Asus ROG Phone im Test: Innovatives Leistungs-Monster für Gamer | handy.de
Testbericht

Asus ROG Phone im Test: Innovatives Leistungs-Monster für Gamer

Ist das ROG Phone wirklich das ultimative Gaming-Smartphone?

Die Hardware: Übertakteter Monster-Prozessor mit viel Speicher

Beeindrucken kann aber vor allem das Innenleben des Asus ROG Phone, denn auch hier ist alles auf Gaming ausgelegt. Der Snapdragon 845 Chipsatz kommt zwar in den meisten High-End-Boliden dieser Tage vor, kann im ROG Phone aber über dem Normaltakt hinaus betrieben werden. Dazu gesellen sich satte 8 GB RAM und 128 GB interner Speicher. Letzterer ist allerdings nicht erweiterbar. Dafür ist das ROG Phone aber Dual-SIM-fähig und bietet dafür auch einen passenden Slot an. Man denkt hier also auch an Business-orientierte Gamer. Wie praktisch!

Die im Inneren verbaute Kühlung sorgt dafür, dass der Snapdragon 845 SoC übrigens auch über seiner normalen Spezifikation laufen kann. Wie auch die anderen 845er-Modelle, setzt auch der Prozessor im ROG Phone auf ein 8-Kern-Cluster bestehend aus vier Hochleistungs-CPUs und vier weiteren für kleinere Aufgaben. Gefertigt wird der Chip im 10-nm-Strukturbreite, ist damit zwar etwas größer als die 7-nm-CPUs von Apple und Huawei, war aber auch schon einige Monate eher auf dem Markt. Als GPU kommt die in den SoCs bekannte Adreno 630 Einheit zum Einsatz.

Normal arbeitet der Chip von Qualcomm mit einer Taktfrequenz von maximal 2,8 Ghz. Dank der Möglichkeit zur Übertaktung sind aber Frequenzen von bis zu 2,96 Ghz möglich. Somit sind die vier leistungsstarken Kerne rund 160 Mhz schneller, als bei der Konkurrenz. Das macht schon einen gewissen Unterschied, vor allem in synthetischen Benchmarks.

Asus ROG Phone Geekbench 4Quelle: Marcel Laser / handy.de
Asus ROG Phone im AnTuTu BenchmarkQuelle: Marcel Laser / handy.de
Asus ROG Phone in 3DMarkQuelle: Marcel Laser / handy.de

Übertaktung dank Qualcomm und Flüssigkeitskühlung möglich

Übertaktung ist bei Gaming-PCs und Laptops mittlerweile keine Seltenheit mehr. Der Leistungsboost durch das Anheben der Geschwindigkeit über die Spezifikationen hinaus, wissen viele Gamer bereits zu schätzen, um noch mehr FPS aus ihren Maschinen zu kitzeln. Viele Hersteller bieten sowas bereits standardmäßig auf dem PC-Markt an und mit dem Asus ROG Phone kommt nun auch das erste Smartphone mit eingebauter Übtertaktung auf den Markt.

Möglich macht das eine Zusammenarbeit von Qualcomm und Asus. Der Prozessorhersteller hat die in den Asus Geräten verbauten Snadpragon 845 CPUs vielen Tests unterzogen, um einen Betrieb außerhalb des maximalen Standardtaktes zu gewährleisten. Asus verbaut eine eigens entwickelte Flüssigkeitskühlung, die den Chip auf Temperatur halten soll, damit dieser auch den deutlich höheren Takt auf einen längeren Zeitraum ausspielen kann. Das funktioniert übrigens hervorragend. Bei grafisch sehr aufwendigen Spielen kann sogar noch zusätzlich eine weitere Kühlmöglichkeit angeschlossen werden. Dazu aber später mehr.

Asus ROG X Mode ist aktiviertQuelle: Marcel Laser / handy.de
Man sieht die Übertaktung der CPU und wie hoch die Temperatur ist.

AirTrigger: Asus‘ ganz eigene Innovation

Was das Asus ROG Phone aber am drastischsten von der Konkurrenz unterscheidet, sind die im Gerät verbauten AirTrigger-Tasten, obwohl es sich hier nicht einmal um richtige Tasten handelt und eigentlich hat man diese Technik sowieso schon einmal gesehen. Der Rahmen des ROG Phone ist in der Lage Berührungen bzw. das Zusammendrücken zu erkennen und das an vier unterschiedlichen Punkten. Die Technik dahinter ist wohl nicht neu: Das HTC U11 oder auch das Google Pixel 3 XL beherrschen dieses in Form von Active Edge und Edge Sense ebenfalls.

Asus ROG Phone ButtonsQuelle: Marcel Laser / handy.de
Die Seiten des Asus ROG Phone agieren auch als berührungsempfindliche Schultertasten.

Innovativ ist hingegen die Verwendung in Spielen, die Asus sich an dieser Stelle überlegt hat. Games wie PUBG Mobile unterstützen das Mapping von virtuellen Tasten. Das heißt, man kann die Tastenbelegung durch angeschlossene Controller selbst bestimmen. Die AirTrigger-Zonen im Rahmen werden vom Spiel dann als eigenständige Tasten erkannt und können mit Aktionen belegt werden.

Somit agieren die AirTrigger als Schultertasten und es fühlt sich ein gutes Stück mehr, wie ein echtes Handheld-Gaming-Erlebnis an. Allerdings muss das verwendete Spiel das Mapping der Tasten auch unterstützen. Dann ist der Mehrwert riesig und es macht deutlich mehr Spaß als mit einem mehr oder weniger normalen Smartphone zu spielen. Das funktioniert sogar erstaunlich gut.

ROG X Mode: Leistungsschub in Spielen nicht immer sichtbar

Wir haben uns das Asus ROG Phone geschnappt und auf seine Gaming-Tauglichkeit überprüft. Dazu haben wir einige, vor allem grafisch sehr anspruchsvolle Spiele genommen und sowohl normal laufen lassen, als auch die Performance im ROG X Mode verglichen. Der ROG X Mode übertaktet das Smartphone und bringt das Logo im Rücken zum leuchten. Aber spürt man den Mehrgewinn an Leistung auch? Wir haben uns das genauer angeschaut.

PUBG Mobile: Gute Performance braucht viel Leistung

Der Battle Royale Titel PUBG Mobile frisst viel Leistung. Das merkt man vor allem dann, wenn man ein nicht ganz so betuchtes Mittelklasse-Gerät in den Händen hält und auf Sanhok in einen kleinen Gruppenkampf mit vielen Effekten verwickelt wird. High-End-Smartphones mit Snapdragon 845 Prozessor, genau wie das ROG Phone, haben aber meist genug Reserven um das Spiel ordentlich zu stemmen. Es braucht hier an dieser Stelle nicht einmal den ROG X Mode, um ein ruckelfreies Zocken zu ermöglichen.

Dafür bringt der ROG X Mode aber einen anderen Vorteil mit. Grade in aufwendigen Szenarien, wo das Match gerne mal mit KI-Bots aufgefüllt wird, ist eine stärkere Prozessorleistung von Vorteil. Es kommt im ROG X Mode zu weniger Schluckauf und kleinen Mikrorucklern, die sich auch bei High-End-Devices nicht vermeiden lassen. Das Gaming-Smartphone wird allerdings sehr heiß, wenn die Grafikeinstellungen am Limit stehen und im Übertaktungs-Modus gespielt wird. Wir empfehlen daher zumindest die externe Kühllösung zu verwenden, wenn man die Einstellung auf den höchsten Details stehen hat und den ROG X Mode verwenden möchte.

PUBG MOBILE – Odyssee
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Entwickler: PROXIMA BETA
Preis: Kostenlos+

Arena of Valor: FullHD und stabile 60 FPS sind ein Traum

Wer mit Vainglory oder Arena of Valor die beiden erfolgreichsten Mobile-MOBA-Titel spielt, wird es eventuell schon einmal mitbekommen haben. Auf Android kommt es bei einigen Geräten immer wieder zu kleineren Framerate-Einbrüchen, wenn die Detaileinstellung zu hoch sind. Das Asus ROG Phone zeigt sich hier völlig unbeeindruckt. Selbst wenn alle Spieler bei einem gemeinsamen Angriff auf dem Display erscheinen, die Effekte nur so um sich werfen, bleibt das ROG Phone stabil bei 59 – 60 FPS. Einen deutlichen Einbruch konnten wir zu keiner Zeit feststellen.

Allerdings haben wenige High-End-Geräte wirklich Probleme mit Arena of Valor, doch ist es schon beeindruckend wie stabil sich das Smartphone selbst im High-Performance-Modus bei höchsten Grafik-Settings schlägt. Stabiler wird es hier jedenfalls nicht und das ROG Phone scheint weiterhin einiges an Luft nach oben zu haben.

‎Arena of Valor
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Preis: Kostenlos+
Arena of Valor: 5v5 Arena-Game
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Entwickler: PROXIMA BETA
Preis: Kostenlos+

ARK: Survival Evolved als Performance-Killer

Ein Spiel zwingt dann doch nahezu jedes Android-Smartphone in die Knie: ARK Survival Evolved heißt der Open-World-Titel und bietet nicht nur eine fantastische Grafik samt Gameplay. Das Game ist enorm ressourcenhungrig, frisst Unmengen an RAM und Prozessor-Leistung und kann in Ausnahmesituationen selbst auf High-End-Geräten ruckeln. Doch wie schlägt sich hier das Asus ROG Phone?

Zuerst einmal scheint der Snadragon 845 generell eine gute Plattform für das Spiel zu sein. Selbst ein Snapdragon 835 liefert zwischen mittleren und hohen Details noch recht ordentliche Ergebnisse, sofern mindestens 6 GB RAM verbaut sind. Allerdings schafft dieser aber den Sprung auf die maximalen Details nicht mehr. Das ROG Phone mit Snapdragon 845 hingegen kann die maximalen Details ausfahren und verschafft sich im ROG X Modus sogar noch etwas Luft nach oben.

Das merkt man vor allem dann, wenn viel KI-Bewegungen im Spiel vorhanden sind, was bei all den Dinosauriern in der Open World nicht gerade selten vorkommt. So hält das Asus ROG Phone in ARK: Survival Evolved die Framerate in Situationen höher, wo andere Geräte mit ähnlichem Chipsatz schon nachgeben müssen. Allerdings sind diese Umstände so intensiv, dass auch das ROG Phone sich verschluckt. Von der Hitzeentwicklung einmal abgesehen, gegen die der Lüfter schon enorm ankämpfen muss. Asus‘ Gaming-Smartphone verschluckt sich aber deutlich seltener im ROG X Mode und kann in Bereichen bestehen, wo andere schon am Limit laufen.

‎ARK: Survival Evolved
‎ARK: Survival Evolved
Entwickler: Studio Wildcard
Preis: Kostenlos+
ARK: Survival Evolved
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Entwickler: Studio Wildcard
Preis: Kostenlos+

Fortnite für Android: Selbst auf epischen Einstellungen kein Problem

Der große PUBG Mobile Konkurrent Fortnite für Android ist mittlerweile für alle Geräte verfügbar. Grund genug sich das Performance-hungrige Spiel in den höchsten Einstellungen auch auf dem Asus ROG Phone auszuprobieren. Die Voreinstellungen in Fortnite zeigen jedenfalls schon, wohin der Hase läuft: Voreingestellt sind als grafische Messlatte „episch“ und festgesetzte 30 Bilder pro Sekunde. Aber schafft das Smartphones das auch?

Ja, und wie. Fortnite für Android läuft Butterweich auf dem ROG Phone und es braucht nicht einmal den ROG X Mode dafür. Wer noch Luft nach oben haben möchte oder das Smartphone als Handwärmer nutzt, darf diesen gerne einschalten, allerdings wird das wenig an der Performance selbst ändern. Hier darf man absolut zufrieden sein.

‎Fortnite
‎Fortnite
Entwickler: Epic Games
Preis: Kostenlos+

Fortnite Download für Android: Epic Games Webseite