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Auflösung von Handy-Displays: Das sind die Unterschiede

HD, Full-HD, Quad-HD und Co. im Vergleich

Das Handy-Display ist ein wichtiges Auswahlkriterium vor dem Kauf eines neuen Geräts. Daher solltest Du zu Recht aufmerksam auf die Eigenschaften des Bildschirms achten. Bei vielen Kaufinteressenten wirft die Auflösung Fragen auf. Von HD bis zu 4K mit Zwischengrößen wie HD+, Full-HD und QHD gibt der Handy-Markt viele unterschiedliche Auflösungsstandards her. Was bedeuten die Abkürzungen der Auflösung von Handy-Displays und was bringt Dir die Technik? Wir verschaffen Dir Durchblick im Display-Dschungel.

Auflösung von Handy-Displays: HD, HD+, Full-HD, Full-HD+, QHD und 4K im Vergleich

HD und HD+

Von High Definition oder kurz HD sprechen die Hersteller, wenn ein Handy-Display hochauflösende Bilder darstellt. Mit dieser Bezeichnung grenzten sie in den 2000er Jahren die neuen Flachbildschirme von den überholten Röhrenmonitoren und -fernsehern ab. Deren grobe Darstellung war nicht mehr zeitgemäß.

HD hat sich als gängige Standardauflösung bei preisgünstigen Smartphones im Einstiegsbereich und der unteren Mittelklasse etabliert. Auf Handy-Displays in HD blickst Du, wenn sie auf der kürzeren Seite in einer Reihe 720 Bildpunkte darstellen können. Auf dem Datenblatt zum Handy liest Du daher oft auch 720p. An der längeren Displayseite entspricht die normale Auflösung in HD 1.280 Pixel. Die Kombination von 1.280 x 720 Pixel findest Du bei einem Handy-Display, das im verbreiteten Seitenverhältnis von 16:9 vorliegt.

Samsung Galaxy A6 (2018) im Hands-OnQuelle: Katharina Schell / handy.de
Eine HD+-Auflösung ist bei preisgünstigen Handys üblich, wie hier beim Galaxy A6 (2018).

Seit zwei Jahren kommen zunehmend Handys mit überlangen Displays in Mode. Sie haben ein Seitenverhältnis von 18:9, 18:9,5 oder 19:9. Dadurch wächst an der langen Kante auch die Zahl der Bildpunkte, und zwar auf 1.440, 1.480 oder minimal mehr. Für eine bessere Unterscheidung spricht man bei einer Auflösung von 1.440 x 720 Pixel oder ähnlich von HD+. Das ist nicht zu verwechseln mit dem Bezahl-TV-Angebot namens HD+. Trotz des Plus-Zeichens im Namen bietet dieser Auflösungsstandard keine bessere Darstellungsqualität bei Handy-Displays. Sie ist bei HD und HD+ identisch, nur das Seitenverhältnis des Bildschirms weicht voneinander ab.

Aktuelle Smartphones mit HD-Display sind etwa das Samsung Galaxy J4, Motorola Moto E4 und Nokia 2. Über eine Auflösung in HD+ verfügen beispielsweise das Samsung Galaxy A6 (2018), Huawei Y6 (2018) und Gigaset GS185.

Full-HD und Full HD+

Seit der Einführung von HD-Displays hat sich die Technik stark weiterentwickelt. Inzwischen ist Full High Definition oder Full-HD bei einer Vielzahl von Modellen der oberen Mittelklasse und Oberklasse verfügbar. Sie geben Bilder in einer hohen Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln (bei einem Seitenverhältnis von 16:9) wieder. Die Auflösung von Handy-Displays wirkt dann deutlich schärfer und detailreicher als in HD oder HD+.

Honor 10 im TestQuelle: Julia Froolyks / handy.de
Eine Full-HD+-Auflösung ist wie beim Honor 10 bei vielen Geräten der oberen Mittelklasse und Oberklasse verfügbar.

Maßstab ist wie bei allen Auflösungen die Anzahl der Bildpunkte auf der kurze Seite. Deshalb liest Du auf Datenblättern auch die Kennzahl 1080p. Je nach Seitenverhältnis des Displays fällt die Pixelzahl an der langen Kante höher aus, zum Beispiel 2.160, 2.220, 2.280 oder ähnlich. Weil das einem Seitenverhältnis von 18:9, 18:9,5 oder 19:9 entspricht, heißt diese Auflösungsvariante Full-HD+.

Aktuelle Smartphones mit klassischem Full-HD sind immer seltener zu finden, etwa das iPhone 8 Plus hat noch eines. Stattdessen ist Full-HD+ die Norm bei neuen Smartphones. Beispielsweise im Huawei P20 Pro, Samsung Galaxy A8, LG Q7 und Honor 10 kommt ein solches zum Einsatz.

Quad-HD und Quad-HD+

Mit der fortschreitenden Entwicklung der Display-Technologie haben die Hersteller die Wiedergabequalität immer höhergeschraubt. Der an sich schon scharfen FHD-Technik folgte QHD. Das ist die etwas einfachere Bezeichnung für WQHD, das wiederum für „Wide Quad High Definition“ steht. In Bezug auf die Anzahl der Pixel entspricht WQHD einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln. 16:9 beträgt das Format von WQHD-Displays. Im Vergleich zur 720p-HD-Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln ist die WQHD-Auflösung von der gesamten Anzahl an Bildpunkten vier Mal so hoch. Sie entspricht jedoch nicht einer Auflösung in 4K.

LG und Samsung machten QHD bei ihren Smartphone-Modellen ab etwa 2013 salonfähig, obwohl diese Auflösung die Akku-Leistung erheblich stärker beansprucht und zudem das menschliche Auge den Unterschied zu Full-HD auf den Handy-Displays unter 5 Zoll kaum wahrnehmen kann.

LG G7 ThinQ im Hands-OnQuelle: Rita Deutschbein / handy.de
Das LG G7 ThinQ bietet dank QHD+ eines der derzeit am höchsten aufgelösten Smartphone-Displays.

Inzwischen statten immer mehr Hersteller ihre aktuellen Smartphones mit einer Auflösung von Quad-HD+ aus, weil ein Handy-Display im längeren Seitenverhältnis von 18:9, 18,5:9, 19:9 und 19:9,5 populärer wird. Dadurch steigt die Zahl der Bildpunkte an der langen Kante gegenüber dem normalen QHD zum Beispiel von 2.560 auf 3.120 Pixel.

QHD+-Displays sind Oberklasse-Geräten vorbehalten. Du findest Sie beispielsweise im HTC U12+, LG G7 ThinQ, Samsung Galaxy S9 und S9+.

4K und UHD

Geht es um besonders scharfe und brillante Displays, ist oft von 4K (4.096 x 2.160 Pixel) und Ultra-HD oder UHD (3.840 x 2.160 Pixel) die Rede. Diese Auflösungen findest Du aber fast nur bei Fernsehgeräten, während sie bei einem Handy-Display unüblich sind. Derzeit ist nur das Sony Xperia XZ Premium (und dem bald erscheinenden Nachfolger XZ2 Premium) mit einem Display in 4K-Auflösung erhältlich. Obwohl sich diese Auflösung bei Android-Tablets oder iPads anbieten würde, sind vorerst nur Windows-Tablets mit 4K-Displays ausgestattet.

Die passende Auflösung für Dein Handy-Display

Grundsätzlich ist eine höhere Auflösung von Handy-Displays vorteilhafter. Schrift und Bilder wirken dann schärfer und detailreicher. Allerdings steigt dabei auch der Energiebedarf, weil der Akku mehr Bildpunkte mit Strom zu versorgen hat. Das ist vor allem dann eine Verschwendung, wenn das Display sehr klein ist.

Folgende Faustregel lässt sich anwenden. Bei Handy-Displays unter einer Diagonale von 5 Zoll genügt HD, zwischen 5 Zoll und etwa 5,5 Zoll sind Full-HD ideal. Erst ab Größen darüber bietet QHD einen Vorteil. Praktisch ist es, wenn Du die Auflösung des Smartphones variieren kannst. Dann entscheidest Du einfach selbst, ob Du lieber die Akku-Laufzeit erhöhen oder die Darstellungsqualität beispielsweise fürs Video-Streaming optimieren willst. Beim Galaxy S9, S9+ und LG G7 ThinQ ist das möglich.

Displayeinstellung beim Samsung Galaxy S9+ in Lilac PurpleQuelle: Berti Kolbow-Lehradt / handy.de
Beim Galaxy S9+ kannst Du die Auflösung variieren, je nachdem, ob Du die Akku-Laufzeit oder die Darstellungsqualität erhöhen möchtest.

Übrigens kannst Du Fotos und Videos auch dann anschauen, wenn sie in höherer Auflösung vorliegen als Dein Display darstellen kann. Es spricht nichts dagegen, 4K- bzw. UHD-Sendungen bei Netflix und Amazon zu streamen. Du kannst dann eben nur nicht das Maximum an Details erkennen, dass das Material hergibt.

Neben der Auflösung von Handy-Displays gibt es weitere Kriterien für die Bildqualität. Wichtig für die Farb- und Kontrastwiedergabe ist zum Beispiel auch die verwendete Displaytechnik. Die unterschiedlichen Displayarten erklären wir Dir in diesem Artikel:

Jedes Smartphone besitzt heute ein hochauflösendes Display. Die Touchscreens in einer Größe zwischen 4 und 6 Zoll sind aber alle bei Weitem nicht gleich. Wir erklären die wichtigsten Unterschiede zwischen OLED-, Retina-, IPS- und LCD-Displays.