet bereit stellt. Das können Infos über Sehenswürdigkeiten, das Bestimmen von Tieren oder Pflanzen sein oder Du kannst in diversen Shops nach einem Produkt suchen und es direkt bestellen.

Als Vater von Android spendiert Google seiner eigenen Smartphone-Reihe die neuesten Software-Features. Das Pixel 3 XL läuft ab Werk mit Android 9.0 Pie und bringt einige exklusive Software-Funktionen mit. Unnötige Apps sind nicht installiert. Der Google Assistant erleichtert die Nutzung dank Sprachbefehlen und fasst auf Wunsch den Tagesplan für den Nutzer jeden Morgen zusammen. Aktivieren lässt sich der Google Assistant wahlweise per Sprachbefehl, Gestensteuerung oder aber per Active Edge.

Kamera

Google verwendet beim Pixel 3 XL die gleiche Dual-Pixel-Kamera, die bereits im Vorgänger Pixel 2 XL zum Einsatz kommt. Das heißt, dass Nutzer eine Single-Kamera mit 12,2 Megapixel und f/1.8-Blende, 1,4 µm Pixelgröße, Laser-Autofokus, Dual-Pixel-Phasenerkennungsfokus sowie optischer und elektronischer Bildstabilisation zur Verfügung steht. Bilder lassen sich nun allerdings im RAW-Format aufnehmen, Videos (max. 4K mit bis zu 30 fps) im platzsparenden H.265/HEVC-Format speichern. Hier werden die Aufnahmen deutlich komprimierter als im klassischen H.264/AVC-Format abgelegt, was Speicherplatz spart.

Single-Kamera des Pixel 3 XLQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die Kamera des Google Pixel 3 XL hat wieder nur einen Sensor, dafür aber interessante Software.

Grund für die hervorragende Kamera-Leistung sind vor allem die sehr guten Software-Features. Der Hersteller hat neue Modi herausgebracht, die exklusiv für das Pixel 3 und das Pixel 3 XL zur Verfügung stehen. Bei den neuen Modi handelt es sich um „Super-Resolution-Zoom“, der dafür sorgt, dass das Bild beim Zoomen nicht zu grobkörnig wirkt, um „Top Foto“, bei dem die KI der Kamera automatisch unterbelichtete oder verwackelte Fotos aussortiert, sowie um „Fotobox“, bei dem das Smartphone selbstständig erkennt, wenn Du und Deine Freunde bei Selfies lächeln oder Grimassen schneiden und dann die Kamera auslöst.

Weitere neue Modi wie „Playground“, mit dem sich Sticker und virtuelle Comic-Figuren in ein Selfie, Foto oder Video einfügen lassen, und „Nachtsicht“ für bessere Aufnahmen bei Dunkelheit werden hingegen in den kommenden Wochen auch auf die Vorgänger, die Pixel 2-Reihe, ausgeliefert. Leider konnten wir den Modus „Nachtsicht“ im Google Pixel 3 XL Test noch nicht ausprobieren, da er noch nicht zur Verfügung stand. Bei dem Modus handelt es sich um eine HDR+-Erweiterung, die bis zu 15 Frames mit Belichtungen bis zu 1/3s kombiniert. Dadurch werden Bilder auch ohne Blitz deutlich besser ausgeleuchtet.

Bewertung der Kamera-Aufnahmen

Trotz des Verzichts auf eine Dual- oder gar Triple-Kamera schafft es die Kamera im Google Pixel 3 XL Test, mit ihren Bildergebnissen zu überzeugen. Das ist vor allem der guten Software geschuldet. Die Kamera-App ist Google-typisch eher auf das Wesentliche reduziert. Einen Profi-Modus gibt es nicht. Stattdessen übernimmt die Kamera selbst alle relevanten Einstellung. Für Foto-Nerds ist das zwar schade, doch werden die meisten Fotos mit der Handy-Kamera ohnehin im Automatik-Modus geschossen.

Am Ende können die mit dem Pixel 3 XL aufgenommenen Bilder durch eine hohe Detailgenauigkeit, durch satte und leuchtende Farben und durch eine hohe Tiefenschärfe überzeugen. Selbst mit eher problematischen Licht-Schatten-Situationen kommt die Pixel-Kamera gut zurecht, wie die Testbilder zeigen.

Mit den verschiedenen Lichtintensitäten kommt die Pixel-3-Kamera gut klar.

Auch die verschiedenen Strukturen und Details fängt die Pixel-3-Kamera gut ein.

Auch bei schlechtem Licht lassen sich noch gute Aufnahmen machen, wobei das Pixel 3 XL hier von der Pixelgröße der Kamera profitiert. Für einen genauen Eindruck haben wir unsere Fotos aus dem Google Pixel 3 XL Test in Originalgröße eingefügt.

Aufnahme mit dem Pixel 3 XL bei Nacht.

Und das gleiche Motiv bei Tageslicht aufgenommen.

Frontkamera

Anders als die Hauptkamera besitzt die Frontkamera des Google Pixel 3 XL zwei Sensoren, kommt also als Dual-Kamera daher. Jeder Sensor macht dabei Bilder mit bis zu 8 Megapixel, hat eine Pixelgröße von 1,4 µm und eine Blende von f/2.2 (Weitwinkel) bzw. f/1.8. Durch die den zweiten Sensor lassen sich Selfies mit echtem Bokeh machen, was sich in den Aufnahmen zeigt. Auf Wunsch wird bei einem Porträt der Hintergrund unscharf dargestellt und somit die fotografierte Person in den Vordergrund gerückt.

Selfie mit dem Pixel 3 XL ohne Bokeh.

Und das gleiche Selfie mit Bokeh-Effekt.

Auch ein Weichzeichner mit unterschiedlicher Schärfe lässt sich über das Foto legen. Dadurch entstehen Bilder, die schon beinahe einen professionellen Charakter haben und insgesamt sehr gut aussehen. Einzig ein echter Blitz fehlt der Frontkamera. Ausgeleuchtet wird daher über den typischen Display-Blitz.

Selfies mit animierten Motiven im Playground-Modus.

Playground-Modus funktioniert auch bei Gruppen-Selfies.

Dank guter Kamera-Hardware und einigen neuen Software-Funktionen ist es Google gelungen, die Kamera des Pixel 3 XL im Vergleich zum Vorgänger noch einmal zu verbessern. Bereits das Pixel 2 (XL) hatte eine sehr gute Kamera an Bord. Nahezu die gleiche Hardware-Ausstattung bietet auch das Pixel 3 XL. Doch bringt die Kamera nun neue Features wie das RAW-Format oder aber neue und exklusive Modi wie Top-Foto und Super-Resolution-Zoom mit. Auch ein neuer Nachtmodus ist dabei, der zum Testzeitpunkt allerdings noch nicht zur Verfügung stand. Zudem wurde die Frontkamera mit einem zweiten Sensor ausgestattet, sodass nun echte Bokeh-Aufnahmen möglich sind.

Akku des Pixel 3 XL: Dank Pixel Stand schnell und kabellos geladen

Eine Kapazität von 3.430 mAh fasst der Akku des Google Pixel 3 XL. Viel ist das auf den ersten Blick nicht, vor allem, wenn wir die Größe des Displays mit einbeziehen. Immerhin lässt sich der Akku aber sehr schnell wieder aufladen. In etwa 15 Minuten ist die Batterie um 25 Prozent aufgeladen. Eine Vollladung ist in gut einer Stunde erreicht.

Das Laden funktioniert nun auf Wunsch auch kabellos dank Induktion. Google bietet passend zum Pixel 3 XL eine QI-Ladestation an. Der sogenannte Pixel Stand kostet 79 Euro und erlaubt bis zu 10 Watt schnelles Laden. Steht das Pixel 3 XL auf dem Pixel Stand, zeigt das Display zuvor eingestellte Informationen an. Du kannst das Smartphone beispielsweise zum digitalen Bilderrahmen machen, indem es im Lademodus auf Google Fotos zugreift. Oder das Pixel 3 XL wird zum Tageslichtwecker, indem es 15 Minuten vor dem Wecker ein warmes und heller werdendes Licht anzeigt.

Auch das Pixel 3 XL haben wir durch unseren Akkutest geschickt. Hier simulieren wir Alltagsaufgaben, die jeweils 30 Minuten lang angewendet werden. Mit dabei das Surfen im Internet, die Nutzung der Kamera und das Spielen von Games. Hinzu kommen normale Zugriffe auf das Pixel 3 XL, sodass am Ende eine Intensiv-Nutzung von insgesamt acht Stunden simuliert wird. Folgende Stationen gibt es in unserem Akkutest (je 30 Minuten):

  • Telefonieren
  • Nutzung von Social Media wie Facebook
  • Nutzung der Kamera
  • Gaming
  • Browsen im Internet über vorinstallierten Browser
  • Video-Wiedergabe in Full-HD
  • Musik-Wiedergabe / Streaming

Ergebnisse im Akkutest

Nach der achtstündigen Intensiv-Nutzung ist der Akkuladestand von ehemals 100 Prozent auf 53 Prozent gefallen. Besonders am Akku gezehrt hat dabei die Nutzung der Kamera. Eine halbe Stunde fotografieren verbrauchte im Google Pixel 3 XL Test ganze 17 Prozent der Akkuladung. Das ist ein deutlich höherer Verbrauch als in anderen Tests. Nutzen Besitzer des Pixel 3 XL also häufig die Kamera, kann der Akku schnell schlapp machen.

Ergebnisse im Akkutest nach 8 StundenQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die Ergebnisse im Akkutest nach 8 Stunden Intensiv-Nutzung.

Insgesamt liegt der Akkuverbrauch nach der Intensiv-Nutzung aber im Rahmen. Denn wir müssen auch die Ausgangsleistung von 3.430 mAh beachten, die im Vergleich mit ähnlich großen Smartphones etwas geringer ist. So hat das Samsung Galaxy Note 9 beispielsweise einen 4.000-mAh-Akku und kam nach der gleichen Nutzung auf 62 Prozent. Das Huawei P20 Pro mit ebenfalls 4000 mAh wiederum kam auf 46 Prozent. Somit liegt das Google Pixel 3 XL mit 53 Prozent genau dazwischen.

Akkutest nach 24 Stunden.Quelle: Rita Deutschbein / handy.de
Die Ergebnisse im Akkutest nach insgesamt 24 Stunden.

Der Intensiv-Nutzung folgten im Akkutest 16 Stunden Standby-Zeit. In dieser Phase sank die Akkuladung auf 28 Prozent. Auf einen ähnlichen Endwert kamen auch das Huawei P20 Pro und das Sony Xperia XZ2 im Akkutest. Insgesamt lässt sich das Pixel-Smartphone bequem einen vollen Tag nutzen.

Der Akku des Pixel 3 XL ist mit 3.430 mAh nicht besonders groß. Dafür bietet er aber eine solide Laufzeit. Trotz Intensiv-Nutzung hält die Batterie bequem einen ganzen Tag durch. Allerdings zehrt die Kamera arg am Akku. Bei intensiver Kamera-Nutzung könnte das Smartphone somit schneller schlapp machen. Geladen werden kann der Akku von 0 auf 100 Prozent in gut einer Stunde. Auch das kabellose Schnellladen ist das Pixel Stand möglich. Die Ladestation muss allerdings separat erworben werden und kostet 79 Euro.

Google Pixel 3 XL im Test: Unser Fazit

Im Google Pixel 3 XL Test zeigt das neueste Smartphone des Internet-Riesen nur wenig Schwächen. Es ist sehr gut verarbeitet und präsentiert sich in einem hübschen und wenig anfälligen Design.

Testsiegel Google Pixel 3 XL.
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Die Performance ist sehr gut und auch die Bedienung bietet dank Active Edge und Gestensteuerung genügend Vielfalt. Vor allem die neuen Google-Funktionen, die exklusiv für das Pixel 3 (XL) zur Verfügung stehen, geben dem Smartphone das gewisse Extra. Viele davon betreffen die Kamera und werten die Software in diesem Bereich entsprechend auf. Der Kamera merkt man den Single-Sensor keinesfalls an – so gut sind die Bilder.

Ein Pluspunkt des Pixel 3 XL ist ganz klar das aktuelle System sowie die Update-Garantie von drei Jahren. Auch die Stereo-Lautsprecher machen Freude. Etwas negativ ins Gewicht fällt die fehlende Klinkenbuchse. Auch der Speicher ist für ein Oberklasse-Smartphone mit 4 GB RAM und 64 GB intern etwas mager. Dafür bietet Google unendlichen Cloud-Speicher bis 31. Januar 2022 an. Insgesamt überzeugt uns im Google Pixel 3 XL Test die gelungene Kombination aus aktueller und vor allem interessanter Software direkt vom Android-Vater Google, gepaart mit leistungsstarker Hardware.

Pro

  • Hohe Performance dank Snapdragon 845
  • Sicherheitschip Titan M für sensible Daten
  • Leuchtstarkes OLED-Display
  • Gute Verarbeitung und wasserfest
  • wenig anfällig für Fingerabdrücke
  • aktuelles System mit Google-Update-Garantie
  • Stereo-Lautsprecher mit gutem Klang

Contra

  • Relativ große Notch
  • Speicher nur mittelmäßig und nicht erweiterbar
  • keine Dual-Kamera auf Rückseite
  • hoher Akkuverbrauch bei der Fotografie
  • keine Klinkenbuchse

Alternativen zum Pixel 3 XL

Das schwarze Pixel 3
Die schwarze Ausführung des Pixel 3.

Unser Testgerät in der vorliegenden Ausführung mit 64 GB Speicher und 4 GB RAM kostet im Google-Store 949 Euro. Somit reiht sich auch der Internet-Riese in die Reihe der Smartphones um 1.000 Euro ein. Vorbestellungen sind ab sofort möglich, ausgeliefert wird das Pixel 3 XL ab dem 2. November. Das Smartphone gibt es als Pixel 3 auch mit 5,5-Zoll-Display sowie auf Wunsch mit 128 GB internem Speicher.

Der direkte Vorgänger Pixel 2 XL kostete zum Start ähnlich viel – nämlich 939 Euro. Aktuell hat Google den Preis auf 839 Euro gesenkt. Bei Amazon* ist das Smartphone sogar schon für 597 Euro zu haben. Das Pixel 2 XL ist aufgrund seiner Ausstattung eine Alternative für all diejenigen, die auf Pixel nicht verzichten wollen, aber dennoch eine dem Pixel 3 XL möglichst ähnliche Ausstattung wünschen. Zwar kommt im Vorgänger mit dem Snapdragon 835 noch eine ältere Prozessor-Generation zum Einsatz. Software, Bedienbarkeit und selbst die Kamera-Ausstattung sind aber nahezu identisch.

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