Asus ROG Phone im Test: Innovatives Leistungs-Monster für Gamer | handy.de
Testbericht

Asus ROG Phone im Test: Innovatives Leistungs-Monster für Gamer

Ist das ROG Phone wirklich das ultimative Gaming-Smartphone?

Gaming-Smartphones schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Egal ob Honor Play, Xiaomi Black Shark oder das mittlerweile in der zweiten Generation verfügbare Razer Phone 2. Allerdings ist oft nicht ganz klar, was diese Geräte wirklich von einem normalen Smartphone zum gleichen Preis unterscheidet. Asus hat sich mit dem ROG Phone aber einige Gedanken gemacht und hebt sich nicht nur optisch von der Masse ab. Wir haben das Asus ROG Phone auf in diesem Gaming-Fokus-basierten Artikel auf seine Spiele-Tauglichkeit getestet und sind durchaus positiv überrascht.

Design: Markantes Gamer-Raumschiff

Equipment für Gamer hat immer einen recht eigenen Stil. Das Design ist oft „aggressiv“ gestaltet und soll Blicke auf sich ziehen. Spacige Linien und harte Kanten durchziehen oftmals Kopfhörer, Gehäuse oder Tastaturen. Das Asus ROG Phone bringt ein solches Stilelement erstmals auch in die Smartphone-Branche und das Gerät sieht absolut einzigartig aus. Überall finden sich Trapeze und Parallelogramme, die zur interessanten Mustern auf der Rückseite zusammengeführt werden. Sogar die Kamera, der Fingerabdruckscanner und der LED-Blitz sind dem kantigen Schliff des Designs unterlegen. Das gilt übrigens auch für die in der Front verbauten Lautsprecher, die sich unter einem stylisch orange-kupferfarbenen Speaker-Grill verstecken.

Asus hat aber auch bei der Wahl der Materialien ein gutes Händchen bewiesen. Die Rückseite besteht größtenteils aus Glas, zusammen mit einem, in die rechte Seite eingelassenem Kunststoffelement. Unter diesem befindet sich die eigens entwickelte Flüssigkeitskühlung für den Prozessor. Der Rahmen besteht aus massivem und mattem Metall. Die Material-Qualität beim Anfassen des Asus ROG Phone ist unbestritten. Es sind keine Riefen, Grate oder ähnliche Mängel zu finden. Die Rückseite spiegelt allerdings sehr stark und ist ein somit ein Fingerabdruckmagnet. Wer sein Smartphone gerne putzt, wird das ROG Phone wohl lieben.

All das wirkt sich aber auch auf die Größe und das Gewicht aus. Das Asus ROG Phone ist fast so groß und schwer wie ein Samsung Galaxy Note 9, besitzt aber mit glatten 6.0 Zoll ein etwas kleineres Display. Auf dem Datenblatt stehen 158,8 x 76,2 x 8,3 mm zu Buche, zusammen mit einem Gewicht von satten 200 Gramm. Wir haben es hier also nicht mit einem Fliegengewicht zu tun.

Eines der Highlights dürfte aber das leuchtende Asus-ROG-Logo sein, das sich auf der Rückseite unter dem Gorilla Glass 6 verbirgt. Schaltet man den ROG-X-Gaming-Modus ein, dann fängt es an, in verschiedenen Farben zu leuchten. Zwar kann man es auch anpassen. Allerdings hat es keine weitere Funktion, es ist nur ein optisches Highlight. Beim Razer Phone 2 kann das Logo im Rücken beispielsweise auch eingehende Nachrichten, Anrufe und andere Dinge anzeigen. Das funktioniert beim ROG Phone nicht. Könnte aber mit einem Softwareupdate noch implementiert werden.

Mehr Anschlüsse für bessere Handlichkeit, tolle Platzierung der Lautsprecher

Natürlich ist vor allem das hohe Gewicht in erster Linie ein Nachteil, wenn es darum geht, ein Gerät länger in den Händen zu halten. Allerdings macht der angenehme Halt in der Hand hier einiges wett. Das ROG Phone besitzt keine scharfen Kanten oder zu spitze Ecken. Das hilft ungemein bei der Handhabung, und die leicht abgerundeten Glasränder am hinteren Teil sorgen für ein angenehmes Anschmiegen an den Handrücken.

Ebenfalls überraschend gut platziert sind die Lautsprecher. Die meisten Hersteller, wie beispielsweise Samsung oder Apple, bringen ihre Stereo-Speaker versetzt im Gerät unter. Somit ist der zweite Lautsprecher oftmals unten im Rahmen untergebracht, was eine direkte Beschallung erschwert oder bei einer falschen Haltung einen der beiden Boxen sogar verdeckt. Beim Asus ROG Phone sind beide in der Front untergebracht und sogar leicht versetzt vom Rand aus Richtung Display hin. So ist es deutlich schwieriger diese unbeabsichtigt zu überdecken.

Sehr gut gelungen sind aber auch die zusätzlichen Anschlüsse im seitlichen Rahmen des Asus ROG Phone. Dort wird nicht nur das Zubehör angesteckt, sondern kann darüber auch das Smartphone geladen werden. Das macht vor allem dann Sinn, wenn das Gerät im Landscape-Modus gehalten werden muss. Das Ladekabel könnte dann an der Seite beim Halten des Gerätes stören. So schaut das Kabel allerdings aus der unteren Position heraus und ist den Händen somit auch nicht im Weg.

Asus ROG Phone mit seitlichem AnschlussQuelle: Marcel Laser / handy.de
Das Ladekabel stört beim Zocken nicht mehr.

Starkes AMOLED-Display ohne Notch und mit hoher Hertzfrequenz

Displays sind in vielen Belangen das Herzstück eines jeden Smartphones. Schließlich betrachten wir es unentwegt und eine schlechte Qualität wirkt sich somit auch auf die Benutzererfahrung aus. Das gilt auch fürs Spielen auf den Geräten. Um so qualitativ hochwertiger die Anzeige ist, um so mehr Spaß hat man beim Gaming. Und Gott sei Dank macht Asus auch hier vieles richtig.

Verbaut wird ein kontraststarkes AMOLED-Display mit einer optional auf 90 Hz einstellbaren Bildwiederholfrequenz. Das sorgt nicht nur auf der Android-Oberfläche für butterweiche Animationen. Auch beim Spielen, sofern die Bildrate hoch genug ist, sind Bewegungen und Animationen bei weitem flüssiger anzuschauen. Dazu gesellt sich auch eine sehr niedrige Reaktionszeit des Panels, die dafür sorgt, dass es nicht zu sogenanntem Screen-Bleeding oder -Bending kommt.

Asus ROG Phone DisplayQuelle: Marcel Laser / handy.de
Das Display ist sehr gut: Toller Kontrast, hohe Schärfe und mit 90Hz eine schnelle Bildwiederholrate.

Das Display ist zudem mit 6 Zoll groß genug um eine ordentliche Immersion bei Spielen zu erzeugen, was dem Spielspaß positiv zugute kommt. Bei der Auflösung hingegen hat man auf den QHD-Trend verzichtet und liefert mit 1.080 x 2.160 Pixel eine etwas geringere Pixeldichte, als bei vergleichbaren Modellen. Das ist aber nicht weiter tragisch, da selbst die hieraus resultierenden 402 ppi für ein absolut knackscharfes Bild sorgen. Gleichzeitig ist die Auflösung nicht zu hoch, was der Adreno 630 GPU in die Karten spielen dürfte, damit diese noch höhere FPS-Zahlen erreichen kann. Natürlich wird auch HDR10 für eine noch bessere Anzeige unterstützt, sofern HDR-kompatibler Content abgespielt wird. Beispielsweise YouTube, Netflix oder auch so manches Spiel profitieren stark von dieser Technik.

Die Anzeige ist jedenfalls hervorragend. Das AMOLED-Panel leistet sich kaum Schwächen. Der Kontrast ist, dank der Display-Technologie, sehr gut. Auch die Blickwinkel sind quasi unendlich weit ausdehnbar, ohne dass die Farben verfälschen oder verwaschen. Die Leuchtkraft der Anzeige liegt zwar mit circa 540 nits deutlich unter der Konkurrenz in Form des iPhone Xs oder des Note 9, doch reicht es durchaus um auch noch draußen genug auf dem Screen sehen zu können.

Die Hardware: Übertakteter Monster-Prozessor mit viel Speicher

Beeindrucken kann aber vor allem das Innenleben des Asus ROG Phone, denn auch hier ist alles auf Gaming ausgelegt. Der Snapdragon 845 Chipsatz kommt zwar in den meisten High-End-Boliden dieser Tage vor, kann im ROG Phone aber über dem Normaltakt hinaus betrieben werden. Dazu gesellen sich satte 8 GB RAM und 128 GB interner Speicher. Letzterer ist allerdings nicht erweiterbar. Dafür ist das ROG Phone aber Dual-SIM-fähig und bietet dafür auch einen passenden Slot an. Man denkt hier also auch an Business-orientierte Gamer. Wie praktisch!

Die im Inneren verbaute Kühlung sorgt dafür, dass der Snapdragon 845 SoC übrigens auch über seiner normalen Spezifikation laufen kann. Wie auch die anderen 845er-Modelle, setzt auch der Prozessor im ROG Phone auf ein 8-Kern-Cluster bestehend aus vier Hochleistungs-CPUs und vier weiteren für kleinere Aufgaben. Gefertigt wird der Chip im 10-nm-Strukturbreite, ist damit zwar etwas größer als die 7-nm-CPUs von Apple und Huawei, war aber auch schon einige Monate eher auf dem Markt. Als GPU kommt die in den SoCs bekannte Adreno 630 Einheit zum Einsatz.

Normal arbeitet der Chip von Qualcomm mit einer Taktfrequenz von maximal 2,8 Ghz. Dank der Möglichkeit zur Übertaktung sind aber Frequenzen von bis zu 2,96 Ghz möglich. Somit sind die vier leistungsstarken Kerne rund 160 Mhz schneller, als bei der Konkurrenz. Das macht schon einen gewissen Unterschied, vor allem in synthetischen Benchmarks.

Asus ROG Phone Geekbench 4Quelle: Marcel Laser / handy.de
Asus ROG Phone im AnTuTu BenchmarkQuelle: Marcel Laser / handy.de
Asus ROG Phone in 3DMarkQuelle: Marcel Laser / handy.de

Übertaktung dank Qualcomm und Flüssigkeitskühlung möglich

Übertaktung ist bei Gaming-PCs und Laptops mittlerweile keine Seltenheit mehr. Der Leistungsboost durch das Anheben der Geschwindigkeit über die Spezifikationen hinaus, wissen viele Gamer bereits zu schätzen, um noch mehr FPS aus ihren Maschinen zu kitzeln. Viele Hersteller bieten sowas bereits standardmäßig auf dem PC-Markt an und mit dem Asus ROG Phone kommt nun auch das erste Smartphone mit eingebauter Übtertaktung auf den Markt.

Möglich macht das eine Zusammenarbeit von Qualcomm und Asus. Der Prozessorhersteller hat die in den Asus Geräten verbauten Snadpragon 845 CPUs vielen Tests unterzogen, um einen Betrieb außerhalb des maximalen Standardtaktes zu gewährleisten. Asus verbaut eine eigens entwickelte Flüssigkeitskühlung, die den Chip auf Temperatur halten soll, damit dieser auch den deutlich höheren Takt auf einen längeren Zeitraum ausspielen kann. Das funktioniert übrigens hervorragend. Bei grafisch sehr aufwendigen Spielen kann sogar noch zusätzlich eine weitere Kühlmöglichkeit angeschlossen werden. Dazu aber später mehr.

Asus ROG X Mode ist aktiviertQuelle: Marcel Laser / handy.de
Man sieht die Übertaktung der CPU und wie hoch die Temperatur ist.

AirTrigger: Asus‘ ganz eigene Innovation

Was das Asus ROG Phone aber am drastischsten von der Konkurrenz unterscheidet, sind die im Gerät verbauten AirTrigger-Tasten, obwohl es sich hier nicht einmal um richtige Tasten handelt und eigentlich hat man diese Technik sowieso schon einmal gesehen. Der Rahmen des ROG Phone ist in der Lage Berührungen bzw. das Zusammendrücken zu erkennen und das an vier unterschiedlichen Punkten. Die Technik dahinter ist wohl nicht neu: Das HTC U11 oder auch das Google Pixel 3 XL beherrschen dieses in Form von Active Edge und Edge Sense ebenfalls.

Asus ROG Phone ButtonsQuelle: Marcel Laser / handy.de
Die Seiten des Asus ROG Phone agieren auch als berührungsempfindliche Schultertasten.

Innovativ ist hingegen die Verwendung in Spielen, die Asus sich an dieser Stelle überlegt hat. Games wie PUBG Mobile unterstützen das Mapping von virtuellen Tasten. Das heißt, man kann die Tastenbelegung durch angeschlossene Controller selbst bestimmen. Die AirTrigger-Zonen im Rahmen werden vom Spiel dann als eigenständige Tasten erkannt und können mit Aktionen belegt werden.

Somit agieren die AirTrigger als Schultertasten und es fühlt sich ein gutes Stück mehr, wie ein echtes Handheld-Gaming-Erlebnis an. Allerdings muss das verwendete Spiel das Mapping der Tasten auch unterstützen. Dann ist der Mehrwert riesig und es macht deutlich mehr Spaß als mit einem mehr oder weniger normalen Smartphone zu spielen. Das funktioniert sogar erstaunlich gut.

ROG X Mode: Leistungsschub in Spielen nicht immer sichtbar

Wir haben uns das Asus ROG Phone geschnappt und auf seine Gaming-Tauglichkeit überprüft. Dazu haben wir einige, vor allem grafisch sehr anspruchsvolle Spiele genommen und sowohl normal laufen lassen, als auch die Performance im ROG X Mode verglichen. Der ROG X Mode übertaktet das Smartphone und bringt das Logo im Rücken zum leuchten. Aber spürt man den Mehrgewinn an Leistung auch? Wir haben uns das genauer angeschaut.

PUBG Mobile: Gute Performance braucht viel Leistung

Der Battle Royale Titel PUBG Mobile frisst viel Leistung. Das merkt man vor allem dann, wenn man ein nicht ganz so betuchtes Mittelklasse-Gerät in den Händen hält und auf Sanhok in einen kleinen Gruppenkampf mit vielen Effekten verwickelt wird. High-End-Smartphones mit Snapdragon 845 Prozessor, genau wie das ROG Phone, haben aber meist genug Reserven um das Spiel ordentlich zu stemmen. Es braucht hier an dieser Stelle nicht einmal den ROG X Mode, um ein ruckelfreies Zocken zu ermöglichen.

Dafür bringt der ROG X Mode aber einen anderen Vorteil mit. Grade in aufwendigen Szenarien, wo das Match gerne mal mit KI-Bots aufgefüllt wird, ist eine stärkere Prozessorleistung von Vorteil. Es kommt im ROG X Mode zu weniger Schluckauf und kleinen Mikrorucklern, die sich auch bei High-End-Devices nicht vermeiden lassen. Das Gaming-Smartphone wird allerdings sehr heiß, wenn die Grafikeinstellungen am Limit stehen und im Übertaktungs-Modus gespielt wird. Wir empfehlen daher zumindest die externe Kühllösung zu verwenden, wenn man die Einstellung auf den höchsten Details stehen hat und den ROG X Mode verwenden möchte.

PUBG Mobile: Nachspiel
PUBG Mobile: Nachspiel
Entwickler: Level Infinite
Preis: Kostenlos+

Arena of Valor: FullHD und stabile 60 FPS sind ein Traum

Wer mit Vainglory oder Arena of Valor die beiden erfolgreichsten Mobile-MOBA-Titel spielt, wird es eventuell schon einmal mitbekommen haben. Auf Android kommt es bei einigen Geräten immer wieder zu kleineren Framerate-Einbrüchen, wenn die Detaileinstellung zu hoch sind. Das Asus ROG Phone zeigt sich hier völlig unbeeindruckt. Selbst wenn alle Spieler bei einem gemeinsamen Angriff auf dem Display erscheinen, die Effekte nur so um sich werfen, bleibt das ROG Phone stabil bei 59 – 60 FPS. Einen deutlichen Einbruch konnten wir zu keiner Zeit feststellen.

Allerdings haben wenige High-End-Geräte wirklich Probleme mit Arena of Valor, doch ist es schon beeindruckend wie stabil sich das Smartphone selbst im High-Performance-Modus bei höchsten Grafik-Settings schlägt. Stabiler wird es hier jedenfalls nicht und das ROG Phone scheint weiterhin einiges an Luft nach oben zu haben.

‎Arena of Valor
‎Arena of Valor
Entwickler: Level Infinite
Preis: Gratis+
Arena of Valor
Arena of Valor
Entwickler: Level Infinite
Preis: Kostenlos+

ARK: Survival Evolved als Performance-Killer

Ein Spiel zwingt dann doch nahezu jedes Android-Smartphone in die Knie: ARK Survival Evolved heißt der Open-World-Titel und bietet nicht nur eine fantastische Grafik samt Gameplay. Das Game ist enorm ressourcenhungrig, frisst Unmengen an RAM und Prozessor-Leistung und kann in Ausnahmesituationen selbst auf High-End-Geräten ruckeln. Doch wie schlägt sich hier das Asus ROG Phone?

Zuerst einmal scheint der Snadragon 845 generell eine gute Plattform für das Spiel zu sein. Selbst ein Snapdragon 835 liefert zwischen mittleren und hohen Details noch recht ordentliche Ergebnisse, sofern mindestens 6 GB RAM verbaut sind. Allerdings schafft dieser aber den Sprung auf die maximalen Details nicht mehr. Das ROG Phone mit Snapdragon 845 hingegen kann die maximalen Details ausfahren und verschafft sich im ROG X Modus sogar noch etwas Luft nach oben.

Das merkt man vor allem dann, wenn viel KI-Bewegungen im Spiel vorhanden sind, was bei all den Dinosauriern in der Open World nicht gerade selten vorkommt. So hält das Asus ROG Phone in ARK: Survival Evolved die Framerate in Situationen höher, wo andere Geräte mit ähnlichem Chipsatz schon nachgeben müssen. Allerdings sind diese Umstände so intensiv, dass auch das ROG Phone sich verschluckt. Von der Hitzeentwicklung einmal abgesehen, gegen die der Lüfter schon enorm ankämpfen muss. Asus‘ Gaming-Smartphone verschluckt sich aber deutlich seltener im ROG X Mode und kann in Bereichen bestehen, wo andere schon am Limit laufen.

‎ARK: Survival Evolved
‎ARK: Survival Evolved
Entwickler: Studio Wildcard
Preis: Gratis+
ARK: Survival Evolved
ARK: Survival Evolved
Entwickler: Studio Wildcard
Preis: Kostenlos+

Fortnite für Android: Selbst auf epischen Einstellungen kein Problem

Der große PUBG Mobile Konkurrent Fortnite für Android ist mittlerweile für alle Geräte verfügbar. Grund genug sich das Performance-hungrige Spiel in den höchsten Einstellungen auch auf dem Asus ROG Phone auszuprobieren. Die Voreinstellungen in Fortnite zeigen jedenfalls schon, wohin der Hase läuft: Voreingestellt sind als grafische Messlatte „episch“ und festgesetzte 30 Bilder pro Sekunde. Aber schafft das Smartphones das auch?

Ja, und wie. Fortnite für Android läuft Butterweich auf dem ROG Phone und es braucht nicht einmal den ROG X Mode dafür. Wer noch Luft nach oben haben möchte oder das Smartphone als Handwärmer nutzt, darf diesen gerne einschalten, allerdings wird das wenig an der Performance selbst ändern. Hier darf man absolut zufrieden sein.

‎Fortnite
‎Fortnite
Entwickler: Epic Games
Preis: Kostenlos+

Fortnite Download für Android: Epic Games Webseite

Überdurchschnittliche Kamera mit Schwächen in dunkleren Umgebungen

Gefallen hat uns auch die im ASUS ROG Phone verbaute Kamera. Hier steht dem Gerät ein Dual-Knipser zur Verfügung, der mit dem Hauptsensor Bilder in 12 MP schießt und bei Weitwinkelaufnahmen auf 8 MP zurückgreift. Das klingt in erster Linie nach nicht all zu viel. Das Gaming-Phone schlägt sich aber erstaunlich gut.

Die Bilder sind allesamt scharf und sehr detailreich. Auch die Farbabstimmung ist gut und der Weißabgleich macht einen sehr guten Job. Zu bemängeln ist allerdings der HDR-Modus, der sehr oft und dann auch aggressiv zu Werke geht. Das schraubte uns den Kontrast der Bilder streckenweise zu sehr in die Höhe. Schlecht sind die Ergebnisse aber nicht, vor allem wenn man HDR nur in Bereichen einsetzt, wo man es wirklich gut gebrauchen kann. Etwa bei schummrigen Lichtverhältnissen oder in Szenerien wo viele unterschiedliche Lichteinflüsse eine Rolle spielen.

Besonders viel Spaß hat man mit dem Weitwinkelsensor. Auch wenn dieser vielleicht nicht ganz so hoch auflöst, wie der Hauptsensor, sind die Ergebnisse verblüffend gut. Zudem kann man hier seine kreative Ader ausspielen und Panorama-ähnliche Bilder schießen, ohne auf eine echte Panorama-Funktion zurückzugreifen. Das herumspielen mit dieser Funktion macht durchaus Spaß und ist denen der LG G7 ThinQ Kamera sehr ähnlich.

Natürlich hält die Kamera nicht mit den Klassenbesten wie dem iPhone Xs Max, dem Mate 20 Pro oder dem Note 9 mit. Vor allem in dunkleren Bereichen, fängt die Kamera stärker an zu rauschen als vergleichbare Geräte in dieser Preisklasse. Ob man das von einem auf Gaming spezialisierten Smartphone erwarten kann oder sogar muss, ist Ansichtssache. Die Kamera ist jedenfalls gut und man muss sich hier keine Sorgen machen, zähneknirschend Kompromisse einzugehen.

Lautsprecher mindestens auf dem Level des Razer Phone 2

Ein besonderes Lob verdienen auch die Lautsprecher. Das Stereo-Speaker-System im Asus ROG Phone ist nicht nur sehr gut platziert und lässt kaum Spielraum zum Verdecken der Treiber. Der Sound ist zudem richtig gut. Asus verbaut hier DTS zertifizierte Lautsprecher, die ordentlich Wumms versprechen und dieses Versprechen auch weitestgehend einhalten. Natürlich muss man diese Möglichkeiten immer im Verhältnis zu einem Smartphone sehen. Es sind keine Volumen-Monster, die ordentlich Bass erzeugen können.

Der Sound ist allerdings sehr differenziert, klar und knackig. Die wenigen Smartphones, die es mit dem Asus ROG Phone auf dieser Stufe noch aufnehmen können, wäre das iPhone XS Max und das Razer Phone 2. Das ROG Phone kann zumindest ebenfalls einen kleineren Raum locker beschallen und dennoch eine gute Audioqualität abliefern. Das kommt YouTube, Amazon Prime Video oder auch Netflix zugute, wenn mal keine Kopfhörer zur Stelle sind. Auch beim Zocken macht das durchaus Spaß.

Asus ROG Phone Lautsprecher obenQuelle: Marcel Laser / handy.de
Die Lautsprecher sind überraschend klangvoll.

Batterielaufzeit: Im Alltag Top, im Gaming maximal Durchschnitt

Interessant ist die Entwicklung der Batterielaufzeit. Im Alltag schafft das ROG Phone ohne jegliche Probleme zwei ganze Tage. Möglich macht das vor allem die große 4.000 mAh starke Batterie im Rücken des Smartphones. Auch das Energiemanagement des Systems scheint ausgereift und sollten doch einmal Apps deutlich zu viel verbrauchen, dann warnt das ROG Phone mit einer Nachricht und rät zum Schließen des Programms.

Anders sieht das natürlich beim Zocken aus, da hier CPU, GPU sowie Sensoren zum äußersten getrieben werden. Das Display ist meist ebenfalls dann heller eingestellt und das saugt ungemein stark am Akku. Wer den ROG X Mode samt angesteckten Lüfter nutzt, kommt dann nicht einmal mehr auf drei Stunden Laufzeit, was natürlich extrem wenig ist. Für lange Zocker-Sessions im ROG X Mode mit sehr aufwändigen Spielen eignet sich das ROG Phone nur mit einer Steckdose in der Nähe.

Sind die Titel allerdings grafisch weniger aufwändig, dann kommt man auch mit ein- bis zweimal Spielen am Tag gut über die Runden. Wer auf Reisen aber nicht auf die großen Spiele verzichten möchte, sollte zumindest eine Powerbank dabei haben. Auch wenn das Asus ROG Phone eine Glasrückseite besitzt, kabelloses Laden wird nicht unterstützt.

Das Zubehör macht das ROG Phone einzigartig

Wenn das ROG Phone allerdings etwas hat, was andere nicht haben, dann ist es das extrem umfangreiche Zubehör, das für das Gerät nachgekauft werden kann. Dieses reicht von einem Nintendo 3DS ähnlichen Controller-Case, bis hin zu Dockingstations für den PC. Im Lieferumfang des Smartphones enthalten, ist die Kühleinheit namens AeroActive, die an das ROG Phone angeschlossen werden kann. Der sich dann drehende Lüfter fächelt der Rückseite mehr kühle Luft zu und verhindert somit das Drosseln des Smartphones. Damit bleibt die Leistung stabil und funktioniert hervorragend. Ob man allerdings die Kühleinheit immer mit sich herumtragen möchte, ist hier die andere Frage. Angesteckt lassen ist auf Grund der schlechten Handlichkeit im Portrait-Modus aber keine Option.

Es gibt aber noch bei weitem mehr zu sehen. Weiteres Zubehör muss aber nachträglich erworben werden und liegt nicht im Lieferumfang bei. Wir konnten dieses auch daher noch nicht testen. Die Idee, das ROG Phone in eine Hülle mit zweitem Display und echten Schultertasten zu stecken, ist aber gerade für Hardcore-Gamer mehr als nur interessant.

Asus ROG Phone mit AeroCoolerQuelle: Marcel Laser / handy.de
Die Kühlung sorgt dafür, dass der Prozessor nicht gedrosselt werden muss.

Fazit: Das Asus ROG Phone erobert eine Nische

Ist das Asus ROG Phone das beste Smartphone auf dem Markt? Nein, absolut nicht, aber es ist wohl das beste Smartphone in einer Nische, die erst gerade angefangen hat wirklich populär zu werden. Wer ernsthaft auf einem Smartphone spielen will, bekommt mit dem Asus ROG Phone wohl das derzeit beste Gesamtpaket für dieses Hobby geboten. Es ist nicht einfach nur ein Device mit schickem Display und einer Menge Power. Das zusätzliche Zubehör macht das ROG Phone erst so einzigartig und hebt es sehr wohlwollend von den anderen Gaming-Smartphones ab.

Punkte zu kritisieren gibt es aber letztendlich doch, denn wir reden hier immerhin von einem 900 Euro teuren Smartphone. Die Kamera hält nicht mit der großen Konkurrenz mit, das Display löst nicht in QHD auf und das zusätzliche Zubehör schneidet weitere Löcher in den Geldbeutel. Eine IP-Zertifizierung existiert auch nicht. Für 900 Euro ist man zum Beispiel bei einem Galaxy Note 9 oder vergleichbaren Geräten deutlich besser aufgehoben, da diese einfach grundsätzlich in den meisten Punkten auch deutlich besser sind.

Allerdings hinkt der Vergleich stark. Das Asus ROG Phone will ernsthafte Smartphone-Gamer für sich gewinnen und hier ist das Gerät nahezu alternativlos. Das Display ist hervorragend, der Prozessor der bisher schnellste im Android-Segment und das vielfältige Zubehör macht aus dem ROG Phone auch ein echtes Gaming-Erlebnis. Das kann derzeit kaum ein anderer Mitbewerber. In Anbetracht dieser Nische ist das Asus ROG Phone einfach die beste Wahl. Ansonsten ist es ein gutes Allround-Smartphone, hat allerdings klare Schwächen gegenüber der Konkurrenz und dann wirkt der Preis natürlich sehr hoch.

Pro

  • Starke Performance
  • Tolles AMOLED-Display
  • Herausragende Lautsprecher
  • Dual-SIM
  • Gute Akkulaufzeit im Alltag
  • Viel Gaming-Zubehör

Contra

  • Kein Micro-SD-Slot
  • Nicht vor Wasser und Staub geschützt
  • Kein kabelloses Laden
  • Zubehör ist sehr kostspielig