BlackBerry verklagt Facebook wegen Patentverletzung
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Streit um Messenger: BlackBerry klagt gegen Facebook

Facebook soll sieben Patente verletzt haben

BlackBerry hat gestern in Los Angeles Klage gegen Facebook und dessen Dienste Instagram und WhatsApp eingereicht. Der Smartphone-Hersteller wirft dem Netzwerk die Verletzung von insgesamt sieben Patenten vor, die speziell den mobilen Messenger sowie den Fotodienst betreffen. Das geht aus der Anklageschrift hervor, die BlackBerry bei einem Bundesgericht in Los Angeles eingereicht hat.

Das Unternehmen argumentiert, dass es mit seinen Forschungen Pionierarbeit für das mobile Messaging geleistet habe. Dabei standen stets Aspekte wie die Sicherheit und die einfache Handhabung im Fokus. Seine Entwicklungen hat sich der Konzern patentrechtlich schützen lassen. Facebook würde die Patente jedoch unrechtmäßig nutzen. Das Netzwerk hätte auf deren Basis eigene, konkurrierende Dienste für das mobile Messaging entwickelt, so der Vorwurf. BlackBerry nennt in diesem Zusammenhang unter anderem seine Verschlüsselungslösungen für den sicheren Versand von Nachrichten, die Einbindung von Messenger in Spiele-Apps sowie diverse Optimierungen in den Benachrichtigungen über neue Mitteilungen.

Facebook wehrt sich gegen BlackBerrys Klage

BlackBerry habe vor dem Einreichen Klage mehrere Jahre lang versucht, sich mit Facebook über die Patentnutzung einig zu werden. Die Gespräche blieben jedoch ergebnislos. Facebook selbst argumentiert, dass der ehemalige Smartphone-Hersteller längst aufgehört hätte, selbst Innovationen herauszubringen. Der Konzern versuche nun, bei den Erfindungen anderer abzukassieren. „Wir werden uns wehren“, erklärte der stellvertretende Facebook-Chefjustiziar Paul Grewal.

BlackBerry galt lange Zeit als Größe im Smartphone-Geschäft. Bei Geschäftskunden waren und sind vor allem die Smartphones mit echter Tastatur beliebt. Mit dem zunehmenden Erfolg von Konkurrenten wie Apple, Huawei und Samsung geriet der Konzern jedoch ins Abseits. Mittlerweile konzentriert sich das in Kanada ansässige Unternehmen vor allem auf Software. Geräte wie das KEYone werden zwar immer noch unter der Marke BlackBerry vermarktet, hergestellt werden sie jedoch von dem chinesischen Hersteller TCL.

Quelle BlackBerrys Klageschrift
Via Handelsblatt