Bessere iPhone-Fotos: 17 Tipps für mehr Foto-Spaß | handy.de
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Bessere iPhone-Fotos: 17 Tipps für mehr Foto-Spaß

Schneller loslegen, kreativer fotografieren und smarter speichern

Das iPhone ist für viele die am meisten genutzte Kamera. Schließlich ist es immer dabei. Und die Bildqualität, die Apple ins Gerät packt, spielt stets ganz vorne mit. Um Einsteigern das Fotografieren so leicht wie möglich zu machen, ist die Kamera-App des iPhone-Betriebssystems iOS sehr schlicht gehalten. Trotzdem erschließen sich manche Funktionen nicht auf Anhieb. Andere sind der Übersichtlichkeit wegen sehr versteckt. Damit Du das meiste aus der iPhone-Kamera und das Beste aus deiner Fotografie herausholen kannst, haben wir Dir hier 16 wertvolle Tipps für bessere iPhone-Fotos zusammengestellt.

Bessere iPhone-Fotos aufnehmen

Schneller Kamera zücken

Wer kennt das nicht: Einen Augenblick zu spät zur Kamera gegriffen und schon ist die schöne Gelegenheit vorüber! Damit Du schnell die Kamera-App des iPhone zur Hand hast, kannst Du sie bereits während der Displaysperre aktivieren. Dazu tippst Du entweder auf das Kamera-Icon unten rechts im Sperrbildschirm oder Du wischt im Sperrbildschirm von rechts nach links. Verwendest Du lieber eine alternative Kamera-App eines anderen Herstellers, funktioniert das so nicht. Allerdings bringen einige, aus dem App Store heruntergeladene Kamera-Apps ein Widget mit Schnellzugriffsknopf mit. Diesen kannst du platzieren und anschließend nutzen, wenn du im Sperrbildschirm von rechts nach links wischst.

iPhone-Sperrbildschirm Widget Lightroom CCQuelle: Berti Kolbow-Lehradt
Für den Schnellstart einer alternativen Kamera-App wie Lightroom CC nutzt Du die Widget-Funktion im Sperrbildschirm.

Kamera-App auf Zuruf starten

Keine Hand frei? Dann lass Dir von Siri helfen. Sofern die Sprachassistentin aktiviert ist, genügt dafür der Befehl „Hey, Siri, starte die Kamera!“. Willst Du ein Selbstporträt mit der Front-Kamera aufnehmen, sagst Du „Hey Siri, mach ein Selfie!“ Bei Panoramen und dem Quadrat-Foto funktioniert das genauso. Leider endet Siris Hilfsbereitschaft an diesem Punkt. Den Auslöser kann sie nämlich nicht für Dich betätigen.

Um Siri für das Öffnen der Kamera-App nutzen zu können, gehst Du zuvor in die iOS-Einstellungen, scrollst zum Eintrag „Siri & Suchen“ und aktivierst „Siri im Sperrzustand erlauben“. Ist Dein iPhone älter als die Generation 6S oder SE, hört Siri erst zu, wenn Du vor einer Anweisung den Home-Button lange drückst.

Bessere iPhone-Fotos durch Belichtungskorrektur

Die Kamera-App des iPhone ist so programmiert, dass sie das komplette Bild automatisch bestmöglich belichtet. Dadurch wird das Hauptmotiv manchmal zu hell oder zu dunkel. Das musst Du nicht hinnehmen. Für bessere iPhone-Fotos greifst Du daher mithilfe der Belichtungskorrektur selbst ein. Dazu wählst Du das zu fokussierende und zu belichtende Bildelement aus und verschiebst den gelben Helligkeitsregler, der rechts vom gelben Quadrat erscheint. Bewegst Du ihn nach oben, hellst Du das Bild auf, in die andere Richtung dunkelst Du es ab.

Serienbilder aufnehmen für den richtigen Moment

Den entscheidenden Moment zu erwischen, ist eine Kunst. Das iPhone erhöht deine Trefferchance durch die Serienbildfunktion. Dabei nimmt es kontinuierlich Bilder auf, aus denen Du Dir anschließend einfach das beste aussuchst. Dafür musst Du nichts extra einstellen. Stattdessen hältst Du einfach den Auslöser gedrückt. Wie viele Bilder das iPhone bereits aufgenommen hat, signalisiert Dir ein eingeblendeter Zähler. Während der Bilderserie führt die Kamera-App nicht den Schärfepunkt nach. Bewegst Du Dich oder bewegt sich das Motiv zu schnell, droht eine Unschärfe. Diese fällt jedoch in den wenigsten Fällen auf, da das iPhone wegen des kleinen Sensors generell die meisten Bereiche des Bildes scharf anzeigt.

Schöne Porträts mit dem iPhone X, 8 Plus und 7 Plus aufnehmen

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Porträts gehören zu den beliebtesten Motiven. Die Modelle iPhone X, iPhone 8 Plus und iPhone 7 Plus ermöglichen Dir auf sehr einfache Weise, das Bildnis einer Person künstlerisch zu betonen. Dafür verwendet die Kamera-App einen Software-Filter, der den Hintergrund in bewusster Unschärfe versinken lässt, um dadurch den Vordergrund hervorzuheben. Den entsprechenden Porträtmodus findest Du gleich rechts neben dem Standard-Fotomodus. Am besten funktioniert er bei Porträts die nur den Kopf oder maximal die Schulter zeigen. Bei Ganzkörperporträts fällt es der Software mitunter schwer, Vorder- und Hintergrund zu unterscheiden.

Die neuste Modellgeneration, das iPhone X und das iPhone 8 Plus, verfügen noch über eine weitere spannende Kreativfunktion. Hast Du den Porträtmodus aktiviert, kannst Du in der Live-Vorschau verschiedene Beleuchtungssituation simulieren, die die Konturen des porträtierten Gesichts unterschiedlich betonen. Bei den Porträtlicht-Einstellungen „Bühnenlicht“ und Bühnenlicht Mono“ empfiehlt es sich, den Kopf möglichst eng einzurahmen. Denn bei abstehendem Haar schafft es die Software bisweilen nicht, die schwarze Hintergrundmaske präzise ziehe.

Originelle Action mit Live Photos festhalten

Mit der Funktion Live Photos kannst Du statt eines einzelnen Bildes ein kleines Video aufnehmen und es in Dauerschleife abspielen. Wie ein animiertes GIF hältst Du somit Geschichten fest, die von einer überraschenden Bewegung leben. Live Photos aktivierst Du mit dem zweiten Icon von links in der oberen Funktionsleiste.

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Seit iOS 11 kannst Du außerdem nachträglich festlegen, welches Einzelbild aus der Live-Photos-Sequenz in der Bildergalerie von Apple Fotos angezeigt wird. Dazu gehst Du in Apple Fotos, suchst das gewünschte Live Photo und öffnest dann den Bearbeitungsmodus mit „Bearbeiten“ oben rechts. Innerhalb des Bilderstreifens suchst deine Lieblingsaufnahme und aktivierst es per Druck als „Schlüsselfoto“.

Live Photos SchlüsselbildQuelle: Berti Kolbow-Lehradt
Welches Bild einer Live-Photo-Sequenz angezeigt wird, legst Du in Apple Fotos fest.

Mit dem Hilfsraster bessere iPhone-Fotos komponieren

Wirkt ein Strandfoto so, als ob das Meer schief aus dem Bild läuft, stört das die Ästhetik. Blendest Du dir ein Raster ein, kannst Du noch vor dem Auslösen den Horizont begradigen. Die Einstellung dazu findest Du allerdings nicht in der Kamera-App, sondern in den Systemeinstellungen von iOS. Dort aktivierst Du im Menüeintrag „Kamera“ den Schieberegler für „Raster“. Prompt zeigt Dir die Kamera-App in der Live-Vorschau ein Gitter an.

Mithilfe dieses Rasters kannst Du auch die Komposition des Motivs ästhetischer gestalten. So wirkt ein Bild oft interessanter, wenn Du das Motiv nicht in der Mitte platzierst, sondern an einem der vier Punkte, wo sich eine waagerechte und eine senkrechte Linie kreuzen. Dieser Gestaltungstipp ist als „Drittelregel“ bekannt.

Mehr Qualitätsreserven mit Raw-Bildern bewahren

Speicherst Du Fotos nicht als übliche JPG-Datei, sondern im Rohdatenformat DNG, bleiben mehr Bildinformationen erhalten. Davon profitierst Du, wenn Du Bilder später nachbearbeiten möchtest, weil sich dann zu helle und zu dunkle Stellen leichter korrigieren lassen. Dadurch erhältst Du aus technischer Sicht bessere iPhone-Fotos.

Alle iPhone-Modelle seit der 6S-Generation beherrschen die Möglichkeit, Bilder in Raw-Qualität abzuspeichern. Allerdings macht Apple diese Funktion nicht in der Kamera-App von iOS zugänglich. Stattdessen musst Du zu einer alternativen App greifen. Eine empfehlenswerte Kamera-Funktion und gleichzeitig eine vielfältige Bildbearbeitung bietet beispielsweise Lightroom CC. Damit nimmst Du Bilder im DNG-Format auf, wenn du den Pro-Modus neben dem Auslöser aktivierst.

‎Adobe Lightroom – Foto-Editor
‎Adobe Lightroom – Foto-Editor
Entwickler: Adobe Inc.
Preis: Kostenlos+

Mehr Möglichkeiten durch Zusatz-Apps und Zubehör

Live Photos auch mit älteren iPhones aufnehmen

Live Photos lassen sich mit allen iPhones ab der 6S- und SE-Generation aufnehmen. Ältere Geräte unterstützen diese Funktion zwar nicht. Dennoch müssen Nutzer nicht darauf verzichten, wenn sie die Kamera-App Microsoft Pix aus dem App Store herunterladen. Dort heißt die Funktion „Livebild“. Um diese zu nutzen, nimmst Du ein sich bewegendes Motiv auf, wählst das Bild links neben dem Auslöseknopf aus und drückst in der folgenden Ansicht auf „Vergleichen“. Dann kannst Du in der oberen Randleiste das Livebild sehen.

‎Microsoft Pix-Kamera
‎Microsoft Pix-Kamera
Entwickler: Microsoft Corporation
Preis: Kostenlos

Porträtbild mit Unschärfeeffekt nachbearbeiten

Ein Highlight beim iPhone 7 Plus, 8 Plus und iPhone X ist der Porträtmodus. Er fügt im Hintergrund eine Unschärfemaske hinzu, sodass der Vordergrund künstlerisch betont wird. Viele Möglichkeiten auf das Aussehen dieses sogenannten Bokeh-Effekts hast Du mit der nativen Kamera-App von Apple nicht. Hingegen mit der App Focos geht das schon.

‎Focos
‎Focos
Entwickler: Xiaodong Wang
Preis: Kostenlos+

Mithilfe der App kannst Du die simulierte Blendenöffnung variieren, sodass mehr oder weniger vom Hintergrund zu sehen ist. Außerdem erlaubt Focos anhand der Tiefeninformationen die Schärfeebene zu versetzen. Dadurch kannst Du nachträglich ein anderes Bildelement betonen. Die Grundfunktionen der App sind kostenlos. Einige Funktionen lassen sich jedoch erst nach einem In-App-Kauf nutzen.

Statt Dual-Kamera: Zoomen mit Aufsteckobjektiven

Neben dem Bokeh-Effekt bieten die iPhone-Modelle mit Dual-Kamera die Möglichkeit, den Bildausschnitt zu vergrößern. Dadurch kommst Du näher ans Motiv heran. Ein digitaler Zoom mit der Fingerzangen-Geste bietet nicht die gleiche Bildqualität wie ein optische Lösung. Doch auch ohne Dual-Kamera kannst Du mit deinem iPhone in die Ferne fotografieren, wenn Du auf ein Aufsteckobjektiv mit Tele-Brennweite setzt. Weil die Bildqualität von der Güte der optischen Elemente abhängt, solltest Du nicht am falschen Ende sparen.

iPhone Tele-Objektiv zum AufsteckenQuelle: Berti Kolbow-Lehradt
Mit dem empfehlenswerten Tele-Objektiv von ExoLens Pro mit Zeiss-Linsen zoomst Du auch ohne Dual-Kamera.

Verwacklungsfreie Fotos mit Apple-Kopfhörern

Willst Du bei wenig Licht beispielsweise ein Gebäude in der Abenddämmerung aufnehmen, solltest Du das iPhone auf einem Stativ oder auf andere Weise befestigen. Sonst drohen verwackelte Aufnahmen durch die Bewegung deiner Hand. Doch selbst dann kann das Tippen auf den Auslöser im Display noch für Vibrationen sorgen, die die Bildschärfe ruinieren. Um das zu vermeiden, kannst du das Bild mit der Kabelfernbedienung der EarPods auslösen. Nutzer der Apple Watch können dies kabellos über die integrierte Kamera-App auf der Computeruhr vornehmen.

Selfies oder Haustiere mit der Apple Watch aus der Ferne knipsen

Wer eine Apple Watch nutzt, hat mehr Bewegungsspielraum für bessere iPhone-Fotos. Über das Display der Computeruhr kannst du mithilfe einer Live-Vorschau nämlich das Motiv kontrollieren, bevor du auslöst. Das ist beispielsweise praktisch bei Selfies. Denn so musst du deinen Arm nicht verrenken, sondern platzierst das iPhone und dann dich einfach so, dass der Bildausschnitt stimmt. Außerdem ermöglicht Dir die Fernauslösung, ein authentisches Bild von deinem Haustier aufnehmen. Positioniere dazu das iPhone am Lieblingsplatz und warte mit dem Auslösen auf der Apple Watch, bis Deine Katze oder Dein Hund eine interessante Pose einnimmt.

Nach der Aufnahme: Besser bearbeiten und speichern

Bessere iPhone-Fotos durch Bildbearbeitung mit Bordmitteln

Wenn Du Deine Bilder nicht so akzeptierst wie sie aus der Kamera kommen, sondern nur etwas nachbearbeitest, kannst Du mithilfe von Foto-Apps eine viel bessere Bildwirkung erreichen. Häufig genügt es bereits, helle und dunkle Stellen anzupassen, die Farben zu betonen und die Bildaussage durch einen vorteilhafteren Zuschnitt zu betonen. Alles, was Du dafür brauchst, hast du mit der App Apple Fotos bereits auf Deinem iPhone.

bessere iPhone-Fotos mit Apple FotosQuelle: Berti Kolbow-Lehradt
Schon mit ein wenig Bearbeitung in Apple Fotos gelingen Dir noch bessere iPhone-Fotos.

Wähle dazu das gewünschte Bild und tippe oben rechts auf „Bearbeiten“. Der Zauberstab in der oberen rechten Bildecke sorgt in der Regel für eine brauchbare automatische Verbesserung. Noch präzisere Ergebnisse erzielst Du, wenn du unten beim „Licht“-Icon in das Menü mit den drei Punkten und Strichen gehst. Experimentiere dort behutsam mit den Werten. Meist gehören die Glanzlichter etwas reduziert, die Schatten aufgehellt und der Kontrast etwas erhöht. Mehr ist oft gar nicht nötig, um bessere iPhone-Fotos zu erhalten.

Speicher freimachen durch die iCloud Fotomediathek

Für viele iPhone-Nutzer ist Speicher ein knappes Gut. Wenn Du viel fotografierst, stößt Du vielleicht bald an die Grenzen deines iPhone-Speichers. Nutzt Du die iCloud Fotomediathek, um Deine Bilder zu sichern, kannst Du von einer platzsparenden Maßnahme profitieren. Und zwar ermöglicht Dir Apple, die großen Originaldateien in der Cloud aufzubewahren, während auf dem iPhone selbst nur verkleinerte Kopien verbleiben. Dies kannst Du in den iOS-Einstellungen veranlassen. Dort gehst Du ins „Fotos“-Menü und setzt einen Haken bei „iPhone-Speicher optimieren“.

Fotos in der Cloud zu sichern, komplettiert eine sinnvolle Backup-Strategie. Apple macht es Nutzern leicht, Bilder auf diese Weise zu backupen. Wir erklären die Fotofunktionen iCloud-Fotomediathek, Mein Fotostream und iCloud-Fotofreigabe.

Mit Google Fotos unbegrenzt und gratis sichern

Die eigenen Fotos zu sichern ist ein Muss. Apples iCloud ist eine sehr bequeme Möglichkeit dafür. Wer jedoch ein sehr knappes Budget hat, scheut sich vielleicht davor, ein kostenpflichtiges iCloud-Abo zu diesem Zweck abzuschließen. Eine Gratis-Alternative ist der Cloud-Dienst von Google Fotos. Dort kannst Du deine Bilder kostenlos in unbegrenzter Anzahl hochladen. Allerdings dürfen Fotodateien in diesem Fall nicht größer als 16 Megapixel sein, sonst komprimiert Google sie. Da iPhone-Fotos bislang nicht über 12 Megapixel hinausgehen, ist das vorerst keine praxisrelevante Einschränkung für iPhone-Fotografen.

‎Google Fotos
‎Google Fotos
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos+

Weniger Platzbedarf mit HEIF statt JPG

Besitzer jüngerer Smartphones ab dem iPhone 7 haben eine weitere Möglichkeit, den knappen Speicher von Ballast zu befreien. Und zwar durch die Wahl des HEIF-Standards. Mit diesem Dateiformat, das an der Endung „.heic“ zu erkennen ist, möchte Apple eine Alternative zu JPG etablieren. Der Vorteil: HEIF-Dateien sind nur halb so groß wie JPG-Dateien, bieten aber eine ähnliche Bildqualität. Für das Abspeichern im HEIF-Standard entscheidest Du Dich im „Kamera“-Menü der iOS-Einstellungen. Im Eintrag „Formate“ aktiverst Du dazu „High Efficiency“.

Der junge Dateistandard hat allerdings noch ein Problem. Denn er lässt sich nur auf neueren Apple-Computern in der integrierten Bildbetrachtungssoftware anzeigen. Auf den meisten Rechnern brauchst Du eine kompatible Software wie Photoshop. Damit ist HEIF noch ein exklusives Vergnügen, das erst in unbestimmter Zukunft massentauglich werden könnte.

Hast Du weitere Tipps für bessere iPhone-Fotos? Verrate sie uns in den Kommentaren.